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BioShock (X360)

Release:
28.08.2007
Genre:
Action
Publisher:
2K Games
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BioShock: No gods or kings. Only men - Leser-Test von Yoshi256

20.01.2008 18:43 Uhr
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Neu
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BioShock: No gods or kings. Only men - Leser-Test von Yoshi256 [Quelle: 2k Games] "Steht einem Mann nicht das zu, was er sich im Schweiße seines Angesichts erarbeitet hat?" Weder die Vereinigten Staaten, noch die Sowjetunion oder Kirche können diese Frage Andrew Ryans bejahen. Enttäuscht von den gegenwärtigen Gesellschaftsformen erbaut Andrew Ryan sich daher seine eigene Welt, Rapture. Rapture ist eine Unterwasserstadt, fern ab der menschlichen Zivilisation. Hier können Wissenschaftler und Künstler sich frei entfalten, ohne sich über moralische Einwände oder Zensur Gedanken machen zu müssen.
Bioshock spielt in Rapture, aber nicht in der von Andrew Ryan erträumten Utopie, sondern in einer Alptraumwelt. Seine Bewohner haben sich durch Gen-Modifikationen und "Schönheits-OPs" verstümmelt und laufen als willenlose Zombies durch die einsamen Gänge Raptures.
Über diesen unwirtlichen Ort stürzt das Flugzeug des Hauptcharakters Jack ab. Als einziger Überlebender entkommt er dem Inferno und rettet sich zu einem Leuchtturm. Dort findet er eine Tauchkapsel, die ihn direkt nach Rapture transportiert. Gerade dort angekommen, nimmt ein Mann namens Atlas mithilfe eines Funkgeräts Kontakt mit ihm auf. Atlas ist ein Verfolgter Andrew Ryans, der in Jack seine einzige Hoffnung sieht seine Familie zu befreien.
Schon nach wenigen Schritten stürzt sich der erste Splicer auf Jack, der nur mit der kurz zuvor aufgehobenen Brechstange zur Strecke gebracht werden kann. Splicer sind die verrückt gewordenen Bewohner Raptures, die jeden in ihrem Blickfeld angreifen. Um sich ihrer zu erwehren stehen Jack im Laufe des Abenteuers zahlreiche Waffen und Plasmide zur Verfügung. Plasmide sind genetische Fähigkeiten, die man in den Levels aufsammeln oder an Automaten erwerben kann. Durch sie kann Jack mit seinem linken Arm Blitze schleudern, Feuerbälle verschießen, Gegner einfrieren oder per Telekinese herumschleudern. Am Besten kann man sie mit den Zaubersprüchen in Rollenspielen vergleichen. Für ihre Verwendung braucht es allerdings kein Mana, sondern Eve, das zufälligerweise auch blau ist und in Form von Spritzen in den Levels verteilt liegt. Um seine genetischen Fähigkeiten aufzurüsten braucht man Adam. Diese Substanz bekommt man aber nur durch die Little Sisters. Little Sisters sind kleine Mädchen die durch Rapture wandern und am Boden liegenden Leichen das Adam entziehen. Die Little Sisters sind aber nicht alleine, sondern werden von den Big Daddies beschützt. Diese sind schwer gepanzerte Gegner, die in einer Art Taucherrüstung stecken.
Um an die Little Sisters zu kommen, muss der Spieler diese Beschützer ausschalten. Danach stehen ihm zwei Optionen zur Verfügung: Die Little Sister ausbeuten und damit umzubringen oder sie zu retten. Bei letzterer Option bekommt man weniger Adam, erhält aber im Laufe des Abenteuers kleine Geschenke von Dr.Tenenbaum. Dr.Tenenbaum ist die Wissenschaftlerin welche zusammen mit Andrew Ryan die Mädchen zu Little Sistern gemacht hat. Jetzt verspürt sie aber Reue für ihre Taten und möchte, dass Jack die Mädchen befreit. Die Entscheidung die Little Sistern zu töten oder zu retten ist die einzige moralische Entscheidungsmöglichkeit die einem das Spiel gibt. Bioshock ist in erster Linie ein linearer Shooter, in dem man die gestellten Aufträge erledigt. Nichtsdestotrotz bleibt die Story aber immer spannend und fesselt bis zum Finale.
Die Story wird sowohl mithilfe der Funksprüche, als auch mit den überall in Rapture verstreuten Tonbändern erzählt. Nur wer sich diese anhört, erlebt die Atmosphäre und Story Bioshocks in seinem ganzen Ausmaß.
Die geniale Atmosphäre spiegelt in sich auch in der tollen Gestaltung der Spielwelt wieder, welche im Art Déco Stil gehalten ist und von einem verschwenderischen Luxus geprägt ist.
Ebenfalls großartig ist der Sound in Bioshock. Atmosphärische Musik, passende Soundeffekte und eine superbe deutsche Sprachausgabe lassen echt keine Wünsche offen.
Technisch gibt sich Bioshock ebenso kleine Blöße. Die Grafik sieht sehr schick aus und läuft durchgehend flüssig. Anzahl und Länge der Ladezeiten gestalten sich auch angemessen.
Die Bedienung geht leicht von der Hand, das einzige Manko ist, dass man Plasmide und Waffen nicht gleichzeitig einsetzen kann.
Ist Bioshock also das perfekte Spiel? Leider nicht. Das größte Problem ist meiner Meinung nach der fehlende Abwechslungsreichtum. Die Gegner unterscheiden sich kaum und verhalten sich meistens nicht sehr intelligent, in meinen Augen stellen sie eher einen Nervfaktor denn eine Herausforderung dar. Die Kämpfe gegen die Big Daddies gestalten sich am Anfang noch sehr dramatisch, zeigen aber spätestens beim vierten Mal erste Abnutzungserscheinungen. Da einen die Vita Chambers immer wieder regenerieren, kann man nicht sterben und es ist klüger sich diesen Umstand zu Nutze zu machen, anstatt seine gesamten Medipackvorräte an einem Big Daddy zu verbrauchen und bei den kommenden Gegnern Probleme zu bekommen.
Wenig Abwechslung bietet auch das Minispiel das man meistern muss wenn man eines der Geschütze oder Verkaufsautomaten hacken will. Hier gilt es unter Zeitdruck verschiedene Röhrenteile so zu legen, dass der Strom durch sie fließen kann. Bevor das Minispiel zum Ende hin fast unlösbar schwer wird, ist es aber recht unterhaltsam.
Die Rollenspielaspekte in Bioshock wissen nicht so recht zu überzeugen, es werden dem Spieler kaum Entscheidungen zur Charakterentwicklung abverlangt. Alle Plasmide lassen sich wieder entfernen und durch andere ersetzen. Das Spiel besitzt darüber hinaus kein Inventar und ist längst nicht so komplex wie der geistige Vorgänger System Shock 2 oder ein Deus Ex.
Schade empfand ich auch, dass die Wechsel zwischen den verschiedenen Levels nicht optisch umgesetzt wurden und man stattdessen nur einen Ladebildschirm vorgesetzt bekommt.
Bei der Wahl des Schwierigkeitsgrades sollte aufgepasst werden, auf Leicht ist Bioshock ein Kindergeburtstag, bei dem die Gäste schon tot umfallen wenn sie dem Gastgeber die Hand schütteln oder ihn umarmen.
Was bleibt ist ein geradliniger Shooter mit einem frischen, neuen Setting, einer genial düsteren Atmosphäre und einem ordentlichen Umfang. Zumindest für Ego-Shooter Fans stellt Bioshock ein Pflichtkauf dar, alle anderen müssen sich bewusst sein, dass sie mit Bioshock nicht die von der Fachpresse versprochene Revolution bekommen, sondern nur einen gewöhnlichen Shooter mit einem zugegebenermaßen sehr ungewöhnlichem Setting.

Negative Aspekte:
Wenig Abwechslung, dezent nerviges Gegnerverhalten, wenig Rollenspielaspekte

Positive Aspekte:
Tolle Story, faszinierende Atmosphäre, grandiose deutsche Synchronisation

Infos zur Spielzeit:
Yoshi256 hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

Spielspaß Singleplayer

Wertung von:
Yoshi256

8.9
Gamezone
Spielspaß-Wertung
9/10
Spielspaß Multiplayer
-
Grafik
10/10
Steuerung
9/10
Sound
10/10
Gameplay
8/10
Erfahrener Benutzer
Moderation
20.01.2008 18:43 Uhr
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