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  • Agatha Christie: Mord im Orient Express im Gamezone-Test

    Typisch britischer Flair und eine gemächliche Krimi-Atmosphäre zeichnen dieses Adventure aus.

    "Ein Archäologe ist der beste Ehemann, den eine Frau haben kann; je älter sie wird, umso mehr interessiert er sich für sie."
    Agatha Christie

    Gemessen an der Auflage ihrer Bücher gehört die britische Kriminalschriftstellerin Agatha Christie (1890-1976) zur erfolgreichsten Autorin aller Zeiten. 79 Romane hat sie geschrieben; diese wurden in 45 Sprachen übersetzt und verkauften sich selbst nach konservativen Schätzungen insgesamt über zwei Milliarde (= 2000.000.000 Millionen) Male. Lediglich die Bibel und Shakespeares Schriften sind häufiger aufgelegt worden. Der "Mord im Orient Express", erstmals erschienen 1934, gehört zweifellos zu den bekanntesten Werken der Engländerin. Dieses Buch mit dem belgischen Meisterdetektiv Hercule Poirot in der Rolle des scharfsinnigen Ermittlers gehört bis heute zu den Klassikern der Kriminalliteratur und wurde auch schon mehrmals verfilmt. Über siebzig Jahre nach Erstveröffentlichung des Romans nun also das gleichnamige PC-Spiel. Dabei ist die Versoftung von Christies Büchern keineswegs neu. Bereits Ende 2005 erschien mit "Und dann gab's keines mehr" eine Adaptation zu "Zehn kleine Negerlein", so der Titel eines nicht minder populären Werkes der Britin. Jene erste und durchaus interessante spielerische Umsetzung enthielt bereits viele gute Ansätze, scheiterte aber letzten Endes an handwerklichen Mängeln und schwächelte in Sachen Rätseldesign, vielleicht aber auch an dem hohen Anspruch, der nun einmal zwangsläufig mit dem Namen Agatha Christie verbunden ist. Ist das neue Adventure "Mord im Orient Express" also besser gelungen? Wir werden sehen.

    Mord ist ihr Hobby

    Agatha Christie: Mord im Orient Express Agatha Christie: Mord im Orient Express Nach einer kurzen Vorsequenz, die eine Polizeiaktion am Rande von New York im Jahre 1924 zeigt, dessen Bedeutung sich erst im weiteren Handlungsverlauf erschließt, erfolgt ein Zeitsprung von einem Jahrzehnt, der den Spieler ins Istanbul Mitte der 30er Jahre katapultiert. Dort hält sich gerade Hercule Poirot auf, seines Zeichens Meisterdetektiv, welcher der türkischen Regierung noch vor kurzem einen großen Dienst erwiesen hat und nun per Zug eine Reise quer durch Europa Richtung England anzutreten gedenkt. Es versteht sich von selbst, dass die Bahn ihrem prominenten Fahrgast alle erdenklichen Annehmlichkeiten bieten möchte und so beauftragt sie die 26jährige Antoinette Marceau - eine Verwaltungsangestellte der Transportgesellschaft, zu der auch der Orient Express gehört - mit der Begleitung Poirots. Die junge Dame gilt als Bewunderin des Meisterdetektivs, ist sie doch selbst begeisterte Hobby-Kriminalistin. Ständig führt Antoinette irgendwelche Zeitungsausschnitte von ihrem Idol mit, die Berichte über diverse von Poirot gelösten Kriminalfälle enthalten.

    Agatha Christie: Mord im Orient Express Agatha Christie: Mord im Orient Express Doch mit dem großen Detektiv Kontakt aufzunehmen ist gar nicht so einfach. Bereits zu Beginn des Spiels eilt sie ihm über den Marktplatz von Istanbul hinterher und wird dabei ständig von fremden Leuten aufgehalten. Zwei Touristen, die sich gerade darüber streiten, ob Kütahya oder Iznik die besten Keramikfliesen sind, wollen Antoinette erst passieren lassen, wenn sie eines dieser Teile für sie beschafft. Dann ist da noch der Küchenchef, der unbedingt bestätigt haben möchte, dass sein Hackebeil besser ist als jenes, das ihm ein Markthändler zum Kauf anbietet und eine alte Gräfin, die ihren Regenschirm verloren hat und Antoinette um die Suche danach bittet. Auch später gibt es immer wieder solche Minispielchen, denn der Orient-Express wird auf seiner weiten Reise zwischendurch immer wieder Station machen, obwohl Außenbereiche als Schauplätze recht selten vorkommen und das Spielgeschehen zu neunzig Prozent im Inneren des Zuges stattfindet.

    Dinner for one, oder: Mr. Ratchett reicht den Löffel

    Agatha Christie: Mord im Orient Express Agatha Christie: Mord im Orient Express Neben Antoinette und Hercule Poirot reisen 12 weitere Gäste mit dem Orient-Express. Alle Charaktere sind treffsicher gezeichnet, wozu neben der erstklassigen deutschen Synchronisation auch die Animationen beitragen. Zwar sprechen die Akteure nicht immer lippensynchron und erscheinen auch jetzt etwas steif, aber immerhin wirken sie nicht mehr ganz so klobig wie noch im Quasi-Vorgänger "Und dann gab's keines mehr". Bereits während des ersten gemeinsamen Essens zwischen Antoinette und Poirot im Eisenbahnrestaurant erhält der Spieler Gelegenheit, die Passagiere genauer zu studieren. Poirot möchte Menschenkenntnis und Beobachtungsgabe seiner neuen Assistentin testen und bittet diese daher, eine Kurzbeschreibung zu jedem der anwesenden Gäste abzugeben. Das Publikum ist freilich sehr gemischt. Unter den Reisenden befinden sich zum Beispiel Prinzessin Dragomiroff, eine Adlige mit spirituellen Fähigkeiten, die anfangs noch meist in Begleitung mit ihrer gönnerhaft auftretenden Zofe Schmitt anzutreffen ist, ein italienischer Autohändler namens Foscarelli, der schneidige Oberst Arbuthnot oder der zwielichte Arzt Dr. Constantine. Besonders fällt der amerikanische Geschäftsmann Samuel Ratchett ins Auge. Letzterer wendet sich dann auch sofort hilfesuchend an Poirot und offenbart ihm sein Leid, denn: der US-Unternehmer bangt um sein Leben, sieht sich Todesgefahren ausgesetzt. Wie berechtigt diese Furcht ist, soll sich schon sehr bald herausstellen. Eine Schneelawine in Jugoslawien versperrt die Gleise und zwingt den Zug zum abrupten Halt. In jener Nacht geschieht die Tat. Am nächsten Morgen wird Ratchett in seinem Bett aufgefunden, ermordet natürlich.

    "Madame Antoinette, übernehmen Sie!"

    Agatha Christie: Mord im Orient Express Agatha Christie: Mord im Orient Express Doch es gibt noch ein zweites Unglück in jenen Stunden. Hercule Poirot wurde während der Notbremsung des Orient Expresses aus seinem Schlafgemach geschleudert, hat sich dabei den Fuß verstaucht und ist deshalb vorläufig ans Bett gefesselt. Also muß seine Begleiterin fortan die Ermittlungen führen. Hier weicht das Spiel erstmals von der Romanvorlage ab; denn leistete im Buch noch Poirot die alleinige Detektivarbeit, so tritt nun Antointte als Hauptakteurin in Szene. Allerdings wird sie hierbei vom belgischen Meisterkriminalisten unterstützt. Von Zeit zu Zeit sucht sie ihr großes Vorbild in dessen Privatabteil auf, erstattet ihm Bericht und erhält von diesem einige Hinweise. Bei der Gelegenheit zeigen sich aber auch schon erste Ungereimtheiten im Spieldesign. Denn Poirot gibt teilweise Ratschläge, die er aufgrund seiner krankheitsbedingten Isolation und dadurch bedingten Unkenntnis über die Vorgänge im Orient Express objektiv eigentlich gar nicht geben könnte. Auch sind einige seiner Tipps nicht immer wirklich nützlich, so dass man sich das Gequatsche manchmal genausogut schenken kann.

    Agatha Christie: Mord im Orient Express Agatha Christie: Mord im Orient Express Gequatscht wird Multi-Choice-gesprächsmäßig nämlich viel im Orient Express. Manchmal zuviel. Die Dialoge machten schon in Agatha Christies Werken einen hohen Anteil aus. Und im hier behandelten PC-Spiel, welches sich trotz gewisser Abweichungen ziemlich dicht am literarischen Vorbild orientiert, ist dies ähnlich. Rund ein Dutzend Fahrgäste müssen befragt werden, hinzu kommen einige Nebenfiguren im Umfeld der Passagiere, so beispielsweise der Koch oder der Lokomotivführer, die es ebenfalls auszuquetschen gilt. Ein Auslassen oder Überspringen der relativ langen Gespräche ist technisch möglich, dürfte jedoch kaum sinnvoll sein, da man sonst auf wichtige Aussagen verzichten müsste und es dadurch irgendwann im ganzen Spiel nicht weiter ginge.

    Agatha Christie: Mord im Orient Express Agatha Christie: Mord im Orient Express Antoinettes Nachforschungen ergeben schnell, dass der Verstorbene kein unbeschriebenes Blatt war und die meisten der Gäste im Orient Express ein mehr oder weniger handfestes Motiv gehabt hätten, Mr. Ratchett unter die Erde zu bringen. Natürlich bestreiten die Betreffenden dies entschieden, verwickeln sich dabei aber allzu häufig in Widersprüche, was den Spannungsfaktor halbwegs konstant hält und den kriminalistisch interessierten Adventure-Fan weiterhin zum Grübeln zwingt. Ungeachtet des eher linearen Spielverlaufs gibt es einige erstaunliche Wendungen und die Auflösung des Mordfalls zeichnet sich erst relativ spät ab. Das Ende ist übrigens ein anderes als in der Romanvorlage. Auch für Kenner des Buches gibt es also noch Neues zu entdecken.

  • Agatha Christie: Mord im Orient Express
    Agatha Christie: Mord im Orient Express
    Publisher
    cdv Software Entertainment AG (DE)
    Developer
    AWE Productions, Inc.
    Release
    29.11.2006

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Agatha Christie: Mord im Orient Express
Agatha Christie: Mord im Orient Express im Gamezone-Test
Typisch britischer Flair und eine gemächliche Krimi-Atmosphäre zeichnen dieses Adventure aus.
http://www.gamezone.de/Agatha-Christie-Mord-im-Orient-Express-Spiel-17557/Tests/Agatha-Christie-Mord-im-Orient-Express-im-Gamezone-Test-991146/
02.02.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/02/2_4_.jpg
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