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  • Alpha Prime (dt.) im Gamezone-Test

    Ein akzeptabler Egoshooter, der es aber angesichts der starken Konkurrenz recht schwer haben wird sich durchzusetzen.

    Wenn man bei einem Großkonzern beschäftigt ist, eine interessante Arbeit hat und ganz gut verdient, findet man das als Arbeitnehmer normalerweise super. Es sei denn, die komplette Belegschaft dreht plötzlich am Rad und verwandelt sich in aggressive Zombies. In einem solchen Fall kann man sicher nicht mehr von einem angenehmen Betriebsklima sprechen. Diese unliebsame Erfahrung macht jetzt der Bergarbeiter Arnold. Er ist bei der Hubbardium Mining Company (H.M.C.) beschäftigt, einer riesigen Gesellschaft, die hunderte von Minen betreibt, über zehntausend Mitarbeiter zählt und Hubbardium produziert, den wichtigsten Rohstoff des Universums. Doch in letzter Zeit gibt es Probleme, denn während den Abbauarbeiten auf einer dieser Produktionsstandorte wurden offenbar irgendwelche Grenzwerte überschritten. Das ist nicht besonders bekömmlich, geht in die Birne und hat Folgen. Arnold erhält den Auftrag, dort mal nach dem Rechten zu sehen. Der Name der Produktionsstätte: Alpha Prime.

    Pannen in Sektor G 77

    Alpha Prime (dt.) Alpha Prime (dt.) Eigentlich wollte Arnold ja nur der Bitte einer alten Freundin nachkommen. Diese hatte sich vertrauenswürdig an ihn gewandt und um Hilfe gebeten. Denn deren Lebensgefährte, ein Bergmann namens Warren, der zuletzt bei Minenarbeiten auf Alpha Prime eingesetzt war, ist dort spurlos verschwunden. Dem Ansinnen einer hübschen Frau möchte man natürlich gern entsprechen und so machen wir uns gleich auf den Weg. Währenddessen streift das Transportschiff eine Mine. Dummerweise ist die diesmal nicht aus Gestein, sondern aus Sprengstoff. In Sektor G 77 passiert es dann: der Transporter fängt nach einer schweren Explosion Feuer und Arnold muss mit einem Rettungsgleiter notlanden. Seinen Bestimmungsort Alpha Prime hat er damit zwar erreicht. Nur leider eben ohne Schiff, weitgehend auf sich allein gestellt und das - als wäre dies nicht schon ungünstig genug- ausgerechnet auch noch am Arsch des Planetenuniversums.

    Alpha Prime (dt.) Alpha Prime (dt.) Der Produktionsstützpunkt Alpha Prime macht keinen besonders einladenden Eindruck. Irgendwas ist hier passiert. Die Station wirkt wie ausgestorben. In den Gebäudekomplexen finden sich Blutspuren auf den Hallenböden und defekte Service-Bots. Und die Gastfreundschaft lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Das gesamte Minenpersonal - ob Arbeiter, Techniker oder Sicherheitskräfte - scheint wie verwandelt und einen abgrundtiefen Hass auf uns zu schieben. Statt Bergbau-Arnold, den wir fortan aus der Ego-Perspektive lenken, mit einem kollegialen "Glück auf!" zu begrüßen und für sein Engagement zu danken, wollen sie ihn umlegen. Da hatte man sich den Empfang anders vorgestellt. Und die Bewaffnung. Denn unsere Ausrüstung besteht anfangs lediglich aus einem kleinen Hammer. Dieses Werkzeug mag zu einem Minenarbeiter passen, wirkt stilecht, eignet sich gegebenenfalls auch prima zum Einschlagen von Fensterscheiben, erleichtert aber nicht gerade die Bekämpfung von Horden schießwütiger und ausgesprochen widerstandsfähiger Zombies. Und davon werden uns im weiteren Spielverlauf noch mehrere begegnen. Gottlob müssen wir die nicht alle mit diesem albernen Hämmerchen bezwingen.

    Alpha Prime

    Alpha Prime (dt.) Alpha Prime (dt.) Alpha Prime ist ein klassischer Ego-Shooter im futuristischen Gewand, der szenarisch gewisse Ähnlichkeiten mit Genre-Vertreter wie Red Faction, F.E.A.R. oder Doom 3 aufweist. Dabei sei gleich vorangestellt, dass er weder technisch noch atmospärisch das Niveau besagter Titel erreicht. Alpha Prime strebt dies auch gar nicht erst an. Die osteuropäischen Entwickler aus dem Hause IDEA Games setzen voll auf kurzweilige Action ohne weitreichenden Anspruch. In Polen und Tschechien kam das Spiel bereits im letzten Jahr auf den Markt - und war dort sogar relativ erfolgreich. Die deutsche Fassung erschien am 3. August und - wie sollte es hierzulande auch anders sein - natürlich in geschnittener Form. Allerdings sind die Unterschiede zur Uncut-Version nicht sehr gravierend. Entgegen vieler Verlautbarungen im Vorfeld des Verkaufsstarts gibt es auch in der bundesrepublikanischen Ausführung Blut zu sehen, wenngleich etwas weniger als im Orginal. Die wesentliche Veränderung betrifft eigentlich nur das Ragdoll-System, das im Spiel für physikalisch korrekte Bewegungen von (menschlichen) Körpern zuständig ist. Auf letzteres müssen deutsche Shooter-Fans verzichten. Im Zweifelsfall vermag man aber darüber hinwegzusehen, weil die Sterbeanimationen dennoch halbwegs realistisch rüberkommen und es eigentlich noch nie besonders aufregend war, auf besiegte, bereits am Boden liegende Gegner zu schießen.

    Action, Schalter und jede Menge Bla-Bla

    Wie es sich für einen geradlinigen Ego-Shooter gehört, stehen uns auch in Alpha Prime mehrere Waffen zur Verfügung. Der bereits eingangs erwähnte Hammer ist im späteren Spielverlauf praktisch nutzlos. Ebenso die Pistole, die aufgrund ihrer geringen Feuerkraft nur wenig im Kampf gegen die durchgeknallte Minen-Belegschaft taugt. Sturm- sowie Präzisionsgewehr, Handgranaten und Raketenwerfer sind da schon wesentlich effektiver. Als besonders wirkungsvoll erweisen sich oftmals Pumpgun und Flammenwerfer, wobei der Einsatz beider Spritzen nur auf kürzerer Distanz sinnvoll ist. Ärgerlich: keiner dieser Knarren besitzt eine Sekundärfunktion, was gegenüber ähnlichen Titeln einen klaren Rückschritt bedeutet. Zugegeben, ein Schrotgewehr verschießt halt nur Schrot. Aber bereits im altehrenwürdigen ersten Half Life aus den späten 90er Jahren war es per Sekundärtaste möglich, alternativ zum Einzelfeuer eine ganze Schrotsalve abzugeben. Mindestens genauso verwunderlich ist der komplette Verzicht auf einen Mehrspieler-Part. Dabei sind doch gerade Ego-Shooter für einen Multiplayermodus wie geschaffen. Unverständlich. Und unverzeihlich.

    Alpha Prime (dt.) Alpha Prime (dt.) Was Alpha Prime über das allzu eintönige Spielprinzip eines brachialen Action-Titels wie "Painkiller" hinaushebt, ist das einigermaßen abwechselungsreich gestaltete Gameplay. Tatsächlich wird nicht ununterbrochen nur geballert. Vielmehr wird das naturgemäß rasante Spielgeschehen von Zeit zu Zeit immer mal wieder durch - zugegebenermaßen recht simple Rätseleinlagen - aufgelockert. Wichtigstes Hilfsmittel dabei ist eine Fernsteuerungseinheit, ein sogenanntes Remote Control. Mit ihr kann Kosmos-Arnold Türen, Kameras und Fahrzeuge lokalisieren und hacken, um sie danach gegebenenfalls zu manipulieren. Die Stärke des ReCon-Signals wird in der rechten oberen Ecke des Monitors angezeigt. Fängt es an zu blinken, ist es möglich, das Gerät zu aktivieren. So können wir per Funkübertragung beispielsweise eine Laserbarriere ausschalten, die sich sonst nicht durchdringen lässt. Ebenfalls interessant ist der Umstand, dass nahezu alle kleineren Gegenstände im Spiel aufnehmbar bzw. bewegbar sind. Batterien lassen sich greifen und in Schaltschränke einfügen, um auf diese Weise Stromkreise zu schließen und dadurch Generatoren oder andere Maschinen in Betrieb zu nehmen. Sofern gerade kein Stapler verfügbar ist, stellen wir ganz einfach mehrere Kisten über- oder aneinander, die sich prima als provisorische Treppe eignen. An manchen Stellen haben die Entwickler zudem einige Geschicklichkeitsübungen eingebaut. So muss unser Alter-Ego während der vierten Mission Bahnschienen in die richtige Richtung verstellen, um anschließend mit einem Minenzug ungehindert weiterfahren zu können, unter Einsatz eines Krans einen gegenüberliegenden Hallenabschnitt erreichen oder - wie einst in Half Life - sportive Hüpfeinlagen ober- und unterhalb irgendwelcher Versorgungsrohre hinlegen. Gelegentlich lustwandelt Retter Arnold auch in Lüftungsschächten. Kriechend natürlich, wie es sich für einen echten Minenarbeiter gehört.

    Alpha Prime (dt.) Alpha Prime (dt.) Was sich immer wieder hemmend auf den Spielfluss auswirkt, ist der sehr hohe Dialoganteil, der sich mit dem Wesen eines reinen Ego-Shooters einfach nicht verträgt. Anfangs mag dies noch angehen und dem Verständnis der Story zuträglich sein. So unterhält sich Arnold ganz zu Beginn von Alpha Prime mit einigen anderen Minenarbeitern in einer Weltraum-Bar und erfährt dabei wichtige Geschichten wie die Sage von Glomar, einem gewissen Etwas, das da irgendwo inmitten des Felsgesteins hausen soll und als eine Art Gottheit gilt. Ferner hören wir etwas über die Bedeutung und Gefahren des Minerals Hubbardium. Und wir treffen dort die Kosmonautin Livia, mit der Arnold früher mal was hatte, die sich aber mittlerweile offenbar nur noch um ihren verschollenen Freund Warren sorgt. Die Anzahl der im Spiel auftretenden Charaktere ist überschaubar. Neben den erwähnten Hauptfiguren treten später noch Leute wie der italienische Schürfer Paolo oder Arnolds eigentlicher Widersacher, ein gewisser Colonel Olivier, hinzu. Und doch: die Akteure quatschen zuviel. Die Gespräche im Rahmen der Zwischensequenzen dauern nicht selten drei bis vier Minuten und sind zumeist nicht einmal vernünftig animiert. Das langweilt und lässt die Weltraum-Socken regelmäßig einschlafen. Ein Positivum: per Tastendruck lässt sich das Endlos-Gelaber überspringen. Sehr viel verpasst man dabei ohnehin nicht. Denn die gesamte Hintergrundstory erweist sich als ausgesprochen wirr. Und die jeweils gültigen Missionsziele lassen sich bei Bedarf sowieso per Textfenster abrufen. Apropos: Die Handelnden blubbern in bestem Englisch und wurden ausnahmslos von guten Sprechern vertont. Bei Bedarf kann man die Übersetzung, also den deutschen Untertitel, hinzuschalten. Uns stört's nicht. Eine heimische Synchro hätte wahrscheinlich eh wieder nur alles verhuntzt.

  • Alpha Prime (dt.)
    Alpha Prime (dt.)
    Publisher
    Peter Games
    Developer
    Black Element Software
    Release
    03.08.2007
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991396
Alpha Prime (dt.)
Alpha Prime (dt.) im Gamezone-Test
Ein akzeptabler Egoshooter, der es aber angesichts der starken Konkurrenz recht schwer haben wird sich durchzusetzen.
http://www.gamezone.de/Alpha-Prime-dt-Spiel-17861/Tests/Alpha-Prime-dt-im-Gamezone-Test-991396/
13.08.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/08/screen2_large_19_.jpg
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