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  • Beyond Divinity im Gamezone-Test

    Zu viele kleine Mängel machen der lang erwarteten RPG-Hoffnung einen Strich durch den Spielspaß.

    Der große Diablo 2 Killer?!?

    Nachdem bekannt gegeben wurde, dass sogar Ubisoft als Publisher in das neueste Projekt der Larian Studios einsteigen würde, war uns eigentlich schon fast klar, dass es sich bei "Beyond Divinity" (ehemals Riftrunner) um einen sicheren Hit handeln müsse. Schließlich war der Vorgänger "Divine Divinity" ein kleiner Überraschungshit, der besonders durch seine dichte Atmosphäre, die zahlreichen Quests, klassischen Rollenspiel-Feeling und seinen witzigen Dialogen auch so manchen ehemaligen Fan von Diablo oder Ultima überzeugen konnte. Lest in unserem Test, warum aus dem eigentlich sicheren Hit dann doch nur ein durchschnittliches Spielchen geworden ist.

    Da es sich bei Beyond Divinity ja eigentlich nicht um den offiziellen Nachfolger zu Divine Divinity handelt, sondern nur um ein ähnliches Spiel, das im selben Universum spielt, ist auch die Story und das Gameplay etwas anders ausgefallen: Ein niederträchtiger Dämon hat eure Seele mit der eines gefürchteten Todesritters verschmolzen und euch beide in einem seiner grausamen Kerker eingesperrt. Der Todesritter ist von der Situation genauso wenig begeistert wie ihr selbst, schließlich sind Menschen und Todesritter von Grund auf verschieden und eigentlich sogar verbitterte Feinde. Aufgrund der neuen Sachlage muss das ungleiche Heldenduo nun aber einen Weg aus dem Kerker des Dämons finden und auf dieser Flucht in seelischen Ketten zahlreiche Abenteuer und vor allem Kämpfe gemeinsam überstehen. Denn wenn einer von beiden Sterben sollte, ist auch für den anderen Feierabend.

    Das neue Doppelfeature belebt die mittlerweile in Vergessenheit geratene Rollenspiel-Party, was dem Spiel wiederum eine dicke Portion an Innovation beschert. Selbstverständlich haben die Entwickler auch ein paar obligatorische Schalterrätsel integriert, welche nur von den zwei Helden gemeinsam gelöst werden können. Auch eine große taktische Komponente kommt dadurch ins Spiel, denn man kann nicht nur unterschiedliche Klassen für beide Kämpfer wählen, sondern dadurch auch in den Kämpfen sich geschickt gegenseitig unter die Arme greifen. So wie man das bei einer klassischen Heldentruppe eben macht, kann einer die Monster mit seinem Schwert beackern, während der andere fleißig heilt oder Pfeile verschießt. Aus diesem Grund ist Beyond Divinity noch einen Schritt weiter vom klassischen Hack'n'Slay entfernt als sein innoffizieller Vorgänger, man hat hier vielmehr das Spielgefühl eines "Ultima VII" oder "Baldurs Gate" verwirklicht. Mit dem mürrischen Todesritter an der Seite, wird der normale Dungeon-Alltag angenehm aufgelockert, auch wenn dieses neue Feature so manches Problemchen mit sich birgt: Um beide Charaktere bewegen zu können muss man mittels Tastendruck erst mal beide gleichzeitig auswählen und es passiert einfach viel zu oft, dass man aus Versehen nur einen der Recken ins Kampfgeschehen schickt, während der andere noch recht dümmlich stehen bleibt und sich sogar ohne jegliche Gegenwehr verprügeln lässt. Zum Glück gibt es immer noch die praktische Pause-Option, mit der man anstehende Spielzüge in Ruhe vorausplanen kann. Meist verwendet man die Pause aber nur dafür, neue Ziele festzulegen oder Heiltränke einzunehmen. Auch das Inventar der beiden muss man ständig hin- und herschalten, was auf Dauer einfach zu viele Klicks und Tastendrücke mit sich bringt. Das Inventar birgt aber noch einen weiteren Kritikpunkt: Es sind zwar Buttons zum Ausblenden verschiedener Gegenstände vorhanden, aber trotzdem wird neue Beute einfach übereinander und völlig konzeptlos im unübersichtlichen Inventarbildschirm verteilt. Wie wäre es denn mit einer automatischen Sortierfunktion gewesen? Oder mit dem üblichen Slot-System? Leider Fehlanzeige und dadurch vorprogrammiertes Chaos beim Ausrüsten und Handeln.

    Wie schon im Vorgänger, hat man auch diesmal das Angreifen mehrerer Gegner hintereinander sehr einfach gelöst: Mittels gehaltener STRG-Taste und einem Mausklick auf eine beliebige Stelle auf dem Bildschirm greift ihr automatisch den nächsten Gegner an und solange die STRG-Taste gedrückt bleibt, wird automatisch weiter angegriffen bis auch der letzte Feind vernichtet ist. Somit spart man sich einige Mausklicks und auch versehentliches Danebenklicken ist kaum mehr möglich. Gegenstände auf dem Boden werden mit der Alt-Taste angezeigt, hier muss man aber immer noch wie bei "Diablo" jeden Gegenstand einzeln anklicken um ihn aufzunehmen, eine Auto-Sammel-Funktion fehlt leider. Auch entarten manche Räume in reinste Suchorgien, da man versteckte Gegenstände in Fässern oder Schränken nur erkennen kann, wenn man mit der Maus darüber fährt. In Shops kann leider nicht das gesamte Diebesgut einfach so verkauft werden, da hier mehr oder weniger ein Tauschhandel geschieht. Da die Händler auch nur einen bestimmten Goldvorrat haben, kann man leider nicht unbegrenzt viele Waffen und Rüstungen loswerden.

    Eine weitere Neuerung ist das Schlachtfeld, eine Art "Level-dich-auf-Minigame", welches jederzeit betreten werden kann, sobald man den versteckten Zugang einmal entdeckt hat. Die Schlachtfelder ähneln dann schon wieder mehr dem Vorgänger, hier trifft man auf diverse NPC's mit verschiedenen Quests und Handelmöglichkeiten. Außerdem kann man gegen genügend Bargeld auch neue Fertigkeiten erlernen, was wiederum im "echten" Spiel von großem Vorteil ist. Ein Besuch dieser Schlachtfelder ist aufgrund der dort erhaltenen Erfahrungspunkte fast schon Pflicht, denn ansonsten hat man in den düsteren Kerkern des Dämons nicht viel zu lachen. Trotzdem wirken die Sprünge zwischen Schlachtfeld und dem eigentlichen Spiel irgendwie unpassend, ja fast schon wild zusammengewürfelt. Wo wir gerade beim Würfeln sind: Der Aufstieg in neue Levels bringt einerseits auch die klassischen Attributspunkte mit sich, welche man frei auf die verschiedene Werte der Helden verteilen darf, aber auch Fertigkeitspunkte, die im neuartigen Fertigkeitenbaum ausgegeben werden können. Dieser Fertigkeitenbaum erlaubt es, zusammen mit den Fähigkeiten die man aus Büchern oder von Trainern erlernen kann, auch ganz andere und klassenuntypische Fertigkeiten zu meistern: So kann man sich ohne Probleme einen Krieger mit heilenden Kräften zusammenschustern, oder einen Fallen stellenden Magier. Neben klassischen Spezialisierungen auf verschiedene Waffengattungen, können auch Handwerksfähigkeiten erlernt werden, wodurch man sich seine beschädigten Gegenstände fortan selbst reparieren darf. Das innovative Fertigkeitensystem bietet große spielerische Freiheit und regt zum experimentieren an, denn bereits erlernte Spezialisierungen können gegen Bargeld jederzeit rückgängig gemacht werden, was auch die wertvollen Fertigkeitspunkt zurückbringt.

    Atmosphärisch hinkt der Titel seinem Vorgänger leider hinterher: Ein schöner, gemütlicher Einstieg mit einfachen Botengängen oder kleinen Monstergrüppchen als zentralen Questbestandteil sucht man hier vergebens. Man wird mitten in die dunkle Welt des Dämons geworfen und sucht in der lieblosen Umgebung nach spielerischer Abwechslung. Generell sind Quests eher Mangelware und - wenn überhaupt - absolut miserabel erklärt. Im Questlog findet man höchstens eine Kurzbeschreibung, aus der man mit Sicherheit nicht ganz schlau wird. Hier hätten sich die Entwickler ein Beispiel am Genrekollegen "Sacred" nehmen sollen und den Fokus beim Spiel auf wesentlich mehr Quests legen müssen. Auch die eigentlichen Dungeons laden nicht gerade zum fleißigen Forschen und Erkunden ein, das wild zusammengewürfelte Leveldesign wirft dem Spielspaß jede Menge Knüppel zwischen die Beine und wenn man nicht die handliche Minimap im Gepäck hätte, wäre man im düstren Wirrwarr der schnurgeraden Gänge und viereckigen Räume hoffnungslos verloren. Auch gibt es im "Schlachtfeld" diverse Dungeons, die man komplett bis zum Ende spielt, nur um dann festzustellen, dass es dort absolut nichts zu holen gab und man den ganzen Weg umsonst gelaufen ist. Selbst in Sachen Monstervielfalt hat der Titel nichts zu bieten, bis wir mal endlich einen anderen Gegner als immer das gleiche Skelett vor uns hatten, vergingen mehrere Stunden Spielzeit - und selbst dann gab es neben den Skeletten nur ein paar langweilige Spinnen zu sehen...

    Technisch ist das Spiel ebenfalls nicht ganz ausgereift: Obwohl offensichtlich die Engine größtenteils aus dem Vorgänger übernommen wurde, haben sich auch hier wieder sehr lange Ladepausen, verschwindende Gegner, diverse Übersetzungsfehler und so manch heftiger Ruckler, der bis zum totalen Stillstand führen kann, eingeschlichen. Auch die KI der Feinde ist nicht das Gelbe von Ei, denn selbige rennen einfach zielstrebig auf uns zu und prügeln wie wild los. Sogar Feuerbälle und andere Zaubersprüche gehen einfach so durch Wände hindurch, was jegliche Ausweichmöglichkeiten unsererseits zunichte macht. Im Vorgänger war dies kein Problem, denn man hat hier einfach genauso wild zurückgeprügelt und jede noch so große Gegnerschar dem Erdboden gleich gemacht. In Beyond Divinity sind die Monster aber schon auf dem normalen Schwierigkeitsgrade derartig aggressiv und stark, dass man innerhalb kürzester Zeit den Löffel abgibt und dadurch nicht selten mehr Zeit für das Schnellspeichern/Laden aufwendet, als für das eigentliche Spiel. Nichts gegen einen knackigen Schwierigkeitsgrad, aber wenn man das gleiche Monster einmal ganz locker mit einem Schlag umhaut, es aber bei der nächsten Begegnung selbiges mit uns macht, dann ist da wohl offensichtlich der Wurm drin. Auch so manche Falle im Boden lässt den Helden oftmals ganz unerwartet sterben und zwingt erneut zum Laden des letzen Spielstandes. Da man ja gerade zu Beginn des Spiels keine einfacheren Quests zur Auswahl hat, um sich erst mal in Ruhe hochzuleveln, gibt es einfach keine andere Möglichkeit eine knifflige Stelle so oft zu probieren bis es durch reinen Zufall dann doch endlich mal klappt. So etwas sorgt ganz einfach nur für Frust und nicht für lang anhaltenden Spielspaß!

    Schon beim Vorgänger war die Optik nicht auf dem neuesten Stand und gab Anlass zur Kritik. Nun, fast zwei Jahre nach Larian's Erstlingswerk, ist die Grafik dann doch hoffnungslos veraltet und keinen Deut besser seinerzeit bei "Divine Divinity" ausgefallen. Generell wirken die Charaktere viel zu klein, was zwar der Übersicht zugute kommt, aber sicherlich nicht unserer Wertung für die Grafik. Man kann natürlich mittels Mausrad in das Geschehen hineinzoomen, was aber mit stark verwaschenen Hintergründen bestraft wird. Also bleibt man immer auf der kleinsten Zoomstufe, sieht dafür aber von den relativ ordentlichen Charakter- und Monstermodels nur noch sehr wenig. Auch in Sachen Sound hat man diesmal wohl den Rotstift angesetzt: Gerade im ersten Akt wird man mit immer demselben Sphärensound genervt, welcher ohnehin viel zu laut eingestellt ist. Bereits nach kurzer Zeit geht einem das langweilige Gestöhne der virtuellen Mönche so auf den Nerv, dass man rigoros zum Lautstärkeregler greift. Doch das wäre eigentlich gar nicht so nötig, es gibt auch lange Abschnitte, in denen man überhaupt keine Musik hört, was zwar praktisch, aber auch nicht gerade professionell ist.

    Beyond Divinity (PC)

    Singleplayer
    7 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    6/10
    Sound
    7/10
    Steuerung
    7/10
    Gameplay
    7/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    innovativer und umfangreicher Fähigkeitenbaum
    schönes Party-System
    sehr lange Spielzeit
    interessantes Schlachtfeld-Feature
    tolle Pausemöglichkeit
    ausführliches Handbuch
    veraltete Grafik
    diverse Bugs
    zu wenig Quests
    keine Monstervielfalt
    laue Story
    misslungenes Inventar
    eintöniger Sound
    starke Schwankungen im Schwierigkeitsgrad
    dadurch ständige Quickload/Save Orgie
  • Beyond Divinity
    Beyond Divinity
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    Larian Studios
    Release
    02.04.2004

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Beyond Divinity
Beyond Divinity im Gamezone-Test
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http://www.gamezone.de/Beyond-Divinity-Spiel-18908/Tests/Beyond-Divinity-im-Gamezone-Test-989767/
02.04.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/04/beyond9.jpg
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