Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • America's Secret Operations: Close Conflict - Gähnende Leere - Leser-Test von BigJim

    Für PC-Zocker und Kritiker waren die Billig-Shooter von City Interactive eigentlich immer ein rotes Tuch. Alles begann 2004. Damals kam das erste Terrorist Takedown auf den Markt, ein Military-Shooter, in dessen Spielverlauf sich der Spieler nicht einmal bewegen konnte, sondern sich wie auf Schienen gleitend mit Hilfe stationärer Waffen durch die triste Spielwelt ballerte. Es folgten Titel von ähnlich zweifelhafter oder gar schlechterer Qualität (z.B. Wolfschanze), bis sich mit einzelnen Ego-Shootern wie Sniper: Art of Victory (2007) und Operation Blitzsturm (2008) zumindest technisch (bescheidene) Verbesserungen ausmachen ließen. Dass die Games aus dem Hause City Interactive stets hinter den jeweils gängigen Standards ihrer Zeit zurückblieben, kann nicht völlig überraschen und nur bedingt als Vorwurf verstanden werden. Schließlich handelt es sich hierbei um Produkte, die von Anfang an gezielt fürs Niedrigpreissegment ausgelegt wurden und allein schon von daher nicht mit dem Anspruch antreten, Crysis & Co. zu übertrumpfen. Die Nachfrage nach Billig-Shootern scheint auch zweifellos vorhanden zu sein. Anders wäre es schlecht zu erklären, dass der osteuropäische Entwickler und Publisher ständig neue Spiele dieser Machart auf den Markt wirft. Schlussendlich wollen wir auch nicht alles ablehnen, was von City Interactive kommt. Die Point&Click-Adventures aus jenem Haus erwiesen sich sogar als ganz brauchbar und schnitten in den Augen von Spielern und Testern deutlich besser ab. Relative Bekanntheit erreichte in dem Zusammenhang die "Kunst des Mordens"-Krimireihe, von der bisher schon drei Teile erhältlich sind. Und eine weitere Fortsetzung ist nicht ausgeschlossen.

    Auch das hier behandelte America's Secret Operations: Close Conflict aus dem Jahre 2007 kann als eine Art Fortsetzung verstanden werden. Bereits ein Jahr zuvor brachte City Interactive nämlich America's Secret Operations auf den Markt. Das erschien ebenfalls als Billig-Shooter (Preis bei Verkaufsstart: 9,99 €) und umfasste zehn Singleplayer-Missionen, die uns in entfernte Länder und Regionen, in den Dschungel und zerstörte Städte überall in der Welt führten. Close Conflict versteht sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger jedoch als typischer Multiplayer-Shooter. Die Hintergrundstory ist von daher auch absolut nebensächlich: Wir gehören der Elite-Truppe der Darkrock-Corporation-Söldner an und agieren im Schatten privater Militärkonzerne. Deren Ziel ist die Kontrolle über wichtige Ölproduktionsfabriken und Energiewerke.

    Dem Aufruf, der sich auf der Rückseite der Spielepackung findet ("Kämpfen Sie im Internet gegen 32 andere Spieler und nutzen Sie Geländevorteile aus, damit Sie bei diesem extravaganten Nahkampfgefecht der sichere Sieger sind!"), können wir kaum folgen. Denn die Server sind nahezu inaktiv; erstellen wir selbst einen, fehlt es dennoch an Mitspielern. Klassische Online-Partien scheiden somit aus. Wer gegen menschliche Gegner antreten will, der kann dies bestenfalls über LAN. Insgesamt stehen sechs Klassen/Spezialisierungen zur Auswahl: Kommando, Sniper, Grenadier; Ingenieur, Aufklärer (Kundschafter) und Sanitäter. Fähigkeiten bzw. Ausrüstung variieren entsprechend. So gibt es ein Wiedersehen mit (aus vergleichbaren Titeln) bekannten Infanteriewaffen der Gegenwart. Insgesamt sind es 14 verschiedene Waffen wie die CZ-Pistole, das taktische Markov-Schrotgewehr, das HK 36-Sturmgewehr, die MP7, das Stoner-MG, aber auch Land- und Nährungsminen, Nervengas, Rauch- und Blendgranaten. In der gerade mal achtseitigen Spielanleitung, die der Verpackung beiliegt, werden die einzelnen Waffen und deren Eigenschaften kurz beschrieben. Auswirkungen für den Spieler hat dies während der Partien aber nicht. Die Knarren geben sich alle gleich, klingen oft sehr ähnlich. Unterschiede bezüglich Rückstoß oder Wirkungsweise sind uns ebenfalls nicht groß aufgefallen.

    Da Amerca's Secret Operations: Close Conflict mangels Teilnehmern bzw. Spielern im MP-Modus nicht viel hergibt, macht es eventuell Sinn, auf den Einzelspielerteil auszuweichen. Hier wird uns allerdings keine Kampagne geboten. Vielmehr haben wir es dort mit einem knappen Dutzend Missionen zu tun, die in sich abgeschlossen sind und ursprünglich wohl eher als Training bzw. Vorbereitung auf den Multiplayer gedacht waren. Man durchlebt bzw. durchspielt dann ganz ähnliche Einsätze, wie man sie noch aus dem ersten America's Secret Operations kennt, wobei die Aufträge eher denen eines reinen Mehrspieler-Titels (der Close Conflict ja eigentlich auch ist) gleichen. Passend zum Szenario und der "Story" sind die Schauplätze überwiegend Kernkraftwerke, Öl-Pipelines, aber auch klassische Lokalitäten wie Industriekomplexe, Datenzentren oder Bahnhöfe. Mal müssen wir Angehörige der russischen Mafia in einem Chemiewerk ausschalten (Zeitvorgabe: 5 Minuten), strategische Schlüsselpositionen (sind auf der Karte eingezeichnet) im Bereich eines Zollamtes in der Nähe eines Pazifikhafens einnehmen, feindliche Kräfte mit Handgranaten (in dieser Mission stehen keine Handfeuerwaffen zur Verfügung) bekriegen oder an der Landesgrenze von China mindestens zehn Exekutionen (Nahkampf-Siege) mit einer schallgedämpften Pistole oder mit dem Messer ausführen. Die jeweiligen Auftragsziele werden uns zu Beginn der Missionen per Textfenster angezeigt. Sprecher o.ä. gibt es nicht. Der Spieler ist für mehrere Elite-Einheiten unterwegs, so beispielsweise für die Ranger, die Navy Seals oder die SAS.

    Auf Zwischensequenzen o.ä. wurde gänzlich verzichtet, so dass die Darstellung des Geschehens unterm Strich sehr lieb- und schmucklos ausfällt. Zum drögen Escheinungsbild trägt auch die Grafik bei. Die angewandte Version der Unreal-Engine hatte bereits 2007, zum Veröffentlichungszeitpunkt von America's Secret Operations: Close Conflict, reichlich Staub angesetzt. Überhaupt wirken die KI-gesteuerten Gegenspieler nicht sehr detailreich und hölzern animiert. Der Sound ist unterdurchschnittlich. Die Granaten z.B. klingen weniger nach Explosion, sondern mehr wie geplatzte Luftballons auf einem Kinderfest. Die Steuerung reagiert etwas träge und nicht sehr präzise. Via HUD lassen sich Ergebnisse und der persönliche Status anzeigen. Mit Tastendruck auf "N" schalten wir in die Infrarotsicht, besonders hilfreich vor allem bei dunkleren Abschnitten. Die Karten können als Vollbild (F 12-Taste) aufgerufen werden, was die Orientierung vor allem in den verwinkelteren Abschnitten erleichtet. Je nach Waffe lässt sich per rechter Maustaste Sperrfeuer aktivieren.

    Neben der dürftigen (technischen) Qualität besteht das größte Manko von America's Secret Operations: Close Conflict aber in seinem überzogenen Anspruch, der da lautet, ein Multiplayer-Shooter zu sein. Doch gerade für Mehrspieler-Freaks ist der Titel völlig uninteressant. Es finden sich schlicht keine (menschlichen) Mitspieler. Und sollte sich mal wirklich jemand auf den völlig verwaisten Servern verirrt haben, so sind dies absolute Ausnahmen. Hierin liegt sicherlich einer der Gründe dafür, weshalb ASO: Close Conflict von Spielern und Testern weitgehend unbeachtet blieb. Es darf auch bezweifelt werden, ob der Titel bei Verkaufsstart wesentlich bekannter war und MP-Shooter-Fans in ausreichender Zahl anzog. Close Conflict muss somit unterm Strich als absolut witzloses Produkt, als gänzlich überflüssiges Game angesehen werden. Im Vergleich dazu hatte das erste America's Secret Operations, das sich auf den Singleplayer konzentrierte, noch eher seine Daseinsberechtigung. Close Conflict bietet nur eines: Gähnende Leere.

    Negative Aspekte:
    Dürftige Technik (Grafik, Sound); aufgrund mangelnder Teilnehmerzahlen als Multiplayer-Titel praktisch wertlos.

    Positive Aspekte:
    Einzelspielermissionen (besser als nix).

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    America\'s Secret Operations: Close Conflict

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: BigJim
    1.0
    Multiplayer
    3.0
    Grafik
    4/10
    Steuerung
    6/10
    Sound
    4/10
    Gameplay
    3/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • America's Secret Operations: Close Conflict
    America's Secret Operations: Close Conflict
    Publisher
    City Interactive sp. z o.o. (PL)
    Developer
    City Interactive sp. z o.o. (PL)
    Release
    01.04.2007
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1009809
America's Secret Operations: Close Conflict
America's Secret Operations: Close Conflict - Gähnende Leere - Leser-Test von BigJim
http://www.gamezone.de/Americas-Secret-Operations-Close-Conflict-Spiel-17909/Lesertests/Americas-Secret-Operations-Close-Conflict-Gaehnende-Leere-Leser-Test-von-BigJim-1009809/
16.05.2010
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2010/03/egs1.jpg
lesertests