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  • Call of Duty 2 im Gamezone-Test

    Dieser packend inszenierte Weltkriegs-Shooter zeigt, dass auch ruckelfreie NextGen-Grafik auf der Xbox 360 möglich ist.

    Eigentlich gelten Weltkriegs-Shooter mittlerweile als ziemlich ausgelutscht. Doch dieser Umstand hält Activision und Infinity Ward noch lange nicht davon ab, "Call of Duty 2" als Starttitel für die Xbox 360 ins Rennen zu schicken. Warum wir von der Umsetzung auf Microsofts Traumkonsole sofort überzeugt waren, liegt auf der Hand: Es ist der bisher einzige 360-Shooter, der in Sachen Technik vollständig überzeugen konnte.

    Call of Duty 2 Call of Duty 2 Wenn man sich heutzutage noch für einen Weltkriegs-Shooter begeistern kann, dann hat man entweder die letzten Jahre fernab eines Joypads verbracht, oder das Spiel muss von Haus aus etwas mitbringen, das auch nach der x-ten nachgespielten Landung in der Normandie noch überzeugen kann. "Call of Duty 2" hat so etwas: Atmosphäre. Und zwar jede Menge davon. Die Designer von Infinity Ward haben sich für die Entwicklung von "Call of Duty 2" vorgenommen die Intensität und das Chaos der dramatischen Schlachten des Zweiten Weltkriegs noch cineastischer als zuvor in spielbare Form zu gießen. Dies ist ihnen wohl auch gelungen, denn der glaubhaft vermittelte Eindruck vom totalen Krieg verleit diesem Spiel eine stellenweise sehr beklemmende, aber genau deshalb auch so packende Atmosphäre.

    Call of Duty 2 Call of Duty 2 Dabei hat "Call of Duty 2" nicht mal eine richtige Story zu bieten: Das Spiel wirft euch ohne großes Vorgeplänkel oder die genretypische Einführung verschiedener Charaktere direkt in die grausamsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs. Mit dabei sind unter anderem "Stalingrad", "El-Alamein", "Vallendar" und "Pointe du Hoc". Obwohl einem die letztgenannte Mission ein weiteres Mal das verbrauchte Szenario des "D-Day" auftischt, demonstriert sie wie keine andere die atmosphärischen Qualitäten des Spiels: Ständig explodieren Granaten und Mörsergeschosse um einen herum, Teamkameraden werden vor den eigenen Augen vom Kugelhagel feindlicher MGs zerfetzt und selbst wenn der ohrenbetäubende Kriegslärm für Sekundenbruchteile abreißt, hört man in der Ferne immer noch Gewehrsalven durch die Luft pfeifen. Während man sich dann zusammen mit seinen virtuellen Kameraden zentimeterweise und unter enormen Verlusten in Richtung der feindlichen Stellungen vorarbeitet, hat man kurzzeitig tatsächlich das Gefühl dabei zu sein und einen entfernten Eindruck davon zu bekommen, was die Soldaten dieses Krieges tatsächlich erlebt haben müssen. Diese emotionale Komponente eines Weltkriegs-Shooters funktioniert natürlich nur dann, wenn man sich auch darauf einlässt und das Ganze nicht wie ein Videospiel behandelt, sondern eher wie einen interaktiven historischen Film. Genau dann beginnt "Call of Duty 2" wie kein anderer Genrevertreter zu faszinieren und auch wenn man sich hier nicht bis zum großen Endgegner vorarbeitet oder dem spannenden Ende der Geschichte entgegenfiebert, sind es die kurzen und beklemmenden Einblicke in den Zweiten Weltkrieg, die hier bis zum Schluss fesseln können.

    Einfach gestrickt, aber alles andere als "08/15"

    Call of Duty 2 Call of Duty 2 Wenn es um das reine Gameplay hinter der cineastischen Fassade geht, kann "Call of Duty 2" zwar mit keinen wesentlichen Neuerungen aufwarten, dafür aber immer noch mit den aus dem Vorgänger bekannten Vorzügen punkten. Denn im Prinzip haben wir es auch diesmal mit einem äußerst gradlinigen Shooter der alten Schule zu tun, der weniger mit seinen spielerischen Qualitäten als mit seiner Inszenierung überzeugen kann. Im Vergleich zu anderen Genrevertretern wird einem in "Call of Duty 2" sogar noch weniger Handlungsfreiheit als üblich geboten, da die Missionen grundsätzlich komplett vorgescriptet sind und damit fast schon wie in einem spielbaren Film ablaufen. Der spielerische Anspruch begrenzt sich oftmals sogar nur darauf, mit der Waffe zu zielen und bei brenzligen Situationen im richtigen Moment den kurzzeitigen Rückzug anzutreten. Einige Situationen an fest installierten MGs erinnern sogar an alte Klassiker wie "P.O.W." oder "Operation Thunderbolt", da man seine Gegner wie in einer Schießbude gleich reihenweise vom Bildschirm putzt. Trotzdem peitscht "Call of Duty 2" den Spieler dank der filmreifen Inszenierung und der vielen intelligent agierenden Gegner wie kaum ein anderer Shooter durch die Schützengräben, Bunker und ausgebrannten Ruinen der drei Fronten.

    Call of Duty 2 Call of Duty 2 Die nötige Abwechslung entsteht dabei hauptsächlich durch die an vielen Stellen bitter nötigen Flankierungs-Manöver, um beispielsweise MG-Nester von der Seite aus anzugreifen oder feindliche Panzer mit Haftbomben außer Gefecht zu setzen. Die weitläufigen Levels bieten zu diesem Zweck zwar nur sehr offensichtliche Freiheiten, doch trotzdem macht es Spaß, besonders schwierige Situationen von verschiedenen Stellen aus angehen zu können. Hin und wieder entdeckt man bei den gut bewachten Häusern auch mal eine zweite Türe auf der Rückseite des Gebäudes, durch die man viel schneller sein Ziel erreicht. Derartige Abzweigungen sind aber eher selten und häufig kommt man sich beim Spielen wie auf Schienen vor. Nichtsdestotrotz haben es die Entwickler geschafft, die Level so zu gestalten, dass man sich niemals eingesperrt oder durch unlogische Hindernisse blockiert fühlt.

    Ein völlig neues Spielelement sind allerdings die Rauchgranaten: So etwas hat es zwar schon in anderen Genrevertretern gegeben, aber noch nie sahen Rauchschwaden derart realistisch aus und haben sich gleichzeitig auch so gelungen auf das Spielgeschehen ausgewirkt: Ein vernebelter Platz schützt euch tatsächlich vor feindlichen Treffern und bietet die verlockende Gelegenheit für einen schnellen Sturmangriff. Doch nicht nur die Gegner sehen im Nebel gerade mal noch die Hand vor Augen, auch ihr seid größtenteils blind. Ein versehentlicher Treffer eines Kameraden ist da keine Seltenheit, weshalb die attraktive Nebeltaktik auch große Gefahren birgt.

    Call of Duty 2 Call of Duty 2 Auch die einzelnen Missionsziele sind sehr unterschiedlich ausgefallen und neben den bereits angesprochenen Ballereinlagen am MG stehen diesmal sogar zwei reine Panzermissionen auf dem Programm. Dabei steuert ihr einen Crusader-Panzer in der libyschen Wüste beim Großangriff auf Rommels Afrikakorps und müsst die deutschen Tiger aus sicherer Entfernung unschädlich machen. Die Steuerung wurde in diesem kurzen Spielabschnitt sehr einfach gehalten und mit einer Panzersimulation hat das Ganze nur sehr wenig zu tun. Trotzdem wird das Shooter-Gameplay dadurch kurzzeitig sehr angenehm aufgelockert und wieder einmal sind es die glaubhaften Funksprüche, der Kriegslärm und die rundum einschlagenden Geschosse, die hierbei für ein gutes Spielerlebnis sorgt. An anderer Stelle wiederum müsst ihr ein zuvor gesichertes und eingenommenes Gebäude vor einem feindlichen Gegenangriff schützen. Dabei lässt euch das Spiel die Wahl, ob ihr dies mit einem fest installierten MG, hinter einer Türe verschanzt oder doch lieber als Scharfschütze auf dem Dach bewerkstelligen wollt.

    Ein noch realistischeres Spielgefühl?

    Call of Duty 2 Call of Duty 2 Um noch mehr Realismus zu vermitteln, haben die Entwickler den feindlichen Soldaten eine noch bessere KI verpasst, welche auch geübten Spielern auf dem normalen Schwierigkeitsgrad einiges abverlangt: Die deutschen Soldaten gehen in den meisten Fällen geschickt in Deckung, werfen Handgranaten zurück, rufen sich gegenseitig Statusmeldungen zu und greifen ganz besonders im Nahkampf erbittert an. Aber auch die eigenen Teammitglieder, von denen man eigentlich ständig umgeben ist, agieren schlau und kämpfen glaubhaft mit euch Seite an Seite. Trotzdem fällt irgendwann auch auf, dass die Kameraden alleine keinen einzigen Kampf gewinnen würden, das Spiel verlässt sich logischerweise einzig und allein auf das Geschick des Spielers. Schon kurz nach Spielbeginn bemerkt man in "Call of Duty 2" das Fehlen jeglicher Anzeigen für Lebensenergie oder Schutzwesten. Zu Gunsten eines realistischen Spielgefühls gibt es in diesem Shooter auch keine "Medipaks" oder Sanitäter - wer zu viele Treffer einsteckt, stirbt sofort. Auch jegliche Möglichkeit, das Spiel während eines Levels zu speichern wurde wegrationalisiert, dafür aber jede Menge gut platzierte Checkpoints in den Levels verteilt. Der spielbare Krieg wird durch diese fehlenden Hilfen zwar etwas glaubhafter, jedoch ist es auch genau dieses Spielelement, das wiederum einige Logikfragen aufwirft. Wer nämlich nur hin und wieder eine Kugel fängt, scheint sich nach einer kurzen Verschnaufpause automatisch wieder davon erholt zu haben und kann ohne Nachteile weiterkämpfen. Nur wenn man innerhalb sehr kurzer Zeit zu viele Treffer kassiert, ist das Spiel vorbei und man muss am letzten Checkpunkt neu beginnen. Wer also wie "Rambo" höchstpersönlich durch die feindlichen Linien und damit den vorgegebenen Missionsablauf brechen möchte, hat keine Chance zu überleben. Wer jedoch nach jedem Treffer eine kurze Pause einlegt, kann auch mehrere Salven eines MG 42 ohne Probleme wegstecken.

  • Call of Duty 2
    Call of Duty 2
    Developer
    Infinity Ward
    Release
    15.02.2008
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Call of Duty 2
Call of Duty 2 im Gamezone-Test
Dieser packend inszenierte Weltkriegs-Shooter zeigt, dass auch ruckelfreie NextGen-Grafik auf der Xbox 360 möglich ist.
http://www.gamezone.de/Call-of-Duty-2-Spiel-19642/Tests/Call-of-Duty-2-im-Gamezone-Test-990560/
30.11.2005
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2005/11/cod_pr_360_1.jpg
tests