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  • Blur: Roter Schildkrötenpanzer meets Opel Astra - Leser-Test von Fir3ball

    Als Nintendos Mastermind Shigeru Miyamoto im Jahr 1992 für das Super Nintendo ein Rennspiel rund um seinen populären Klempner und seine Freunde veröffentlichte, hätte er sich kaum träumen lassen, dass Super Mario Kart ein solcher Erfolg werden würde.
    Als Urvater des Powerup-Racing Genres zählt die Mario Kart Serie noch heute zu den Beliebtesten und Besten Exklusivtiteln der Nintendo Konsolen.

    Doch nun versuchen die britischen Rennspielprofis von Bizarre Creations, bekannt unter anderem für die hervorragende Project Gotham Racing Serie, mit BLUR ein ähnliches Spielprinzip in einem erwachseneren und realistischeren Gewand auch auf die Xbox 360 und Playstation 3 zu übertragen, ohne dabei einen Funken der Genialität Mario Karts zu verlieren.

    Ob dieses Unterfangen den ehemaligen Microsoft-Exklusiventwicklern gelungen ist oder ob BLUR schnell wieder in der Versenkung verschwinden wird , erfahrt Ihr in unserem Review.

    Brachiale Rennaction

    Während die Konkurrenz aus dem Hause Nintendo, SEGA und Sony also auf kunterbunte Knuddeloptik und niedliche Charaktere setzt schlägt Bizarre Creations einen anderen Weg ein: So klemmt Ihr euch bei BLUR hinter das Steuer von über 55 lizenzierten Boliden namhafter Hersteller wie VW, Ford, Audi, Dodge oder Opel und duelliert euch mit euren Kontrahenten in unterschiedlichsten Streckenvarianten, angesiedelt in realen Städten wie Los Angeles oder Tokio.

    Die Autos unterscheiden sich jedoch nicht nur in ihrem Aussehen und ihrer Leistung, auch das Fahrverhalten präsentiert sich erstaunlich realistisch, denn während die europäischen Schleudern durch ein ausgewogenes Verhältnis aus Stabilität und Leistung überzeugen, setzen amerikanische Karossen eher auf brachiale Leistung und ein sehr rutschiges Fahrverhalten, welches jedoch erstklassige Drifts ermöglicht.

    Gut, dass man anhand der Statistiken sofort erkennen kann, wie sich euer Fahrzeug in den Punkten Beschleunigung, Geschwindigkeit, Grip und Schwierigkeit im Vergleich zur Konkurrenz verhält.

    Obwohl diese Werte sich bei bei den Fahrzeugen in einer der vier Klassen auf dem Papier teilweise sehr stark unterscheiden, merkt Ihr beim Fahren eigentlich kaum etwas davon, dass euer Bolide möglicherweise schlechter beschleunigt, als die Konkurrenz.

    Den einzigen Unterschied, den Ihr wirklich merken werdet ist, ob Ihr gerade hinter dem Steuer eines ausgewogenen Frontantrieblers, einer rutschigen Heckschleuder oder eines Geländewagens sitzt.

    Die Wahl des richtigen Autos für die aktuelle Strecke ist dabei essentiell wichtig: Während normale Fahrzeuge den Asphalt des einzigen Etappenrennens besser nicht verlassen sollten, heizt Ihr in einem Geländewagen ohne jeglichen Geschwindigkeitsverlust über das Gras und könnt so geschickt Kurven schneiden und wertvolle Zeit gut machen.

    Das Spielprinzip präsentiert sich dabei als herrlicher Mix aus der semi-simulationslastigen Städtehatz aus PGR, gepaart mit der Einsatzmöglichkeit verschiedenster Powerups wie bei der Genrekonkurrenz.
    Gerade diese ungewöhnliche Mischung aus bekannten Ansätzen ist es auch, die das Spiel zu einem innovativen Erlebnis werden lässt, vor allem, da die Powerups sehr ausgewogen daherkommen und auf ganzer Linie überzeugen können.
    Während des Renngeschehens sammelt Ihr die Extras auf, von denen Ihr bis zu drei gleichzeitig bei euch tragen könnt. In welcher Reihenfolge Ihr diese dann zum Einsatz bringt, bleibt dabei ganz euch überlassen.

    Die acht Powerups, von denen einige auch über einen sekundären Feuermodus verfügen, unterscheiden sich dabei sehr stark in ihrer Wirkung: So stellt beispielsweise der Stoß eine zielsuchende Rakete dar, die den vor euch fahrenden Gegner aus der Bahn wirft. Der Abräumer dagegen ist eine Nahkampfwaffe, welche es euch ermöglicht, in der Nähe befindliche Fahrer mittels Druckwelle einfach aus dem Weg zu räumen.
    Dem Erstplatzierten geht es mit dem Schock-Powerup an den Kragen: So schießen vor ihm drei Blitze aus dem Himmel, welche, sofern es ihm nicht gelingen sollte diese zu umfahren, ihn extrem verlangsamen. Weitere offensive, sowie defensive Powerups und ein Nitro-Geschwindigkeitsschub komplettieren dabei das Arsenal von BLUR.

    Da Ihr anders als bei der Konkurrenz stets genau sehen könnt, welches Extra Ihr aufsammelt und das Spiel euch die Möglichkeit bietet, Angriffe anderer Fahrer mittels Schild oder nach hinten gerichteter Powerups abzuwehren, eröffnet BLUR ganz andere taktische Möglichkeiten, ein Rennen für euch zu entscheiden, als es beispielsweise bei Nintendos Kartracer möglich ist.

    Alles für die Fans

    Wenig spektakulär präsentiert sich leider der Einzelspielermodus von BLUR: Als namenloser Neuling ist es eure Aufgabe, neun Profifahrer zu besiegen, um dann zum König der Powerup Racer aufzusteigen.
    Die Karriere unterteilt sich dabei in neun Meisterschaften an deren Ende immer das Duell gegen einen der Profis steht, bei dem Ihr dann den oftmals modifizierten und verbesserten Wagen eures Kontrahenten, sowie seine Modifikation gewinnen könnt. Doch damit sich die Bosse überhaupt erst auf den Zweikampf einlassen, gilt es in den individuell anwählbaren Events einer Meisterschaft mehrere bestimmte Ziele zu erfüllen: So müsst Ihr zum Beispiel fünf Rennen gewinnen, eine bestimme Anzahl an Fans in einem Rennen gewinnen oder in einem bestimmten Event die geforderte Anzahl an Fahrzeugen zerstören.

    Zu Beginn eurer Karriere machen euch schicke Einführungsvideos mit den verschiedenen Powerups und Rennvarianten vertraut, denn neben den "normalen" Rennen gilt es auch, Zerstörungsevents zu absolvieren und Checkpoint-Rennen gegen die Uhr für euch zu entscheiden.

    In jedem Event können bis zu sieben Lichter errungen werden, welche dann nach und nach neue Events und Meisterschaften freischalten. Während euch fünf davon für einen Sieg gutgeschrieben werden, erhaltet Ihr für den dritten Platz nur noch drei Lichter. Dazu gesellen sich in jedem Rennen zwei Bonusaufgaben, die euch ebenfalls mit Lichtern belohnen: Ihr bekommt ein Licht gutgeschrieben, wenn Ihr am Ende des Rennens eine bestimmte Anzahl an Fans für euch gewinnen konntet. Ein weiteres Licht könnt Ihr einheimsen, wenn Ihr den sogenannten Fan-Sprint absolviert, bei dem es eure Aufgabe ist, schnellstmöglich durch leuchtende Tore zu fahren, je schneller Ihr dies schafft, desto mehr Fans werden eurem Konto gutgeschrieben.

    Was bei Project Gotham Racing die Kudos waren, sind bei BLUR die Fans, denn nicht für das Erledigen von Fan-Sprints erhaltet Ihr neue Anhänger, sondern auf für Drifts, Sprünge, perfekte Nutzung eures Nitros und erfolgreichen Powerupeinsatz. Im Laufe eines Rennens könnt Ihr immer wieder Fan-Anfragen absolvieren, diese zeitlich begrenzten Aufgaben fordern z.B. einen doppelten Powerup-Treffer, während Ihr springt oder einen sehr guten Drift und entlohnen euch mit zusätzlichen Fans.

    Alle gewonnenen Fans steigern euren Status, der quasi ein rollenspieltypisches Levelsystem darstellt. Mit dem Erreichen eines neuen Levels schaltet Ihr im Laufe der Zeit beispielsweise neue Boliden frei, insgesamt gibt es im Einzelspielerpart 25 Level.

    Leider ist es selbst für erfahrene Rennfahrer schon auf dem mittleren der drei Schwierigkeitsgrade sehr schwierig, alle Lichter zu gewinnen, oftmals müsst Ihr auf der Jagd nach Perfektion ein Event sogar mehrfach wiederholen, da vor allem die Fanziele teilweise sehr happig sind oder euch die Gegner immer wieder zur Weißglut bringen. Das führt zu ein paar Frustmomenten, doch am Ende sollte es euch eigentlich immer gelingen, mindestens fünf Lichter in einem Event zu erreichen.

    Auch beim Umfang der Singleplayerkarriere schwächelt BLUR ein wenig: Habt Ihr die neun Meisterschaften in rund 10-12 Spielstunden beendet, bietet das Spiel mal abgesehen vom Splitscreen-Multiplayer für bis zu vier Spieler an einer Konsole rein gar nichts mehr, was euch auf Dauer motivieren könnte, nur wer die Möglichkeit besitzt, online auf die Jagd nach neuen Fans zu gehen, wird wirklich lange seine Freude mit dem Spiel haben - dafür aber richtig, denn gerade im Onlinemultiplayer entfaltet BLUR sein volles Potential.

    Mehr Spieler für mehr Spaß mit einer Prise Call of Duty

    Gerade der Onlinemodus ist es, bei dem BLUR vollends überzeugen kann: Bis zu 20 Spieler können dabei ohne jegliche Lags oder Ruckler gleichzeitig an den Start gehen, ein so riesiges Fahrerfeld führt natürlich zwangsläufig dazu, dass das Spiel zu einem unglaublichen Adrenalinrausch wird, allerdings ohne dabei auch nur einen Hauch der Taktik einzubüßen oder zu einem kompletten Chaos zu verkommen.

    Auch online ergattert Ihr durch riskante Fahrmanöver und andere Aktionen Fans, welche eurem Konto gutgeschrieben werden. Anders als in der Karriere markiert im Mehrspielermodus jedoch Rang 50 das Maximallevel. Mit dem erreichen bestimmter Stufen schaltet Ihr nach und nach neue Spielmodi Fahrzeug und Modifikationen frei, die man mit den Perks der Call of Duty Reihe vergleichen kann: So habt Ihr beispielsweise die Möglichkeit, direkt mit einem Powerup in das Rennen zu starten, könnt euer Fahrzeug mit einem Titanschild ausstatten wodurch Ihr weniger Schaden erleidet oder füllt eure Energie wieder auf, wenn Ihr einen anderen Boliden demoliert.

    Dabei dürft Ihr immer drei dieser Mods gleichzeitig auswählen und in vier Sets abspeichern, um immer für die aktuelle Situation gerüstet zu sein.

    Unzählige Herausforderungen belohnen euch zusätzlich mit Fans, zum Beispiel wenn Ihr 100 andere Fahrer demoliert, eine bestimmte Distanz zurückgelegt habt oder den Umgang mit einem bestimmtes Powerup perfektioniert habt.

    Die Spielervermittlung überzeugt dabei durch eine Vielzahl von Spielmodi, denn neben normalen Rennen dürft Ihr euch unter anderem auch in einer Destruction Derby Variante versuchen, könnt als Team gegen ein anderes antreten oder normale Rennen ganz ohne Powerups fahren.
    Jeder Spielmodus versprüht dabei seinen ganz eigenen Charme, Spaß machen sie alle.

    Der Umfang des Onlinemodus ist dabei derart riesig und das Spielprinzip so fesselnd, dass Ihr gerne einige Zeit im Mehrspieler von BLUR verbringend werdet.

    Technisch nicht herausragend, aber auch nicht schlecht

    Technisch bietet das Spiel leider nur Durchschnittskost: Zwar flimmert das Spielgeschehen stets angenehm flüssig über den Bildschirm, wirkliche Höhepunkte erreicht die Grafik allerdings zu keinem Zeitpunkt.

    Da Ihr meist nachts unterwegs seid, überzeugen die Rennstrecken durch schöne Lichteffekte und farbenfrohe Leuchtplakate, die Fahrzeuge bestechen dabei durch korrekte Spiegelungen und sind auch sonst ansprechend designet.
    Details wie das gelungene optische Schadensmodell, sowie die Schaltbewegungen des Fahrers runden den ordentlichen grafischen Eindruck ab.

    Obwohl die Kurse auch abseits der Strecke viele Details zu bieten haben, wirken viele eher uninspiriert und eher langweilig, man hat ständig das Gefühl, alles irgendwie schon einmal gesehen zu haben. An Abwechslung mangelt es jedoch nicht.
    Alles in Allem bewegt sich BLUR auf einem guten grafischen Niveau, allerdings ohne jegliche Höhepunkte oder "Wow"-Momente.

    Soundtechnisch bietet das Spiel hingegen keinen Grund zu meckern, die Motorengeräusche kommen sehr kräftig daher und die Powerups erweitern die Kulisse durch gelungene und satte Effekte. Auch der Soundtrack passt mit seinen basslastigen Elektroklängen hervorragend zum Rest des Spiel und untermalt den gelungenen Sound nochmal.

    Fazit: Mario Kart meets Project Gotham Racing - Bizarre Creations beweist mit BLUR, dass sich das tolle Fahrgefühl ihrer bekannten Rennspielreihe wunderbar mit der Einsatzmöglichkeit unterschiedlichster Powerups vereinbaren lässt und bietet dem Spieler dabei noch vollkommen neue taktische Möglichkeiten.
    Schade nur, dass der Karrieremodus dabei so kurz ausgefallen ist und onlinescheue Zocker schon nach 10-12 Stunden in die Röhre schauen, denn das volle Suchtpotential entfaltet das Spiel erst im hervorragenden und motivierenden Onlinemodus.
    Aufleveln wie im Rollenspiel, Modifikationen wie in Call of Duty, unzählige Herausforderungen und Spielmodi, die Entwickler beweisen hier erneut, dass sie genau wissen, was für ein zeitgemäßes Mehrspielerspektakel wichtig ist.
    Dank BLUR kommen nun endlich auch Xbox- und Playstation-Besitzer in den Genuss eines erstklassigen Powerup-Racers, noch dazu in einem erwachsenen Gewand. Wer über eine Onlineverbindung verfügt und sich auch nur ein wenig für Rennspiele interessiert, sollte unbedingt zugreifen, Solisten hingegen überlegen den Kauf genau.

    Pro und Contra

    + enorm taktisches Powerup-System
    + fesselnder und umfangreicher Mehrspielerpart
    + abwechslungsreiche Fahrzeuge und Strecken
    + gelungene Soundkulisse
    - sehr geringer Umfang für Solisten
    - teilweise uninspirierte Kurse

    Wertung

     Grafik: 8.4 / 10
    Sound: 8.9 / 10
    Steuerung: 8.9 / 10
    Gameplay: 9.0 / 10
    Multiplayer: 9.2/10

    Gesamt: 8.7/ 10

    Negative Aspekte:
    sehr geringer Umfang für Solisten, teilweise uninspirierte Kurse,

    Positive Aspekte:
    enorm taktisches Powerup-System, fesselnder und umfangreicher Mehrspielerpart, abwechslungsreiche Fahrzeuge und Strecken, gelungene Soundkulisse

    Infos zur Spielzeit:
    Fir3ball hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Blur

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Fir3ball
    8.7
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Steuerung
    9/10
    Sound
    9/10
    Gameplay
    9/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Blur
    Blur
    Publisher
    Activision Blizzard
    Developer
    Bizarre Creations
    Release
    27.05.2010

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01.06.2010
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