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  • Battlestrike: Shadow Stalingrad - Held der Sowjetunion - Leser-Test von BigJim

    Spielern und Kritikern waren die Shooter des polnischen Entwicklers und Publishers City Interactive stets ein Dorn im Auge. Es gibt - wenn man von dem 2010 veröffentlichten Sniper: Ghost Warrior einmal absieht - eigentlich keinen Actiontitel der Osteuropäer, der von Testern und Shooter-Fans nicht zerrissen worden wäre. Alles begann vor etwa sieben Jahren mit "Terrorist Takedown", einem Ego-Shooter, bei dem sich der Spieler nicht einmal bewegen konnte, sondern von den stationären Waffen (meist: Maschinengewehren) eines Jeeps, Schützenpanzers oder Hubschrauber aus wie auf Schienen durch die Gegend glitt und alles umpustete, was ihm vor den Lauf kam. In der Folgezeit erschienen mit dem ersten "Wolfschanze" (2006) oder "The Hell in Vietnam" (2007) ähnliche Gurken, die nur minimale Steigerungen in Sachen Technik und Gameplay erkennen ließen. City Interactive bescherte uns unter anderem eine "Battlestrike"-Reihe, die ausschließlich vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges handelt und insgesamt vier Titel umfasst: The Road to Berlin, The Siege (beide 2005 erschienen) sowie Der Widerstand (2007) und Schlacht um Stalingrad (2009). Zu bedenken ist natürlich immer, dass vorgenannte Videospiele dem Niedrigpreissegment (die Titel kosten bei Verkaufsstart meist so um die 20 €) zuzuordnen sind und daher unmöglich mit Vollpreis-Produkten vom Schlage eines MoH oder Call of Duty gemessen werden können. Die Rechnung von City Interactive scheint dennoch aufzugehen. Sieht man sich die schiere Menge besagter Billig-Games aus Polen an, dann scheint das Interesse auf Käuferseite ungebrochen.

    In diesem vierten uns vorerst letzten Teil der Battlestrike-Staffel geht es, wie der Titel bereits erkennen lässt, um die Schlacht von Stalingrad, welche zwischen August/September 1942 und Februar 1943 stattfand und wohl zur psychologisch und militärisch wichtigsten Schlacht während des 2. Weltkrieges an der Ostfront gehört. Die 6. Deutsche Armee wollte die Stadt um jeden Preis nehmen, wurde sie doch immerhin nach dem damaligen sowjetischen Regierungschef benannt. Unter Führung von Generaloberst Paulus stürmten ca. 850.000 Soldaten auf Stalingrad, das von rund 1.700.000 Rotarmisten verteidigt wurde. Doch die von Hitler groß angekündigte Aktion wurde zum Desaster. Von den im Kessel von Stalingrad eingeschlossenen 160.000 Wehrmachts-Soldaten überlebten nur 6.000. Insgesamt verloren in Stalingrad ca. 700.000 Soldaten und Zivilisten ihr Leben. Deshalb gilt die Schlacht an der Wolga als eine der blutigsten aller Zeiten. An der Ostfront bedeutete Stalingrad die endgültige Wende. Die anfangs im Rahmen des Blitzkrieges noch erfolgreiche deutsche Armee wurde durch die hohen Verluste soweit geschwächt, dass Hitlers Generale mit ihren Truppen den Rückzug antreten mussten.

    Battlestrike: Schlacht um Stalingrad beginnt mit der Anfangsphase der Kämpfe im August 1942. Wir übernehmen die Rolle eines sowjetischen Elite-Offiziers, der von seinem General einen besonders wichtigen Auftrag übertragen bekommt. Die Deutschen arbeiten nämlich an einem bestimmten Gas, das den Gegner fügsam und widerstandslos machen soll. Die Verteidigungsfähigkeit von Stalingrad steht auf dem Spiel. Hinter dem chemischen Wundermittel steht ein gewisser Professor Baldur v. Ritter. Der leitet in der Gegend Stalingrads eine Fabrik, in welcher das Zeug hergestellt werden soll. Unser Auftrag ist klar: Wir sollen den Wissenschaftler aufspüren und beseitigen und damit gleichzeitig die Produktion des Spezialgases verhindern. Natürlich ist das einfacher gesagt als getan. Denn zunächst muss unser Mann hinter die feindlichen Frontlinien gelangen, dort Stellungen infiltrieren und es dabei mit allerhand Wehrmachtssoldaten aufnehmen. Und natürlich sind sich auch die Deutschen der Bedeutung der Fabrik bewusst und bewachen diese stark.

    Battlestrike: Schlacht um Stalingrad folgt - wie bereits die vorangegangenen Games der Battlestrike-Serie - dem Konzept Masse statt Klasse. Wobei mit Masse schon mal nicht die Gesamtspielzeit gemeint sein kann, denn die fällt extrem gering aus. Die Kampagne besteht aus gerade mal acht Missionen von jeweils etwa 10-12 Minuten Dauer. Geübte Zocker dürften den Ego-Shooter also in etwa 90 Minuten absolviert haben. Was uns dann rein spielerisch geboten wird, entspricht ziemlich exakt dem, was wir schon aus anderen WW2-Shootern (dort für gewöhnlich jedoch wesentlich besser) kennen. Als "Held der Sowjetunion" hechten wir von A nach B durch die linear angeordneten Levels und ballern jede Menge Feinde über den Haufen. Eine Mini-Karte am unteren linken Bildschirmrand gibt Auskunft darüber, wo wir gerade sind bzw. wohin wir müssen. Da sich das komplette Geschehen auf den Raum Stalingrad beschränkt, gibt es auch nur diesen einen Schauplatz. So durchstreifen wir Straßen, Tunnel, Gebäudeabschnitte, den Bahnhof der Millionenstadt und zuletzt natürlich besagte Fabrik, wo Baldur v. Ritter und seine Helfershelfer ihr Unwesen treiben. Unser Mann ist während seiner Einsätze meist in Begleitung russischer Kameraden, die völlig selbständig agieren und welche wir daher nicht direkt befehligen können. In Mission 5 ("Die Schlacht der Nationen") haben wir Gelegenheit, einen deutschen Tigerpanzer mit Hilfe einer Haftmine zu sprengen. Mitunter können wir uns auch hinter ein stationäres MG klemmen oder Rauchgranaten verwenden. Wirklich aufregend ist das aber nicht. Waffen bzw. Munition stehen in ausreichender Zahl in den Levels herum. Zudem verfügt die Spielfigur über eine Taschenlampe (für schlecht ausgeleuchtete Räume) und zeitweise eine Gasmaske. Medipacks o.ä. entfallen. Werden wir getroffen, stellt sich vorübergehend ein Verwischeffekt ein, der erst dann wieder verschwindet, wenn der Offizier aus der Schusslinie verschwunden, damit in Sicherheit bzw. genesen und Sekunden später wieder voll einsatzfähig ist.

    In Battlestrike: Schlacht um Stalingrad kommt eine modifizierte JupiterEX Engine zum Einsatz, welche im Prinzip bereits bei Terrorist Takedown 2 und Wolfschanze 2 (beides ebenfalls Ego-Shooter von City Interactive) Anwendung fand. Doch was vor fünf oder sechs Jahren bei F.E.A.R. noch ganz schön anzusehen war, riss den Betrachter des Jahres 2009 (in dieser Zeit erschien Battlestrike: Schlacht um Stalingrad) schon nicht mehr vom Hocker - und tut es heute (2011) natürlich erst recht nicht. Einige, für einen Billig-Shooter durchaus ansehnliche Effekte (Fässer explodieren; Stühle, Flaschen und sogar Eiszapfen lassen sich zerschießen) steigern den optischen Eindruck allerdings nur bedingt, wenn man andererseits die klobigen Figuren betrachtet, wie sie insbesondere in den Zwischensequenzen dargestellt werden und die dort besonders negativ auffallen. Hinzu kommt eine eher mäßige deutsche Synchronisation, wobei man sagen muss, dass City Interactive für seine allerersten Ego-Shooter schon schlechtere Sprecher engagiert hat (man denke in dem Zusammenhang nur an den ersten Teil von Wolfschanze, wo die Synchronstimmen an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten waren). Auch bedientechnisch hinterlässt Battlestrike: Schlacht um Stalingrad einen zwiespältigen Eindruck. Die Steuerung entspricht zwar weitgehend Genre-üblichen Standards (so ist es z.B. möglich über Kimme und Korn zu zielen und um Häuserecken zu feuern) und geht somit leicht von der Hand, doch sind unmittelbar nach Installation des Spiels bestimmte Aktionen (Ducken/Springen) für die Tastatur nicht belegt und müssen deshalb vom Spieler nachträglich per Menü zugeteilt werden. Das müsste nicht sein und gibt fetten Punktabzug. Zumal dieser Umstand schon bei früheren Ego-Shootern von City Interactive kritisiert wurde und langsam der Vergangenheit angehören sollte. Immerhin hat das Haus mit Sniper: Ghost Warrior im letzten Jahr bewiesen, dass es zumindest (etwas) besser geht. Allein schon von daher hat die Battlestrike-Reihe noch reichlich Luft nach oben.

    Negative Aspekte:
    Extrem kurze Spielzeit (ca. 90 Minuten); wenig Abwechselung.

    Positive Aspekte:
    Schnörkellose Shooter-Action; gibt`s mittlerweile auf dem Wühltisch (ca. 5 €); grafisch und soundtechnisch auf halbwegs akzeptablem Niveau.

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 0-1 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Battlestrike: Schlacht um Stalingrad

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: BigJim
    4.0
    Multiplayer
    -
    Grafik
    6/10
    Steuerung
    7/10
    Sound
    6/10
    Gameplay
    3/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Battlestrike: Schlacht um Stalingrad
    Battlestrike: Schlacht um Stalingrad
    Publisher
    dtp
    Developer
    City Interactive sp. z o.o. (PL)
    Release
    17.04.2009
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

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Battlestrike: Schlacht um Stalingrad
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http://www.gamezone.de/Battlestrike-Schlacht-um-Stalingrad-Spiel-18779/Lesertests/Battlestrike-Shadow-Stalingrad-Held-der-Sowjetunion-Leser-Test-von-BigJim-1010677/
26.03.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2011/03/stalingradrlu1ppg7.jpg
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