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  • Asterix: Asterix, was haben sie dir nur angetan? - Leser-Test von DarkEnel

    In der Zeit, als das Super Nintendo mit seinem Vorgänger, dem NES, in Co-Existenz lebte, gab es oftmals, ähnlich wie heute bei PS3 und PS2 Spielen, leicht unterschiedliche Versionen des gleichen Spiels auf beiden Systemen, wobei die NES-Versionen natürlich, hauptsächlich auf der technischen Seite, etwas kürzer treten mussten.
    Asterix auf dem NES fand ich damals ziemlich spaßig, und auch die Grafik konnte sich für die alte 8-Bit-Konsole sehen lassen.
    Dennoch sollte man meinen, dass die SNES-Version durch die bessere Hardware, welche mehr Umfang und deutlich schönere Grafiken ermöglichen, dem NES-Spiel überlegen sein sollte, doch diese Rechnung muss nicht immer aufgehen...

    Handlung

    Die Filme oder Comics von Asterix sollten wohl den meisten bekannt sein, wenn nicht, gebe ich hier eine kurze Einführung:
    Im Jahr 50 vor Christus ist fast ganz Gallien von den Römern besetzt worden und nur ein kleines Dorf widersetzt sich erfolgreich der stetigen Belagerung. Das verdanken sie in erster Linie einen Zaubertrank, den nur ihr Druide Miraculix herstellen kann und sie für kurze Zeit nahezu unbesiegbar macht. Asterix, zwar von recht kleiner Statur, ist der beste Krieger des Dorfes, sein Freund Obelix ist als kleines Kind in einen Kessel voller Zaubertrank gefallen, was eine permanente Kraft-Wirkung zur Folge hatte.

    Im Spiel haben es die Römer tatsächlich geschafft, den schlafenden Obelix zu entführen und sind mit ihm auf den Weg zurück nach Rom. Als diese Nachricht das Dorf erreicht, wird Asterix losgeschickt, um Obelix zu finden und zurückzuholen.

    Spielprinzip

    Der Spieler steuert Asterix in einem typischen 2D Platformer, eine Schlagattacke hält ihm die meisten Feinde vom Leib, auch wenn manche von ihnen mehrere Treffer einstecken und andere gar nicht besiegt werden können. Sein Weg führt durch die Wälder Galliens, ins frostige Gebirge, durch dunkle Höhlen, zu den Pyramiden in Ägypten, an die Küste Griechenlands und letztendlich natürlich auch nach Rom.
    Jedes Gebiet ist in fünf bis sieben Level unterteilt, welche sich wiederum ebenfalls in mehrere Abschnitte unterteilen können.
    Anfangs hat man die Wahl zwischen drei Schwierigkeitsgraden: "leicht", "mittel" und "schwer", welche das Gegneraufkommen und das Zeitlimit pro Level im Spiel regulieren.
    Für Abwechlung sorgen Schwimmpassagen, Scroll-Level und Fahrten auf einem Schienenwagen.
    Auf seiner langen Reise kann Asterix außerdem jede Menge Boni einsammeln, die ihm das (oder vielmehr die) Leben vereinfachen. Zunächst haben wir Sesterzen, also römische Münzen, von denen jeweils 100 Stück ein Extraleben bringen. Eine Sichel gibt ganze zehn Sesterzen (nicht 25, wie in der Anleitung behauptet wird) und ein Lorbeerkranz beschert dem kleinen Gallier sogar direkt einen Extraversuch. Keulen oder Wildschweinbraten geben dem Helden einen weiteren Lebenspunkt, wobei immer mit drei Lebenspunkten gestartet wird und man maximal fünf erreichen kann. Die Harfe ruft Troubadix herbei, dessen Gesang sämtliche Gegner kurzzeitig lämt, und ein Knochen lockt den kleinen Hund Idefix an, der sich sofort mutig auf den nächstgelegenen Römer stürzt!
    Natürlich darf in einem Asterix-Spiel auch der Zaubertrank nicht fehlen, denn dieser macht für kurze Zeit unverwundbar. Außerdem gibt es noch einen grünen Trank, mit dem unser Held ein wenig fliegen kann, solange die Wirkung anhält.
    Einige Gegenstände liegen auch nicht nur frei rum, sondern sind in Blöcken versteckt, die Asterix zerschlagen kann. Manche davon lösen auch Ereignisse, wie das Auftauchen neuer Plattformen aus.
    Für besiegte Gegner und Sesterzen gibt es Punkte, wobei diese nicht nur für den Highscore gut sind (eine Highscoreliste gibt es eh nicht), sondern auch ab einer bestimmten Punktezahl weitere Continues einbringen. Hat der Spieler alle Continues und Leben verbraucht, ist das Spiel zu Ende und muss wieder von vorne angefangen werden.
    Außerdem gibt es noch einen 2-Spieler-Modus, dieser ist allerdings kaum der Rede wert, im Endeffekt wechseln sich zwei Spieler immer wieder ab, sobald der andere ein Level beendet oder ein Leben verloren hat. Man spielt also quasi das Spiel zweimal parallel und ehrlich gesagt ist es bei so etwas sinniger, sich im Einspielermodus einfach abzuwechseln.

    Grafik

    Kurzum, die Grafik sieht für ein SNES-Spiel einfach furchtbar aus! Die Spielfigur ist zu klein, die Hintergründe wirken trostlos und auch das Leveldesign ist alles andere als eine Augenweide. Die ewig gleichen Höhlen am Anfang des Spiels, selbst der Wald scheint nur aus drei Farben zu bestehen, einzig die Pyramidenlevel in Ägypten weisen einen gewissen Detailgrad auf und sind recht ansehnlich.
    Dann gibt es noch die äußerst sparsam animierten Gegner, welche nichtmal bei einem Treffer die Miene verziehen. Gleiches gilt übrigens auch für Asterix, der blinkt nur kurz auf, wenn er getroffen wurde, ansonsten ist von ihm keine Reaktion (außer gelegentliches Blinzeln) zu erwarten. Zuletzt wäre da noch der wohl geordnetste Schneefall in der Geschichte der Videospiele!
    Es ist kaum zu glauben, wie wenig sich das Spiel grafisch von seinem NES-Kollegen abhebt und für ein Spiel von 1993 sollte man wirklich mehr erwarten können.

    Sound

    Die Musik des Spiels ist sehr durchwachsen. Einige der späteren Stücke des Spiels, beispielsweise das Thema in Rom, welches an einer Stelle stark an die 20th Century Fox-Melodie erinnert, klingen ganz ordentlich, doch insbesondere am Anfang des Spiels ist das Gedudel, was aus den Boxen erklingt, ziemlich nervig.
    Die Soundeffekte sind ganz okay, hätten aber ruhig mehr sein können, beispielsweise ein paar Laute der Charaktere, wenn sie getroffen wurden.

    Steuerung

    Die Steuerung ist ein wenig schwammig geraten, insbesondere "rutscht" der Held (auch außerhalb der Schneelevel) noch ein ganzes Stück weiter, nachdem man die Richtungstaste loslässt, was einige Sprungpassagen unnötig schwierig oder gar frustrierend werden lässt. Asterix springt auf Befehl des B Knopfes, um schneller zu laufen muss der Y-Knopf gedrückt bleiben, geschlagen wird mit A. Meiner Meinung nach ist das ein wenig umständlich, ein Knopf für schnelles Laufen und Schlagen hätte gereicht, immerhin funktioniert das so ähnlich auch bei Mario und seinen Feuerbällen. Mit den Schultertasten lässt sich die Kamera etwas nach links und rechts lenken, um einen besseren Überblick zu erhalten. Allerdings habe ich noch kein 2D-JumpnRun gesehen, bei dem man die Kamera so oft justieren musste wie hier, irgendwie scheint sie nie weit genug Asterix zu folgen.
    Mit etwas Übung funktioniert die reguläre Steuerung aber ganz gut, was auch an den ziemlich langsamen Sprungphasen liegen kann, welche recht viel Zeit zum justieren lassen. Auch Schwimmen und fliegen klappt ordentlich, einzig die Wagensteuerung, welche einfach unfassbar träge ist, sorgt immer wieder für Frust.

    Höhen und Tiefen

    Fangen wir zunächst mit der Story an. Wer sich auch nur ein wenig mit den Comics auskennt oder einen der Filme gesehen hat wird erkennen, dass die ganze Geschichte mit dem entführten Obelix ein ziemlicher, an den Haaren herbeigezogener, Schwachsinn ist. Selbst Häuptling Majestix bemitleidet eher die Löwen, denen Obelix zum Fraß vorgeworfen werden soll... Okay, Obelix mitzunehmen, wenn er schläft wird wohl kaum ein Problem gewesen sein, aber sollte er nicht in der Lage sein, sich selbst zu befreien, sobald er aufwacht? Immerhin legen die Römer eine ziemlich weite Strecke, einschließlich eines "kurzen" Abstechers nach Ägypten zurück, selbst in den Filmen hat so eine Reise mehrere Tage gedauert. Sollte Obelix da nicht irgendwann einmal aufwachen?
    Apropos Abstecher: Warum machen die Römer so einen Umweg, immerhin haben sie einen der mächtigen Gallier gefangen, eine Übergabe nach Rom sollte da wohl oberste Priorität haben, oder?
    Und wenn wir gerade so schön dabei sind, auf der Logik des Spiels rumzutrampeln: Am Ende jedes Kapitels, also jedes Landes, trifft man eine Figur aus dem Asterix-Universum, an der Grenze von Gallien beispielsweise Falbala (auch wenn man sich schon hier fragen kann, wie sie es geschafft hat, sich den Weg dorthin durchzuschlagen, wenn selbst Asterix dabei Probleme hat) oder Kumerobis in Ägypten. Aber was bitte macht der Druide Miraculix in Griechenland? Wird er in seinem Dorf nicht dringender zum Zaubertrankbrauen gebraucht? Davon mal abgesehen macht Asterix offenbar einen miserablen Job, um Obelix zurückzuholen wenn selbst der alte Druide schneller ist als er, weshalb steuert man nicht gleich Miraculix?
    Okay, selbstverständlich bewerte ich kein JumpnRun aufgrund seiner Story oder Logikfehler, aber meiner Meinung nach gibt diese lieblos erdachte Handlung ganz gut wieder, wieviel Mühe die Entwickler für das gesamte Spiel aufgebracht haben.
    Doch kommen wir nun zu den besseren Aspekten des Spiels:
    Zunächst einmal war es eine ganz nette Idee, ab dem Zweitem Kapitel jedem Land ein kurzes Textintro zu spendieren, welches eine kleine Einleitung der Gegner oder Landschaften bietet (auch wenn sich die Textfarbe manchmal extrem mit dem Hintergrund beißt).
    Zwar ist die Grafik größtenteils wirklich nicht ansprechend, dennoch gibt es einige nette Animationen, zum Beispiel wie Idefix sich gegen die Römer zur Wehr setzt sieht ganz witzig aus, und auch wenn ich mich oben ein wenig lustig über den Schneefall gemacht habe, immerhin hat das Spiel zumindest Wettereffekte!
    Ziemlich gut ist auch die Idee des Pyramidenlevels, welches wie ein Labyrinth aufgebaut ist. Hier gibt es oftmals mehrere Ausgänge, doch nur einer führt tatsächlich in den nächsten Abschnitt, die anderen wieder zum Anfang. Dabei kann es auch mal recht knifflig sein, den richtigen Ausgang zu finden!
    Außerdem bietet das Spiel mit den Schwimm-, Flug- und Wageneinlagen auch etwas Abwechslung.
    Allerdings muss Abwechslung nicht immer was Gutes verheißen, wenn die Abschnitte nicht vernünftig ins Spiel eingebaut wurden. Während Schwimmen und Fliegen noch recht leicht von der Hand geht, sind die Wagenabschnitte alles andere als eine Freude. Wie gesagt bewegt sich der Wagen so träge fort wie ein U-Boot. Er fährt äußerst langsam an, ist er allerdings einmal in Fahrt, lässt sich das Vehikel kaum noch stoppen. Und hier liegt das größte Problem dieser Level: Man würde gerne jederzeit mit voller Fahrt losdüsen, allerdings läuft der Spieler dann Gefahr, in allerlei Gegner und Hindernisse hineinzurasen, welche nur äußerst schwer auszuweichen oder abzuwehren sind. Das hat dann meist zur Folge, dass sich Asterix nur sehr langsam und vorsichtig fortbewegt, insbesondere wenn er nur noch einen Lebenspunkt übrig hat. Dies vermindert nicht nur den Spaß, sondern lässt Asterix an vielen Steigungen öfters erneut Anlauf nehmen, wenn die Geschwindigkeit wieder nicht ausreicht. Okay, der Fairnis halber sei noch gesagt, dass zumindest der erste Wagenlevel in Rom noch recht spaßig ist, was allerdings auch daran liegen könnte, dass er nicht besonders lang ausfällt... Interessant ist auch, dass die Wagenlevel in Rom wie Achterbahnen aussehen und dazu noch Zirkusmusik ertönt! Tobt etwa gerade ein Jahrmarkt, zur Feier der Gefangennahme von Obelix, in Rom?
    Kommen wir nun zu den Scrollleveln: Diese finden sich in fast jedem 2D-JumpnRun und sind schon aus Prinzip bei den meisten Spielern nicht allzu beliebt. Meiner Meinung nach sind diese Level vom Aufbau her schon fast die stärksten Abschnitte des Spiels. Doch was passiert in eigentlich jedem anderen Scrolllevel, sofern der Spieler nicht unbedingt von irgendwas verfolgt wird, sobald die Spielfigur den linken Bildschirmrand berührt? Klar, sie wird einfach weitergeschoben und erst wenn der Spieler so unachtsam ist und die Figur von irgendwelchen Hindernissen "zerquetscht" wird, verliert man ein Leben, oder? Aber nicht so bei Asteris! Hier führt jede Berührung mit dem linken Bildschirmrand, und zwar bei allen Scrollleveln, zum sofortigen Lebensverlust!
    Und reden wir mal allgemein über das Leveldesign: Einige Passagen sind ganz gut gelungen, beispielsweise der Ritt auf dem Rücken eines Wildschweins oder auf einem rollenden Stein, um Stacheln oder Dornenbüsche zu überwinden. Andere Stellen sind dafür einfach nur dämlich gestaltet worden, beispielsweise eine recht weitläufige Höhle, in der man mit einem sehr einfachen Trick, den jeder Spieler quasi auf Anhieb rausfinden kann, schon nach ein paar Sekunden den Ausgang findet.
    Davon mal abgesehen macht einen die Spielgrafik generell zu schaffen, denn oftmals ist nicht klar, was zum Vorder- oder Hintergrund gehört. So ist ein Teil eines Schiffmasts unpassierbar, versucht man es aber an einer anderen Stelle, geht Asterix ganz locker durch ihn durch. Auch Gebäude können problematisch werden, denn auch wenn sie gleich aussehen, können manche durchlaufen werden, andere nicht. An einer Stelle ist die Logik sogar so paradox, dass Asterix von links nach rechts durch ein Gebäude laufen kann, von rechts nach links allerdings nicht mehr!
    Doch am aller Schlimmsten sind die Stellen, wo sich der Spieler den Weg zum Weiterkommen selbst verbauen kann. Wie bereits gesagt, schalten einige Blöcke beim Kaputtschlagen weitere Plattformen frei, so dass man fast automatisch alles zerschlägt, was einem in die Quere kommt. Dumm nur, wenn einer der Blöcke benötigt wurde, um ihn als Plattform zu benutzen... Da bleibt einem bestenfalls ein Sprung in den nächsten Abgrund, wenn denn einer da ist, schlimmstenfalls muss gewartet werden, bis die Zeit abläuft. Selbiges gilt auch für wegbrechende Plattformen, denn selbst wenn Asterix sich nach einem missglückten Sprung nach hinten retten kann, die Plattformen kommen nicht wieder und der Weg bleibt versperrt.
    Ein weiteres Problem kann sein, den Levelausgang zu finden. Denn eine wirkliche Zielmarkierung gibt es hier nicht, zwar wird oftmals der Ausgang beispielsweise durch einen Pfeil aus Sesterzen angekündigt, doch manchmal bleibt einem, in weitläufigeren, verzweigten Leveln, nur Ausprobieren, welche Levelbegrenzung doch "durchlässig" ist und zum nächsten Abschnitt führt. Leider reicht es manchmal aber auch nicht aus, einfach die richtige Stelle zu finden, sondern es müssen zunächst andere Aufgaben erfüllt worden sein, ehe das Ziel freigeschaltet wird. Wenn man Pech hat, landet Asterix nach einem unglücklichen Sturz zwar am Ausgang und kann dennoch nicht weiter, so dass in den meisten Fällen, aufgrund eines mangeldem Rückwegs, auch hier nur der Selbstmord bleibt.
    Davon mal abgesehen ist das Spiel vom Schwierigkeitsgrad eigentlich immer recht fair, was auch damit zusammenhängen könnte, dass die Programmierer ein wenig zu großzügig mit der Verteilung von Extraleben und Sesterzen waren. Doch auch wenn die Steuerung recht schwammig und anfangs gewöhnungsbedürftig ist, für die meisten Passagen im Spiel reicht sie allemal aus, denn schwierige Sprünge sind selten, auch wenn sie dann nichtdestoweniger frustrierend seien können. Doch wenn man einmal weis, wo es langgeht, bietet selbst der höchste Schwierigkeitsgrad nur noch mäßig Herausforderungen und es ist kein Problem, dass Spiel mit zehn oder zwanzig Leben zu beenden.
    Das ist auch meiner Meinung nach eine der größten Schwächen des Spiels: Es hat absolut nichts, was einem davon abhält, es nach dem Spielen direkt wieder zu vergessen. Weder ist es besonders schwer, noch hat es irgendwelche besonderen Aspekte, die man nicht schon irgendwo anders weitaus besser gesehen hätte.
    Was das Spiel übrigens auch nicht hat, ist ein Passwortsystem, und hier kann man sich wirklich fragen, warum die Entwickler das nicht eingebaut haben, immerhin hat jedes andere Infogrames JumpnRun auf dem SNES eins spendiert bekommen! Okay, bei einer Spieldauer von etwa anderthalb bis zwei Stunden ist es vielleicht nicht zwingend notwendig, aber wünschenswert wäre es dennoch gewesen, zumal die Entwickler die Dreistigkeit besaßen, nach etwa einer Stunde Spielzeit Asterix auftauchen zu lassen, der dem Spieler sagt, er solle doch mal eine Pause machen. Hey Asterix, ich würde wirklich gerne das Spiel ausmachen, allerdings muss ich dann nochmal komplett von vorne beginnen weil dein verdammtes Spiel kein Passwort hat!
    Natürlich könnte man jetzt sagen, dass das Spiel hauptsächlich für Fans von Asterix gemacht wurde, und diese bestimmt etwas Freude damit haben können.
    Aber schauen wir doch mal, wieviel Asterix nun wirklich in diesem Spiel steckt: Wir haben eine handvoll verschiedene Arten von Römern, okay, zwei Arten von Piraten, auch gut (auch wenn der schwarze Pirat fehlt, obwohl er sogar in der Anleitung auftaucht!), Gladiatoren, auch die gibt es bei Asterix. Doch erinnert sich irgendwer an die glorreichen Kämpfe von Asterix gegen Spinnen, Schlangen oder Fledermäuse (vom ersten Realfilm mal abgesehen, der kam eh erst nach diesem Spiel)? Also ein stereotyperes Gegnerdesign konnte den Entwicklern wirklich nicht einfallen. Und da wären auch noch die Igel, welche aus irgend einem Grund, selbst mit Zaubertrank, unbesiegbar sind! Was ich allerdings ganz lustig fand, ist ein hüpfendes "SPQR"-Schild, welches Asterix attackiert (für alle Nichtlateiner: Senatus Populusque Romanus, also "der Senat und das römische Volk"). Wow, "buchstäblich" das gesamte römische Reich versucht Asterix bei seiner Mission zu hindern!
    Doch zurück zum Thema: Auch die besuchten Orte kommen zwar wohl alle in den Comics oder Filmen vor, doch irgendwie sieht die Grafik nicht nach Asterix aus, etwa die Wolkenplattformen wirken total fehl am Platz. Alles wirkt austauschbar, würde man das Kapitel in Rom weglassen, hätte es mit ein paar Veränderungen genauso gut ein Spiel über beispielsweise Die Schlümpfe seien können.
    Dazu kommt noch dieser seltsame Flugtrank. Gut, in Operation Hinkelstein braut der verwirrte Miraculix einen Trank, der, neben einer Menge anderer Effekte, einen Römer tatsächlich zum Schweben bringt. Aber wenn ich an Asterix denke ist das letzte, was mir in den Sinn kommt, dass er fliegen können müsste...

    Zum Schluss wollte ich noch kurz über die Unterschiede zur NES-Version schreiben:
    Wie gesagt hätte ich erwartet, dass die SNES-Version die Überlegene seien wird. Doch anstatt die guten Aspekte des NES-Spiels zu erhalten und durch die neuen Möglichkeiten des SNES zu erweitern, wurden viele Sachen rausgeschmissen und die neuen Scroll- und Wagenlevel sind eher eine Verschlechterung des Gesamtspiels.
    Aber wo sind die versteckten Bonuslevel geblieben, die Wippe am Ziel, oder die Minispiele mit dem schwarzen Piraten?
    Doch selbst technisch hinkt die SNES-Version in einigen Bereichen hinterher, so wurde etwa die Animation gestrichen, wenn Asterix mit Anlauf gegen eine Wand prallt. Auch wird in dieser Version bei Einnahme des Zaubertranks lediglich die Musik ein wenig schneller. während beim NES ein eigenes Thema dazu abgespielt wurde, wodurch der Spieler auch viel besser abschätzen konnte, wie lange der Trank noch anhält.
    Auch im NES-Spiel gab es Wagenlevel, allerdings war dort die Steuerung komplett anders und die Level dadurch wesentlich angenehmer.
    Und das Schlimmste: Wo ist beim SNES der Endgegner geblieben? Zwar gibt es nun des Öfteren Zwischengegner, welche auch ziemlich gut gelungen sind, aber der eigentliche Obermotz fehlt einfach!
    Irgendwie scheinten es die Entwickler wirlich nicht gut mit der SNES-Version gemeint zu haben...

    Fazit

    Dieses Spiel ist das Paradebeispiel eines lieblos zusammengeschusterten Lizenzspiels. Klar, es ist spielbar und möglicherweise wird der ein oder andere, vermutlich eher jüngere, Spieler ein paar Stunden Spaß damit haben, aber dieses Spiel bietet absolut nichts, was ein Einwerfen des Moduls lohnen würde. Hinzu kommt noch das teilweise miserable Leveldesign, der recht geringe Bezug zum Asterix-Thema und die schwache Technik.
    Ein Spiel, dass nach kurzem ausprobieren direkt in der Bedeutungslosigkeit und der Masse an besseren JumpnRun verschwindet.

    Negative Aspekte:
    Schwammige Steuerung, schlechtes Leveldesign, zu einfach, größtenteils furchbare Grafik, teilweise nervige Musik, unlogische Story, keine Passwörter

    Positive Aspekte:
    Ein paar nette Passagen, Abwechlung etwa durch Schwimmen oder Fliegen, teilweise ganz witzige Animationen

    Infos zur Spielzeit:
    DarkEnel hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Asterix

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: DarkEnel
    4.9
    Multiplayer
    -
    Grafik
    3/10
    Steuerung
    6/10
    Sound
    5/10
    Gameplay
    4/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Asterix
    Asterix
    Publisher
    Nintendo
    Developer
    Infogrames Entertainment S.A. (F)
    Release
    1993

    Aktuelle Action-Spiele Releases

    Cover Packshot von Asterix und Obelix Release: Asterix und Obelix Infogrames Entertainment S.A. (F) , Infogrames Entertainment S.A. (F)
    Cover Packshot von Animaniacs Release: Animaniacs
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    Cover Packshot von Battletoads Double Dragon Release: Battletoads Double Dragon
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Asterix
Asterix: Asterix, was haben sie dir nur angetan? - Leser-Test von DarkEnel
http://www.gamezone.de/Asterix-Classic-18295/Lesertests/Asterix-Asterix-was-haben-sie-dir-nur-angetan-Leser-Test-von-DarkEnel-1011459/
01.04.2010
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