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  • Attack on Pearl Harbor im Gamezone-Test

    Es macht Spaß, es ist nicht hässlich und ein hervorragender Zeitvertreib für das schnelle Spiel zwischendurch.

    Als der Chefredakteur mir sagte, dass er mir Ataris "Attack on Pearl Harbor" zum Testen gibt, war mein erster Gedanke: Oh, scheiße, Ben Affleck ist zurück! Der Schock über das grausige Jerry Bruckheimer Machwerk aus dem Jahr 2001 sitzt für Kinofans fast so tief wie der auf Hawaii beim Anblick von 1000 japanischen Kampfflugzeugen an einem sonnigen Morgen. Nachdem aber geklärt war, das es sich nicht um eine späte Aufarbeitung des grobschlächtigen Propagandawerks handelt und auch nicht um einen der in letzter Zeit zahlreich aus düsteren Löchern gekrochenen Rail-Shooter, wagte ich etwas gelassener die Installation und siehe da, Attack on Pearl Harbor macht vor allem eins: Spaß!

    Attack on Pearl Harbor Attack on Pearl Harbor Um gleich möglichen Hoffnung enthusiastischer Hobbypiloten vorzubeugen, beginne ich mal damit, was das Spiel nicht ist, nämlich ein Flugsimulator. Das Spiel hätte sich auch besser einen anderen Namen suchen sollen, denn der Inhalt dreht sich mitnichten nur um den Überraschungsangriff der Japanischen Luftflotte auf den amerikanischen Marinestützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii im Jahr 1941. Vielmehr wird hier in zwei recht langen Kampagnen das gesamte Pazifikszenario abgearbeitet. Und als Hinweis auf die historische Authentizität sollte es wohl reichen zu sagen, dass man auf Seiten der Japaner gewinnen kann. Der Spielablauf ist dabei in einzelne Missionen unterteilt, die aufeinander aufbauen und zusammen dann die mehr oder weniger dynamische Kampagne ergeben. Mehr oder weniger, weil der Verlauf trotz gelegentlicher Niederlagen meist recht ähnlich ist. Sollte man sowieso eine Mission nach der anderen in den Sand setzten, heißt es schnell Game Over und dementsprechend verläuft eine halbwegs erfolgreiche Runde am Ende doch immer recht ähnlich.

    Viele Missionen in wenig Varianten

    Attack on Pearl Harbor Attack on Pearl Harbor Auch dass sowohl auf US wie auch japanischer Seite der Krieg zu überstehen ist, verspricht auf dem Papier mehr Abwechslung, als dann letztendlich im Spiel geboten wird. Ein dramatischer Unterschied zeigt sich aber sofort, denn während man als US-Pilot den Hafen von Pearl Harbor in der ersten Mission verteidigen muss, gilt es auf japanischer Seite möglichst schnell die US-Flotte zu den Fischen zu schicken. Danach sehen die grundsätzlichen Missionsarten für beide Seiten sehr ähnlich aus. Entweder man greift an oder wehrt ab, ein erst mal neutraler Patrouillenflug läuft immer auf eines der beiden hinaus wobei es Boden- und Luftziele ins Visier zu nehmen gilt. Ein Angriffsflug kann beispielsweise feindliche Schiffe oder Bodentruppen auf den Inseln zum Ziel haben, aber auch Begeleitschutz für einen eigenen Bomberverband zählt zu den Aufgaben der Piloten. Die Verteidigung sieht nicht viel anders aus, nur mit dem Unterschied, dass man sich hier fast grundsätzlich hinter dem Steuer eine Jagdflugzeugs wiederfindet und feindliche Bomber abschießen soll, stets bevor diese ihre Ziele zerstört haben.

    Realismus ist für Historiker und Steuerverwalter

    Attack on Pearl Harbor Attack on Pearl Harbor Für eine geschaffte Mission werden dann Punkte vergeben und, sofern man gut genug war, auch ein neues Flugzeug, dass in den nächsten Missionen wertvolle Dienste leisten wird. Die Flugzeuge wie Zero oder P-40 sind zwar alle ihren Vorbildern nachempfunden, von den realen Feinheiten wie Flugverhalten oder Bewaffnung ließ man sich hier aber nicht irritieren. Alle Flieger steuern sich sehr ähnlich und alle haben fast die gleiche Bewaffnung. Zu den neuen Flugzeugen kommen dann noch Beförderungen und Orden, denn ein Militärspiel wäre kein echtes, wenn es die nicht gäbe, immer natürlich vorausgesetzt die Abschussrate stellt den Vorgesetzten zufrieden. So folgt dann Mission auf Mission, mal bei Tag, mal bei strömenden Regen und mal im warmen Licht der Bordbeleuchtung bei Nacht. Nun zumindest fast, denn es gibt kein Cockpit und wie schon erwähnt handelt es sich nicht um eine Simulation.

    Attack on Pearl Harbor Attack on Pearl Harbor Dies wird im ersten Moment klar, wenn es auf die Rollbahn geht. Bitte drücken sie die Leertaste zum Starten. Nicht schlecht, oder? Bei Sturmovik brauchte ich zehn Versuche und zwölf Tasten, nur um abzuheben, hier reicht ein Fingerdruck und meine P-40 erhebt sich stolz in die Luft. Dort angekommen gibt es keine Cockpitperspektive, sondern nur die Verfolgerkamera und ein Fadenkreuz in der Mitte. Gesteuert wird mit der Maus, was, nach einer kurzen Gewöhnungsphase, erstaunlich gut funktioniert. Die einzigen beiden weiteren Tasten, die man, wenn auch nicht zwangsläufig, braucht, um zum Ort des Geschehens zu kommen, regeln das Tempo, wobei eine mittlere Geschwindigkeit automatisch gehalten wird. Das war's und damit ist Attack on Pearl Harbor wohl das Flugspiel mit der eingängigsten Tastaturbelegung. Es gibt zwar noch ein paar mehr Tasten, nur braucht man die hier wirklich und ganz ehrlich kein einziges Mal... Sobald es in das Gefecht geht, bleibt es einfach. Mit linkem Button wird das MG genutzt, mit dem Rechten der Bombenschacht geöffnet und der automatische Co-Pilot auf dem Rücksitz tut alles, was er mit seinem rückwärtigen MG anstellt, alleine. Was bedeutet, dass er meist nichts trifft. Dies ist allerdings keine Katastrophe, denn die eigene Maschine hält bedeutend mehr aus als die Konkurrenz, die Munition, sowohl Kugeln als auch Bomben, sind unbegrenzt und die KI schafft es nur selten einen wirklich geschickt in die Zange zu nehmen. Es ist wahrscheinlicher, dass die schiere Masse an gegnerischem Feuer einen vom Himmel holt, was besonders auf dem höchsten der drei Härtegrade gar nicht mal so lange dauert. Eine großartige Navigation ist in den recht übersichtlichen Kampfarealen nicht vonnöten, auch spezielle Fertigkeiten, wie die Landung eines Flugzeugs sind nicht gefragt.

    Multiplayerfun über dem Pazifik

    Attack on Pearl Harbor Attack on Pearl Harbor Aber auch wenn jede Art von Realismus außen vor bleibt, bietet Attack on Pearl Harbor zwei Sachen, die es über alles andere als wichtig erhebt: Action und Spielspaß! Es ist immer etwas los, normalerweise wird man von feindlichen Flugzeugen nur so umschwirrt, die Kugeln fliegen einem nur so um die Leitfläche und auch die Bodeneinheiten tun ihr bestes, dass dem Spieler schon im umfangreichen Solomodus nie langweilig wird. Langeweile kommt dann auch bei den sicher nicht komplexen oder epischen aber sehr kurzweiligen Multiplayergefechten auf. Diese lassen sich entweder im LAN oder über das Internet abwickeln, wobei ich nur letzteres testen konnte. Das Finden einer Runde und das Einloggen sind so simpel wie es nur wird und innerhalb von Sekunden befindet man sich am pazifischen Himmel. Die Gefechte gegen menschliche Spieler machen zwar noch mehr Laune, sind aber auch härter und ein wenig taktischer, denn schließlich halten hier alle Flugzeuge ein bisschen was aus und die etwas billige KI ist hier ja auch kein Faktor. Leider sind die vorhandenen Server anscheinend nicht die Besten oder andere Probleme verursachen gelegentliche Lags und Sprünge der Flugzeuge. Dies ist zum Glück selten, jedoch deutlich bemerkbar und sehr schade. Trotzdem rundet der Multiplayerteil gelungen das Actionfest des Solomodus ab und ist perfekt für ein schnelles Spielchen zwischendurch geeignet.

    Schöne Flugzeuge und hässliche Inseln

    Bei der Steuerung kann zwischen drei Varianten gewählt werden wobei die Tastatur/Maus-Kombination am besten funktioniert. Etwas weniger präzise, dafür aber auch noch sehr launig lässt es sich mit dem Xbox360-Pad steuern, welches nativ unterstützt wird. Die Kontrolle mit dem Analogstick sollte man eher meiden, da sie zu langsam für die hektischen Actionschlachten reagiert. Damit ist wohl Attack on Pearl Harbor das erste Flugspiel, wo der Analogstick, selbst wenn er vorhanden ist, außen vor bleiben sollte.

    Attack on Pearl Harbor Attack on Pearl Harbor Grafisch musste ich hier nach dem Test von Lost Planet wieder ein paar Gänge zurückschalten, denn moderne DirectX10 oder auch die letzten 9er Techniken wird man hier vergeblich suchen. Trotzdem ist das Spiel nicht hässlich, denn auch wenn modernste Kantenglättungen und Lichtspiele fehlen, ist doch die Farbwahl sehr stimmig, die Detailfreude bei den Fliegern ausreichend und vor allem die Geschosse und ihre Spuren am Himmel sehen einfach richtig gut aus. Weniger enthusiastisch bin ich bei den Bodenobjekten, denn während die Schiffe und größeren Städte gerade noch so durchgehen können, obwohl auch sie eher vor drei Jahren in einem Spiel hätten auftauchen müssen, um aktuell zu wirken, sind die Inseln sehr trostlos geraten. Wenn eine Pazifikinsel wirklich nur einen kleinen Strand, eine einheitliche Grünfläche ohne Details und ein paar karge Niedrigpolygonpalmen zu bieten hätte, wäre das eine ziemlich traurige Ecke der Welt. Zumindest heißt das aber auch, dass schwachbrüstige Rechner mitspielen dürfen und davon abgesehen stimmt das Gesamtbild, nicht zuletzt weil man sich bei dem Sound eine Menge Mühe gegeben hat. Wer auf US-Seite fliegt, hat einen Befehlshaber mit kerniger Yankee-Stimme und strammer WWII-Marschmusik, wie man es aus den Medal of Honor - Spielen zu Genüge kennt. Auf japanischer Seite dagegen wird ein Sprecher mit japanschem Akzent geboten, der zwar nicht ganz authentisch klingt, aber trotzdem Spaß macht und gut zu der japanisch angehauchten Pseudo-Samurai-Musik passt.

    Attack on Pearl Harbor (PC)

    Singleplayer
    7,7 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    6/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    7/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Grafik ist nicht ganz zeitgemäß aber ansprechend
    umfangreiche Kampagne auf US- und japanischer Seite
    verschiedene Sprecher und Musik für beide Seiten
    schnelle
    unkomplizierte und sehr spaßige Luftkampfaction
    viele Flugzeuge
    Multiplayermodus zwar schlicht aber kurzweilig
    Beförderungen und Orden motivieren
    gelungene Steuerung mittels Maus/Tastatur oder Pad
    Grafisch trotz netter Farbwahl veraltet
    wenig Spieltief auf Dauer
    Sehr ähnliche Missionen
    Flugzeuge in den Eigenschaften sehr ähnlich
    hässliche Pazifikinseln
    schwache Gegner-KI
    gelegentlich Aussetzer im Internetspiel
    Titel des Spiels erinnert an Ben Affleck
  • Attack on Pearl Harbor
    Attack on Pearl Harbor
    Publisher
    cdv Software Entertainment AG (DE)
    Developer
    Legendo Entertainment AB (SE)
    Release
    28.06.2007

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991349
Attack on Pearl Harbor
Attack on Pearl Harbor im Gamezone-Test
Es macht Spaß, es ist nicht hässlich und ein hervorragender Zeitvertreib für das schnelle Spiel zwischendurch.
http://www.gamezone.de/Attack-on-Pearl-Harbor-Spiel-18386/Tests/Attack-on-Pearl-Harbor-im-Gamezone-Test-991349/
05.07.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/07/Attack_on_Pearl_Harbor_2007-07-04_19-10-10-95.jpg
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