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  • Alcatraz: Die Raketen-Bucht - Leser-Test von BigJim

    Für Shooter-Fans waren die Titel des polnischen Entwicklers und Publishers City Interactive bisher eigentlich immer ein rotes Tuch. Es gibt kaum ein Actionspiel der Osteuropäer, das von der Kritik nicht zerrissen worden wäre. Was die Verantwortlichen freilich nicht davon abgehalten hat, ständig neue Gurken..., ähm...Games nachzuschieben. Alles begann 2004 mit "Terrorist Takedown", einer Art Military-Shooter im Moohrhuhn-Stil, bei dem sich der Spieler nicht einmal bewegen konnte, sondern von den stationären Waffen (meist: Maschinengewehren) eines Jeeps, Schützenpanzers oder Hubschraubers aus wie auf Schienen durch die Gegend glitt und alles umpustete, was ihm vor den Lauf kam. In der Folgezeit erschienen Titel wie Terrorist Takedown: Covert Operations oder The Hell in Vietnam, die zwar minimale Ansätze von Besserung erkennen ließen, aber immer noch von lausiger Qualität waren. Wobei natürlich zu bedenken ist, dass vorgenannte Ego-Shooter, zu denen auch Alcatraz gehört, dem Niedrigpreissegment zuzuordnen sind (die Titel kosten bei Verkaufsstart meist so um die 20 €) und spielerisch/technisch daher unmöglich an Top-Produkten vom Schlage eines Battlefield 3 gemessen werden dürfen. Die Rechnung scheint aufzugehen. Sieht man sich die schiere Masse besagter Billig-Shooter aus Polen an, dann kann sicher nicht behauptet werden, dass daran von Seiten der Käufer kein Interesse bestünde. Und etwas jüngere, nicht mehr ganz so "billige" Produkte wie Sniper: Ghost Warrior (2010), ebenfalls ein Shooter von City Interactive, bekamen teilweise sogar ordentliche Wertungsnoten.

    Anders als viele andere Shooter von City Interactive führt uns Alcatraz diesmal nicht in den Nahen Osten (Terrorist Takedown), in den Dschungel (The Hell of Vietnam), in den Zweiten Weltkrieg (Wolfschanze) oder nach Mütterchen Russland (The Stalin Subway), sondern in die Bucht von San Francisco, genauer gesagt auf die (ehemalige) Gefängnisinsel Alcatraz. Wer jetzt rein zufällig Gemeinsamkeiten mit dem US-Spielfilm "The Rock" zu entdecken glaubt, der liegt nicht völlig falsch. Was die Handlung betrifft gibt's da nämlich Ähnlichkeiten, wenn auch mit gewissen Abweichungen im Detail. Aber es geht in die Richtung. Denn auch im hier behandelten PC-Spiel hat sich ein abtrünniger General auf Alcatraz positioniert. Unter seinem Kommando allerhand bewaffnete Kämpfer - und einige Raketen, deren Sprengköpfe ausgerechnet auf die Millionenstadt San Francisco zielen. Leider wird es uns ein ewiges Rätsel bleiben, was General McAllister, denn so heißt der Bösewicht, mit dem explosiven Gerät beabsichtigt. Denn die Motive und genauen Hintergründe werden im kompletten Spiel nicht genannt. Aber eine halbwegs geistreiche Story gehörte eben noch nie zu den großen Stärken der (Shooter-)Entwickler von City Interactive.

    Fest steht jedenfalls: der Mann ist gefährlich. Er muss unschädlich gemacht werden - und mit ihm seine Bodenluft-Raketen. Von militärischer Seite wird ein Elite-Soldat auf die Sache angesetzt: Captain Joe Harmsky, den wir fortan aus der Ich-Perspektive durch die insgesamt zehn, recht kurzen Singleplayermissionen lenken. Harmsky kennt General McAllister noch von früher: der General war nämlich mal sein Ausbilder. Die Schwierigkeit an der Sache: der Captain agiert als Einzelkämpfer. Auf der Insel gibt es keine Unterstützung für ihn. Sein Funkkontakt zu Frau Lt. Anderson - die Dame sitzt irgendwo in einem US-Militärstützpunkt und gibt unserem Mann von Zeit zu Zeit die jeweiligen Missionsziele an - ist die einzige Verbindung zur Außenwelt. Ganz anders der General, welcher mindestens über eine komplette Kompanie verfügt, die überall auf der Insel verteilt ist.

    Wie nahezu alle Actiontitel von City Interactive (eine gewisse Ausnahme bildet bestenfalls Sniper: Ghost Warrior) ist Alcatraz ein reiner Baller-Shooter. Taktisches Können ist praktisch nicht gefordert. Leichtes Spiel haben wir allein schon dadurch, dass wir nur selten gegen mehr als drei bis fünf computergesteuerte Gegenspieler (ein Multiplayer existiert nicht) gleichzeitig anzutreten haben, wobei sich die Betreffenden dank der mangelhaften KI auch noch wie pures Kanonenfutter ausnehmen. Lediglich in zwei oder drei Spielabschnitten, wenn wir auf eine größere Anzahl von Feinden stoßen, wird es etwas ungemütlicher. Ebenso im Endkampf mit General McAllister, denn der alte General ist noch erstaunlich fit, schießt relativ gut und kann etliche Treffer einstecken. Der Hubschrauber, der uns irgendwann aus der Luft unter Beschuss nimmt, ist aber kein Problem, ebenso wenig wie die schlecht (weil: hölzern) animierten Pappkameraden aus McAllisters Söldnertruppe.

    Auch in Sachen räumliche Abwechselung wird uns relativ wenig geboten. Die Orte auf der Insel - Alcatraz spielt größtenteils in Küstennähe und nicht etwa im "Inland" - gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Ab und zu müssen wir mal einen heruntergekommenen Gebäudekomplex, dunkle Gänge, einen Tunnel oder einen Kontrollraum passieren. Die Missionsziele umfassen das klassische "Zerstören Sie die Suchscheinwerfer!", "Zerstören Sie die Raketen!" oder "Lassen Sie Ihn (Anmerkung: gemeint ist natürlich der General) nicht entkommen!" Ab und zu bekommt es Captain Harmsky auch mit Sprengsätzen zu tun, die es zu aktivieren gilt. Einige Schauplätze wiederholen sich; so müssen wir z.B. in einer späteren Mission einen Rückzug durchführen und dabei ziemlich genau jene Spielabschnitte durchqueren, die wir in einer Mission davor schon mal durchquert haben. Aufregend ist das nicht gerade.

    An Waffen steht uns die genre-typische Infanterieausrüstung zur Verfügung: Sturmgewehr (mit Zielfernrohr für Scharfschützen-Einlagen), Maschinenpistole und Handgranaten sind immer im Gepäck bzw. am Mann. Dummerweise klingen die Schießeisen oft unrealistisch. Das Sturmgewehr klingt wie eine Spielzeugwaffe, während sich die normale Pistole wie ein schwerkalibriges Flugabwehrgeschütz anhört. Medi-Packs entfallen. Die Genesung erfolgt - heutigen Shooter-Standards entsprechend - automatisch, wenn man einen längeren Augenblick aus der Schusslinie bleibt und nicht getroffen wird. Die Bewegungsfunktionen sind auf ein Minimum reduziert. So kann unser Mann beispielsweise nicht um Ecken gucken und aus der Deckung heraus auch nicht feuern. Bestimmte Tasten sind bei Spielstart noch nicht belegt (ein altes Manko von City Interactive-Shootern); dies müssen wir dann via Menü bzw. Steuerungsoptionen nachträglich selber tun. Einigermaßen gelungen - jedenfalls noch "ausreichend" - sind die deutsche Synchro und kleinere Zwischensequenzen. Selbst die Optik läge für einen Budget-Shooter noch im akzeptablen Bereich, wären da nicht diese gelegentlichen und äußerst nervigen Grafik-Bugs. Dann nämlich verschwinden plötzlich ganze Texturen; mitunter war der Bildschirm sogar fast komplett schwarz. Dies sollte und darf bei einem Ego-Shooter aus dem Jahre 2009 wirklich nicht mehr passieren - selbst nicht bei einem aus dem Hause City Interactive. Klar, dass es hierfür Punktabzug gibt.

    Eines steht außer Frage: Alcatraz ist genauso überflüssig wie die meisten (strenge Kritiker werden jetzt sicher sagen: alle) Shooter von City Interactive. Während ich Sniper: Ghost Warrior immerhin noch einige interessanten Aspekte abgewinnen konnte und damit auch etwas Spaß hatte, ist Alcatraz ein über weite Strecken langweiliges und im Prinzip absolut belangloses Game. Die kurze (Gesamt-) Spielzeit von kaum mehr als zweieinhalb bis drei Stunden ist somit verschmerzbar. Wer Zeit und Nerven hat und bei City Interactive einen Online-Fragebogen auszufüllen bereit ist, der kann im Anschluss das Bonusspiel Terrorist Takedown: Payback freischalten. Letzteres erschien erstmals 2005 und ist - dies nur zur Warnung - noch gurkiger.

    Negative Aspekte:
    Grafik-Bugs; eintöniges Missionsdesign; kurze Spielzeit.

    Positive Aspekte:
    Es gab schon schlechtere Shooter von City Interactive (vielleicht erinnert sich noch jemand an „Wolfschanze 1944“).

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Alcatraz

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: BigJim
    3.0
    Multiplayer
    -
    Grafik
    3/10
    Steuerung
    5/10
    Sound
    3/10
    Gameplay
    2/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Alcatraz
    Alcatraz
    Publisher
    City Interactive sp. z o.o. (PL)
    Developer
    City Interactive sp. z o.o. (PL)
    Release
    20.08.2009

    Aktuelles zu Alcatraz

    Aktuelle Action-Spiele Releases

    Cover Packshot von I Expect You To Die Release: I Expect You To Die
    Cover Packshot von Watch Dogs 2 Release: Watch Dogs 2 Ubisoft , Ubisoft
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Alcatraz
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30.12.2011
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