Alice im Wunderland im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Alice erinnert sich nicht mehr an vergangene Ereignisse, soll aber gegen die Rote Königen aufbegehren!

Wer kennt sie nicht, die Geschichte um die kleine Alice, welche sich dank eines Kaninchenloches in einem skurrilen Land unter der Erde wiederfindet. Tim Burton, bekannt für seine oftmals skurrile sowie groteske Art und Weise der Darstellung hat sich dem Kindermär angenommen und mit "Alice im Wunderland" kein Remake, sondern eine Fortsetzung geschaffen, welche derzeit in den Lichtspielhäusern zu sehen ist. Alle Interessierten sowie begeisterte Kinobesucher können den erneuten Ausflug in das Wunderland auch daheim antreten. Wir haben uns der Wii-Variante und PC-Version angenommen und sind durchaus positiv überrascht!

Alice im Wunderland Alice im Wunderland Wie auch im abgedunkelten Kino erlebt man im trauten Heim nicht die altbekannte Geschichte, welche oftmals im Kindesalter von den Eltern vorgelesen oder dank eines Disney Zeichentrickfilmes erlebt wurde. Tim Burton schickt "eine" Alice zehn Jahre nach den bekannten Ereignissen durch das Kaninchenloch zurück ins Wunderland, welches dunkel, düster und herzlos entstellt wirkt. Das Flair der grotesken Verfilmung wurde von den Software-Entwicklern gut eingefangen, die sich recht Nah an der Filmvorlage entlang hangeln und so manch schauriges Szenario recht ordentlich nachstellten. Das Land ist verwüstet und Trauer breitet sich aus, denn die Rote Königen - nach wie vor herzlos und geradezu streng - tyrannisiert das Volk. Tiere bzw. Fabelwesen als auch Menschen leiden unter der Herrschaft, doch zum Glück besagt eine Prophezeiung Besserung. Dafür muss nur DIE Alice zurückkehren, das Mrutal Schwert finden und das Böse vertreiben.

Der Widerstand unternimmt tatkräftige Anstrengungen, um diesen Funken Hoffnung keimen und letztendlich auch aufblühen zu lassen. Doch stellt sich nicht ganz unberechtigt die Frage, ob das weiße Kaninchen, nach wie vor mit tickender Uhr unterwegs, die richtige Alice gefunden hat. Die Haselmaus hegt zumindest berechtigte Zweifel, da sich Alice nicht an das Unterland sowie die bekannten Charaktere erinnern kann. Wie dem auch sei, sie schließt sich im Glauben einen Traum zu erleben den fünf Haudegen an und soll früher oder später die Prophezeiung erfüllen.

Fünf charaktervolle Stars, eine Alice

Alice im Wunderland Alice im Wunderland Wie so oft entpuppt sich auch dieses Lizenzspiel als klassisches Action-Adventure mit zahlreichen Erkundungstouren, einigen gewieften Hüpfeinlagen sowie durchdachten kleinen Rätseln. Ihr durchstreift das durch Burton inspirierte Unterland und erlebt dadurch einige Schlüsselszenen des Kinostreifens erneut, auch wenn die Entwickler sich die Freiheit nahmen, hier und dort einige Dinge hinzu zu dichten. Der Abschnitt durch das Haus des Märzhasen - einen total verängstigten Kauz mit hervorquellenden Augen und panischen Zuckungen - findet sich nur im Spiel, gehört aber dank herrlich gelungenen Verzerrungen in der Perspektive zu den schönsten Erlebnissen im etwa fünfstündigen Marsch bis zum Happy End!

Alice im Wunderland Alice im Wunderland Die gute Alice wackelt der tapferen Heldentruppe stets hinterher und kann zu keiner Zeit wirklich direkt gesteuert werden. Nichts desto weniger wollen die Herzsoldaten der Roten Königen ihr an die Gurgel und verschleppen sie allzu gerne. Schnelles Handeln ist angesagt, indem mit Uhr, Faust und Degen sowie ordentlich Schmackes die roten Karten beackert und in die Flucht getrieben werden - ansonsten ist der Widerstand gebrochen und das Spiel beendet. Selten sorgen auch bösartige Insekten und Tiere für Kopfzerbrechen, denen man am besten aus dem Weg geht. Manch ein Feind lässt sich aber nicht abschütteln und sorgt schlussendlich für wirklich gelungene Bosskämpfe. Hier kommen nicht nur zahlreiche Fähigkeiten der unterschiedlichen Charaktere zum Einsatz, auch kurze, allerdings stets auch machbare Quick-Time-Events lockern das Spielgeschehen gekonnt zur rechten Zeit auf. Wirklich schwer wird es aber nie, da die Charaktere zwar Lebensenergie verlieren, sofort nach Ableben aber wieder ins Geschehen eingreifen!

Im Verlauf des Abenteuers schlüpft ihr in die Rollen von insgesamt fünf schillernde Charakteren, die sich vor allem durch spezielle Fähigkeiten unterscheiden und somit gekonnt zur abwechslungsreichen Rätselkost beitragen. Das weiße Kaninchen, welches uns noch gut aus der Urfassung von "Alice im Wunderland" in Erinnerung ist, kann mit seiner Uhr die Zeit anhalten oder gar zurückdrehen und somit unter Umständen gar Geschehenes ungeschehen machen. Der Märzhase, besser als Angsthase bekannt, zeichnet sich durch telepathische Fähigkeiten aus und kann Gegenstände allein durch Gedankenkraft bewegen. Die schnuckelige, durchaus aber hinterlistige Grinsekatze wiederum versteht sich auf Unsichtbarkeit, während der verrückte Hutmacher - im Film wieder einmal hervorragend verkörpert durch Johnny Depp - ein gekonnter Fechter ist und vor allem mit optischen Täuschungen spielt. Letzteres beweist letzten Endes die Kreativität, welche hinter manchem Rätsel steckt! Zu guter Letzt sorgt die meckernde Haselmaus mit flinken Füßen und Waffenkunst für ordentlich Rückendeckung.

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