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  • Aurora - Das letzte Experiment: Das Geheimnis von Aurora - Leser-Test von BigJim

    Außenseiter-Produkte müssen nicht grundsätzlich schlecht sein. Gerade im Adventure-Bereich gab es da immer wieder Videospiele, die für (positive) Überraschungen gut waren. Aurora: Das letzte Experiment, erstmals 2007 veröffentlicht, ist das erste Game der BluMiAl Studios, einem italienischen Spielentwickler. Dass dieser erste wahrscheinlich gleichzeitig auch der letzte Versuch war, so etwas wie ein halbwegs brauchbares Point&Click-Adventure auf den Markt zu bringen (für den Vertrieb zeichnet Elexicon Entertainment verantwortlich), dürfte in diesem Fall aber außer Frage stehen.

    Die USA im Jahre 1950: Einem amerikanischen Militärbericht zufolge ist in der Nähe von Rosewell eine fliegende Untertasse abgestürzt. Das Pentagon nimmt die Meldung zwar schnell wieder zurück, aber die Öffentlichkeit traut den offiziellen Darstellungen nicht. Der eher erfolglose Privatdetektiv John Pileggi, dessen Rolle wir fortan übernehmen, kommt rein zufällig mit dem mysteriösen Vorfall in Berührung. Denn eines schönen Tages trifft er mit einer jungen Dame, einer gewissen Allison McAllister zusammen. Sie vermisst ihren Lebensgefährten, einen Landwirt, über dessen Anwesen ein unheimliches Flugobjekt abgestürzt sein soll. Was von der US Army entschieden bestritten wird, denn nach offiziellen Darstellungen handelt es sich dabei lediglich um eine Art Wetterballon. Da John sowieso knapp bei Kasse ist, nimmt er den Auftrag der Frau an, die ihn bittet, der Sache nachzugehen und ihren verschollenen Bekannten zu finden. Schon lange munkelt die Bevölkerung, auf einem geheimen mexikanischen Stützpunkt würde das US-Militär an Experimentalflugzeugen forschen. Immer wieder taucht in dem Zusammenhang die Bezeichnung "Area 51" auf. Und es ist von außerirdischen Technologien die Rede. Doch in Wahrheit wurde die Basis nur für einen einzigen Zweck gebaut: für das Projekt Aurora.

    Das Spiel beginnt in Corona, einer Kleinstadt in der Gegend der Gemeinde Rosewell. Hier hat sich John nach der erst kürzlich vollzogenen Trennung von seiner Frau im Boulevard-Hotel einquartiert. Zunächst geht es natürlich um die Informationsbeschaffung. Zu diesem Zweck klappern wir diverse Schauplätze in Corona ab, neben dem Hotel und dem Boulevard Café u.a. ein Sheriff-Büro, eine Zeitungsredaktion, das Haus eines Gouverneurs namens Robertson, später dann einen Minenschacht und natürlich die Militärbasis Area 51, welche in verschiedene Sektoren (A-D) unterteilt ist. Leider kommt die an sich interessante Story von Anfang an nicht richtig in Fahrt. Nicht nur, dass die Handlung mit zunehmendem Spielverlauf immer mehr Logiklöcher aufweist und irgendwann ins Abstruse abgleitet, auch das ganze Drumherum will nicht recht gefallen. Das fängt bereits mit der Optik an. Lustlos klicken wir uns durch leblose Standbilder, denn von wenigen Ausnahmen abgesehen verzichtet das Game fast komplett auf Animationen, so dass man ständig den Eindruck hat, sich durch ein Bilderbuch zu blättern. Aurora: Das letzte Experiment ist ein First-Person-Adventure, d.h. wir erleben und durchsuchen die Umgebungswelt aus der Ego-Perspektive. Eine 360°-Rundumsicht ist nicht möglich, was die ganze Sache besonders statisch erscheinen lässt, weil dadurch zusätzlich die Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird. Zwischensequenzen sind selten und - sofern sie denn überhaupt vorkommen - nicht unbedingt gut gemacht. Auch die (wenigen) Figuren, auf die John während seiner detektivischen Nachforschungen trifft, sind völlig unzureichend animiert, wirken wie frisch aus dem Wachsfigurenkabinett.

    Nun könnte man bei einem Point&Click-Adventure über Äußerlichkeiten hinwegsehen, denn worauf es bei solchen Spielen ankommt, ist bekanntlich vor allem das Rätseldesign. In der Hinsicht zeigt sich Aurora sehr klassisch und beschränkt sich auf einige Puzzle-, Schiebe- und Kombinationsrätsel. Die Aufgabe besteht meistens darin, bestimmte Gegenstände einzusammeln, die sich dann sofort an Ort und Stelle anwenden lassen. Vorausgesetzt man weiß, worum es sich bei den jeweiligen Objekten überhaupt handelt. Das Inventar weist die Dinge nämlich häufig nur als Miniatur-Gegenstände aus, die zudem mit italienischen Bezeichnungen (z.B. "Fiammi feri" für Streichhölzer) und nicht etwa mit deutschen Wörtern ausgewiesen sind. Für Leute, die einen Italienisch-Anfängerkurs machen vielleicht ganz reizvoll, wer aber zufällig kein italienisches Wörterbuch mit sich rumschleppt, steht womöglich schnell auf dem Schlauch. Auch mit der Steuerung hapert es. Die Richtungspfeile sind nicht immer auf Anhieb erkennbar und das Anlegen sowie Laden eines Spielstands ist mit viel Klickerei (mehrmals ins Hauptmenü und zurück) verbunden. Immerhin verwandelt sich der Mauszeiger bei Gelegenheit und gibt an, ob wir eine Aktion durchführen, etwas aufnehmen, ein Gespräch beginnen oder Dokumente aus nächster Nähe betrachten können. Mit einer Lupe lassen sich Gegenstände im Inventar näher betrachten. Die Rätsel sind im Prinzip nicht schwer. Leider weiß man mitunter nicht, was als Nächstes zu tun ist, so dass dann nur pures Rumprobieren zur Lösung führt. Eine Art Notizbuch, in dem die abzuarbeitenden Punkte aufgelistet sind, fehlt ebenso wie eine Hotspot-Anzeige zum Kenntlichmachen von Objekten. Allerdings sind die einzelnen Level recht überschaubar, so dass man - von den ungünstig positionierten Richtungspfeilen einmal abgesehen - nie die Orientierung verliert und eigentlich auch nichts Wesentliches übersehen kann, wenn man die Örtlichkeiten gründlich durchstöbert.

    Wüsste man es nicht besser, könnte man Aurora: Das letzte Experiment für einen Stummfilm halten. Denn in Sachen Sound waren die Entwickler extrem geizig. Die Akustik beschränkt sich auf diverse Hintergrundgeräusche (z.B. vorbeifahrende Autos) und eine sich ständig wiederholende (Jazz-)Musik, die zwar nur selten eingespielt wird, aber aufgrund ihres Gleichklangs schnell nervt. Das "Schärfste": Die Dialoge sind nicht vertont; vielmehr werden diese ausschließlich in Form von Texten am unteren Bildschirmrand eingeblendet, so dass man ständig mitlesen muss. Und das ziemlich schnell, weil die Dialog-Texte rasch verschwinden und sich auch nicht anhalten lassen. Im letzten Drittel des Spiels vollziehen wir übrigens eine Art Zeitsprung, der uns ins Jahr 1997 verfrachtet. Später müssen wir einem gewissen Professor Zabinsky (der Mann hält Vorträge über "Das Schwarze Loch") drei Fragen beantworten, damit dieser uns den Namen einer wichtigen Person nennt. Doch besagte "Zeitverschiebungen" und Rätseltricks, die in anderen Adventures vielleicht noch zünden, wirken hier einfach nur aufgesetzt und können das Spiel nicht retten.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Aurora: Das letzte Experiment von seiner Story her einige interessante Ansätze für ein Mystery-Adventure bietet. Doch macht die schlechte Umsetzung quasi alles komplett zunichte. Das wohl größte Rätsel wird sein, wie es dieses Game überhaupt auf den Markt geschafft hat. Als Fan-Projekt zum Gratis-Download könnte man solche Produkte eventuell noch durchgehen lassen, aber mit Geldausgaben sollte man sich diesbezüglich zurückhalten. Aurora: Das letzte Experiment ist technisch völlig unzureichend und über weite Strecken absolut langweilig. Die Tatsache, dass man den Titel bereits nach drei bis vier Stunden durch hat, ist da nur ein schwacher Trost. Und so dürfte es beim "letzten Experiment" bleiben. Man kann jedenfalls nur hoffen, dass uns die italienischen Entwickler zukünftig solche Videospiele ersparen.

    Negative Aspekte:
    Maue Grafik; schlechte Vertonung (keine Synchronsprecher); umständlicher Speicher- und Ladevorgang; über weite Strecken einfach nur langweilig; kurze Spielzeit.

    Positive Aspekte:
    Interessante Hintergrundstory.

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Aurora - Das letzte Experiment

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: BigJim
    3.0
    Multiplayer
    -
    Grafik
    3/10
    Steuerung
    5/10
    Sound
    3/10
    Gameplay
    3/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Aurora - Das letzte Experiment
    Aurora - Das letzte Experiment
    Publisher
    Elexion Entertainment
    Developer
    BluMiAI Studios
    Release
    24.09.2007

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Aurora - Das letzte Experiment
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12.10.2010
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2010/08/aurod7gnbb2t.jpg
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