Ein Stück Echtzeit-Strategie, das wahrscheinlich aber nur Hardcore-Fans vor den Bildschirm locken kann.
Er wurde gerade einmal 33 Jahre alt, ging jedoch als einer der bedeutendsten Könige in die Menschheitsgeschichte ein: Alexander der Große. Nach vielen großen Schlachten konnte er sein makedonisches Reich gar bis nach Indien ausdehnen. Was liegt da also näher, als ihm ein entsprechendes Videospiel zu spendieren, in welchem man selbst in die Rolle des Herrschers schlüpft und die Geschichte virtuell nachspielen kann? Dank des russischen Entwicklerteams von World Forge hat man nun die Gelegenheit dazu...
Wer bin ich und was mach ich hier?
Age of Alexander
Die Singleplayerkampagne in Age of Alexander handelt wie bereits erwähnt vom namensgebenden König und dem Feldzug seines makedonischen Heeres. Mit jeder Mission handelt man einen Teil der Geschichte ab und bekommt nahezu jedes wichtige Ereignis zu Gesicht, etwa die Schlacht bei Issos oder die Eroberung Ägypten und Persiens. Hört sich gut an, wirklich fesseln kann das einen jedoch nicht, was an diversen Gründen liegt. Zum einen wird die Geschichte langweilig erzählt, lediglich schlecht lesbare Texte (mit immerhin ordentlicher Synchronisation) werden ingame vor die Füße der beteiligten Personen gelegt - Zwischensequenzen oder eine etwas peppigere Aufmachung hätte dem Spiel sicherlich nicht geschadet. Zum anderen klappert man fast ausschließlich Nebenschauplätze ab, von den großen Schlachten hört man zwar, dass diese stattfinden, darf jedoch nicht immer selbst daran teilhaben. Auch das Missionsdesign kann nicht überzeugen, da die Aufgaben fast ausschließlich darauf beruhen, bestimmte Punkte auf der Karte zu erreichen, die dortigen Gegner auszuschalten oder ähnliches.
Age of Alexander
Des Weiteren scheitert das Spiel an den Erwartungen, welche die Geschichte des Alexanders mit sich bringt. Im Geschichtsunterricht wird man gelehrt, dass die Schlachten zum Teil aus über 100.000 teilhabenden Männern bestanden, im Spiel selbst darf man höchstens ein paar Dutzend Einheiten über das Terrain bewegen. Schade! Für etwas Abhilfe sorgt der Mehrspielermodus, in dem man bis zu sieben Mitspieler zum Kampf auffordern kann. Einige wenige, aber ordentlich ausbalancierte Maps stehen für Skirmish-Partien zur Verfügung. Hier kann man gleich über eines von vier unterschiedlichen Völkern regieren, spielerisch unterscheiden sich diese jedoch nicht wirklich.
Schaffe, schaffe, Häusle baue
Age of Alexander
Wie für ein Strategiespiel dieser Art üblich, darf man sich auch beim Ausbau der eigenen Siedlung austoben. So müssen Kasernen, Werften und Mauern aus dem Boden gestampft, ein paar der Gebäude können per Upgrade ausgebaut werden, jedoch hält sich auch hier der Umfang in Grenzen. Auch Forschung spielt in Age of Alexander eine Rolle, nach dem Bau der Schmiede können neue oder verbesserte Waffen entwickelt werden, die jedoch stets einen hohen Betrag an Gold und Erz verlangen. Letztere sind die beiden Ressourcen, die man auf dem Spielfeld durch den Bau einer Mine ergattern muss.
Während man es gewohnt ist, durch den Bau von Häusern die Einheitengrenze nach oben zu verschieben, muss man dies in Age of Alexander anders handhaben. Vereinzelt findet man auf der Map kleine Dörfer, die es mit einem Helden einzunehmen gilt, was auch stets nach wenigen Sekunden geschehen ist. Auffällig ist, dass die Computergegner diese Probleme nicht zu haben scheinen, zumindest hat es keinen groß gestört, wenn man eines der Dörfer von ihnen übernommen hat.
