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Call of Duty: Black Ops 2 (X360)

Release:
13.11.2012
Genre:
Action
Publisher:
Activision Blizzard

Call of Duty: Black Ops 2 im Test: Gewohnt spannender Multiplayer, aber technisch eine Enttäuschung

16.11.2012 01:00 Uhr
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Neu
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Novemberzeit, Call-of-Duty-Zeit. Vor wenigen Tagen veröffentlichte Activision mit Call of Duty: Black Ops 2 seine diesjährige Auskopplung der Ballerserie. Fans loben das Spiel für seinen Mehrspieler-Modus, Hater meckern über mangelnde Spielinnovation - jedes Jahr dasselbe Schauspiel. Nur das Treyarch heuer wirklich ein paar Neuerungen angekündigt hat. Wie die ins Bild passen, erfahrt ihr in unserem Test.

Call of Duty: Black Ops 2 im Gamezone-Test (5) Call of Duty: Black Ops 2 im Gamezone-Test (5) [Quelle: Computec] So schnell kann's gehen: In der Woche vor der Veröffentlichung von Black Ops 2 tritt CIA-Chef David Patraeus von seinem Posten zurück. Grund ist eine öffentlich gewordene Liebschaft mit einer Frau – halt nicht seiner Frau. Doof, dass Patraeus in Black Ops 2 ausgerechnet der Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten ist – nur ein kleiner Fauxpas, wenn man bedenkt, dass der Flugzeugträger, von dem aus viele Einsätze starten, U.S.S. Obama heißt. Was, wenn der die Wahl kürzlich auch verloren hätte?

Mit solchen Details beschäftigt man sich als Spieler eines Call of Dutys natürlich nur nebenbei. Viel wichtiger ist das große Ganze. Und an dieser Stelle versagt Black Ops 2. Schon Modern Warfare 3 tat im letzten Jahr nichts, was Black Ops davor nicht schon konnte, dennoch fesselte der Shooter durch seine fantastische Inszenierung. In Black Ops 2 ist es aber lediglich die letzte Mission, die ein richtiges CoD-Hollywood-Feeling aufkommen lässt. Der Rest ist stupides Geballer, gepaart mit einer kruden Geschichte und ewigen Wartezeiten, bis man oder die KI endlich einen bestimmten Trigger auslöst. Dazu gesellt sich eine veraltete Grafik. Gerade die erste Mission ist erstaunlich hässlich und selbst in den Zwischensequenzen schlecht animiert. Ab Mission 2 geht es dann zwar grafisch immer wieder bergauf (und bergab), wieso man es nicht geschafft hat, den Entry-Level zu polieren, ist uns aber schleierhaft.

24:13
Call of Duty: Black Ops 2: Die ersten 25 Minuten


Worum geht's?

Call of Duty: Black Ops 2 im Gamezone-Test (2) Call of Duty: Black Ops 2 im Gamezone-Test (2) [Quelle: Computec] Zu viel von der Geschichte wollen wir in unseren Tests eigentlich nie verraten, das ist nach den großspurigen Ankündigungen der Entwickler aber gar nicht möglich. Von dem Terroristen Raul Menendez war bei Activision immer die Rede. Einem, der die Länder der Welt gegeneinander aufwiegelt und Drohnenarmeen kapert. Damit verrät Activision aber nicht den Hintergrund, sondern das große Finale von Black Ops 2. Was wir nachspielen, ist viel mehr die Geschichte, die zu diesem Ereignis führt. Weil wir aber immer schon wissen, zu welchem Ende die Erzählung führen wird, kommt kein rechter Spannungsbogen auf.

Dabei nutzt Black Ops 2 dieselben Stilmittel, wie seine Vorgänger. In Flashbacks steuern wir Alex Mason und seinen Kollegen Frank Woods, die man aus dem Vietnam-Teil Black Ops kennt. Sie jagen schon vor 40 Jahren Bösewicht Menendez durch die Wüste Pakistans und Afghanistans und bekämpfen seinen Unterschlupf in Südamerika. Bei einem dieser Ausflüge geht alles schief – das soll die Grundlage werden für Menendez Hass auf Mason, Woods und das US-Militär. Das Ereignis wird so sehr zum Schlüsselmoment aufgespielt, dass man es aus zwei Perspektiven sieht: Als Raul Menendez rasen wir vor Wut und stecken dutzende Schüsse ein, aus Perspektive der Amerikaner beobachten wir, wer wirklich Schuld an Rauls Verlust hat.

Im Jahr 2025 steuern wir Alex Masons Sohn David. Er lässt sich im Veteranenheim (übrigens bewaffnet, denn der Soldat von morgen ist immer kampfbereit) vom stark gealterten Woods die Geschichte von Menendez erzählen. So wechseln sich Missionen in der Vergangenheit mit Aufträgen in der nahen Zukunft ab. Aber obwohl sich die Macher sichtlich Mühe geben, das Gefühl, mitten in einem epischen Hollywood-Blockbuster zu stecken haben wir fast nie. Stattdessen rennen wir geskripteten KI-Deppen hinterher, deren Trigger immer wieder ausfallen. Dann muss man minutenlang um sie rumrennen und hoffen, dass noch etwas passiert. Medal of Honor: Warfighter musste sich der Kritik stellen, dass man KI-Soldaten einfach solange geskriptet hinterherrennt, bis man X drücken muss. In Black Ops 2 entfällt sogar das. Die meisten Sequenzen werden von allein ausgelöst – entsprechend fehleranfällig ist das Spielsystem. Noch nie haben wir im Laufe der Call-of-Duty-Serie so lange nichts getan und einfach nur auf Skriptereignisse warten müssen – das reißt einen ganz stark aus der Spielwelt heraus.

Ein weiterer Grund, weshalb wir uns nie in der Geschichte zu Hause fühlen, ist die schreckliche Vertonung von Cutscenes. Immer wieder machen die Charaktere sekundenlange Pausen, in fast keiner Einstellung kommt echtes Dialog-Feeling auf. Viele Szenen klingen, als ob einfach Satz nach Satz, ohne emotionalen Zusammenhalt aufgesagt und im Studio lieblos aneinandergeklebt wurde. Im englischen Original klingt das definitiv besser.

Was ist neu?

Call of Duty: Black Ops 2 im Gamezone-Test (1) Call of Duty: Black Ops 2 im Gamezone-Test (1) [Quelle: Computec] Nun ist in der Kampagne von Black Ops 2 sicherlich nicht alles schlecht. Einige interessante Neuerungen hat Treyarch durchaus unterbringen können. So darf man nun am Anfang jeder Mission seine Bewaffnung selbst auswählen. Primär- und Sekundärwaffe, jeweils drei Aufsätze, Granaten und drei Gadgets kann man einpacken – und wir empfehlen jedem, es zu tun. Denn die automatischen Einstellungen vom Spiel sind Mist. Wer nicht manuell umstellt, geht ohne anständige Waffenausrüstung und nur mit einem von drei Missions-Perks aufs Schlachtfeld.

Außerdem hat sich eine strategische Komponente in den Singleplayer von Black Ops 2 geschlichen: Strike Force Missionen. Das sind optionale Levels, die man als Befehlshaber mehrerer Teams aus der Vogelperspektive beobachtet. Auf Knopfdruck kann man Einheiten versetzen oder angreifen lassen, wenn mal nicht alles nach Wunsch klappt, kann man sie auch selbst steuern. Das ist cool, weil man so auch mal die Steuerung über CLAWs (dicke Angriffsroboter im Stil von AT-ATs), Flugdrohnen und anderes technisches Gerät erhält. Leider sind die Missionen nicht sonderlich kompliziert. Das Tutorial, man muss vier Positionen verteidigen, bleibt der vielseitigste Auftrag. Danach heißt es nur noch "Gehe dahin und mach kaputt/töte/rette XY".

Schade, denn die Aufträge tragen wirklich zur Story bei. Je nachdem ob man sie annimmt, überspringt oder vergeigt, verändern sie den Verlauf der Geschichte. Und das ist auch schon die größte Neuerung: Endlich ist Call of Duty nicht mehr ein sturer Gesamt-Schlauch, der sich von vorne bis hinten zieht. In Black Ops 2 gibt es alternative Lösungen. Sie entscheiden darüber, ob wichtige Charaktere leben oder sterben und wie die Geschichte am Ende ausgeht. Positiv: Treyarch reibt einem solche Momente nicht ins Gesicht, wie es zuletzt Dishonored getan hat (nämlich mit strunz doofen Dialog-Sequenzen), sondern versteckt sie subtil. Aufgefallen ist uns das Feature, als wir eine Geisel befreien und Menendez rechte Hand töten sollen. Beim ersten Versuch klappt das und der Bösewicht stirbt, aber kurz darauf gehen wir selbst im Kugelhagel unter. Also wählen wir beim zweiten Versuch eine andere Route, um Killerrobotern auszuweichen. Sie ist etwas länger, weshalb der Terrorist entkommen kann.

Story in der Zukunft, aber Gameplay von gestern

Call of Duty: Black Ops 2 im Gamezone-Test (4) Call of Duty: Black Ops 2 im Gamezone-Test (4) [Quelle: Computec] An der Spielmechanik ändern diese Neuerungen leider gar nichts. Obwohl es nun eine Entscheidungsfreiheit gibt und Level sich auch etwas weitläufiger anfühlen – im Prinzip bleibt man immer in einem Schlauch. Verlässt man ihn und widerspricht der Skript-KI, bekommt man schnell die Konsequenzen zu spüren: Das Spiel endet einfach aus irgendeinem Grund. Wären da nicht die seltenen Abwechslungen, man würde in Black Ops 2 immer nur einem KI-Kameraden folgen, Gegner abknallen, die an manchen Stellen endlos nachspawnen und warten, bis der Trigger für die nächste Szene ausgelöst wird. Zwischendurch darf man an Geschützen immer wieder Moorhuhn spielen, aber mehr gibt es nicht. Das haben Modern Warfare 3 und alle anderen Vorgänger der Serie nicht anders gemacht, aber dafür besser. Selten haben wir uns in Call of Duty, das manchmal mehr ein interaktiver Film ist, in dem man nur öfter mal ein Knöpfchen drücken muss, mehr gelangweilt.

Ansonsten gefällt uns aber das Setting in der Zukunft. Spielereien, wie Zielaufsätze die Gegner mit einem farbigen Quadrat markieren oder per Impuls sogar durch Wände anzeigen, haben definitiv Vorteile. Gleichzeitig dauert es aber recht lang, bis man mit ihnen zielt – das Spiel bleibt am Ende auch im Multiplayer immer gut ausbalanciert.

Redakteur
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16.11.2012 01:00 Uhr
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Dein Kommentar
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Bewertung: 0
09.12.2012 17:12 Uhr
Ich habe dieses ScheissGame blöderweise auch gekauft.Werde es aber nullkommanichts wieder einem anderen Idioten weiterverkaufen.Lieber für 60 eier andere Sachen einkaufen gehen, hast du mehr von.Kommt nicht mal an Crysis 2 ran.Bei weitem nicht.Nicht zu empfehlen.Bin Mega enttäuscht!!!Die Werbung lügt und bringt Bilder oder Sachen die im Game nie auftauchen.gg nebula
Moderator
Bewertung: 0
18.11.2012 02:08 Uhr
Der MP von MW3 war in der Tat deutlich ausgewogener und fairer als der von MW2, zumindest wenn man noch nicht viel Erfahrung hat. Auch die Verbindungsqualität war besser als die eines Black Ops 1. Bei MW3 waren halt einfach die trostlosen Maps das Hauptproblem. Ein paar gute gab es, bei Modern Warfare 2…
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
17.11.2012 23:45 Uhr
@ bollamannkopf
Du sagst es; Geschmäcker sind verschieden. Ich fand den MP von MW3 hervorragend! Fairer und ausgewogener als MW2 (BO1 hat mich nicht packen können), wesentlich bessere Verbindungsqualität.