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  • Burn Zombie Burn: Zombie-Fackellauf - Leser-Test von alpha_omega

    Zombies in Videospielen gab es bereits zu 8bit-Zeiten. Mein persönliches erstes Aufeinandertreffen mit den virtuellen Untoten, hatte ich im C64 Klassiker Ghost'n Goblins, die doch völlig schamlos mir damals erst die Rüstung meines Ritters entrissen, um diesen dann komplett vom Erdboden zu verschlingen. Doch erst das weltbekannte Resident Evil, welches Mitte der Neunziger Jahre auf Sonys Playstation One seine Premiere feierte, sorgte dafür, dass Zombies endgültig eine Daseinsberechtigung im Videospielbereich erhielten. Zugleich leitete Resident Evil das Genre der Horror-Survival ein, doch dies nur als Randnotiz. Als klassisches Horror-Game würde ich hingegen nicht unbedingt das Spiel Burn Zombie Burn bezeichnen, welches im März 2009 als Download-Titel im Store des Playstation Networks landete, ebenso erhielten PC-Besitzer eine Umsetzung. Viel mehr handelte es sich um einen klassischen Arcade-Titel, der mit seinem Coin in-Prinzip für die eine oder andere kurze Runde im Zombie-Metzeln sorgen sollte. Produziert wurde der mit viel Witz versehene Zombie-Shooter von den Machern von Double Fine Productions. Um was es sich bei Burn Zombie Burn jedoch genauer handelt, und ob das Spiel eine gelungene Alternative zu solch Spielen wie Left 4 Dead oder den Zombie-Modus der Call of Duy-Serie darstellt, verrät euch nun folgender Artikel.

    Eine richtige Story gibt es zu Burn Zombie Burn eigentlich nicht. Mit ein wenig Fantasie könnte man sich aufgrund eines der zahlreichen Spielmodi zusammenreimen. Ein junger dynamischer Herr namens Bruce, der rein optisch irgendwo in den 50er Jahren stecken geblieben ist, fährt mit seiner Liebsten Daisy an die verschiedensten Orte, doch jedes Mal wenn er über sie herfallen will, tauchen plötzlich Zombies auf, die ihn irgendwie nicht an die Braut ran lassen wollen. Der eben erwähnte Modus, den ich gerade ein wenig andeute, nennt sich übrigens "Beschütze Daisy", doch ganz von vorn. Das Spielprinzip von ist klar definiert, aus einer leicht isometrischen Vogelperspektive steuern wir unseren Charakter allein oder gemeinsam mit einem Freund im lokalen Koop-Modus über eine begrenzte Spielfläche und müssen die stets aus dem Boden erscheinenden Zombies mit aller Härter bekämpfen. Schafft man es eine gewisse Punktzahl zu erreichen, so darf man mit weiteren Maps sowie mit noch fieseren Monstern rechnen, prinzipiell spielen wir aber immer nur jeweils eine Runde, die solange andauert, bis wir irgendwann ins virtuelle Gras beißen. Für Punktesammler und Highscorejäger, die ihre Bestleistungen natürlich im WorldWideWeb speichern können, ist dieser Titel also ein gefundenes Fressen, doch wie nehmen verwöhnte HD-Zocker diesen Titel auf?

    Erst einmal sollte man das Prinzip des effektiven Punktesammelns ein wenig näher erläutern, was gleichzeitig auch einen gehörigen Anteil am Gameplay einnimmt. Denn richtig viele Punkte wird man bei BZB nicht damit verdienen, wenn man die stets in Horden anrückenden Widersacher einfach mit Pistole, Uzi, Schrotflinte abknallt, ihnen Sprengstoff um die Ohren haut, oder sie mit Baseballschläger und Kettensäge zerstückelt, nein das Spiel beinhaltet nicht zufällig zweimal das Wort "Burn", zu deutsch brennen. Zu Beginn werden wir nämlich nicht nur mit einer einfachen Pistole versorgt, die man entweder mit der rechten Schultertaste oder effektiver mit der Button-Mashing Methode über die X-Taste abfeuert, sondern besitzen wir auch eine Fackel, mit der wir die Untoten in leuchtende Infernos verwandeln. Selbstverständlich reagieren die Flammen wie im wahren Leben, sprich sie übertragen sich, sowohl auf angrenzende Zäune, als natürlich auch auf den Leib anderer Zombies, die dann auf einmal urplötzlich schnell laufen beginnen. Mit jedem brennenden Zombie erhöht sich nun der Multiplikationsfaktor sodass gleichzeitige Abschüsse in vor allem leuchtenden Momente richtig viel Kohle bringen. Ist wie im wahren Leben, je mehr Steaks auf dem Grill, desto mehr gibt es zu futtern.Selbstverständlich sind Zombies nicht ewig feuerresistent und verbruzeln irgendwann einmal.

    Spätestens jetzt sollte auch der letzte Bescheid wissen, erstens Feuer legen, zweitens nach Möglichkeit auf die Zombies feuern, die noch nicht in Flammen stehen. Die fiesen Biester erscheinen übrigens stets im unterschiedlichen Sekundentakt in diversen Wellen und in unterschiedlicher Form. So gibt es die 0815-Zombies, die einfach nur besoffen auf uns zulaufen, dann gibt es Ballerinas, die uns mit ihren Tanz einlullen wollen, es gibt Football-Zombies die mit ihren wilden Tacklings uns tierisch auf die Pelle rücken, und es gibt auch Selbstmordattentäter, die sich selbst in die Luft jagen und somit auch ihre brennenden Kollegen mit in den Tod reiten. Ebenso werden speziell im fortgeschrittenen Spielverlauf gigantisch große Monster uns empfangen, von denen man einen Respektabstand dringend einhalten sollte. Das Prinzip "Combo rulez" gilt übrigens auch bei den Waffen. So lassen sich zum Beispiel über einen roten Schalter, der sich zumeist in der Mitte der Map befindet, witzige Zusatzwaffen aktivieren, wenn man mit den einfachen Wummen dreimal in Folge eine Kombo schafft. Man erhält dann solch witzige Dinge wie einen Lautsprecher, aus dem Michael Jacksons "Thriller" dröhnt und die Zombies plötzlich von uns ablassen und lieber alle im Rhythmus tanzen, ein geniales Ablenkungsmanöver.

    Wem das jetzt alles zu schnell ging, kann die einzelnen Mechanismen auch in einem ausführlichen Tutorial durchkauen, welches zudem nicht mit fiesen Ecken und Winkeln bestückt ist, sowie die eine oder andere Map, sondern uns Freiraum ohne Ende gewährt. Die Steuerung von BZB ist eigentlich relativ simpel, aber nach meinem Geschmack auch ein wenig überladen für solch ein primitives Spielprinzip. Ok, die Tatsache, dass man mittels linker Schultertaste stets die am nächstgelegenen Gegner ohne weiteres ins Visier nehmen kann, macht die Sache um vieles leichter, aber gleichzeitig Sprengsatzfernzündung, das Wegtreten von Sprengsätzen, das Aufspüren von Waffen, sowie den Waffenwechsel von primären und sekundären Waffen zu beherrschen ist echt nicht leicht. Ok, die Macher haben versucht sämtliche Features mit einzubauen, aber irgendwo endet schon der mögliche Versuch einer Option damit, dass man vollkommen durcheinander gerät und auf die eine oder andere optionale Möglichkeit ganz verzichtet.

    Verzichten wird der eine oder andere mit Sicherheit auf den einen oder anderen Spielmodus. Im Arcademodus gibt es insgesamt drei verschiedene Spielvarianten, die sich aus freiem Spiel, ein gegen die Uhr-Modus sowie den bereits von mir angedeuteten "Beschütze Daisy"-Modus ergeben. Das Grundlegende Prinzip ist dabei stets gleich. Es gilt in jeder Variante ein Punktelimit zu erreichen, möchte man eine weitere Karte freischalten, nur dass man im Zeitmodus zudem noch die Uhr als Gegner aufgebrummt bekommt und bei Protect Daisy gleichzeitig das Leben der Liebsten beschützen muss, die schreiend vor Angst sich zentral auf der Karte in einem Auto befindet. Speziell die beiden eben genannten Spielvarianten richten sich eher an Profis, ebenso wie zahlreiche Herausforderungen, die sich allerdings nicht auf den Zombie-typischen Maps wie Wäldern, Friedhöfen, Autokinos oder Vorstadtvierteln spielen, sondern eher in einem Cyber-Komplex. Doch trotz der zahlreichen Spielvarianten und einigen freischaltbaren Zeugs, überlebt der Spaßfaktor nur ähnlich kurz wie unser eigener Charakter, was unter anderem auch an den nicht immer fair verteilten Goodies wie Hamburger und Donats liegt, die unseren Gesundheitszustand auffüllen.

    Ebenso schlicht wie das Spielprinzip, zeigt sich auch die Präsentation, beziehungsweise ist diese eigentlich überhaupt nicht vorhanden. Vor Antritt einer jeden Runde fährt unser James Dean Double noch einmal mit seiner Hand durch das Haar beziehungsweise über die Tolle, doch das wars dann auch schon. Die Spielgrafik ist dank der vielen lustig gestalteten Zombies gerade nur Durchschnitt, da sich die einzelnen Locations einfach nicht entscheiden können, ob sie nun düster und böse oder doch farbenfroh sein sollen. In beiden Fällen liegt man falsch, wirkt die HD-Optik doch äußerst blass, auch wenn die einzelnen Orte mit den jeweiligen Accessoirs versehen wurden und die Grafik stets sehr flüssig läuft. Außerdem gibt es keine Zombie-typischen Gore-Effekte, dafür jeder Menge zerplatzer Köpfe, wohl deswegen gab es von der USK auch keine Jugendfreigabe. Beim Sound bekommen wir hingegen eher eintönige Rock'n Roll Klänge, die allerdings nicht ganz in die Zeitepoche unseres Helden passen, über ein paar 50er Jahre ala Rock'n around the Clock hätte ich mich sicher gefreut. Ebenso unauffällig und altbacken kommt das grummelnde Gemurmel der Zombies beim Zuhörer an.

    Fazit. Mit Burn Zombie Burn erhalten Playstation 3 Besitzer einen kurzweiligen und nicht all zu ernst zunehmenden Arcade-Titel, der zumindest Fans von klassischen Coin in Games zumindest eine gewisse Zeit lang befriedigen könnte. Das Spielprinzip, erst anzünden, dann abknallen zündet nicht auf Anhieb, da man sich leider nur zu hundert Prozent auf Punktestand und Multi-Faktor konzentriert und dabei die vielen witzigen Waffen fast gar nicht richtig wahrnimmt. Das blanke Abgrasen der einzelnen klischeehaften Zombie-Maps reicht leider nicht aus, um sich längerfristig in das Spiel zu verlieben. Vielleicht wäre dem anders gewesen, wenn man den Spieler ein gigantisch großes Areal spendiert hätte, welches er mit speziellen Punkteständen hätte frei schalten können. Stattdessen bekommt man eine Unmenge an Spielvarianten, die letzten Endes alle nur auf das eine hinauslaufen, Punkte sammeln. Da Burn Zombie Burn mittlerweile zu einem läppischen Preis im PSN Store angeboten wird, würde ich auch niemanden vollkommen von dem Spiel abraten, allein die witzige Parodie zu Michael Jacksons "Thriller" ist das geringe Eintrittsgeld schon wert.

    Negative Aspekte:
    ...die sich aber alle auf ein und das selbe Prinzip beschränken, auf Dauer nicht motivierend genug, Steuerung wirkt etwas überladen, einige Maps wurden mit fiesen Winkeln und Ecken designt, enttäuschende Präsentation, keine Gore-Effekte, öde Rockmusik

    Positive Aspekte:
    jede Menge ulkiger Zombies, viele witzige Waffen, die Thriller-Parodie, eigentlich interessantes Burning-Feature, viele Spielvarianten....

    Infos zur Spielzeit:
    alpha_omega hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Burn Zombie Burn

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: alpha_omega
    5.4
    Multiplayer
    -
    Grafik
    6/10
    Steuerung
    6/10
    Sound
    5/10
    Gameplay
    5/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Burn Zombie Burn
    Burn Zombie Burn
    Publisher
    Double Six
    Developer
    Double Fine Productions
    Release
    26.03.2009
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
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1010722
Burn Zombie Burn
Burn Zombie Burn: Zombie-Fackellauf - Leser-Test von alpha_omega
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03.05.2011
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