Boogie Superstar im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Deutschland sucht den Boogie SuperStar. Keine Scheu gezeigt und mit Hüftschwung aufs Parkett und ran an das Mikrofon!

Mit "Boogie" schwang sich Publisher-Riese Electronic Arts auf das mittlerweile schon gut abgenutzte Parkett und versuchte zwischen den Verkaufsschlagern "Singstar" und "High School Musical" ebenfalls eine entsprechend gute Marktposition zu ergattern. Völlig in die Hose ging ihre Mischung aus Karaoke und Tanz nicht, das Erstlingswerk konnte uns aber auch nicht wirklich vom Hocker reißen. Käufer fanden sich aber dennoch, vor allem da die Konkurrenz auf der Nintendo Wii doch stark eingeschränkt ist. Das beschert uns nun etwas ein Jahr später einen runderneuerten Nachfolger. Mit "Boogie SuperStar" hat sich aber so einiges geändert - und das im positiven Sinne!

Boogie Superstar Boogie Superstar Von Anfang an ist die dezent überarbeitete Präsentation von Boogie erkennbar, was zunächst an der Verpackung auffällt. Die darauf abgebildeten Comicstars wirken seriöser und nicht so kitschig und die Aufmachung würde prima zu den bekannten TV-Formaten wie DSDS passen - wirkt also auf dem ersten Blick schon viel versprechend. Doch was zählt, ist nicht die äußere Erscheinung, sondern die innere Werte und tatsächlich, flimmern die ersten Bilder über den Screen, merkt man auch dort den positiven und attraktiven Wandel. Dies war durchaus wichtig, da der Erstling zu stark auf jüngste Spieler fixiert war! Die Menüs, die Charakterwahl und auch die Showbühnen wirken erwachsener und doch dank dem Comic-Look für jedes Alter geeignet. Optisch kann auch "Boogie SuperStar" wieder keinerlei Bäume ausreisen. Bühnenbilder sind variantenreich, wurden mit einigen Details ausgeschmückt, insgesamt wird aber nur ein gehobenes Mittelmaß geboten. Doch ein Musikspiel muss nicht unbedingt mit High-End Grafiken daher kommen, es kommt auf das Gameplay an, auch wenn Titel wie "Rock Band" bewiesen haben, dass beides harmonieren kann.

Deine Tanzshow

Schon in der ersten Variante versuchte EA, mittels der Wii-Remote ein tänzerisches Gameplay auf die Beine zu stellen. Herumfuchteln mit der Fernbedienung hatte aber leider kaum etwas mit anständigen Choreographien, geschweige mit Tanzen zu tun. Da es zudem auch kein Spaß machte, unterlag dieser Teil des Spiels einer allgemeinen negativen Hauptkritik. Der Dancing-Part wurde nun aber fast komplett über Bord geworfen. Anstatt blindlings eine Richtung mit der Wii-Remote zu spielen, müssen aufwendige Bewegungen durchgeführt werden. Schwingt die Arme in U-Form vor dem Körper, bewegt diese Präzise und rhythmisch in eine Richtung, macht Kreisbewegungen die einem Lassowerfen ähneln oder gar richtig komplexe Bewegungen, die wir sonst nur bei den Pop-Shows zu sehen bekommen. EA hat sich nun tatsächlich etwas dabei gedacht und vor allem körperliche Bewegung ins Spiel gebracht.

Boogie Superstar Boogie Superstar Die zu spielenden Tanzfiguren werden normalerweise vom Spiel vorgegeben und orientieren sich am Rhythmus des Songs. Es gibt also immer bestimmte Punkte, zum Beispiel zwei Enden einer Bewegung, welche im Beatschlag mit der Wii-Remote erreicht werden müssen. Zu den vier einfachen Grundfiguren gesellen sich je nach musikalischer Richtung Pop, Elektro sowie der Zusammenfassung von Urban, Rap und RnB jeweils vier weitere Choreographien hinzu. Diese sind einerseits nicht gerade leicht auszuführen, andererseits aber für Außenstehende deutlich interessanter ausgefallen. Die 16 Aktionen miteinander verbunden ergeben schlussendlich eine Tanzperformance, die durchaus an die Bühneneinlagen der Showtänzerinnen von DJ Bobo und Co. erinnert.

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Der Knackpunkt ist, dass man nun endlich ein Ziel vor Augen hat. Die Figuren und das Timing sind vorgegeben, was beim Vorgänger nicht zu hundert Prozent gegeben war. Wie präzise man spielt, erkennt man am Beat-Ball, welcher sich im Rhythmus hin und her bewegt und somit die Spielgeschwindigkeit vorgibt. Zudem erschweren Combos wie auch das Herumwandern auf der Bühne das Spiel. Ein konkretes Ziel heißt aber nicht, dass Spieler keine Freiheiten mehr haben! Ganz im Gegenteil, da man nur eine Wii-Remote nutzt, kann man mit der zweiten Hand (und natürlich dem restlichen Körper) kreative Posen in seinem Auftritt einbauen und somit sogar individuelle Choreographien von sich geben. Wieso nicht mal die Bee Gees nachahmen oder einfach ausgelassen durch das Wohnzimmer tanzen - hier ist es spielerisch und durchaus lustig umgesetzt möglich! Wer noch kreativer werden möchte, erstellt seine eigene Bühnenshow. Leider stehen hier nur die 16 Grundfiguren zur Verfügung, welche nach persönlichen Vorlieben aneinandergereiht werden. Neue Ideen können also nicht in das Spiel integriert werden.

Von der Dusche, ins Wohnzimmer

Boogie Superstar Boogie Superstar Im Karaokepart wiederum hat sich nur sehr wenig getan, was prinzipiell aber positiv anzusehen ist. Der spielerische Ablauf gleicht dem Vorhänger, der Text sowie die Noten scrollen nun aber durch den Bildschirm. Ob dies die bessere Wahl war, sei mal dahingestellt, doch hat ein kontinuierlich laufender Text aufgrund der zeitlichen Genauigkeit ebenfalls seine Vorteile. Laut dem Entwickler wurde vor allem an der Stimmerkennung gearbeitet, was der Spieler persönlich zunächst kaum mitbekommen wird. Was aber tatsächlich auffällt, ist die harte stimmliche Vorgabe. Boogie macht es euch nicht leicht, wirklich gute Wertungen zu bekommen. Als Duschensänger hat man sicherlich dank zahlreicher Proben unter rauschendem Wasser seine Chancen, wer aber nur selten die Stimme ölt, bekommt von der Jury hemmungslos mitgeteilt, dass man nicht zum Star geeignet ist!

Damit wären wir auch schon bei den vorhandenen Spielmodi. Ein jeder Spieler kann sich einen der unterschiedlichen männlichen wie auch weiblichen Figuren aussuchen, welche für euch die Bühne unsicher machen werden. Die Umkleide bietet noch Möglichkeiten, das Aussehen des kommenden Stars entsprechend der Vorlieben anzupassen. Geschickt hat EA ein motivierendes System integriert, um viele Kleider und Accessoires (aber auch Songs) erst nach einer gewissen Spieldauer freizugeben. Anschließend meldet man sich für die Star-Show an, in der man in bester DSDS Manier an drei Shows teilnimmt und vom Spiel für die Performance bewertet wird. Drei Jury-Mitglieder geben jeweils ihre Kommentare ab, nehmen aber auch kein Blatt vor den Mund und heben wie Bohlen auch negative Aspekte ungeniert hervor. Wie man sieht, wurde der alte Abenteuermodus vollkommen über Bord geworfen und gegen den die DSDS Kopie getauscht.

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