Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Alpha Protocol: Alpha Protocol- Eine Hassliebe - Leser-Test von Yggdrasill16

    Alpha Protocol: Ein Spionage RPG.
    Hinter diesem schlichten Titel verbirgt sich eines der wohl umstrittensten Spiele der letzten Jahre. Spielerschaft und Fachpresse scheinen komplett gespalten, wenn es um das Agentenepos rund um Spion Michael Thorton geht. Man liebt es oder man hasst es, einen Mittelweg scheint es nicht zu geben.
    Wertungen zwischen 60% und 87% Spielspaß durch die Bank weg waren die Folge.
    Ich selbst habe, skeptisch bin zum Schluss, für einen Sparpreis zugeschlagen und konnte bereits nach ca. 60 Minuten Spielzeit beide Seiten verstehen. Alpha Protocol ist ein hässliches, furchtbar verbugtes, halbfertiges, teilweise unfreiwillig komisches, schlecht inszeniertes RPG, was trotz all dieser Mängel Spaß macht, wenn man mit der nötigen Portion Galgenhumor herangeht.

    "Mein Name ist Thorton, Michael Bond!... Ah, verdammt"

    Die Story von Alpha Protocol ist in einigen wenigen Sätzen zu beschreiben.
    Der Spieler schlüpft in die Rolle von Michael Thorton, ein noch sehr junger aber talentierter Spion, der für die Geheimorganisation Alpha Protocol einen Raketenangriff auf ein amerikanisches Flugzeug untersuchen soll. Nach den ersten Missionen drehen sich die Ereignisse dramatisch. Thorton steht plötzlich als Staatsfeind da und verliert seine Stellung bei AP.
    Für den Abtrünnigen Thorton beginnt eine Reise um die halbe Welt, in deren Verlauf er die verschiedensten Charaktertypen trifft, Freundschaften, Feindschaften und Liebschaften schließt sowie eine riesen Verschwörung aufdeckt.
    Mit diesem ausgeleierten Storykonzept gewinnt man keine Preise und genau deswegen will Alpha Protocol mit einzigartigem Gameplay überzeugen, was leider furchtbar nach hinten losgeht.

    Hochmut kommt vor dem Fall

    Alpha Protocol hat ein zentrales Problem. Es will auf biegen und brechen die neue Referenzklasse des Genrezweigs werden. Es ist überfüllt mit verschiedenen Ideen und Ansätzen, die allesamt unfertig im finalen Produkt gelandet sind.
    Widmen wir uns zunächst dem Element der Spielmechanik: Der Charakterentwicklung.
    Hier geht es schon los, denn viele der Talente eures Helden erweisen sich als mehr oder weniger nutzlos. Beispielsweise Pistolenskills oder auch die gute alte Uzi werden kaum zum Einsatz kommen, weil ihre Bedienung einfach grauenhaft ist. Ähnliches gilt für das "schleichen" Feature, weil die Feinde Thorten immer schon an seinem Parfum erkennen oder durch Wände gucken zu können scheinen.
    Man mache kurz Pause und führe sich vor Augen, dass in einem Agenten RPG das Schleichen nicht vernünftig funktioniert. Okay...
    Ein dynamisches Dialogsystem ist hervorragend, ein dazugehöriges Zeitlimit für jede der verschiedenen Antwortmöglichkeiten ist total fehl am Platze. Den das Gerüst ist so konzipiert, dass jede, wirklich jede Antwort Auswirkungen auf das Verhältnis mit den zahlreichen Nebencharakteren haben kann und nicht selten sogar auf die gesamte Story. Man muss sich also stetig Gedanken darüber machen, wie die verschiedenen Charaktere zu bestimmten Mentalitäten oder zu wiederum anderen Charakteren stehen.
    So nimmt es euch der Eine übel, wenn ihr eine Mission vergeigt, die Andere ist sauer, wenn ihr dabei Waffen einsetzt.
    Die Mission als solche verlangt aber fast schon früher oder später den Einsatz von Waffen, also was tun?
    Anderes Beispiel: Ihr trefft eine neue Informantin, von der ihr selbstverständlich Informationen haben wollt. Ihr flirtet mit ihr und schon lockert sich ihre Zunge. Das Problem ist nur, dass dann die Kollegin, die kurz davor war, mit euch anzubändeln, weil ihr die Mission dank eurer Fäuste und mit viel Frust gelöst habt, richtig sauer wird und ihr die Liebschaft vergessen könnt. Manch einer wird sagen, es sei ganz wie im echten Leben und man könne es nicht jedem Recht machen. Leider verhindert dieses Feature, dass man alle Nebenstränge abklopfen kann, es sei denn, man spielt das Spiel ein paar mal durch, was angesichts des Zustands des Titels kaum einer wollen wird.
    Eine weitere nette Idee sind die zahlreichen Minispiele, die beim Türöffnen, Schaltkreise unterbinden oder Computerhaken zum Einsatz kommen. Diese häufen sich jedoch stellenweise so sehr, das sie unweigerlich eine Plage werden, sind aber gleichzeitig auch unumgehbar für viele Missionen. Boing!
    Was auch noch erwähnenswert ist, sind die teilweise doch arg unrealistischen Ereignisse, die das Szenario trüben. Mit viel Ausdauer und Munition ist es beispielsweise möglich, mit einer AK einen Panzer in die Luft zu sprengen.
    So was kommt nicht oft vor, aber ihr werdet drüber stolpern.

    Technische Meisterleistung...

    ...im negativen Sinne. Es ist wirklich erstaunlich, wie schwach Alpha Protocol auf der Technikbrust daher kommt. Die Grafik hätte man mit leichten Abstrichen auf der letzten Konsolengeneration präsentieren können, sie strotzt vor Clippingfehlern und Tearing. Die Kollisionsabfrage während der Kämpfe ist schlichtweg nicht ernst zu nehmen. Man schießt aus 2 Metern auf den Kopf eines Gegners und... trifft nicht.
    Auf dem Boden schlagen Kugeln ein, man sucht verzweifelt nach der Quelle und stellt fest, der Gegner steht hinter einem und scheint zu blöd zu treffen.
    Mitten im Kampf hockt sich der Gegner hin und gleitet per crotchwalk hinter die nächste Mauer, ohne auch nur seine Füße zu einmal zu bewegen. Thorton kommt in einem Raum, löst Alarm aus, Feinde erscheinen, schießen zwei mal und laufen dann vor ihm weg. Das alles wirkt fast lächerlich, wenn auch auf eine schräge Art charmant. Nur leider büßt der Titel mit wehenden Fahnen seine Seriosität komplett ein, was angesichts des real angestrebten Handlungsrahmen sehr schade ist.
    Zusammenfassend wirkt das Gesamtpaket so schwach, das schnell über die guten Ideen und die faktisch vorhandenen Stärken hinweg gesehen wird.
    Die englische Vertonung ist gut, das Missionsdesign abwechslungsreich, die Spieldauer geht in Ordnung und Wiederspielwert gibt es auch. Es wäre wünschenswert, das mehr Spieler diesem charmant trashigen Spiel eine Chance geben, um das Fenster für einen Nachfolger offen zu halten. Denn Fundament ist wirklich da.

    Negative Aspekte:
    grafisch übel, hölzerne Animationen, selten dämliche Gegner KI, unfassbar schlechte Kolisionsabfrage, viele Talente schlicht unnütz ( unter anderem Schleichen-->SPIONAGE?!), nervige Minispiele, teils lächerliche Szenarien, wirre Story

    Positive Aspekte:
    Ordentliche Vertonung, nettes Missionsdesign, sehr viel Potenzial (keine Ironie), Wiederspielwert ist gegeben ( wers erträgt)

    Infos zur Spielzeit:
    Yggdrasill16 hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Alpha Protocol
    Alpha Protocol
    Publisher
    Sega
    Developer
    Obsidian Entertainment (US)
    Release
    28.05.2010

    Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von Die Zwerge Release: Die Zwerge EuroVideo Bildprogramm GmbH , King Art
    Cover Packshot von Candle Release: Candle Daedalic Entertainment
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 12/2016 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1010668
Alpha Protocol
Alpha Protocol: Alpha Protocol- Eine Hassliebe - Leser-Test von Yggdrasill16
http://www.gamezone.de/Alpha-Protocol-Spiel-17862/Lesertests/Alpha-Protocol-Alpha-Protocol-Eine-Hassliebe-Leser-Test-von-Yggdrasill16-1010668/
20.03.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2010/06/17947AP_Screenshot_20090803_05_120531145342.jpg
lesertests