Ein Kartenspiel im Assassin's Creed Universum, das soll gut gehen? Prinzipiell ja, aber ...
Hecktisches Treiben auf dem iPad
Assassin's Creed: Recollection
Prinzipiell klingt das alles nun deutlich komplizierter, als es sich tatsächlich spielt. Dank eines guten (englischen) Tutorials erlernt man die Grundkenntnisse dieses Kartenspiels recht schnell und kann sich auch in den ersten Missionen ohne weiteres behaupten. Auch die Handhabe ist auf den Touchscreen ordentlich und macht keinerlei Mucken. Umso weiter man aber kommt, umso stärker werden auch die Gegner bzw. deren eigenen Kartendecks. Zudem sollte man erwähnen, dass es sich hier um absolut kein Runden-basierendes Kartenspiel handelt. Beständig tickt die Uhr und beide Kontrahenten spielen zeitgleich ihre Favoriten aus. Doch bevor man irgendwelche Karten benutzen kann, muss das entsprechende Gold parat liegen, welches pro Zeiteinheit auf unser Konto wandert. Somit ist sowohl jeder Einsatz einer Karte, als auch dessen Wert entscheidend für den weiteren Verlauf. Spielen wir eine teure Karte, die sehr effektiv ist, auf die wir aber viele Runden warten und solange nichts anderes neues machen können, oder bestreiten wir den Konflikt mit vielen und billigen Karten?
Assassin's Creed: Recollection
Auch der Einsatz der unterschiedlichen Kampfeinheiten sowie Bauten ist an den Tagesablauf gebunden. Jeder aktivierte Soldat im Hauptquartier benötigt eine Regenerationszeit eines halben Tages, bevor dieser in einer der Territorien für die eigene Vorherrschaft kämpfen kann. Eingesetzte Bauten benötigen ebenfalls einen halben Tag, bis sie vollständig im Reich errichtet wurden und um die Gunst der Bürger werben. Derweil bekommt man nur einmal pro Tag entsprechende Punkte pro Territorium und den Bauten gutgeschrieben und der Gegner hat stets die Chance, eigene Karten auszuspielen und uns somit den Trumpf aus der Hand zu nehmen! Das Treiben des Gegners müssen wir also stets im Auge behalten, um den Überblick über die drei Felder nicht zu verlieren. Während man zu Beginn sicherlich häufig Gebrauch von den möglichen Zeitsprüngen macht, artet der Konflikt in den späteren Missionen in ein hektisches Treiben aus, wo nicht einmal eine Pausenfunktion Luft verschafft. Letztendlich kommt es aber nicht nur auf Geschwindigkeit an. Taktik und Strategie ist ebenfalls gefragt und Recollection offenbart mit der Zeit und den neuen Karten ein richtig intensives und tiefgründiges Spielsystem, was sich durchaus sehen lässt.
Das Ende des Kampfes
Assassin's Creed: Recollection
Damit dürfte auch vollkommen klar sein, dass es wie bei jedem anderen Kartenspiel auf das Deck ankommt, mit welchem der Kampf bestritten wird. Insgesamt gibt es derzeit knapp über 280 unterschiedliche Karten, welche sich zu einem Deck zusammen fassen lassen. Sehr schön auch die Möglichkeit, verschiedene Decks anzulegen. Somit kann man sich auf unterschiedliche Situationen vorbereiten und entsprechende Strategien erstellen. Besonders viele Karten stehen uns zu Beginn aber nicht zur Verfügung und man muss sich daher neue Booster-Packs im Shop besorgen.
Assassin's Creed: Recollection
Und genau hier liegt der Hund begraben! Das Spiel wird schon nach wenigen Missionen unglaublich schwer und man verzweifelt schier an den etlichen Niederlagen, die ein jeder unweigerlich erleidet. Entweder lässt der Gegner eine Flut an Spezialkarten auf unsere Soldaten los, oder schickt eigene Figuren ins Rennen, die teils nach nur zwei Einsätzen ein Territorium komplett für sich entscheiden können! Klingt unfair? Ist es auch! Sprich neue Karten und Booster-Packs müssen definitiv her, doch hier beginnt der Teufelskreis. Dazu werden Animus Credits benötigt. Diese erhält man einmalig für erfolgreich absolvierte Missionen der Kampagne und neuerdings auch in Onlineduellen. Wenn wir aber keine neuen Missionen mehr gewinnen, ergattert wir auch keine Animus Credits und können somit keine neuen Karten im Shop erwerben. Auch Online muss ein Sieg her, was gegenüber Spieler mit ordentlich Erfahrung und ebenfalls superben Decks kaum möglich ist. Es bleibt unausweichlich die vom bitteren Beigeschmack begleitete Erscheinung der In-App-Käufe. Denn Ubisoft hat diesen Umstand natürlich bedacht und bietet für nicht gerade kleines Geld die spielinterne Währung im Store an und zieht euch dabei das Geld aus der Tasche. Wer vor allem schnell Erfolg haben will, muss zugreifen. Alle anderen sehen sich mit einer schier unmöglich machbaren Situation konfrontiert und fluchen!
