Atemlos kämpft man sich durch den Vietcong, was dazu führt, dass die 6 bis 7 Stunden Spielzeit viel zu schnell vorbei sind.
Mit Call of Duty: Black Ops erscheint der nunmehr siebte Teil der bekannten Reihe. Nachdem Call of Duty: Modern Warefare 2 von Infinty Ward neue Verkaufsrekorde aufstellen konnte, ist jetzt Treyarch an der Reihe. Es bleibt spannend, denn mit dem aktuellen Spiel könnten erneut wahnwitzig hohe Verkaufszahlen erreicht werden. Es stellt sich nur die Frage, ob sich die Serie nach so vielen Fortsetzungen nicht langsam platt läuft.
Zahlen, woher kommen all diese Zahlen?
Call of Duty: Black Ops
Call of Duty: Black Ops findet zu Zeiten des Vietnam-Krieges statt, also in den späten 60er Jahren. Die Deutschen sind dieses Mal nicht das Feindbild, sondern die Russen, die in den Besitz eines gefährlichen Nervengases gekommen sind und es gegen die USA einsetzen wollen. Als Alex Mason muss man den Oberschurken und seine Gefolgsleute aufhalten. Man mag es kaum glauben, doch Black Ops besitzt tatsächlich so etwas wie eine Story, die sich eigentlich sehen lassen kann. Sie wird zwar keine Auszeichnungen gewinnen, doch im Gegensatz zu den wirren Erzählungen eines Modern Warfare 2 ist das Werk von Treyarch eine Wohltat. Meist schlüpft man in die Haut von Alex Mason, der in seinem Kopf merkwürdige Zahlen hört bzw. sieht. Da fühlt man sich fast an die TV-Serie Lost erinnert.
Call of Duty: Black Ops
Unvorteilhafte Sprünge von Person zu Person bleiben dieses Mal fast gänzlich aus. Obwohl man hier und da den Russen Reznov und Hudson lenkt, dreht sich stets alles um Mason, der gleich zu Beginn offenbar von den eigenen Leuten verhört wird. Etwas stimmt nicht mit dem Mann, während man ständig von Erinnerungsfetzen geplagt wird. Zum Ende hin wartet die Handlung mit durchaus überraschenden Wendungen auf, die rückblickend so einige unklare Elemente im vorherigen Verlauf aufklären, auch wenn dezente Lücken nicht zu leugnen sind. Insgesamt wirkt Call of Duty: Black Ops durch die Wahl der Schauplätze und der Geschichte viel düsterer und bedrohlicher als all die Vorgänger. Treyarch hat es tatsächlich geschafft, dass sich der Shooter zumindest in diesen Punkten wohltuend von der restlichen Serie abhebt.
Nicht nur Vietnam
Call of Duty: Black Ops
Auch wenn man es womöglich zuerst vermuten würde, man schleicht verhältnismäßig wenig durch den Dschungel von Vietnam und knallt den Vietcong ab. Vielmehr wird Mason an verschiedene Schauplätze geschickt. Zunächst reist man dabei nach Kuba, um Fidel Castro höchstpersönlich zu ermorden. Von der ersten Sekunde an kracht es an jeder Ecke, während uns Explosionen und Rauch die Sicht nehmen. Call of Duty beginnt fulminant, nimmt dann etwas ab, um etwas später wieder richtig loszulegen. Insgesamt wird jedoch stets ein recht hohes Niveau gehalten. Da bricht man aus einem russischen Arbeitslager aus, kämpft auf den Dächern von Hong Kong oder infiltriert den Weltraumbahnhof Baikonur. Natürlich bewegen wir uns ebenfalls durch den dichten Dschungel und schleichen durch die engen und schummrig ausgeleuchteten Tunnel des Vietcong.
Call of Duty: Black Ops
Die wuchtige Präsentation macht richtig viel Spaß, doch muss man sich im klaren sein, dass Black Ops spielerisch rein gar nichts anders macht als seine Vorgänger. Noch immer bewegt sich der Spieler durch sehr eng begrenzte Level und geht seinen Missionszielen stur nach. Noch immer sprengt man Objekte in die Luft und noch immer spawnen an einigen Stellen Feinde vor das Zielkreuz, bis man zu einem gewissen Punkt vorgerückt ist. Andererseits muss man auch zugeben, dass die Häuserkämpfe eines Call of Duty noch immer für spannende Schusswechsel sorgen, vor allem in den höheren Schwierigkeitsgraden. Für weiteren Kurzweil sorgen diverse Fahrzeugsequenzen. Das eine Mal rasen wir mit einem Motorrad den Russen davon, das andere Mal klemmen wir uns traditionell hinter das Geschütz eines Fahrzeugs und lassen es so richtig krachen. Besonders interessant sind zwei Hubschrauber-Abschnitte, in denen die Spieler nicht nur passiv hinter einer dicken Wumme hocken. So muss man sich mit einem Hind durch ein Schlucht schießen und unterwegs allerlei Vietcong-Stützpunkte mit MGs und Raketen zerstören. Allerdings lässt sich der Hubschrauber nicht in der Höhe verändern, weswegen man in den eng begrenzten Arealen nur nach rechts und links ausweichen kann. Spielerisch sind diese Abschnitte also nicht anspruchsvoll ausgefallen, zeigen jedoch wie immer exzellent inszeniert.
Call of Duty: Black Ops
In Black Ops wird nicht nur geschossen, denn teilweise muss man sich auf Geschehnisse komplett neu einstellen. So muss man sich an Wachen vorbei schleichen und darf nicht gesehen werden, während man sich an anderer Stelle durch eine dichte Giftgaswolke kämpft und nur wenige Meter Sicht hat. Besonders interessant ist ein Auftrag, in dem man als Pilot eines Blackbirds einen kleinen Trupp durch die feindlichen Linien führt und Kommandos gibt. Immer wieder zoomt die Kamera jedoch auch direkt zu der EInheit, damit man selbst die Kontrolle übernimmt. Auch wenn Black Ops ein simpler und keinesfalls innovativer Ego Shooter ist, gibt sich das Programm sehr viel Mühe, genügend spannende Momente auf den Bildschirm zu zaubern. Leider ist die Jagd nach den bösen Russen wie üblich sehr schnell vorbei. Nach 6-7 Stunden hat man das Ende immerhin ohne einen üblen Cliffhanger gesehen, welches aber mit reichlich Patriotismus versehen ist. Spielt man beispielsweise auf Veteran, braucht man allerdings gut und gerne 10 Stunden für den Durchgang und wird ordentlich gefordert. Hier fallen jedoch einige sehr unfaire Abschnitte und das nicht immer optimale Checkpoint-System auf.
