Alice erinnert sich nicht mehr an vergangene Ereignisse, soll aber gegen die Rote Königen aufbegehren!
Eine verrückt verdrehte Welt
Alice im Wunderland
Das Spiel steht der Vorlage in nichts nach! Dies fällt auf dem ersten Blick vor allem mit dem Auge auf. Eine kunterbunte, wenn auch dezent nur mit dunklen und düsteren Farben gehaltene Welt offenbart sich, die mit zahlreichen skurrilen Fabelwesen und bisweilen unwirklichen Konstruktionen zu überzeugen weiß. Dabei gibt es viel zu entdecken! Überall versteckte Kisten, zahlreiche Objekte lassen sich für helle Kugeln dienend als Währung zerstören und oftmals gibt es weitaus mehr Möglichkeiten, als nur den einen direkten Weg, welcher Alice zumindest stellenweise mit bloßer Gedankenkraft aufzeigt. Darüber hinaus lassen sich die Fähigkeiten der fünf Stars noch erweitern und das Repertoire verbessern, so dass es stets neue Herausforderungen gibt.
Alice im Wunderland
Was diesen Titel aber neben seiner sowohl auf der Wii, als auch auf dem PC gelungenen grafischen Präsentation (wobei die Technik auf dem PC durchaus opulenter hätte ausfallen müssen) vom Einheitsbrei der zahlreichen Filmspiele abhebt, sind die durchdachten Denkaufgaben. Manche Problematiken sind sofort durchschaut. Eine geborstene Tür wird mit den Psi-Kräften des psychopathischen Märzhasen wieder zusammengesetzt, um den Durchgang von einer Fabelwelt in die nächste zu schaffen, während sich oftmals schnell drehende Objekte kurzerhand vom weißen Hasen angehalten werden. Dessen Fähigkeit kann aber auch kaputte Uhren durch Zurückdrehen der Zeit reparieren oder Feinde einfrieren. Letztendlich sorgen aber teils durchdachte "Räume" für Kopfzerbrechen, in denen mehrere und oftmals nicht sofort ersichtliche Dinge hintereinander erledigt werden müssen. Z. B. Mauern zerstören, um an Objektteile heranzukommen, mit denen eine Treppe erbaut wird. Dabei sind verrückte Perspektiven nicht auszuschließen. Der als Künstler agierende Hutmacher sorgt mit seinem Blick für verwunderliche Veränderungen in der Welt und kann somit einige Dinge auf unerklärliche Weise lösen.
Alice im Wunderland
Dem ständigen Wechsel zwischen den Charakteren, schließlich muss man oftmals deren Fähigkeiten in Kombination bringen, kommt der Mehrspielermodus entgegen. Zu zweit kommt nicht nur der obligatorische Spaß im kooperativen Spiel auf, es geht auch etwas leichter von der Hand. Nur die Technik macht hier gern mal einen Strich durch die Rechnung. Der zweite Spieler hat stets das Nachsehen und wird in seiner Bewegungsfreiheit entweder eingeschränkt, oder aber verliert sich außerhalb des Sichtfeldes und wird just im nächsten Moment kurzerhand zum anderen Spieler hingebeamt. Man verzichtete auf einen Splittscreen, was dank der Kamera durchaus für Probleme sorgen kann. Steuerungstechnisch geht der Rest aber ordentlich von der Hand und greift nur selten - zumindest auf der Wii - durch ungenaue Abfragen der Bewegungssensoren die Nerven an. Audiovisuell gibt sich das Spiel vor allem auf der Wii aber alle Mühe und sorgt mit einer zusätzlichen deutschen Sprachausgabe für ein auch unter den Kleinen wohlklingendes Erlebnis.
