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  • Blood Will Tell im Gamezone-Test

    Das etwas andere Samurai-Abenteuer

    Um es zunächst in einen Satz zu fassen: Die in "Blood Will Tell" erzählte Story ist schlichtweg grotesk. Wir sind ja diesbezüglich seit jeher einiges von den Japanern gewohnt, Segas neues Projekt jedoch, welches auf einer am klassischen Manga "Black Jack" grob angelehnten Originalstory vom Urvater der Mangakultur schlechthin Tezuka Osamu ("Astro Boy", u.a.) basiert, gehört sicherlich zum Seltsamsten, was in den letzten Jahren aus Nippon herübergeschwappt ist: Hyakkimaru, Sohn eines altehrwürdigen Samurais, wurde aufgrund eines zweifelhaften Paktes, den sein Vater mit der Dämonwelt schloss, gänzlich ohne Extremitäten und diverser lebenswichtiger Organe zur Welt gebracht; nur der Fluch der Dämonen erhielt ihn am Leben. Sein Vater zeigte sich entsetzt und beschloss kurzerhand, den Säugling in einem Holzfass auf einem reißenden Fluss auszusetzen. Viele Kilometer weiter bemerkte der erfahrene Arzt Jyukai das vorbeitreibende Fass, rettete das entstellte Baby und nahm es bei sich auf. Über die darauf folgenden Jahre hinweg entstand zwischen Jyukai und dem Kind, welches sich mittels seiner mentalen Kraft verständlich machen konnte, ein enger Bund, in dessen Folge Jyukai entschied, in einer mehrtägigen Operation Hyakkimaru mit verschiedenen, synthetischen Körperteilen zu versehen, darunter Arme und Beine. Der Eingriff glückte, und als Hyakkimaru achtzehn Jahre alt war, fasste er den Entschluss, sich den Dämonen, die für sein Leiden verantwortlich sind, im Kampfe zu stellen. Zu diesem Zwecke stattete ihn sein Ziehvater mit einigen an den Körper gebundenen Waffen aus: In den Armen wurden messerscharfe Klingen eingearbeitet und die Beine wurden mit Raketenwerfern versehen. So gerüstet beginnt für Hyakkimaru eine epische Odyssee durch das feudale Japan, mit dem Ziel, sich seine fehlenden Körperteile nach und nach von den dämonischen "Bestien" zurückzuholen.

    Blood Will Tell Blood Will Tell Hier steigt der Spieler mit ein, der ab sofort die Kontrolle über Hyakkimaru übernimmt und der episch angelegten Geschichte folgen darf. Zur Seite steht unserem Helden ein kleiner Landstreicherjunge namens Dororo, welcher im Verlauf des Spiels auch immer wieder in kleineren Abschnitten vom Spieler gesteuert wird. Die Story erstreckt sich über eine längere Folge von jeweils in sich geschlossenen Kapiteln, in denen Hyakkimaru stückweise seine diversen Körperteile zurück erhält. Hunderte (kein Scherz!) von toll inszenierten Zwischensequenzen in Spielgrafik mit exzellenter Sprachausgabe durchleuchten die ausgedehnten Reisen der beiden Protagonisten. Obwohl "Blood Will Tell" dank verschiedenartiger Aufgaben und Herausforderungen einiges an spielerischer Abwechslung bieten kann, ist das Spiel im Kern ein Action-Adventure im Stile der auf der Playstation 2 ja inzwischen stark etablierten Titel wie beispielsweise "Devil May Cry" oder "Shinobi": Den Großteil der Spielzeit verbringt man mit dem Zerschnetzeln der Damönenbrut aus der Third-Person-Perspektive. Dabei stehen neben den Waffen (Armklingen / Raketenwerfer / Maschinengewehr), die zu Hyakkimarus Körper gehören, viele unterschiedliche Schwertwaffen mit jeweils speziellen Attributen zur Verfügung, von denen einige nur unter der Erfüllung bestimmter Bedingungen ergattert werden können. Die Steuerung von Hyakkimaru in seinem Kampf gegen die massiven Gegnerhorden geht dabei gut und angenehm intuitiv von der Hand; obwohl gerade mal zwei Tasten für den Einsatz der Nahkampfwaffen vorgesehen sind, lassen sich effektive Combos auf den Bildschirm zaubern.

    Blood Will Tell Blood Will Tell Der Spielverlauf wird im Hauptaugenmerk natürlich von der Wiedererlangung der insgesamt 48 Körperteile bestimmt; um dies zu erreichen, muss sich Hyakkimaru der gleichen Anzahl von teils hervorragend gestalteten Bosskreaturen stellen und diese im Kampf eliminieren. Für jeden erlegten Boss erhält man einen spezifischen Körperteil aus verschiedenen Kategorien wie Nervensystem und Sinnesorgane zurück. Das Interessante an diesem Prozess ist, dass jeder einzelne Körperteil tatsächliche Auswirkungen auf die Statuswerte des Protagonisten respektive das Gameplay hat: So sind beispielsweise die ersten dreißig Spielminuten optisch in einem sterilen Schwarz-Weiß gehalten - erst nachdem Hyakkimaru des ersten seiner beiden fehlenden Augen zurückerhält, erstrahlt die Spielwelt in satten Farben. Das zurück gewonnene Kleinhirn hingegen bewirkt, dass man im Menü die Anzahl der bislang besiegten Gegner einsehen kann. Alle weiteren sämtliche Körperteile bewirken entsprechend ihrer tatsächlichen Funktion ähnliche Effekte und sorgen ein ums andere Mal für angenehme Überraschungen und Aha-Momente. Die höchst einfallsreiche Umsetzung dieses unkonventionellen Spielkonzeptes macht neben der superben Story den zentralen Reiz des Spiels auf und bietet eine erfrischende Erfahrung abseits der bekannten Genre-Klischees.

    Blood Will Tell Blood Will Tell Rege Abwechslung vom Samurai-Alltag bieten die vergleichsweise häufigen Ausflüge mit Hyakkimarus kleinem Begleiter Dororo. Dieser wird immer wieder von Hyakkimaru vorgeschickt um beispielsweise die Umgebung auszukundschaften oder um Bösewichte unentdeckt in ihren Unterschlüpfen auszuspionieren. Von der Grundsteuerung wird Dororo ähnlich kontrolliert wie sein Samurai-Freund, die spielerischen Schwerpunkte sind jedoch gänzlich anders: So gilt es mit Dororo unter anderem, verschiedene (leider recht simple) Rätsel zu lösen oder knackige Sprungpassagen zu überstehen. Falls es hart auf Hart kommt, kann sich Dororo mit seinen kleinen Fäusten, diversen Wurfgegenständen oder einem herzhaftem Wutgeschrei zu Wehr setzen. Selbst in der Zeit, wo Dororo mit seinem großen Freund unterwegs ist, macht er sich auch jederzeit nützlich; Hyakkimaru kann ihn mit einfachen Menüsymbolen im Kampfgetümmel diverse Aufgaben wie "Angreifen" oder "Gegenstände einsammeln" zuteilen. Für gesellige Zocker umfasst "Blood Will Tell" sogar einen Zweispieler-Modus, in welchem sich die komplette Hauptstory gemeinsam durchspielen lässt.

    Blood Will Tell Blood Will Tell Wo viel Licht ist, ist leider auch Schatten nicht weit: So leidet "Blood Will Tell" unter einigen teils sehr ärgerlichen Mangelerscheinungen, welche das für sich gesehen so ansprechende Gameplay-Konstrukt dezent beeinträchtigen. An erster Stelle ist hierbei die leider oft sehr ungünstig positionierte Kamera zu nennen: Zwar lässt diese sich in den weitläufigen Außenbereichen jederzeit hinter der Figur justieren, in engeren Passagen und in geschlossenen Räumen ist die Kamera jedoch fix, was einige Probleme hinsichtlich der Übersicht nach sich ziehen kann. Auf diese Weise fällt es hin und wieder schwer, die Gegner sicher anvisieren zu können, so dass schon mal der eine oder andere Schlag in der Luft verpufft. Immerhin lässt sich die virtuelle Linse in den zahlreichen Bosskämpfen jederzeit auf den Boss richten und sorgt somit zumindest hier immer für den optimalen Durchblick. Ein weiteres Ärgernis stellt die vermurkste Sprungsteuerung dar; wenn man an Abgründen nicht millimetergenau abspringt, kommt es leider allzu oft vor, dass unser Held die gegenüberliegende Seite nicht sicher erreicht. Dies sorgt für einige unsägliche Trial-and-Error-Situationen, welche unnötig am Nervengerüst des Spielers zehren. Für Frust sorgen auch die teils sehr unfair gesetzten Speicherpunkte, die es dem Spieler bei längeren Passagen abverlangen, bei Ableben möglicherweise einen längeren Abschnitt noch mal zu spielen. Hilfreich wäre hierbei auch eine "Retry"-Funktion nach Bosskämpfen gewesen; so etwas gehört im Genre doch inzwischen zum guten Ton.

    Blood Will Tell Blood Will Tell In technischer Hinsicht ist "Blood Will Tell" trotz vorbildlicher Präsentation eher unbeständig, wobei dies sowohl Grafik als auch Sound betrifft. Im optischen Bereich haben Sega zwar insgesamt durchaus solide Arbeit abgeliefert; dennoch sackt die an sich gute Grafikqualität stellenweise etwas ab. Der Großteil der Spielereiche kann dank hohen Detailgrads und atmosphärischer Beleuchtung ohne Frage überzeugen, während einige Abschnitte einfach nur karg und "unfertig" wirken. Die Zwischensequenzen in Ingame-Grafik sind dagegen auf durchweg ordentlichem Niveau und verzücken zudem mit hochprofessioneller (englischer) Sprachausgabe. Die asiatische Musikuntermalung bewegt sich zwischen "belanglos" und "phantastisch". In guten Momenten erinnert die eigenwillige Instrumentalisierung sogar an den preisgekrönten Soundtrack von From Softwares "Otogi" (Xbox). Ernsthaft zu meckern gibt es über die audio-visuelle Ausgestaltung des Spiels zwar nicht allzu viel, dennoch wird man das Gefühl nicht los, dass stellenweise hier doch noch mehr drin gewesen wäre.

    Blood Will Tell (PS2)

    Singleplayer
    7,2 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Sound
    7/10
    Steuerung
    6/10
    Gameplay
    7/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    grandiose Story mit Unmengen von Cutscenes
    tolles Figuren- und Gegnerdesign
    massig Bossmonster
    innovativ umgesetztes "Körperteil"-Upgradesystem
    gute Kampfsteuerung
    solider Umfang
    unbeständige Grafik- und Musikqualität
    teils massive Kameraprobleme
    schwammige Steuerung in Geschicklichkeitspassagen
    oft ungünstig gesetzte Speicherpunkte
  • Blood Will Tell
    Blood Will Tell
    Publisher
    Sega
    Developer
    Sega
    Release
    16.02.2005

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990183
Blood Will Tell
Blood Will Tell im Gamezone-Test
http://www.gamezone.de/Blood-Will-Tell-Spiel-19157/Tests/Blood-Will-Tell-im-Gamezone-Test-990183/
02.03.2005
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2005/03/TV2005030210532400.jpg
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