Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Astrosmash: aus längst vergangenen Zeiten... - Leser-Test von Ignorama

    The sky IS falling! Chicken Little was right! - Diese Anspielung auf einen Zeichentrickfilm aus dem Jahre 1943 sind die ersten Worte, die man in der Anleitung zum Spiel Astrosmash lesen kann.

    Astrosmash erschien 1981 für Mattels Intellivision, die erste 16 Bit Konsole der Welt. Es handelt sich hierbei um einen Arcade-Shooter, in dem der Spieler die Kontrolle über ein Bodengeschütz übernimmt um verschiedene Objekte vor dem Aufprall auf die Erde zu eliminieren.

    Wer meint solche Titel hätten keine Story, der irrt sich gewaltig, denn die Anleitung gibt die Geschichte vor: So ist man der Laser-Battery-Commander und die Aufgabe des Spielers ist nichts geringeres als die Erde vor bunten Meteoriten zu retten. Als wäre dies nicht schon belastend genug, immerhin steht das Schicksal der Erde auf dem Spiel, machen einem Spinning-Bombs, Zielsuch-Raketen und sogar UFOs das Leben zur Hölle.
    Leider hat die Story einen entscheidenden Haken: Man könnt NICHT gewinnen. Astrosmash ist ein Endlosspiel, in dem man den Highscore jagt und irgendwann zwangsläufig seine gesamten Leben verliert. Was natürlich für einen Arcade-Titel genau richtig ist, ist für das Schicksal der Erde ein wenig bedauerlich, da selbst die besten Spieler die unvermeidliche Vernichtung des Planeten nicht verhindern, sondern nur verzögern können.

    Trotz dieser tragischen Story möchte ich mich nun näher mit dem Titel beschäftigen, der so viel mehr Tiefe bietet, als man ihm auf den ersten Blick zutraut.

    Fangen wir mit der Grafik an. Diese ist schlecht, eigentlich gar nicht der Rede wert. So würden wir es wohl heute sagen, aber der Titel ist aus dem Jahr 1981 und in Anbetracht dieser Tatsache muss sich das Urteil drastisch verbessern: Die Grafik ist, ausgehend vom Alter, wirklich gut. Die Farben des Spiels sind kräftig, die verschiedenen Objekte allesamt erkennbar dargestellt, sogar eine Berglandschaft ziert den Hintergrund. Auch die fallenden Meteoriten haben deutlich erkennbar unterschiedliche Formen und Farben bekommen, was keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist, guckt man sich das Design mancher Gegner in heutigen Videospielen an...

    Wenn etwas mit dem Laser vernichtet wird erscheint auch eine kleine Explosionsanimation, die mehr als nur Augenweide ist, aber dazu mehr in der Rubrik Gameplay. Etwas unglücklich ist die Farbe einiger Level gewählt, so beginnen einem in manchen Abschnitten die Augen aufgrund der grellen Farben leicht zu schmerzen, was aber alles im Bereich des Erträglichen liegt und sich zur Not durch die Einstellungen des TV Geräts regeln lässt. Also auch wenn es unverständlich sein mag, aber für die Grafik vergebe ich gute 9 Punkte, da sie auf mich sehr überzeugend wirkt.

    Ähnliches gilt für den Sound. Im Hintergrund ist permanent ein monotones Geräusch zu hören, welches wohl die fallenden Meteoriten darstellen soll. Hinzu kommen verschiedene andere Soundeffekte. Fangen wir mit der Spinning-Bomb an. Diese erzeugt ein nervtötendes Geräusch beim fallen, welches sich an die Fallgeschwindigkeit (denn diese variiert von sehr langsam bis sehr schnell) anpasst. Das es nervtötend ist hat auch seine Berechtigung, denn diese Bombe vernichtet einen, sofern sie auf den Boden aufschlägt. Da sie das einzige Objekt ist, welches bei Erdkontakt definitiv tötet, egal wo sich das Geschütz auf dem Feld befindet, kann man den Entwicklern hier wirklich eine gute Wahl bescheinigen.
    Dann wären da noch die Zielsuch-Raketen, diese haben eher ein kurzes Piepen, welches wesentlich weniger penetrant ist. Neben diesen Raketen gibt es aber auch noch das UFO, das erst ab einem bestimmten Moment im Spiel erscheint. Das UFO erinnert ein wenig an einen rückwärts fahrenden LKW, der Warnsignale von sich gibt. Zusätzlich wurde noch ein Geräusch für die Zerstörung von Objekten integriert. Hier ist es völlig egal ob man UFO, Meteorit oder Bombe zerstört, dieses Geräusch gilt für alle Treffer. Ein anderes, etwas lauteres Zerstörungsgeräusch gibt es allerdings wenn man selbst getroffen wird.
    Die Schüsse der Kanone bekamen hingegen keinen Soundeffekt, was schwer zu beurteilen ist. Einerseits ist es irgendwo schade, andererseits wäre es unter Umständen auch belastend, da man eigentlich ununterbrochen schießt.
    Für mich überzeugt der Titel auch beim Sound. Sicher wirken die Effekte heute ärmlich, aber da es unfair wäre einen solchen Titel nach heutigen Maßstäben zu messen vergebe ich 8 Punkte.

    Bei der Steuerung steht dem Spiel die Plattform ein wenig im Weg. Bekanntlich ist der Controller des Mattel Intellivision aufgrund seiner telefonartigen Konstruktion durchaus gewöhnungsbedürftig. Leider merkt man das auch bei diesem Titel, vor allem im fortgeschrittenem Spiel.
    Da der Spieler ein Bodengeschütz steuert, bleiben ihm nur die Optionen links und rechts, was über Drücken der Schreibe auf dem Controller gut kontrollierbar ist. Auch das Schießen klappt wunderbar, da es auf den rechten und linken Seitentasten liegt. Somit können Rechts- wie Linkshänder wunderbar Lenken und Schießen. Übrigens bietet das Spiel auch eine Dauer-Feuer Funktion an. Diese ist für Einsteiger nett, aber für erfahrene Spieler eher hinderlich. Der Grund ist, dass sie drei Schuss pro Sekunde abgibt, was gut ist, aber via manuellem Schießen ist es möglich schnellere Schüsse abzufeuern, was das Spiel in vielen Situationen erleichtert. Manuelles Schießen will allerdings gelernt sein, da es weitaus fordernder ist.
    Wer sich jetzt fragt warum die Steuerung unter dem Controller leidet, wenn man doch wunderbar Lenken und Schießen kann, der unterschätzt gewaltig die Möglichkeiten des Spiels! Ich werde die Funktionen im Punkt Gameplay ausführlich erläutern, aber sobald der Spieler gezwungen ist den Hyper-Space zu aktivieren oder aber einfach nur Pause drücken will, wird es kompliziert und die Sucherei für ungeübte Spieler nach der richtigen Taste geht los. Vor allem die Pause-Funktion ist nett gedacht, aber praktisch sinnlos, da man die Steuerungsscheibe komplett loslassen muss (Alternative sind Fingerakrobatik-Übungen vom Feinsten), was in diesem Spiel eigentlich direkt den Tod bedeutet, gerade im späteren Spielverlauf wenn den Fingern eine Pause gut tun würde. Dazu wird der Bildschirm im Pause-Menü komplett schwarz, so dass man nicht sieht wo man ist, was für Objekte auf einen zufliegen usw. Für Menschen mit fotografischem Gedächtnis ist dies kein Problem, für normale Menschen macht es die Pause-Funktion aber endgültig unnütz, schade eigentlich... Dennoch bekommt das Spiel noch 7 Punkte für die Steuerung, da es weitestgehend gut funktioniert.

    Kommen wir zum Gameplay: Dies ist, wie bereits angedeutet, keinesfalls einfach nur Meteoriten abschießen und fertig: Besonderes Highlight im Spiel können die Zielsuch-Raketen werden, denn manchmal verpuffen diese einfach auf der Erde, manchmal jagen sie aber auch horizontal auf den Spieler zu, was bei einem Bodengeschütz im 2D Universum natürlich ziemlich ungünstig ist, da man keine Chance hat zu entkommen. Hat man wirklich keine Chance? Natürlich nicht, denn es gibt ja noch den Hyper-Space! Diese Funktion teleportiert das Geschütz eine zufällige Distanz nach links oder rechts. Ist man also nah am Rand und die Rakete rast auf einen zu, kann man dem sicheren Tod ein Schnippchen schlagen und via Hyper-Space ungefährdet an der Rakete vorbei manövrieren. Gelegentlich prallt diese vom Rand ab und verfolgt einen erneut, in diesem Fall nutzt man natürlich nochmals den Hyper-Space. Problem hierbei ist jedoch der Faktor Zufall: Selbst wenn der Spieler es schafft hinter die Rakete gesetzt zu werden, so gibt ihm dies noch lange keine Garantie das er auch überlebt. Grund: Natürlich fallen weiterhin massenhaft Meteoriten, Bomben und im schlimmsten Fall auch noch Geschosse von Ufos auf die Erde herab und kommt der Spieler nun nach einem Hyper-Space Einsatz direkt unter einem dieser Objekte wieder auf die Bildfläche hat er den sicheren Raketentod nur durch eine andere Variante getauscht. Dennoch sorgt diese Zufallskomponente nicht wirklich für Frust, da das Spiel viel zu kurzweilig für Frustration ist.
    Was bedeutet in Astrosmash eigentlich Tod? Diese Frage ist durchaus berechtigt, denn man startet jedes Spiel mit gerade einmal vier Leben. Demnach ist man nach vier direkten Treffern oder auf die Erde aufgeschlagenen Spinning-Bombs tot. Wäre dies der Fall wäre Astrosmash für 95% der Spieler sehr sehr kurz und nur für echte Profis geeignet. Das ist natürlich nicht der Anspruch eines solchen Titels, daher haben die Entwickler eine nette Lebensquelle eingebaut: Pro erreichter 1.000 Punkte-Stufe erhält der Spieler ein zusätzliches Leben. Da man mit ein wenig Übung leicht auf über 100.000 Punkte kommt stehen also einige Ersatzgeschütze bereit. Somit ist der Titel für Einsteiger nicht so frustrierend und Profis haben dennoch ihre Highscore-Jagd, die sie antreibt.

    Wichtig für das Spiel sind noch die verschiedenen Meteoriten. Dabei ist die Farbe egal, allerdings gibt es zwischen großen und kleinen entscheidende Unterschiede. Während kleine Meteoriten immer mit einem einzigen Treffer vernichtet sind, kommt es bei großen oft vor, dass diese sich nach einem Treffer in zwei kleine spalten. Die Fallgeschwindigkeit orientiert sich an der des Ausgangsmeteors und die Bruchstücke fliegen immer nach links und rechts, also niemals beide in die selbe Richtung. Der Flugwinkel ist unterschiedlich, also keineswegs immer berechenbar, so dass gerade bei vielen schnell fallenden Objekten diese Bruchstücke einen leicht erwischen.

    Kommen wir nun auch wieder zur bereits bei der Grafik erwähnten Explosionsanimation: Diese ist unter Umständen auch tödlich! Wenn ein Objekt nur ganz knapp vor dem Aufschlag abgeschossen wird kann es sein, dass die Explosionswelle den Spieler trifft und er durch eben diese ein Leben verliert. Somit stellt sich immer die Frage ob man Objekte noch versucht zu eliminieren oder lieber aufschlagen lässt (Ausnahme ist wie erwähnt die Spinning-Bomb, da deren Aufschlag ohnehin den sicheren Tod bedeutet und man nichts zu verlieren hat). Die Anleitung begründet den Tod durch eine Explosionswelle übrigens durch umherfliegende Schrapnelle. Diese Schrapnelle können aber auch nützlich sein, da sie ebenfalls hineinfliegende Objekte zerstören. Zerstört man also einen Meteoriten und in die Explosion fliegt ein beliebiges anderes Objekt, so wird dieses ebenfalls zerstört. Da es eine erneute Explosionswelle gibt, kommt es gelegentlich zu richtigen Kettenreaktionen. Es kommt auch selten zu dem Fall, dass eine Rakete mit einem Meteoriten oder einer Spinning-Bomb kollidiert. Auch in diesem Fall werden beide Objekte zerstört. Die letzte Möglichkeit das Objekte ohne Bodenkontakt oder direkten Treffer von der Bildfläche verschwinden ist, wenn sie einfach seitlich aus dem Sichtfeld fliegen. Dies passiert ständig und stellt keinerlei Gefahr dar, da die heraus geflogenen Gegenstände praktisch aufhören zu existieren.

    Damit man aber nicht allen Gegenständen außer den Bomben ausweicht um auf hohe Level zu steigen, baute der Entwicker Minuspunkte ins Punktesystem ein. Für jeden nicht abgeschossenen Meteoriten (UFOS und Zielsuch-Raketen zählen nicht!) bekommt man eine fest definierte Anzahl von Punkten abgezogen. Diese richtet sich nach Größe des Meteoriten (kleine geben mehr Minuspunkte als große) und der aktuellen Welt. Je höher diese, desto höher der Multiplikator. Wichtig ist hier in Bezug auf die Zusatzleben: Es gibt pro erreichter 1.000er Stufe nur ein Leben. Lässt man sich also von 100.000 auf 80.000 zurückfallen bekommt man erst wieder ab 101.000 das nächste Bonusleben.
    Auch die Pluspunkte errechnen sich nach einem festen Schema. Eine detaillierte Tabelle zur Zählung findet sich in der Anleitung des Spiels, allerdings braucht man diese nicht zwingend wissen, da es sowieso ratsam ist auf alles zu schießen was einem entgegen kommt.

    Kommen wir schließlich noch zu den Welten: Insgesamt gibt es sechs verschiedene, die sich durch die Hintergrundfarbe deutlich erkennen lassen. Grundsätzlich gilt: Je höher die Welt, desto schneller fallen die Objekte. Da die Fallgeschwindigkeit aber nicht bei allen gleich ist, kommen teilweise auch in der sechsten Welt manche Gegenstände sehr langsam gen Boden geschwebt, trotzdem erhöht sich der Durchschnitt merklich, außerdem steigt die Frequenz der Spinning-Bombs rapide. Das UFO erscheint übrigens erst ab Welt 4, vorher hat man es nur mit den anderen Gefahren zu tun.
    Die höheren Welten werden durch festgelegte Punktegrenzen erreicht. Durch die Möglichkeit Punkte abgezogen zu bekommen, kann man auch von einer Welt in die nächst tiefere zurückfallen, der Schwierigkeitsgrad wird hierbei ebenfalls zurückgesetzt (Beispiel: Fällt man von Welt 4 in Welt 3 erscheinen keine Ufos mehr).

    Insgesamt ist das Gameplay zwar simpel im Vergleich zu heutigen Titeln, aber die kleinen Details wie der Hyper-Space, das durchdachte Punktesystem, die verschiedenen Objekte und Schrapnelle bringen eine Menge Witz mit ins Spiel, weshalb es sich auch hier 9 Punkte verdient hat.

    Das Fazit zum Spiel fällt sehr leicht: Jeder der Retro-Spiele mag und einen Intellivision besitzt sollte sich Astrosmash zulegen. Der Titel ist gebraucht günstig zu bekommen und bietet genau den Charme, den man von einem Spiel aus den frühen 80ern erwartet.
    Das Gameplay ist zudem sowohl für absolute Einsteiger, als auch für richtige Rekord-Jäger geeignet.
    Spieler die eine gute Grafik und klasse Sound brauchen sollten allerdings einen großen Bogen um Astrosmash machen. Meine Wertung ist unter großer Berücksichtigung des Alters erfolgt. Nach heutigen Maßstäben wären sowohl Sound, als auch Grafik bei einem Punkt!
    Ich hoffe dennoch das es mir gelungen ist allen Lesern zu zeigen, dass selbst diese anscheinend sehr simplen Titel um einiges komplexer sind, als man ihnen auf den ersten Blick zutraut.

    Negative Aspekte:
    Highscores können nicht gespeichert werden, Pause praktisch unnütz, manchmal etwas zu bunt, nur ein Spielmodus

    Positive Aspekte:
    herrlicher Retrocharme, dank Dauerfeuer sehr einsteigerfreundlich (durch manuelles Feuer aber auch für erfahrene Spieler geeignet), überraschend ausgefeiltes und detailliertes Gameplay, es gibt eine Story!!! (auch wenn diese Fantasie erfordert)

    Infos zur Spielzeit:
    Ignorama hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Astrosmash
    Astrosmash
    Publisher
    Mattel
    Developer
    Mattel
    Release
    1981

    Aktuelle Action-Spiele Releases

    Cover Packshot von Shark! Shark! Release: Shark! Shark! Mattel , Mattel
    Cover Packshot von Star Strike Release: Star Strike Mattel , Mattel
    Cover Packshot von Space Battle Release: Space Battle Mattel , Mattel
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 12/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1010794
Astrosmash
Astrosmash: aus längst vergangenen Zeiten... - Leser-Test von Ignorama
http://www.gamezone.de/Astrosmash-Classic-18323/Lesertests/Astrosmash-aus-laengst-vergangenen-Zeiten-Leser-Test-von-Ignorama-1010794/
17.07.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2012/05/gamezone_1__0__1__2__3__4__5__6_.jpg
lesertests