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Battleship (X360)

Release:
20.04.2012
Genre:
Strategie
Publisher:
Activision Blizzard
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Battleship: The Videogame - Lesertest von Mersadion

17.09.2012 18:31 Uhr
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Neu
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Hallo liebe Leser. Lasst uns ein kleines Wortassoziationsspiel spielen. Ich nenne einen Begriff und ihr sagt das erste was euch dazu einfällt. "Filmversoftung"...Solltet Ihr nun "Lizenzschrott" oder "mies umgesetzter Versuch noch mehr Kohle machen" im Kopf haben, so liegt ihr damit in den meisten Fällen absolut richtig. Ob Battleship, die Versoftung einer Verfilmung eines Brettspiels (klingt kompliziert...ist es aber nicht) in eben diese Kategorie fällt oder eine der wenigen brauchbaren Filmversoftungen ist soll nachfolgender Test klären.

Battleship: The Videogame - Lesertest von Mersadion [Quelle: Siehe Bildergalerie] Legt man das Spiel ein wird man wohl zunächst ein wenig überrascht sein. Noch vor dem Titelscreen informiert das Spiel den geneigten Zocker darüber, dass sowohl Activision Blizzard als auch Hasbro die Finger im Spiel haben. Beide Firmen sind keine Unbekannten in der Gamesbranche. Activision Blizzard kennt man als Publisher der Call of Duty Reihe, und Hasbro (eigentlich eine Brettspielschmiede) kennen viele auch als Produzent gewisser Roboter mit der Fähigkeit sich in Fahrzeuge zu verwandeln. Eigentlich keine schlechten Voraussetzungen für das von Double Helix programmierte Spiel. Moment! Double Helix? Waren das nicht die, die bereits das miese G.I. Joe: Rise of Cobra verbrochen haben? Ja genau. Auf den Deckel des Studios gehen außerdem u.a. die Versoftung des Green Lantern Films, die kurzweilige Mechballerei Front Mission Evolved und Silent Hill: Homecoming. Wie man sieht sind also neben kompletten Gurken (G.I. Joe) auch recht brauchbare B-Titel (Front Mission Evolved) in der Geschichte des Studios vorhanden. Nun soll es also das Spiel zum "Schiffe versenken"-Film sein. Ist das Brettspiel noch ein Klassiker oder auch Golden Oldie so ist im Videospiel leider nicht alles Gold was glänzt.

Startet man das Spiel findet man sich in der Haut von Cole Mathis wieder, einem Sprengstoffspezialisten der Army, stationiert auf Hawaii. In der Ego-Perspektive erkundet man nun in den folgenden knapp 5-6 Stunden die Inselgruppen und wird dabei von Mission zu Mission zu einer anderen Insel geschickt um den Alieninvasoren in den außerirdischen Hintern zu treten. Das Spiel erzählt hier nicht die Handlung des Films nach, sondern eine Parallelhandlung. Die meiste Zeit ist man dabei alleine unterwegs, nur sporadisch wird man von einem kleinen Trupp Mariners begleitet, allerdings sind diese ungefähr so brauchbar wie ein 3D-Fernseher für einen Einäugigen.

Die einzelnen Missionen werden durch kurze Cutscenes eingeleitet die ein wenig an die Missionbriefings von Modern Warfare erinnern und mit viel blau und Gittermodellen wohl super taktisch wirken sollen…. Im Endeffekt spielen die Briefings jedoch keine große Rolle da die Missionsziele eigentlich immer die Selben sind…finde und vernichte alle Aliens und zerstöre auf dem Weg noch den einen oder anderen Generator um den Weg freizuräumen. Um diese Ziele zu erreichen bedarf es natürlich auch diverser Meinungsverstärker der Marke Heckler & Koch und Co. Hier bietet Battleship eine eher enttäuschende Auswahl an. Auf Seiten der Menschen finden sich gerade 4 verschiedene Waffen (Sturmgewehr, Schrotflinte, Pistole und Sprenggranate). Damit sind die Marines aber immer noch besser ausgerüstet als die Alieninvasoren. Diese haben gerade einmal 2 verschiedene Waffen im Repertoire. Dazu gehört eine Art Chaingun, die bei Dauerfeuer immer präziser wird und die Schußfrequenz konstant erhöht. Komplettiert wird das Arsenal durch eine Art Railgun, die hier als aufladbares Snipergewehr dient. Der Sound der Schießprügel ist in Ordnung, allerdings nur solange man sie selbst benutzt. Lauscht man dem Dauerfeuer der Alienschergen erinnert das eher an eines dieser 1-Euro-Spielzeuggewehre.

Genauso übersichtlich wie die Anzahl der Waffen ist auch die Anzahl der Gegnerklassen. Im Laufe des Spiels trifft man auf genau 3 unterschiedliche Gegnertypen. Am häufigsten wird man von normalen Fußsoldaten beharkt die ausschließlich mit der Alien-Chaingun ausgerüstet sind….ausnahmslos. Ab und an wird man auch von einer Kommandoeinheit unter Beschuss genommen. Diese Einheit ist immer mit der Alien-Railgun bewaffnet und verrät sich dadurch, dass die Spitze der Waffe aufleuchtet wenn sie voll geladen ist. Dann heißt es in Deckung gehen das hier schon 1 Treffer tödlich sein kein. Die dritte und seltenste Gegnerart auf die man trifft sind die Brawler. Eine dick gepanzerte Nahkampfeinheit die ohne Umwege und auf direktem Weg auf den Spieler zustürmt um den Clinch zu suchen. Hier empfiehlt sich eine Schrotflinte oder eine aufgeladen Railgun im Gepäck da nur diese Waffen genug Power haben um den Brawler schnell auszuschalten. Die Schrottflinte benötigt auf dem normalen Schwierigkeitsgrad 4 Treffer, die Railgun (voll aufgeladen) nur einen direkten Treffer. Die Alternative besteht aus geordnetem Rückzug bei Dauerfeuer. (Für Achievementjäger hier ein Tipp: erledigt einen Brawler mit der Pistole, das benötigt zwar fast 2 Magazine, gibt aber ein Achievement). Wirklich Angst muss man vor den Brawlern jedoch nicht haben, im gesamten Kampagnenverlauf trifft man gerade mal knapp 10 Exemplare, also ca. 2-3 pro Mission.

Wer den Film kennt wird sich nun fragen: "Und was ist mit den Kreiselaliens?". Auch diese tauchen an 2-3 Stellen im Spiel auf, sind aber bedeutend kleiner als im Film und mit einem gezielten Schuss aus der Schrotflinte ebenso schnell Geschichte wie sie auftauchen.

Wo wir gerade bei Missionen sind. Leider sind die Inseln bzw. Missionsgebiete recht klein geraten und auch ziemlich schlauchig. Nur gelegentlich findet sich ein kleiner Geheimpfad der oft zu Munitionskisten oder den aus dem Film bekannten Stiften führen. Diese fungieren im Spiel als Sammelobjekte und sind in jedem Level genau 4-mal versteckt. Für jeden gesammelten Stift schaltet man in den Extras weitere Artworks frei. Leider sind diese Bilder aber die Mühe nicht wert. Passend zu der heldenhaften Mission der Rettung Hawaii und möglicherweise der ganzen Welt findet sich in den Extras auch ein Werbevideo der US Navy….naja, an dieser Stelle muss sich jeder selbst ein Urteil über so etwas bilden.

Wie bereits erwähnt laufen die Missionen eigentlich immer nach Schema: Laufe die Kontrollpunkte ab, beseitige die Alienpräsenz, sprenge Schutzschildgeneratoren und verteidige deine Position gegen ein paar Gegnerwellen, beordere Deine Schiffe auf Verstärkungspositionen?

Moment! ... Schiffe beordern? … Verstärkungspositionen? Wie passt so was zu einem Egoshooter? Battleship verfügt über ein kleines, durchaus erwähnenswertes Alleinstellungsmerkmal. So wird groß damit geworben erstmals "packende Egoshooteraction mit spannenden, taktischen Echtzeitstrategieschlachten" zu verbinden….Klingt gut? Ist es leider aber nicht so ganz. Das Feature als solches ist zwar ganz nett, nur schrecklich belanglos…aber gut, fangen wir von vorne an. Schon in der ersten Mission, die ungefähr bis zur Hälfte als Tutorial dient, wird dem Spieler erklärt dass er mittels LB eine taktische Kommandoansicht aufrufen kann. Im Klartext heißt das, man ruft einen Bildschirm auf der ein wenig an die Flashgame-Variante von Schiffe versenken erinnert. Dort wird die Missionsinsel angezeigt sowie ein Spielfeld welches in ein quadratisches Raster unterteilt wurde. In dieser Ansicht kann man div. Schlachtschiffe, U-Boote und Zerstörer auswählen (welche und wie viele ist missionsabhängig, jedoch selten mehr als 3 Schiffe gleichzeitig) und diesen Positionen zuweisen. Auf jeder Karte gibt es dabei speziell markierte Positionen die als Verstärkungspositionen dienen. Platziert der Spieler eines seiner Schiffe auf einer solchen Position stehen in den Egoabschnitten Sonderangriffe zur Verfügung. Diese Attacken kann man mittels Digikreuz auswählen sobald der Cooldown-Timer abgelaufen ist und dann frei auf dem sichtbaren Schlachtfeld platzieren. So kann ein U-Boot einen Störsender abfeuern der alle Aliens im Umkreis dazu bringt den Störsender zu attackieren und vom Spieler abzulassen. Hat man ein Schlachtschiff auf der entsprechenden Position steht ein Raketenangriff zur Verfügung. Hier ist jedoch ein wenig Vorsicht geboten, denn auch die Alienschiffe nehmen dann und wann die Küste unter Beschuss. Allerdings bleiben die Stiftgranaten nach dem Einschlag noch ca. 5 Sekunden inaktiv und zeigen auch den Detonationsradius an. Hier bleibt also genügend Zeit sich zu verziehen.

Des Weiteren lassen einige erledigte Aliens nach ihrem, meist gewaltsamen und spielerverursachten Ableben, noch sogenannte Joker zurück. Diese existieren in 2 Varianten... gold und blau. Blaue Joker sind z.B. Verstärkung der Feuerkraft, 25% mehr Schadensresistenz oder erweiterter Radarbereich des Schiffs. Je nach Schiffsklasse können 2-5 verschiedene Joker auf ein Schiff "gebufft" werden, außerdem sind die Joker bis zu 3-mal stapelbar. Die goldenen Joker sind etwas seltener und können nur einmal verwendet werden um z.B. 10.000 Hitpoints regenerieren, ein versenktes Schiff zurückholen oder dem Spieler für 20 Sekunden die Kontrolle über das ausgewählte Schlachtschiff geben. Hierbei wechselt das Spiel eine Art Third-Person-Ansicht bei der man jedoch nur das Fadenkreuz bewegen kann. Diese gilt es dann so schnell wie möglich auf das Alienschiff zu richten und dann werden die Schultertasten malträtiert um soviel Blei regnen zu lassen wie das knappe Zeitfenster und der Nachladetimer der Geschütze (ca. 1-2 Sekunden) zulassen. Eine direkte Steuerung des Schiffes ist nicht möglich.

Ganz nett ist die Tatsache dass man die kommandierten Schiffe in den Egoabschnitte jederzeit im Blickfeld hat. Die Pötte dümpeln vor der Küste und wenn man in der taktischen Ansicht einen Bewegungs- oder Feuerbefehl gibt so kann man die Reaktion des Schiffs danach vom Strand beobachten. Hier wurde also wenigsten auf eine gewisse "Logik" geachtet.

Wer bis hier aufmerksam mitgelesen hat weiß ja bereits das es verschiedene Schiffsklassen gibt. Im Tutorial wird auch schön erklärt: "Man müsse diese mit Bedacht einsetzten" und "nur ein U-Boot kann die getarnten Schleicher (U-Bootklasse der Aliens) effektiv bekämpfen." In der harten Spielrealität spielt dies jedoch keine große Rolle mehr. Bereits nach wenigen Minuten jeder Mission, die Joker werden nämlich nicht in die folgende Mission übernommen, hat man bereits so viele Upgrades eingesammelt, dass man sämtliche Kreuzer, Fregatten, U-Boote und Schlachtschiffe voll aufgerüstet hat. Ist dies einmal der Fall spielt es keine Rolle mehr welche Schiffsklasse man gegen welches Alienschiff einsetzt. Hier wurde leider viel Potential verschenkt.

Prinzipiell ist das "Schiffe kommandieren" ein nettes Feature, zumal hinter den Angriffen auch ordentlich Bumms und Kawumm steckt, in der Praxis sind diese jedoch ziemlich unnötig dank der strunzdoofen Gegner-KI.

Flankenmanöver, mit Granaten aus der Deckung scheuchen, Verstärkung rufen und in Deckung hechten…all das macht die KI nicht. Die normalen Fußtruppen, die ja ca. 90% der Gegner ausmachen bewegen sich kaum, die Kommandoeinheiten wechseln ihre Position nur von links nach recht um wenige Meter und die Brawler rennen einfach stumpf auf den Spieler zu. Gefährlich werden die Gegner an manchen Stellen nur durch Masse und nicht durch Klasse. Taktisches Vorgehen ist absolut nicht notwendig. Wer ab und an hinter einem Felsen oder Pfosten bleibt und kurz wartet bis sich die Gesundheit regeneriert hat wird auf dem normalen Schwierigkeitsgrad kaum in die Verlegenheit eines Bildschirmtodes kommen.

Einen Multiplayermodus sucht man vergebens, jedoch kann man dies einem Spiel nicht negativ ankreiden getreu dem Motto: Lieber keinen Multiplayer als einen aufgesetzten 08/15-Multiplayer.

Die Optik ist eher durchwachsen. Einige Stellen des virtuellen Hawaii sehen durchaus ganz nett aus, z.B. der Panoramablick auf die kreuzenden Schlachtschiffe vor der Küste und deren Aliengegenstück. Dies wird jedoch sofort wieder getrübt durch niedrig aufgelöste Bodentexuren die auch ein wenig verwaschen wirken.

"Ist Battleship nun eine Lizenzgurke oder nicht?" Wird der geneigte Leser und Zocker sich nun fragen. Die klare Antwort lautet hier: Jein.

Sicher ist es ein optisch durchschnittlicher Egoshooter. Sicher ist der Strategie Teil nur eine halbgare Minibeigabe und sicher gibt es packendere und hübsche Spiele. Nichts desto Trotz ist das Spiel recht kurzweilig und für den kleinen Zock zwischendurch kann man dem Spiel durchaus eine Chance geben, zumal der Titel oft schon für knapp 20 Euro zu haben ist. Für Achievement- und Trophyjäger ist es allemal einen Blick wert da man viele Erfolge schon im ersten Spieldurchgang freischalten kann.

Spielspaß Singleplayer

Wertung von:
Mersadion

6.8
Gamezone
Spielspaß-Wertung
-
Spielspaß Multiplayer
-
Grafik
6/10
Steuerung
8/10
Sound
6/10
Gameplay
6/10
Moderator
Moderation
17.09.2012 18:31 Uhr
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Dein Kommentar
Moderator
Bewertung: 0
19.09.2012 20:08 Uhr
Danke für die Blumen. Ich sag mal: there's more to come 

Sch.... auf Mut. Mit den Worten des großen Philosophen Nike T. Urnschuh: Just do it  
Moderator
Bewertung: 0
17.09.2012 22:28 Uhr
Interessanter Bericht Sven; und auch unterhaltsam. Ich stelle fest das wir auch eine gewissen Charaktereigenschaft gemeinsam haben... ;).

Schreibstil gefällt mir, und ist auch informativ. Scheint mir das Spiel hat Ähnlichkeiten mit dem Film, kann kurzweilig unterhalten, mehr aber nicht.

Und gratuliere zu…