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  • Armed Assault im Gamezone-Test

    Eine riesige Spielwelt, ein beachtlicher Umfang und enorme Handlungsfreiheit sowie leider auch deutliche KI-Aussetzer.

    "Und was dich angeht, Leben, so sehe ich Dich als ein Überbleibsel vieler Tode. Sicher bin auch ich schon zehntausend Male gestorben."
    Walt Whitman, US-amerikanischer Schriftsteller (1819-1892)

    Als im Sommer 2001 Codemasters Operation Flashpoint - Cold War Crisis auf den Markt kam, hielt man den Titel eigentlich nur für einen Shooter unter vielen. Doch der unscheinbare Neuzugang entpuppte sich schon bald als Überraschungserfolg. Kritiker und Spieler erkannten schnell das Potential und erklärten OFP rasch zur Referenz des damals noch relativ unverbrauchten Genres der Taktik-Shooter. Flashpoint wurde vor allem in Deutschland ein Hit. Die Kombination aus spannender Action, anspruchsvollem Gameplay und realitätsnaher Kriegssimulation, die sich deutlich von den üblichen Baller-Spielchen abhob, kam an und machte Operation Flashpoint zu dem, was es bis heute ist: Eine Kategorie für sich. Ein OFP 2, ein offizieller Nachfolger ist nie erschienen, wohl aber ein inoffizieller. Dieser erschien am 30. November. Sein Titel: Armed Assault.

    Schlachtfeld Sahrani

    Armed Assault Armed Assault Eine imaginäre Insel irgendwo im Atlantischen Ozean. Eigentlich das ideale Plätzchen für einen Jahresurlaub mit Kind und Kegel. Doch die Gemütlichkeit ist nur vordergründig. Denn die Insel ist zweigeteilt. Im Norden (reich an Nadelwäldern) herrscht ein kommunistischer Diktator, im Süden (hübscher Palmenwuchs) eine pro-westliche Monarchie. Die Sonne scheint den ganzen Tag, das kann ja auf Dauer nicht gut gehen. Es kommt, wie es kommen muß: Der kommunistische Norden greift den Süden an. Wir gehören zu den ersten, die's erfahren. Denn wir sind Angehöriger eines kleinen Kontigents von US-Soldaten, die ursprünglich nach Sahrani abkommandiert wurden, um die Ausbildung der Monarchen-Truppe zu unterstützen, damit aus den Hampelmännern mal brauchbare Kämpfer werden. Gerade ist unser Trupp auf einer Routine-Patrouille, als man uns per Funk ins Inselstädtchen Ortego befehligt. Dort ballern einige Nord-Soldaten in den Straßen rum. Der kommunistische Angriff hat begonnen. Tun können wir in dem Fall nicht viel. Denn kurz nach unserer Ankunft rollen die Rotarmisten bereits mit ihren Panzern an. Da bleibt nur noch der rasche Rückzug.

    Armed Assault Armed Assault Kernstück von Armed Assault ist die umfangreiche Singleplayer-Kampagne. Diese unterteilt sich in Haupt- und Nebenmissionen, von jeweils ca. 30-60 Minuten Dauer. Die Erledigung der beiden angebotenen Nebenmissionen, bei der wir uns jeweils für eine entscheiden müssen, ist nicht zwingend erforderlich, aber ratsam, gibt sie uns doch die Möglichkeit, den Gegner bereits im Vorfeld der Hauptmissionen zu schwächen. So erhalten wir gleich zu Beginn des Spiels die Gelegenheit, einen motorisierten Infanteriezug von einem Turm aus per Scharfschützengewehr in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Das ist praktisch, denn dann hat man in der anschließenden Hauptmission schon mal ein paar Rote Socken weniger am Hals. Knüppelhart sind die späteren Einsätze aber trotzdem noch, selbst auf dem niedrigsten der zwei einstellbaren Schwierigkeitsgrade (Rekrut/Veteran). Denn in Armed Assault stirbt der Spieler mehr als nur einmal. Versprochen.

    Abwechselungsreiche Missionen

    Armed Assault Armed Assault Viele Missionsziele entsprechen auftragsmäßig und spielerisch denen des Quasi-Vorläufers Operation Flashpoint. So müssen wir Konvois zerschlagen, feindliche Stützpunkte infiltrieren, Panzer sabotieren, Brücken in die Luft jagen oder bestimmte Zielpersonen - in Armed Assault ist dies im weiteren Spielverlauf z.B. ein gegnerischer Major - um die Ecke bringen. Größer angelegte Feldschlachten auf weitem Terrain oder an der Küste wechseln sich ab mit Einzelkämpfereinsätzen, bei denen man ganz auf sich alleine gestellt ist und wir uns einzig auf eine schallgedämpfte Pistole und die eigenen Fähigkeiten verlassen dürfen. Einige Situationen sind ausgesprochen temporeich, dann wieder liegen wir minutenlang irgendwo auf der Lauer und es passiert...nichts. Auch müssen wir oftmals lange Wegstrecken zurücklegen. Sahrani ist mit 400 Quadratkilometern weitaus größer als die OFP-Inseln Everon, Malden und Kolgujev zusammen. Leider gibt es keine Hauptcharaktere - in Flashpoint waren dies David Amstrong, Robert Hammer, James Gastovski und Sam Nicholls -, in deren Rolle man schlüpfen könnte. In Armed Assault ist man nur ein x-beliebiger Soldat, der mit zunehmendem Spielfortschritt allerdings an Verantwortung gewinnt und später auch einen eigenen Trupp führen darf. Dennoch bleibt der Spieler als Persönlichkeit ziemlich unbedeutend, erscheint mehr als Rad im Getriebe einer anonymen Militärmaschinerie, denn als Hauptfigur. Die Story wird in erster Linie durch Zwischensequenzen zusammengehalten. Eine Nachrichtensprecherin vom US-Sender AAN World News hält uns stets auf dem Laufenden. Sie ist übrigens die Einzige, die Deutsch spricht. Sonst wird in bestem Englisch gesprochen, bei Bedarf mit deutschem Untertitel.

    Für Abwechselung sorgt zudem der riesige Fuhrpark. Über dreißig Vehikel lassen sich verwenden. Angefangen vom Schlauchboot über den schweren Kampfpanzer M1A1 Abrams bis hin zum Helikopter. Die Panzer- bzw. Panzerabwehrschlachten auf freiem Feld gehören zu den aufregendsten Momenten des Spiels. Uns steht ferner ein umfangreiches Arsenal an Handfeuerwaffen, Minen usw. zur Verfügung.

    Tödlicher Realismus

    Armed Assault Armed Assault Für Armed Assault sollte man Zeit mitbringen. Und Geduld, viel Geduld. Denn über weite Strecken ist der Titel mehr Kampftruppensimulation als Shooter. Krieg wird nicht glorifiziert oder auf die leichte Schulter genommen. Es gibt keine strahlenden Helden, keinen Hurra-Patriotismus, keine Supermänner, die selbst nach den zehnten Treffer noch munter durch die Gegend hechten. Armed Assault stellt den Krieg so dar, wie er wohl auch vom Großteil der einfachen Soldaten erlebt wird: nervenaufreibend, erbarmungslos - und nicht selten tödlich. Wird die Spielfigur in die Beine getroffen, kann sie sich nur noch kriechend fortbewegen. Schwerere Verwundungen oder körperliche Überanstrengung führen zu einem Zittern der Hände, was das Zielen und Treffen mit der Waffe enorm erschwert. Während des Laufens können nur unkontrollierte Feuerstöße, aber keine gezielten Schüsse abgegeben werden. Eine unüberlegte Handlung, ein zu leichtsinniges Vorgehen führt fast immer zu einem vorschnellen Ableben. Abgesehen vom Endzeit-Shooter Iron Storm und dem Quasi-Vorgänger Operation Flashpoint wird in kaum einem anderen Spiel so häufig und so rasch gestorben wie in Armed Assault. Hinter jeder Häuserecke, jedem Strauch, jedem Felsvorsprung lauert der Tod. Oft genügt bereits eine einzige Feindeskugel, um den virtuellen Löffel zu reichen. Dies dürfte bei Fans schnörkelloser Baller-Action schnell zu Frust führen, macht jedoch auf der anderen Seite jenen Anspruch aus, mit dem Freunde fordernder Taktik-Shooter an einen solchen Titel herantreten. Ein Positivum: Zwar lässt sich in Armed Assault ähnlich wie einst in Operation Flashpoint nur einmal pro Mission schnellspeichern. Doch kann man den Speicherplatz neuerdings beliebig oft überschreiben, womit Quicksave jederzeit möglich ist.

    Armed Assault Armed Assault "MG-Schütze 100 Meter auf 1 Uhr!" - "Halten Stellung!" - "Oh, nein...2...ist am Boden" - "Übernehme Kommando... wiederhole: Übernehme Kommando!"... Da ist es wieder, das alte Operation Flashpoint-Feeling, das den Spieler voll in seinen Bann reißt und in ihm den Eindruck entstehen lässt, selbst Teil des Geschehens zu sein. Unser Camp wird angegriffen. Vor uns schlägt eine Panzergranate ein, tötet in Sekundenschnelle die Hälfte des gesamten Trupps. Überall Leichen. Doch das war erst der Vorgeschmack. Im Schutz einers bedrohlich klingenden Kettenfahrzeuges können wir knapp zwanzig feindliche Infanteristen erkennen, die aus einem Waldabschnitt kommend auf unsere Stellung zustürmen. Ein geordneter Rückzug ist nicht mehr möglich. Kämpften die US-Soldaten anfangs noch in Formation, so herrscht jetzt nur noch das totale Chaos. Wir klemmen uns hinter ein stationäres MG, erwidern das Feuer, treffen vielleicht zwei oder drei Angreifer, doch zwingt uns der starke Beschuß schnell wieder in Deckung. Schießen ist - wenn überhaupt - nur noch kriechend möglich, wer sich aufrecht bewegt, die Nase zu weit raustreckt, verliert diese umgehend im Kugelhagel. Mit Hilfe eines Scharfschützengewehrs lassen sich zwei weitere Feinde aus sicherer Entfernung ausschalten. Dann erwischt es auch uns. Ein Treffer irgendwo in der Armgegend. Blut spritzt gegen das Visier meines Zielfernrohrs. Ich kann nicht mehr alles erkennen, nicht mehr vernünfig anlegen, der Lauf wackelt zu stark. Trotzdem gelingt es unserem Team, den Angriff abzuwehren. Leider ist die Erleichterung nur von kurzer Dauer. Kaum haben wir Luft zum Atmen geholt, unsere Wunden durch einen herbeieilenden Sanitäter heilen lassen, da setzten die Feindes-Truppen zu einer erneuten Anriffswelle an. Wie schon in Operation Flashpoint ist der Gegner stets in der Überzahl. Um in den Einsätzen überleben zu können, benötigt man daher neben taktischem Gespür oftmals auch eine gehörige Portion Glück. Und man wünscht sich, nie selbst einen Krieg erleben zu müssen.

  • Armed Assault
    Armed Assault
    Publisher
    Morphicon
    Developer
    Bohemia Interactive Studio
    Release
    30.11.2006

    Aktuelle Action-Spiele Releases

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991106
Armed Assault
Armed Assault im Gamezone-Test
Eine riesige Spielwelt, ein beachtlicher Umfang und enorme Handlungsfreiheit sowie leider auch deutliche KI-Aussetzer.
http://www.gamezone.de/Armed-Assault-Spiel-18165/Tests/Armed-Assault-im-Gamezone-Test-991106/
18.12.2006
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2006/12/arma_screenshot_2006_10.jpg
tests