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  • Blazing Angels: Squadrons of WWII - Entscheidung über den Wolken - Leser-Test von BigJim

    Mit Flugsimulationen ist es wie mit Gebrauchsanweisungen: oft sind sie schwer zugänglich und erfordern ein gründliches Studium. Natürlich gibt es erfreuliche Ausnahmen, bei denen man auch ohne das ganze Spezialchinesisch auskommt. Allerdings waren Titel wie Red Baron oder Wings of War nie wirklich ernstzunehmende Flugsimulationen, sondern reine Arcade-Games. Bei Blazing Angels: Squadron of WWII ist es ähnlich. Wer also nach einem Spiel in der Machart von IL2-Sturmovik aus ist, der wird wohl eher enttäuscht sein. Wer aber nach einer einsteigerfreundlichen Weltkriegsfliegerei Ausschau hält, sollte Blazing Angels etwas Aufmerksamkeit schenken, zumal der Titel längst zum Budget-Tarif in den Händlerregalen steht. Wie übrigens auch der zweite Teil, den viele Fans für durchaus ebenbürtig erachten.

    Blazing Angels: Squadrons of WWII beschäftigt sich mit den wichtigsten Luftschlachten des Zweiten Weltkrieges und umfasst im Kampagnenmodus rund zwanzig Singleplayermissionen. Darüber hinaus gibt es noch zwei weitere Einzelspielermodi: Im sogenannten Arcade-Modus muss man es unter Zeitvorgabe mit einer ganzen Vielzahl von feindlichen Jägern aufnehmen, in "Duell der Asse" dagegen treten wir nur gegen einen KI-gesteuerten Gegnerpiloten an, der allerdings zur Elite seiner Zunft gehört und deshalb eine echte Herausforderung für uns darstellt.

    Die Gesamtspielzeit lässt sich aufgrund der zahlreichen Modi nicht exakt bestimmen. Für die Kampagne, die das Kernstück von Blazing Angels ist, kann man ca. sieben bis acht Stunden veranschlagen. Das ist nicht besonders viel. Allein schon von daher dürfte man von den Einsätzen außerhalb der Kampagne häufiger Gebrauch machen. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang noch die Mini-Kampagne, die nach Abschluss der Haupt-Kampagne automatisch freigeschaltet wird. So gesehen ist die Spielzeit wiederum ganz akzeptabel, zumal man auch später zwischendurch immer mal gern eine Partie Blazing Angels wagt; vor allem die o.g. Modi "Arcade" und "Duell der Asse" sind dafür wie geschaffen.

    Der Spieler übernimmt in dieser Action-Flugsimulation die Funktion eines alliierten Jagdfliegers. Die Luftstreitkräfte der Gegenseite (Deutsche/Japaner) sind in der Kampagne nicht spielbar. Schauplätze des Geschehens sind Europa (z.B. London, die französische Normandie, Paris und Berlin), Nordafrika (Wüstenkrieg) sowie der Südpazifik (z.B. Pearl Harbor). Hierbei kommen bekannte britische und US-amerikanische Flugzeugtypen zum Einsatz, u.a. die Britissh Spitfire, die B-17 Flying Fortress oder die P-51 Mustang. Alle Maschinen bekommen wir jedoch nur von außen zu sehen, eine Innen- bzw. Cockpit-Ansicht entfällt. Lediglich zu einem späteren Zeitpunkt des Spiels können wir uns auch mal hinter das Bord-MG eines schweren Fliegers klemmen.

    Gesteuert werden die Maschinen also fast ausschließlich aus der Verfolgeransicht, was im Prinzip auch praktisch ist, da dies zur Übersichtlichkeit beiträgt. Der Nachteil besteht halt darin, dass - anders als beispielsweise in IL2-Sturmovik - eigentlich nie wirklich so etwas wie "Steuerknüppel"-Feeling aufkommt, da man das Innere des Cockpits mitsamt den Fluginstrumenten und all den anderen Feinheiten nicht zu Gesicht bekommt. Dies ist deshalb verwunderlich, weil der Wechsel zwischen Innen- und Außenperspektive bereits bei wesentlich älteren Flugsimulationen (Red Baron) möglich war. Etwas ärgerlich: Werden wir abgeschossen - was in den teilweise recht haarigen Kampagnen-Missionsabschnitten natürlich mal passieren kann -, dann werden wir bis zum vorangegangenen Levelabschnitt zurückgeworfen und müssen ab da von vorne beginnen.

    Die Missionen sind recht abwechselungsreich und ermöglichen uns eine gute Vorstellung von den Aufgaben eines Weltkriegspiloten. Nach dem einführenden Tutorial, welches uns mit den Grundlagen der Fliegerei vertraut macht, geht's gleich los ins Gefecht. Genauer gesagt nach Dünkirchen. Hier haben die allierten Streitkräfte seinerzeit gewaltige Verluste hinnehmen müssen. Aber glücklicherweise gehören wir nicht zu diesen armen Land- und Seeratten, die da unten am Boden von deutschem Artillerie- und MG-Feuer zusammengeschossen werden, sondern zu den modernen Rittern der Lüfte. Mit zunehmendem Spielfortschritt schaltet die Kampagne übrigens gut 40 Maschinen frei. Natürlich sind diese dann immer besser, schneller und effektiver. Wichtiger noch als diese Dinge ist jedoch die nötige Routine, die sich aufgrund der pflegeleichten Steuerung sehr schnell einstellt, und das Zusammenwirken mit unseren Flügelmännern.

    Wir sind nämlich nicht immer auf uns allein gestellt. Da gibt es drei weitere Piloten, die direkt unserem Kommando unterstehen: Der eine spielt gerne den "Köder" und lenkt feindliche Flieger von uns ab; der andere erteilt uns Hinweise, wie wir unsere Maschine bei schwerer Beschädigung in der Luft reparieren können (die Instandsetzungsarbeiten erfolgen hierbei über eine bestimmte Tastenfolge); ein weiterer schließlich eignet sich speziell für Offensivmanöver und greift besonders gefährliche Luftgegner direkt an. Die Hilfe durch unsere drei KI-gesteuerten Mitstreiter ist in vielen Missionen unabdingbar. Als Solist, ohne den geschickten Einsatz der Kollegen, sind unsere Erfolgs- und Überlebenschancen gering. Darüber hinaus kann der Spieler an seine Staffelkameraden allgemeinere Befehle wie "Formation" (Flieger bleiben zusammen), "Angriff!" oder "Verteidigung" geben. Das Positive daran ist, dass sich dies alles über Controller sehr sportlich und sicher handhaben lässt. Besser noch als in der PC-Version.

    Was das Missionsdesign betrifft, haben die Entwickler eine glückliche Hand bewiesen. Einige Missionen spielen sich eher gemächlich, z.B. wenn wir Luftaufnahmen von Kriegsschiffen machen oder inmitten eines Sandsturms, der die Sicht erschwert, einige Bodenstützpunkte ausfindig machen müssen. Diesen Aufträgen, die vor allem Aufklärungscharakter haben, stehen sehr temporeiche Fights gegenüber. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn es gilt, Hafenabschnitte im Südpazifik gegen japanische Flieger (einschließlich Kamikaze-Piloten) zu verteidigen, gegnerische Artilleriestellungen zu vernichten, das Vorgehen von eigenen Landstreitkräften aus der Luft zu unterstützen oder feindliche Schiffsverbände zu zerstören. Relativ früh während der Kampagne müssen wir u.a. den Tower von London gegen deutsche Bomberstaffeln beschützen.

    Erschwert werden bestimmte Missionen dadurch, dass die vorgegebenen Auftragsziele unter Zeitvorgabe zu erfüllen sind. Dann wird's mitunter sehr hektisch. Die meisten Missionen bereiten keine großen Probleme. An einigen Stellen jedoch wird es manchmal unfair schwer. Irgendwo im Pazifik z.B. sollen wir Kampffahrzeuge aufhalten, die zuvor mit Schiffen abgesetzt wurden und unseren Flughafen einnehmen wollen. Die Vernichtung der Fahrzeuge wäre an sich kein Problem, würden wir nicht noch von See und feindlichen Jägern gleichzeitig beschossen werden. Solche und ähnliche Missionsabschnitte lassen sich oft nur nach mehreren Anläufen und mit einer kleinen Portion Glück schaffen. Hier hätten die Produzenten sicherlich etwas mehr Feinarbeit in Sachen Balance an den Tag legen können, um dem Spieler unnötige Frustmomente zu ersparen. Was die Bewaffnung unserer Maschinen betrifft, hat man immerhin an alles gedacht. So verschießen wir nicht nur MG-Munition und Raketen, sondern können in bestimmten Situationen auch Bomben oder Torpedos abwerfen.

    Technisch lässt sich an Blazing Angels wenig aussetzen. Die relativ simple Steuerung fand bereits Erwähnung. Die grafische Darstellung der Militärflugzeuge und von (Explosions-)Effekten ist gelungen. Lediglich einige Objekte am Boden (z.B. Wald- und Wiesenbestände) sehen etwas unscharf aus, jedenfalls merklich schwächer als z.B. in der Computerfassung. Wirklich gut klingt der treibende Soundtrack und das Rattern (MG-Salven) und Knattern (Motorengeräusche) der Maschinen. Die Synchronisation fällt dagegen ab. Die Akteure sprechen teilweise in einem fürchterlich betonten Englisch, was die Funksprüche irgendwie gekünstelt wirken lässt. Wer das Genuschel und Gekreische nicht verstehen kann, bedient sich vorzugsweise des deutschen Untertitels. Sieht man von vorgenannten, relativ geringfügigen Unzulänglichkeiten einmal ab, ist Blazing Angels: Squadrons of WW2 dennoch ein recht gutes Spiel geworden.

    Negative Aspekte:
    Einige Schwächen in der Synchro; nur eine Seite (Alliierte) spielbar; keine Cockpit-Perspektive.

    Positive Aspekte:
    Abwechselungsreiche Missionen; treibender Soundtrack; einfache Steuerung.

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Blazing Angels: Squadrons of WWII
    Blazing Angels: Squadrons of WWII
    Publisher
    Ubisoft
    Release
    30.03.2005
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Blazing Angels: Squadrons of WWII
Blazing Angels: Squadrons of WWII - Entscheidung über den Wolken - Leser-Test von BigJim
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12.05.2010
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