Beat Saber im Test: Wie gut schlägt sich die Vollversion des VR-Rhythmus-Spiel?

Test Jan Dangschat
Beat Saber im Test: Wie gut schlägt sich die Vollversion des VR-Rhythmus-Spiel?
Quelle: Beat Games

Nehmt euch zwei Lichtschwerter zur Hand und zerschlagt zu passenden Electro-Beats jede Menge Blöcke, denn Beat Saber hat endlich seinen Early-Access-Status hinter sich gelassen. Worum es in dem Titel geht und welche Änderungen die Vollversion mit sich bringt, verraten wir euch in unserem Test.

Beat Saber (jetzt kaufen ) versucht, das Genre der Rhythmus-Spiele wiederzubeleben - und das in der virtuellen Realität. Mit der Veröffentlichung der Vollversion haben wir unsere VR-Brillen aufgesetzt und ordentlich die Lichtschwerter geschwungen.

Die Grundmechanik

Das Spielprinzip von Beat Saber ist sehr simpel: Mit einem roten und einem blauen Laserschwert bewaffnet sollt ihr Blöcke passend zur Musik Beat Sabers Stil passt sehr gut zur Musikauswahl und vor allem die wechselnde Beleuchtung ist ein Highlight. Nichtsdestotrotz gilt die Aufmerksamkeit nur selten dem Hintergrund. Quelle: PC Games Beat Sabers Stil passt sehr gut zur Musikauswahl und vor allem die wechselnde Beleuchtung ist ein Highlight. Nichtsdestotrotz gilt die Aufmerksamkeit nur selten dem Hintergrund. zerschneiden. Dabei müsst ihr die Klötze mit der passenden Klinge im richtigen Winkel treffen. Was nach simpler Hand-Augen-Koordination klingt, entfaltet sein ganzen Potenzial in der praktischen Ausführung. Da der Soundtrack mit den eigenen Bewegungen harmoniert und jeder Treffer zum Beat passt, baut sich sehr schnell ein Flow auf. So versinkt man richtig in der virtuellen Realität und verschmilzt geradezu mit der Musik. Jeder Song ist zudem sehr gut choreografiert und die Übergänge zwischen zwei Schlägen sind flüssig. Die Grundmechanik von Beat Saber funktioniert und der Titel entfaltet schon nach wenigen Minuten sein Potenzial. Zwar verändert sich das grundlegende Spielgeschehen nie, dafür erwarten euch aber jede Menge Herausforderungen, um auch für längere Zeit zu motivieren.

Schwierigkeitsgrade, Spielmodi und Modifikationen

Jeder Song kann in fünf unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden angegangen werden. Auf "Leicht" und "Normal" bleibt die Anzahl der Blöcke noch Mit den Modifikationen lässt sich der Highscore deutlich erhöhen, sie können aber auch das Spiel einfacher machen. Durch einen langsameren Song und das Deaktivieren des Game-Over-Screens kann gut geübt werden. Quelle: PC Games Mit den Modifikationen lässt sich der Highscore deutlich erhöhen, sie können aber auch das Spiel einfacher machen. Durch einen langsameren Song und das Deaktivieren des Game-Over-Screens kann gut geübt werden. überschaubar. Wer sich an "Expert" oder gar "Expert+" ran wagt, wird schnell in einer schier endlosen Menge an blauen und roten Kästen untergehen. Da kommt es dann auf schnelle Reaktionen und präzise Schläge an. Die Präzision bestimmt übrigens auch die Punktzahl, welche ihr durch das Zerschneiden der Würfel erhaltet. Dadurch entsteht am Ende eines Songs ein Highscore, wodurch der Wiederspielwert erhöht wird. Wem das noch nicht reicht, der kann verschiedene Modifikationen einschalten, um den Score zusätzlich erhöhen. Dadurch zieht der Schwierigkeitsgrad noch mal ordentlich an, da zum Beispiel Lieder schneller abgespielt werden oder nach einem Fehler bereits Schicht im Schacht ist. Durch die Schwierigkeitsgrade und Modifikationen bietet Beat Saber mehr als genug Möglichkeiten, euch zu fordern und wird so selbst nach vielen Stunden Spielzeit nicht langweilig. Wer dennoch etwas Abwechslung haben möchte, kann sich auch noch in den zwei alternativen Spielmodi probieren: In der ersten Variante gibt es keine Richtungsanweisungen zum Zerstören der Blöcke, wodurch ihr auch nicht durch eine vorgefertigte Chorografie geleitet werdet. Der andere Modus lässt euch nur mit einem Schwert auf die Kästen los, jedoch ist die Menge der Würfel gleich. Diese beiden Spielweisen bietet etwas Abwechslung, weisen aber nicht denselben Flow wie der Standardmodus auf und geraten daher etwas in den Hintergrund.

Kampagne und Songs

Ebenfalls nicht Fokus des Titels ist die Kampagne. Eine Geschichte solltet ihr euch hier nicht erwarten. Stattdessen handelt es sich dabei nur um Einige Songs sind in Zusammenarbeit mit anderen Spielen (in diesem Fall: League of Legends) entstanden und bieten neue Farben für eure Lichtschwerter, jedoch kann man die Klingen nicht selber gestalten. Quelle: PC Games Einige Songs sind in Zusammenarbeit mit anderen Spielen (in diesem Fall: League of Legends) entstanden und bieten neue Farben für eure Lichtschwerter, jedoch kann man die Klingen nicht selber gestalten. eine Abfolge von Leveln mit unterschiedlichen Zielen. So darf eine Punktzahl nicht überschritten werden oder ihr müsste eure Hände eine bestimmte Strecke weit bewegen. Für kurze Zeit macht die Kampagne auch Spaß und die Lernkurve ist nicht zu steil. Wirklich motivierend ist der Modus aber nicht, da es kein konkretes Ziel oder freischaltbare Elemente gibt. Außerdem ist man auch dazu gezwungen, solche Songs zu spielen, die einem eventuell nicht gefallen. Aktuell gibt es nämlich nur 19 Stücke, wobei die meisten im Electro-Genre angesiedelt sind. Sehr groß ist die Anzahl der Tracks daher nicht. Für 12,99€ ist der Monster-Cat-DLC erhältlich, welcher mit zehn neuen Liedern daherkommt. Wer dann immer noch nicht genug hat kann auf dem PC den Level-Editor nutzen und eigene Songs hinzufügen. Das geht jedoch mit einem Haken einher.

Level-Editor und PS4-Version

Ein Level-Editor eignet sich natürlich perfekt für Beat Saber. Dadurch kann man seinen eigenen Musikgeschmack perfekt mit dem Spiel Mit dem Level-Editor können zwar eigene Songs erstellt werden, der Einstieg ist aber alles andere als einfach. Ein Tutorial hätte Abhilfe schaffen können. Quelle: PC Games Mit dem Level-Editor können zwar eigene Songs erstellt werden, der Einstieg ist aber alles andere als einfach. Ein Tutorial hätte Abhilfe schaffen können. kombinieren, indem man Lieder aus der eignen Song-Bibliothek in den Titel importiert. Doch die Bedienung des Audio-Baukastens ist alles andere als benutzerfreundlich. Das fängt schon beim Auswahlmenü an: Ihr müsst zuerst Beat Saber starten, euer VR-Headset aufsetzen, den Level-Editor auswählen, das Headset wieder absetzen und dann am Desktop arbeiten. Warum kann man den Editor nicht direkt von Steam aus öffnen, ohne vorher die VR-Brille aufsetzen zu müssen? Dazu kommt noch, dass es keine Anleitung zum Erstellen von Songs gibt, wobei das dringend nötig wäre. Der Editor ist nämlich sehr komplex und umständlich zu bedienen. Das ist euch alles zu kompliziert? Ihr wollt stattdessen lediglich die Songs der Community runterladen und spielen? Tja, das funktioniert leider auch nicht. Eigenkompositionen lassen sich nicht teilen, wodurch der Editor seinen ganzen Reiz verliert. Natürlich hat das aufgrund der Import-Funktion lizenztechnische Gründe, dennoch bleibt ein fader Beigeschmack .

Die PS4-Version muss zudem komplett auf den Level-Editor verzichten. Ansonsten gibt's aber keine Abstriche gegenüber der PC-Fassung. Lediglich auf den höheren Schwierigkeitsgraden bemerkten wir hin und wieder Probleme bezüglich der Erfassung der Move-Controller, jedoch störte dies nur selten den Spielspaß.

Beat Saber ist insgesamt ein unterhaltsames Rhythmus-Spiel, welches jede Menge Herausforderungen bietet. Das Spielprinzip bleibt zwar immer gleich, kann aber durch das befriedigende Trefferfeedback, passenden Choreografien und die gute Auswahl an Songs begeistern. Zwar ist die Anzahl an Tracks nicht sehr hoch, es wurden aber bereits zwei weitere DLC-Pakete angekündigt. Lediglich der Level-Editor ist eine Enttäuschung und auch die Kampagne kann nicht vollends überzeugen. Dennoch ist Beat Saber geradezu ein Pflichtkauf für VR-Brillen-Besitzer. Bereits ab der ersten Minute macht das Rhythmus-Spiel Spaß und motiviert durch ein einfaches Spielprinzip; um es zu meistern, ist aber viel, viel Übung notwendig. So muss das!

Meinung

Meinung

Wertung zu Beat Saber (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Beat Saber (PS4)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Einfache, aber fast perfekte umgesetzte GrundmechanikAngenehmes TrefferfeedbackChoreografien sorgen für guten FlowMultiplikatoren und Schwierigkeitsgrade bieten genug HerausforderungKampagne ermöglicht einen sanften Einstieg …
… motiviert aber nicht über längere ZeitAnzahl der Songs nicht sehr hochLevel-Editor kompliziert und ohne Anleitung (PC-Version)Kein Teilen von Liedern (PC-Version)
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