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  • Atlantis: Das heilige Vermächtnis - Auf den Spuren des versunkenen Kontinents - Leser-Test von BigJim

    Das mythische Inselreich Atlantis bot schon häufig jede Menge Stoff für Abenteuerfilme und Videospiele. Atlantis: Das heilige Vermächtnis ist der insgesamt fünfte und bis dato letzte Teil einer recht bekannten Adventure-Reihe, deren Anfänge bereits über ein Jahrzehnt zurückliegen. Deshalb wird das hier behandelte Atlantis (Originaltitel: "Atlantis: The Sacred Legacy"), welches Ende 2006 auf den Markt kam, häufig auch als "Atlantis V" bezeichnet. Genre-Fans sind vielleicht noch die beiden Vorgänger "Atlantis III: Die neue Welt" (2001) sowie "Atlantis IV: Evolution" (2004) ein Begriff. Bei der Gelegenheit sei erwähnt, dass vorgenannte Spiele - im Gegensatz zu "Myst" oder "Syberia" - inhaltlich in keinem direkten Zusammenhang stehen. Abgesehen davon, dass die Handlung der fünf "Atlantis"-Teile natürlich immer irgendwie mit dem versunkenen Kontinent (von dem man bis heute nicht weiß, ob er jemals existierte) zu tun hat. Soll heißen: Atlantis - Das heilige Vermächtnis bietet eine in sich abgeschlossene Story. Kenntnisse aus den vorangegangenen vier Teilen sind nicht erforderlich, ja nicht einmal hilfreich. Denn das Szenario ist diesmal ein völlig anderes. Und um auch das vorweg zu nehmen: das legendäre Inselreich kommt im gesamten Spiel nicht ein einziges Mal vor. Allerdings weist uns "Das heilige Vermächtnis" den Weg dorthin. Selbstverständlich erst, wenn wir vorher viele Rätsel gelöst und wichtige Geheimnisse gelüftet haben.

    Atlantis V führt den Spieler zurück in das Jahr 1937. Wir übernehmen die Rolle des Luftfahrt-Ingenieurs Howard Brooks. Der ist mit der "Hindenburg", einem Zeppelin, an dessen Bau er maßgeblich mitgewirkt hat, auf dem Weg von Deutschland nach New York. Noch während des Fluges wird er von zwei unbekannten Männern niedergeschlagen. Einige Zeit später kommt Brooks wieder zu sich und trifft im Maschinenraum der "Hindenburg" auf einen Herrn, der sich als Lou Garetti vorstellt. Dieser ist offenbar mit unserem Schutz beauftragt worden, denn wir sind stark gefährdet. Wie sich herausstellt, haben wir eine Erbschaft von unserem Vater gemacht. Etwas, was die Schläger unbedingt in ihren Besitz bringen wollen. Aber um was handelt es sich dabei? Garetti bittet uns, in New York einen erfolgreichen Geschäftsmann, einen gewissen Mr. Forster aufzusuchen, von dem wir mehr in Erfahrung bringen können. Doch das ist einfacher gesagt als getan, denn die beiden unbekannten Männer haben sich mittlerweile mit einem Rettungs-Doppeldecker abgesetzt und kurz davor die "Hindenburg" sabotiert. Und so ergibt sich umgehend die erste Aufgabe für Brooks. Er muss den Zeppelin nämlich reparieren und kann dabei gleich etwas von seinen technischen (Knobel-)Fähigkeiten anwenden.

    Atlantis: Das heilige Vermächtnis ist ein First-Person-Adventure, d.h. wir steuern unseren Helden, den wir später häufiger im Rahmen diverser Zwischensequenzen zu sehen bekommen, aus der Ego-Perspektive. Und das sogar recht komfortabel, in 360°-Rundumsicht, so dass man nach allen Seiten spähen kann und sich nicht jedes Mal umständlich von einem Bildschirmausschnitt zum anderen klicken muss. Unsere abenteuerliche Reise, die Howard Brooks mit Hilfe der "Hindenburg" über weite Entfernungen zurück legt, führt uns nach New York, Macao, Indien und zum Berg Nisir (Mesopotamien). Bestimmende Schauplätze sind das Empire State Building, ein schwimmendes Casino im Hafen von Macao, geheimnisvolle Hallen, ein kleines Dorf, ein alter Tempel und natürlich der damals weltweit größte Zeppelin, die "Hindenburg". Die Anzahl der Lokalitäten ist also eher gering, was sicher auch mit der relativ geringen Spielzeit zu tun hat, denn geübte Spieler dürften den Titel nach ungefähr 8-9 Stunden absolviert haben. Langeweile kommt dennoch nicht auf. Denn einerseits bietet Atlantis V eine interessante Story mit etwas Indiana Jones-Flair; andererseits sind einige Rätsel durchaus fordernd und zeitintensiv, so dass man - je nach Können des Spielers - eventuell auch das Doppelte an Gesamtspielzeit veranschlagen kann. Zumal der gelegentliche Blick in eine Komplettlösung o.ä. nicht in jedem Fall weiterhilft. Bei zwei Rätseln ist nämlich ein Zufallsgenerator am Werke. Besagte Aufgaben sehen folglich immer anders aus, so dass sie sich durch pures Nachschlagen nicht lösen lassen.

    Unser Hauptziel in Atlantis V ist schnell umrissen: Wir sollen drei sagenumwitterte Medaillons aufspüren. Sie bilden den Zugang zum "Heiligen Vermächtnis" und zeigen uns damit den Weg zum versunkenen Kontinent. In der ersten Spielhälfte ist Brooks außerdem damit beschäftigt, eine bekannte Archäologin aufzufinden. Die Dame heißt Kate Sullivan und begleitet unsere Expedition in den letzten beiden Kapiteln des Spiels. Miss Sullivan hilft uns dabei, schwierige Texte und Inschriften zu übersetzen. Zwischenzeitlich müssen wir sie auch befreien. Denn unser unmittelbarer Gegenspieler, ein gewisser James Elliot, ist ebenfalls hinter den Medaillons her und lässt natürlich nichts unversucht, unsere Pläne zu durchkreuzen.

    In Atlantis V erwartet den Spieler eine breite Auswahl an Schiebe- und Kombinationsrätseln. Zu Beginn des Spiels, als es um die Sabotageaktion auf dem Zeppelin geht, müssen auch einige Maschinenrätsel in Form von "sperre Leitung A ab", "setze Rohrstück B ein" gelöst werden. Richtig schwer sind die Aufgaben eigentlich nicht. Vorausgesetzt, man übersieht keine Kleinigkeiten (z.B. einen Notfallhammer, den wir schon gleich am Anfang des ersten Kapitels in unseren Besitz bringen müssen) und kann halbwegs logisch denken. Etwas nervig ist das zweite Kapitel. Hier muss Brooks etliche Etagen innerhalb des weitläufigen Empire State Building abklappern, um wichtige Informationen zu erhalten, und hierbei ständig von einem Stockwerk ins nächste pendeln. Rein atmosphärisch wird die Zeit der 30er Jahre aber gut eingefangen. So treffen wir auf viele Menschen jener Tage und erfahren bei der Gelegenheit, dass Greta Garbo ("Die Göttliche") im Hochhauskomplex verweilt. Bestimmte Rätseleinlagen, z.B. die Pokerrunde auf einem Hafenboot in Macao oder das Sudoku- bzw. Sakophag-Rätsel (leere Quadrate müssen mit verschiedenen Symbolen gefüllt werden, wobei jedes Symbol nur einmal pro Reihe, Spalte und Bereich vorkommen darf) an einer anderen Stelle des Spiels sind schon recht haarig und werden für gewöhnlich erst nach mehreren Versuchen zu lösen sein. Dann gibt es noch eines dieser Puzzle-Rätsel, wobei wir aus vorgegebenen Teilen das Bild eines Drachen erstellen müssen, währenddessen aber nie mehr als eine Minute Zeit haben, weil wir sonst von einem chinesischen Wächter entdeckt und rausgeschmissen werden. Das Rätsel am Ende von Atlantis V lässt sich sogar nur durch pures Ausprobieren lösen. Es ist übrigens die einzige Aufgabe, die - sofern wir sie nicht bewältigen - tödliche Folgen für uns haben kann. Sonst ist Howard Brooks nämlich unsterblich. Selbst dann, wenn er im Rahmen einer Zwischensequenz von einer Schlange gebissen wird. Immer unter der Voraussetzung, er hat vorher das passende Gegengift an sich gebracht.

    Grafisch machte Atlantis: Das heilige Vermächtnis bei Erstveröffentlichung (2006) eine gute Figur. Selbst jetzt, im Jahre 2011, erscheint der Titel noch optisch ansprechend. Dies hängt neben dem 30er-Jahre-Designer-Stil sicherlich auch mit den für ein 1st-Person-Adventure keineswegs selbstverständlichen Animationen zusammen. Die Darstellung der Wasserfälle im Indien-Kapitel ist überaus gelungen, ebenso wie das Innere der "Hindenburg" oder die Lichter des nächtlichen Hafenbeckens von Macao, die wir vom schwankenden (!) Boot aus bestaunen können. An einem Bienenstock am Fuße des Berges Nisir können wir sogar einzelne Bienen rumschwirren sehen. Die Spielwelt wirkt zu keinem Zeitpunkt unbelebt und statisch, wie man das bei vergleichbaren Produkten leider allzu oft erlebt und nicht seltener beklagt. Auch in Sachen Sound wurde gute Arbeit geleistet. Die deutsche Synchronisation ist zwar von schwankender Qualität (einige Sprecher klingen mitunter etwas launisch), aber der Soundtrack umfasst eine ganze Reihe von Themen und fängt die jeweiligen Spielsituationen akustisch treffend ein. Auch die meisten Hintergrundgeräusche (Motoren der "Hindenburg") sind gelungen. Die Point & Click-Steuerung geht leicht von der Hand; Navigation und Interaktionen erfolgen komplett mit der Maus. Cursoränderungen geben darüber Auskunft, ob (und wohin) wir uns bewegen, was wir untersuchen und benutzen, oder mit welchen Charakteren wir interagieren können. Eine Hilfeanzeige oder etwas in der Art fehlt jedoch, so dass wir alle Räumlichkeiten sorgfältig absuchen sollten, damit unseren Blicken keine wichtigen Objekte entgehen. Im Inventar befinden sich meist nicht mehr als 10-12 Gegenstände gleichzeitig. Somit behält man gut die Übersicht. Was die Technik betrifft, lassen sich also keine nennenswerten Mängel feststellen. Etwas enttäuschend ist vielleicht das offene Ende. Wer Atlantis V komplett durchgespielt hat, der darf sich rühmen, zwar den richtigen Weg zum versunkenen Inselreich, aber immer noch nicht Atlantis selbst gefunden zu haben. Möglicherweise war das von den Entwicklern aber voll beabsichtigt, denn dies böte Stoff für einen sechsten Teil der Atlantis-Videospielreihe. Wir wollen hoffen, dass ein solcher eines Tages erscheint.

    Negative Aspekte:
    Einige Rätsel für Anfänger zu schwer („Frustfaktor“); fortgeschrittene Spieler haben den Titel in weniger als zehn Stunden durch.

    Positive Aspekte:
    Ansprechende Grafik; gute Musik; abwechselungsreiche und fordernde Rätsel; interessante Story.

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Atlantis: Das heilige Vermächtnis

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: BigJim
    7.7
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Sound
    8/10
    Gameplay
    7/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Atlantis: Das heilige Vermächtnis
    Atlantis: Das heilige Vermächtnis
    Publisher
    Nobilis
    Developer
    Nobilis
    Release
    27.11.2006

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Atlantis: Das heilige Vermächtnis
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21.03.2011
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