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  • Activision-Blizzard: Bezieht Stellung contra Schwarzenegger

    Bereits heute haben wir ausführlich über das anstehende Verfahren am Obersten Gerichtshof in den USA Anfang November 2010 berichtet, da mit einem Grundsatzurteil entschieden werden wird, ob der erste Zusatz der US-Verfassung (regelt und garantiert Meinungs- und Kunstfreiheit) einer Änderung bedarf oder nicht. Hintergrund ist, dass im Jahre 2005 der Gouverneur Kaliforniens Arnold Schwarzenegger ein Gesetz unterschrieben hat, das den Verkauf von Videospielen mit Gewaltinhalt an unter 18jährige neu geregelt als auch unter Strafe gestellt hat.

    Wir haben bereits umfangreich darüber informiert, dass der Dachverband der Videospiel-Industrie ESA (Entertainment Software Association) nicht nur das Gesetz von 2005 in einem Eilverfahren hat kippen lassen, sondern dass man sich inzwischen mit zahlreichen anderen Verbänden (Film, Musik, Journalistik, Werbung, Kino, usw.) sowie inzwischen 10 Generalstaatsanwälten und anderen Organisationen als auch Einzelpersonen zusammen geschlossen hat, um Anfang November 2010 - aus Sicht der ESA - lediglich eine einzige Entscheidung zuzulassen: Dass der Zusatzartikel unangetastet bleibt.

    Dafür will nun auch Activision-Blizzard sorgen, die sich bereit erklärt haben, stellvertretend für die Spiele-Branche vor Gericht aufzutreten und die Sachlage aus ihrer Sicht zu schildern. In einer entsprechenden Pressemitteilung hat man sich zu der gesamten Thematik nochmals sehr ausführlich geäußert. Neben den ergänzenden Erklärungen in der Pressemitteilung von Activision, die sich u.a. mit der Darlegung des Zusatzartikels befasst und welche Auswirkungen dieser haben würde, greift man auch einmal mehr die Gesetzesverabschiedung von 2005 auf, welche drakonische Strafen vorsah, wenn ein Spiel mit Gewaltinhalt an unter 18jährige verkauft wird. Wobei, so geht es aus der Erklärung von Activison hervor, damals auch Filme, Bücher, Musik und andere Medien betroffen gewesen waren.

    So wird gleichfalls erklärt, dass es in den USA bereits nachhaltige und gut funktionierende Bestimmungen gibt, die Verbreitung als auch Verkauf verschiedenster Medien regeln. Nicht nur die Hersteller selbst sind sich ihrer Verantwortung bewusst, man sorge auch mit entsprechenden Informationen und einem durch ein unabhängiges Institut (ESRB - http://www.esrb.org/index-js.jsp ) durchgeführtes Einstufungsverfahren für Transparenz, so dass Eltern gemäß ihrer Verantwortung einen klaren Überblick behalten können, ob angebotene Medien (Spiele, Filme, Musik, usw.) für Kinder/Jugendliche unter 18 Jahren geeignet sind oder auch nicht. Damit haben es, so Activision weiter, die Eltern nachhaltig in der Hand, was ihre Kinder spielen und was nicht. Wenn dieses System nicht genutzt würde, rechtfertige das noch lange nicht das Erlassen eines Gesetzes, welches Strafen gegenüber Dritten ankündigt bzw. es liefert überdies keine Basis, die Änderung eines Zusatzartikels zu erwirken.

    So erklärt auch Bobby Kotick, CEO im Hause Activison-Blizzard, dass sowohl der Gesetzesentwurf als auch die Veränderung des ersten Zusatzartikels schlichtweg absurd ist.

    Der erste Zusatzartikel hat seit 219 Jahren inmitten weit größerer sozialer, technischer und geschichtlicher Herausforderungen Bestand wird Kotick zitiert und weiter heißt es ... das Argument, Videospiele eine Art neue, ominöse Bedrohung darstellen, die eine vollständig neue Bewertung einer in unserer Nation wertvollsten Freiheit erfordert und diese Freiheit vor allem wahllos einer ganzen Gruppe unserer Bevölkerung nur rein auf Basis des Alters entziehen wollen, ist mehr als nur absurd.

    Kotick zieht überdies einen Vergleich mit schon in der Vergangenheit geführten Attacken, die so ziemlich bei jedem neu aufgekommenen Medium gegen selbiges geführt worden sind. Dabei spiele es keine Rolle, ob es seinerzeit der Rock'n'Roll war, Bücher, Musik, Filme, TV oder das Internet. Aber die Vergangenheit zeige auch, dass die Freiheit und damit auch die freie Entfaltung in den jeweiligen Bereichen nachhaltig obsiegt hat. Das gleiche werde man nun auch für Videospiele erreichen, da man nicht nur einen historischen Beitrage leiste, indem man die Verfassung schütze, sondern auch dafür Sorge trage, dass Videospiele lebendig bleiben für alle Spieler uneingeschränkt verfügbar sind.

    Neben den eher patriotischen anmutenden Aussagen Koticks, äußert sich Activisions CEO auch scheinbar nachdenklich hinsichtlich der bisher stattgefundenen Ereignisse. So sagt er weiter:

    Anstatt in der bestehenden Verfassung herum zu pfuschen und unnötig Steuergelder zu verschwenden, vor allem in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise, hätte man besser dafür Sorge getragen, dass man u.a. das Einstufungssystem verdeutliche und Eltern dahingehend unterstützt, dass sie mit dem Thema Videospiele vertrauter werden. Auch die Maßnahmen der selbst auferlegten Regularien seitens der Entwickler und Publisher sollte man Eltern näher bringen. Und man sollte bei all dem auch nicht vergessen, dass vor allem in Kalifornien viele Unternehmen der Spiele-Branche ansässig sind, die zudem auch während der Krise z.T. hoch dotierte Jobs hervor gebracht und somit auch die Wirtschaft innerhalb des Bundesstaates Kalifornien ansatzweise stabil gehalten habe.

    Gerichte, die normal ähnlich den Statuten in Kalifornien vorgehen, haben die bisherige Schwarzenegger-Vorlage als verfassungswidrig eingestuft. Auch wenn Kaliforniens Gerichte durchaus als "Beschützer der Kinder" auftreten, verwende man doch häufig nur standardisierte Floskel, da man sich auf "sexuell anstößiges Material" berufe und die Tatsache, dass man Eltern via Gesetz unterstützen müsse, Kinder davor zu schützen. Überdies würde man sich gemeinhin auf veraltete sowie gängige Obszönitäten stützen, die man der Einfachheit halber auf moderne Medien projiziert, um so eine Rechtfertigung zu erwirken.

    Das dies allerdings nicht funktioniert bzw. noch nie funktioniert hat, davon ist George Rose, Executive Vice President & Chief Public Policy Officer of Activision-Blizzard überzeugt.

    Die Gerichtsbarkeit als auch ihre Vollstreckung sollte auf den Straßen und Highways stattfinden, so dass man "echte Kriminalität" bekämpft bzw. verhindert und nicht dafür verwendet werden, dass man Beamten sinnlos auf Streife in der Nachbarschaft schickt.

    Kotick ergänzt zum Schluss: Der immens große Support durch verschiedene Organisationen, Unternehmen, Medien-Gruppen, sowie Akademikern, Verbänden und anderen unternehmerischen als auch privaten Zusammenschlüssen zeigt, wie wichtig Videospiele geworden sind und wie sehr sie doch in den "Gedanken und im Herzen unserer Nation" manifestiert sind, ebenso wie die Grundsätze unserer Verfassung. Wir werden daher nie aufgeben, für unsere Meinungs/(Kunst)freiheit, welche unser Industriezweig verdient, zu kämpfen und wir werden die Unterstützung, die wir aktuell erfahren, nie vergessen.

    Quelle: investor.activision.com

  • Es gibt 12 Kommentare zum Artikel
    Von CharLu
    piko .. you made my day!!   
    Von piko
    @CharLuIrgendwie erstaunlich, dass die Pornoproduzenten noch nicht auf die Idee gekommen sind... 
    Von Sandorgamer
    Da Politik eine Hure leider oft genug ist, könnte ich mir vorstellen, dass es einen "Kompromiss" gibt. Die…
    • Es gibt 12 Kommentare zum Artikel

      • Von CharLu Erfahrener Benutzer
        piko .. you made my day!!   
      • Von piko Erfahrener Benutzer
        @CharLu
        Irgendwie erstaunlich, dass die Pornoproduzenten noch nicht auf die Idee gekommen sind... 
      • Von Sandorgamer
        Da Politik eine Hure leider oft genug ist, könnte ich mir vorstellen, dass es einen "Kompromiss" gibt. Die Spielindustrie drückt Gelder an den Staat ab und der ruft dann div. Aufklärungskampagnen etc. ins Leben für Eltern, Jugendliche etc. .
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22.09.2010
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