Willkommen zurück an der Bullworth Akademie, mit neuen Fächern, neuen Aufgaben und alten Missetaten.
Von gestern oder heute?
Bully: Die Ehrenrunde
Die auffälligste Neuerung im Vergleich zum inhaltlich recht ähnlichem Vorgänger von 2006 zeigt sich in der Optik. Die runderneuerten Texturen und Grafiken erstrahlen nun in polierter HD-Pracht und offerieren ein deutlich schärferes und subjektiv betrachtet schöneres Bild. Die üppigen Details fallen sofort auf, sowie neue Effekte wie Spiegelungen auf dem Parkett und realistische Schattenwürfe. Dennoch reizt die Grafik keine aktuelle GPU auch nur ansatzweise aus, was jedoch aufgrund des doch schon hohen Alters der Engine verständlich scheint. Nach wie vor ist auch die Mimik und Gestik vollkommen überzeugend. Doch sollte man sich bei aller Liebe zu "Bully" nichts vormachen! Den Konsolen-Ursprung sieht man dem Titel deutlich an. Denn auch wenn die Optik ganz nett ist, verwöhnte HD-Zocker werden dennoch die Nase rümpfen. Probleme, die die Verkaufsversion der Xbox 360 im März noch hatte konnte man in der Zwischenzeit beheben, sodass man zwar immer noch Nachladesequenzen in Kauf nehmen muss, grobe Framedrops aber selten sind.
Anfänglich wirkt das Spiel recht überladen, mit all seinen Möglichkeiten und Funktionen, was sich auch auf die Steuerung auswirkt. Vor allem aber die durchwachsene Tastatur-Maussteuerung bereitet anfangs Probleme, sodass ohne Eingewöhnungszeit nichts läuft. Auch die Tastenbelegung selbst ist höchst zweifelhaft, muss man doch teilweise mit recht verkrampfter Handhaltung versuchen, durch die Straßen Bullworth' zu sprinten. Empfehlenswert ist hier das Spielen mit dem Xbox 360 Controller, der automatisch erkannt und kalibriert wird, oder einem anderen Pad-Controller.
Bully: Die Ehrenrunde
Auf die Ohren gibt es weiterhin sehr gewöhnungsbedürftige Mucke, die im Hintergrund nur mitplätschernde und dudelnde Stücke offeriert. Nicht selten kommt das Gefühl auf, einer nervigen Dauerschleife unterlegen zu sein. Verträumt blickt man auf alte GTA Tage zurück, wo der Soundtrack fast gar ein Markenzeichen des Spiels darstellte. Auch die Umgebungsgeräusche reichen nicht aus und klingen eher betagt und kommen fast gar sporadisch. Absolut hervorragend ist aber die umfangreiche Sprachausgabe. Diese ist, wie üblich, komplett in Englisch gehalten. Mit Schulkenntnissen ist der Hauptteil durchaus verständlich, entsprechende Details und der schwarze Humor könnte aber im Dialekt und den oftmals mit Slang gesprochenen Texten untergehen. Eine deutsche Übersetzung in Form von Untertitel verschafft Abhilfe und durchbricht die Sprachbarriere. Diese ist zudem recht gut gelungen und bietet ebenso gewagte und freche Sprüche. Aus einem einfachen "whatever" kann dann schon mal ein "du mich auch" werden. Der Übersetzer nahm also auch im Deutschen kein Blatt vor den Mund.
