Beyond: Two Souls in der E3-Vorschau: Der Story-Knaller für PS3 setzt auf Agenten-Action

Special Sandro Odak

Auf der E3 in Los Angeles hat Gamezone eine neue Version von Beyond: Two Souls anspielen können und war überrascht, wie actionreich sich Sonys interaktiver Fim spielt. Jodie ist in dem angespielten Level als CIA-Agentin in Somalia und muss einen Warlord töten - wir sind gespannt, wie das zu der zerbrechlichen Außenseiter-Jodie passt, die im ersten Trailer gezeigt wurde.

Vor kurzem haben wir noch The Last of Us als einen der letzten großen Titel der PS3 bezeichnet – oh Gott, wie falsch wir damit nur lagen. Mit Beyond: Two Souls hat Sony natürlich noch einen richtigen Story-Kracher in der Pipeline. Auf der E3 konnten wir nun ein weiteres Level anspielen. Im Vergleich zum bisher bekannten Material, ist die Mission sehr viel weiter vorn in der Kampagne angesiedelt. Jodie, gespielt von Rotschopf Ellen Page, ist zu dem Zeitpunkt vom CIA rekrutiert worden und als Agentin in Somalia eingesetzt. Mithilfe ihres Geisterfreundes soll sie für den Geheimdienst Aufträge erledigen, in Somalia mitten während des Bürgerkriegs einen Rebellen-Anführer ermorden.

Moment. What? Agentin? Somalia? Mordauftrag? Da muss ja ziemlich viel passiert sein. Das letzte, das wir von Beyond gesehen haben, war immerhin eine von der Gesellschaft ausgestoßene Jodie, die Autoritäten gegenüber sehr skeptisch ist.

Intuitives QTE

Beyond: Two Souls in der E3-Vorschau: Der Story-Knaller für PS3 setzt auf Agenten-Action Quelle: Quantic Dream Vom Gameplay her erinnert das Somalia-Level an Metal Gear. Jodie ist in militärisches Flecktarn gehüllt, hat sogar Tarnfarbe im Gesicht, und schleicht gebückt durch eine zerschossene somalische Hütten. Ein kleiner Kindersoldat, den Jodie kurz zuvor befreit hat, steht ihr zur Seite und verteidigt die schöne Agentin gegen Angreifer. Sie selbst greift eher selten zur Waffe. Nur einmal neigt sie sich zur Deckung heraus und feuert selbst auf Soldaten. Waffen, das merkt man Mimik und Gestik an, sind nicht ihre größte Freude. Weshalb sie dann ausgerechnet für die CIA Mordaufträge ausführt, muss eine spannende Geschichte sein.

Was Jodie nicht selbst macht, erledigt Geist Aiden. Auf Knopfdruck wechseln wir von Jodie zu ihm und können nun durch Wände und Türen schweben. Einen Gegner, der hinter einer Steinmauer in Deckung gegangen ist, greift Aiden an, indem er mit "Anlauf" die Mauer rammt. Sie fällt zusammen und erdrückt den Soldaten. Etwas später geht es den Kämpfern auch direkt an den Kragen. Aiden kann manche Gegner erdrosseln, andere sogar übernehmen. So töten wir zuerst zwei somalische Soldaten, bevor wir die Kontrolle über einen dritten übernehmen. Er fährt Jodie und den Jungen, versteckt auf der Ladefläche eines Pick-Ups, in das Zielgebiet der Killeragentin.

Beyond: Two Souls in der E3-Vorschau: Der Story-Knaller für PS3 setzt auf Agenten-Action Quelle: Quantic Dream Doch dann werden die beiden entdeckt, es kommt zum Zweikampf. Beyond zeigt in solchen Momenten die ideologischen Gemeinsamkeiten mit Quasi-Vorgänger Heavy Rain. Doch anstatt bestimmte Tasten in dem Augenblick zu drücken, in dem sie auf dem Bildschirm aufploppen, führt man intuitiv bewegungsähnliche Gesten aus. In unserem Fall greift einer der feindlichen Somalier mit einer Machete an. In einer Slow-Motion-Phase haben wir die Möglichkeit, mit dem rechten Joystick in eine Richtung auszuweichen oder offensiv vorzugehen. Das Spiel gibt einem dabei nicht blinkend vor, welche Taste man drücken soll. Es fühlt sich einfach immer richtig an, genau in dem passenden Moment die richtige Bewegung auszuführen. Dadurch entsteht ein Gefühl von mehr spielerischer Freiheit und von Action, das uns gefällt.

Emotional und nah

Beyond: Two Souls in der E3-Vorschau: Der Story-Knaller für PS3 setzt auf Agenten-Action Quelle: Quantic Dream Solche Action-Szenen sind nicht selten – aber nicht das Hauptfeature von Beyond. Das ist mit Sicherheit die schauspielerische Leistung der Charaktere. Nicht umsonst hat Sony Hollywood-Größen wie Ellen Page und Willem Dafoe eingestellt. Die beiden haben alle Zwischensequenzen im Motion Capture Studio eingespielt, weswegen Mimik und Gestik auf brillant hohem Niveau spielen. Jodie entlässt ihren befreiten Kindersoldaten beispielsweise in die Freiheit – so recht will der aber gar nicht weg. Die Szene bedarf gar nicht vieler Worte, die Gesichter der beiden sagen alles.

Wenig später geht es dann ans Eingemachte. Jodie schleicht sich in die Nähe des Verstecks, in dem der Rebellenführer sein soll. Mithilfe von Aiden erwürgt sie eine Wache, kapert einen anderen Soldaten und schnappt sich eine Kanone. So bewaffnet und gut getarnt geht es in den "War Room" des Diktators. In solchen Situationen fällt Beyond dann zurück ins typische QTE-Muster. Eine Taste wird eingblendet – und sie steht da. Wir wissen: Wenn wir sie drücken, wird Jodie zur Mörderin. Und das will sie selbst nicht. Aber: "Befehl ist Befehl." Und wir drücken ab. Momente später sacken alle tot in sich zusammen. Auch der Schütze, der von den überraschten Kameraden getroffen wird. Jodie muss nun kontrollieren, ob das Ziel wirklich tot ist, als plötzlich der kleine Junge in dem Raum auftaucht und weinend vor dem Leichnam des von uns benutzten Schützen zusammenbricht. Tränen kullern seine Wangen herab. "Papa! Papa!" Oh nein. Wir haben seinen Vater getötet. Was für ein emotionales Feuerwerk! Beyond schafft es, dass wir jede Handlung schon im Vorhinein kritisch hinterfragen. Und dann lässt es uns auch noch mit schlechtem Gewissen zurück. Wow!

Meinung

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