Angry Birds Trilogy im Test: Was taugt die 30 Euro teure Handyspiel-Adaption auf Xbox 360 und PS3?
TestWie oft wurde Angry Birds mittlerweile heruntergeladen? Es müssten deutlich mehr als 500 Millionen sein. Rovio hat mit den wütenden Flattermännern ein Phänomen erschaffen, das Spin-Offs sowie jede Menge Merchandise hervor gebracht und die Entwickler reich gemacht hat. Xbox 360- und PS3-Spieler durften aber noch nicht ran, was sich nun mit der Angry Birds Trilogy geändert hat, allerdings zu einem vergleichsweise happigen Preis.
Quelle: Rovio
Angry Birds Trilogy: Das erfolgreiche Konzept wandert vom Handy auf die Heimkonsole! (1)
Ein teures Vergnügen?
Angry Birds Trilogy: Das erfolgreiche Konzept wandert vom Handy auf die Heimkonsole! (2)
Eigentlich muss man ja wohl niemandem mehr erklären, wie das Spielprinzip von Angry Birds funktioniert. Wer es nicht kennt, der weiß auch nicht, was Facebook ist. Jedenfalls schleudern wir Vögel mit einer Flitsche auf Schweine, die sich in allerlei Gebilden verschanzt haben. Auf diese Weise ist ein unfassbar süchtig machendes Puzzlespiel entstanden, von dem man einfach nicht loskommt, auch wenn Erfolgsgefühle und Frust nah beieinander liegen, da die Level häufig als unlösbar erscheinen, aber irgendwann geht es dann doch weiter. Die Angry Birds Trilogy liefert uns das klassische Angry Birds, Angry Birds Seasons und Angry Birds Rio. Man bekommt also reichlich Spaß mit Vögeln für viele Stunden.
Allerdings muss man auch satte 30 Euro für die Sammlung auf Disk bezahlen. Auf iOS erhält man das Spiel für einige Cent und auf Android ist es sogar kostenlos, wenn man mit Werbung leben kann. Was rechtfertigt also diesen Preis? Um ehrlich zu sein, nicht viel. Die Videosequenzen sind jetzt toll animiert, die Grafik wurde eher dezent aufgewertet und auch der 5.1 Sound hört sich gut an. Doch das war es fast schon, außer dass nun 19 Bonus-Level an Bord sind und einige andere Extras wie Galerien. Bei ca. 700 Leveln, die man ohnehin schon auf der Disk wieder findet, ist das aber eher zu vernachlässigen und rechtfertigt keinesfalls diesen Aufpreis. Und irgendwie hätte man daraus auch ein günstiges XBLA- und PSN-Spiel machen können. Aber Download-Verweigerer wird dieser Schritt freuen.
Gamepady hui, Kinect Pfui, Move geht so
Quelle: Rovio
Angry Birds Trilogy: Das erfolgreiche Konzept wandert vom Handy auf die Heimkonsole! (3)
Die Steuerung mit dem Gamepad funktioniert sehr präzise und gefällt mir im Prinzip fast noch besser als das Rumgewische auf dem Touchscreen. Man kann wunderbar auf das komplette Geschehen heraus zoomen und mit dem linken Analogstick den Abflugwinkel bestimmen. Die Ladezeiten sind kurz und technische Mängel gibt es nicht. Wahlweise darf man auf der Xbox 360 Kinect benutzen, doch das ist nicht halb so genau wie das Gamepad und irgendwie auch total sinnlos umgesetzt. PlayStation Move funktioniert zwar besser, aber das Gamepad bleibt die beste Wahl.
Und ja, die Angry Birds Trilogy macht wie gewohnt total süchtig, auch wenn man die eine oder andere Version schon auf mobilen Geräten gespielt hat. Schade ist nur, dass Angry Birds Space nicht dabei ist. Das hätte den Preis vielleicht etwas mehr gerechtfertigt. Sich bei einem Spiel über den Preis von knapp 30 Euro zu beschweren, obwohl es Spaß für Wochen liefern kann, ist zwar auf den ersten Blick sehr merkwürdig, aber das Ganze existiert nun mal auch in deutlich günstigerer Form. Letztendlich ist es also auch nicht unbedingt leicht, eine Kaufempfehlung auszusprechen, zumindest wenn man ein mobiles Gerät hat, aber ignoriert man diese 30 Euro, dann ist die Angry Birds Trilogy ein absolut geniales Stück Vogel-Software.
