Gib mir den Driver!
Spielerisch dürfte bei einem Golfspiel die Steuerung wohl einer der wichtigsten Punkte sein. Diese wurde bei "Ace Golf" unserer Meinung nach hervorragend umgesetzt. Geschlagen wird mit dem kleinen, gelben C-Stick, wobei man ihn im Idealfall in völlig gerader Linie von unten nach oben drückt. Also erst nach unten ziehen und dann bei der gewünschten Schlagkraft schnell und gerade nach oben drücken. Wer hier verwackelt, trifft auch den Ball falsch und vermurkst den Schlag. Da die Schlagkraftanzeige gleichzeitig auch die Entfernung zum gewünschten Ziel anzeigt, kann man mit sehr genau dosierten Schlägen auch sehr genau zielen. Hinzu kommt eine umfangreiche Kamerasteuerung, mit der man das gewünschte Ziel genau aussuchen und anvisieren kann.
Wie ich als Golf-Neuling bemerken musste, besteht die Kunst des Spiels auch darin, die einzelnen Plätze und deren Taktik genau zu kennen. Man muss also üben, üben und nochmals üben um ein virtuelles Turnier mit einer sehr guten Punktzahl zu beenden. Wer unter "Par" kommen will, muss den Kurs und die Steuerung schon sehr genau kennen, der Schwierigkeitsgrad ist höher, als es die Comicgrafik anfangs vermuten lässt. Mit dem Bestehen von Turnieren und erfolgreichen Duellen mit anderen Golfern, werden entweder besondere Gegenstände oder neue Golfer freigeschaltet. Dadurch wird, neben einem umfangreichen Mehrspielermodus, auch die nötige Portion Langzeitmotivation für Einzelspieler geboten. Die Anleitung ist übrigens sehr ausführlich, wer also beim Putten oder im Bunker Probleme haben sollte, findet im Handbuch die nötige Hilfe.
Die grafische Gestaltung der Kurse und auch deren musikalische Untermalung sind nicht gerade sonderlich abwechslungsreich, die Entwickler hätten hier viel mehr rausholen können. Die knuffige Grafik schränkt natürlich auch ein wenig den Fotorealismus der Darstellung ein, alles hat einen leichten Comic-Stil, dieser ist zwar nicht spektakulär, aber dennoch brauchbar. Ähnliches konnten wir beim Sound beobachten: Die Musik unterscheidet sich so gut wie nie und kommt über das Niveau einer Supermarkt- oder Fahrstuhlmusik nicht hinaus, ja ist sogar stellenweise etwas nervig.
