Anno 1404: Venedig im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Im ersten Addon zu unserem Strategiespiel des Jahres 2009 können endlich auch Mehrspieler via LAN oder Internet ran.

Venedig ist die Stadt der Liebe aber auch der stinkenden Kanäle und stehenden Gewässer. Was heute Revier von Touristenneppern und Trickspielern ist, war früher der Mittelpunkt eines mächtigen Reiches und eine Seestreitkraft, die es mit den ganz Großen aufnehmen konnte. Nach nunmehr knappen sieben Monaten bringt Related Designs nun das langerwartete Addon zu unserem "Besten Strategiespiel des Jahres 2009" - Anno 1404, und das spielt genau dort. Mitunter erstmals dabei: Der Multiplayer-Modus, der Annospielern schon so oft versprochen war, aber irgendwie nie in ansprechender Form integriert wurde.

Anno 1404: Venedig Anno 1404: Venedig Wenn man zurückblickt, scheint Anno 1404 ein wahrlich perfektes Spiel zu sein. Im Gamezone-Test schnitt das Programm mit satten 8,8 Punkten und einem Gold-Award ab, im deutschen Durchschnitt bekam es sogar 9,0 Punkte. Dazu noch unser Gamezone "Game of the Year" Award in der Kategorie Strategiespiele... Respekt! Aber eins fehlte dem Titel damals wie heute: Ein funktionierender Multiplayer-Modus. Gut, es gab eine Online-Bestenliste, aber die war auch nur behelfsmäßig. Nun kann man endlich auch in den Genuss kommen, mit mehreren Mitspielern die Welt zu bewuseln und sich gegenseitig kräftig einzuheizen. Mit bis zu acht Teilnehmern kann man fortan via Internet oder im lokalen Netzwerk spielen und braucht dafür nicht mehr als einen Ubi.com-Account (zumindest online, das neue DRM-System kommt nicht zum Einsatz).

Zusammen oder gegeneinander - Wuseln im Netz

Anno 1404: Venedig Anno 1404: Venedig Weil wir ja schon wahre Anno-Meister sind, starten wir direkt in den Multiplayer durch und lassen die Kampagnen und Singleplayer-Tutorials vorerst mal links liegen. In einer sehr genretypischen Online-Lobby kann man sich hier passende Patches zurechtsuchen oder direkt gegen Freunde antreten. Bis zu vier Fraktionen treten da gegeneinander in den verschiedensten Mehrspielermodi gegeneinander an... Moment? Nun doch vier Spieler? Nunja - es können höchstens vier Charaktere auf einer Map antreten, eine Fraktion aber sehr wohl auch im Ko-Op mit bis zu drei Andren gespielt werden. Dadurch ergeben sich taktisch ganz neue Welten. So können Militärstrategen sich auf das konzentrieren, was ihnen liegt, während sich ein anderer Spieler etwa um die gemeinsame Wirtschaft kümmern kann. Dieses geteilte Gameplay weiß sehr gut zu gefallen und ermöglicht es, sich nur dem zu widmen, an dem man auch Spaß hat.

Anno 1404: Venedig Anno 1404: Venedig Natürlich macht es aber auch genauso viel Spaß, sich einfach gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Der Kampf mit den KI-Gegnern, so klug sie auch sein mögen, ist nun mal einfach nicht mit dem Ringen als bester Aufbaustratege mit einem menschlichen Mitspieler zu vergleichen. Der Spielleiter und alle Spieler bekommen vor der Partie alle Einstellungen aufgelistet und können schon in der Gruppierungsphase chatten. Stoff für Diskussionen gibt es jedenfalls genug: Ob man nun mit 50.000 oder nur 20.000 Gold startet, Pest, Feuer und die neuen Katastrophen an oder aus sind oder auch die Größe von Inseln und der Gesamtkarte, alles kann der Spielleiter selbst einstellen und dadurch noch mehr Abwechslung und den exakt angepassten Schwierigkeitsgrad ins Spiel bringen. Im Gegensatz zu NPC-Gegnern zieht die Schwierigkeitsstufe übrigens schnell an: Im Zweifelsfall sehen die Gegner nämlich alles und beobachten einen mit Argusaugen.

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