Kurz nach GH5 erscheint nun der inoffizielle 6. Teil unter dem Decknamen Band Hero. Was steckt tatsächlich im Spiel?
Nach "Guitar Hero" kam vor kurzen "DJ Hero", nun steht gar "Band Hero" auf der Activision-Programmliste und buhlt einmal mehr um die Gunst der Konsumenten. Schon wieder ein neues Hero-Abenteuer? Ja wo soll das denn bitte enden und woher soll das ganze Geld für die zig Plastik-Controller kommen? Aber keine Panik! Auch wenn der Brand anders lautet, dahinter verbirgt sich ein waschechtes "Guitar Hero" für vier Spieler, sprich eine Simulation für eine komplette Band. Somit reicht die vorhandene Hardware vollkommen aus, um in den vollen Genuss des Musikspiels zu kommen. Doch genau darin liegt unserer Meinung nach der Hund begraben!
Schon das farbenfrohe Cover erregt Aufmerksamkeit, wirkt nicht mehr so schlicht wie "Guitar Hero 5" und wird aufgrund der Gestaltung durchaus auch Casual-Gamer, die bisher eher zu "Lips" und ähnliches gegriffen haben, locken. Vermutlich auch der Grundgedanke für diesen Ableger, welcher sich mit neuem Brandnamen vollkommen von seinen Kollegen abheben möchte. Dennoch handelt es sich um eine typische und allseits bekannte Bandsimulation für bis zu vier Spieler. Dabei werden Gitarristen, Bassisten, Schlagzeuger wie auch Sänger abgedeckt, müssen aber nicht gezwungenermaßen unterschiedliche Plastikinstrumente zur Hand nehmen. Kratzt man gar über den neuen Anstrich, kann man recht schnell die Originalfarbe unter dem gut vorgetäuschten Deckmantel erkennen.
Hinter "Band Hero" steckt, völlig ungeniert und dreist, ein verkapptes "Guitar Hero 5", welches im Kern nahezu gänzlich kopiert wurde. Die Entwickler haben sich nicht einmal die Mühe gemacht, nervige Stellen und Probleme des Originals zu beheben und zum Beispiel das Ärgernis mit der Songliste im freien Spiel gleich mit übernommen. Nach getaner Bühnenarbeit und erhaltener Endauswertung landet man wieder am Anfang der insgesamt 65+ Titel umfassenden Songliste. Dem Spiel ist es dabei völlig einerlei, ob die Band kurz vorher ABC von den Jackson 5 gespielt hat, oder eben Y.M.C.A der Village People, welches sich je nach Sortierung ziemlich am Ende aufhält. Lästiges und vor allem völlig unnötiges scrollen ist also nach wie vor geben - herzlichen Dank für die nicht vorhandenen Mühen, doch musste dies denn wirklich sein?
Da sich der neue "Band Hero" Ableger völlig ungeniert bei seinem Kollegen bedient und sich das Leben mal so richtig leicht macht, tun wir es dem Spiel ratzekahl gleich und verweisen für inhaltliche Belange auf das ausführliche Review von "Guitar Hero 5". Dort findet ihr alle Modi, Spielinhalte und Besonderheiten wie das absolut geniale Partyspiel und der "neue" Karrieremodus bis ins letzte Detail beschrieben. Ihr müsst nur die rockige Songliste und die etwas andersartige Präsentation mit den Themen von "Band Hero" ersetzen und erhaltet eine perfekte Spielbeschreibung. Mir persönlich ist es nun viel zu viel Mühe, das alles nochmals identischgleich abzutippen, wo doch auch andere Leute sich gerne die Arbeit ersparen.
Mit einem Klick geht's hier zum Review von Guitar Hero 5 auf der Xbox 360!
Bunt, fetzig und dennoch ansprechend!
Kommen wir lieber zu den wichtigen Dingen: Die tatsächlichen Neuerungen gegenüber dem Original. Am offensichtlichsten ist ein rosa- und lilafarbener Anstrich, welcher mit seinen Neonröhren, grellen Bühnenbildern und hippigen Charakteren stark an die 80er Jahre erinnert und vor allem farblich nicht mehr dem schnöden rauen Ton der Hardrock Szene aufzuweisen hat. Die Atmosphäre ist freundlicher, nicht mit Skeletten, dem Sensemann und Dämonen verunreinigt und liefert einfach ein fröhliches Konzert für alle Sinne. Die Bühnenbilder sind natürlich wieder klasse und sprühen vor kreativen Iden wie sich bewegende Plasmabildschirme, blendende Hausbeleuchtungen, Discokugeln und abgedrehte Szenarien im Weltall über. Die schicke Grafik wird mit passendem Look im Interface, dem HUD und diversen optischen Spielereien noch regelrecht abgerundet und ergibt ein wirklich harmonisierendes Gesamtbild - sofern man den extrem grellen Farben was abgewinnen kann! Einzig allein die In-Game-Werbung Coca Cola und Co. fällt ein wenig aus dem Rahmen, doch ist diese dezent platziert und sticht nicht unangenehm ins Auge.
