In Call of Juarez: Gunslinger geht es zurück in den Wilden Westen. Der vermurkste Ausritt in die Gegenwart bleibt glücklicherweise einmalig. (2) [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Alles nur Erzählungen
In Call of Juarez: Gunslinger geht es zurück in den Wilden Westen. Der vermurkste Ausritt in die Gegenwart bleibt glücklicherweise einmalig. (4) [Quelle: Siehe Bildergalerie]
In Gunslinger schlüpfen wir in die Rolle eines berühmten Kopfgeldjägers, welcher eines Tages in den örtlichen Saloon auf ein Glas harte Spirituose geht und dort von geschichtshungrigen Besuchern genötigt wird, doch den einen oder anderen Schwank aus seinem Leben zum Besten zu geben. Und so fängt unser "Held", wenn man ihn denn so bezeichnen kann, an von seinen Erlebnissen auf der Jagd nach den schlimmsten Verbrechern des wilden Westens zu erzählen. Mit dabei sind unter anderem Billy the Kid, dessen ehemaliger Freund Pat Garret, Jesse James und viele weitere Outlaws der sagenumwobenen Zeit. In Sachen Storytelling hat man bei Ubisoft schon jetzt alles richtig gemacht. Während der Präsentation wird uns ein Shoot-Out in einem kleinen Dorf inmitten der Prärie vorgeführt. Während wir mitten in der Actionszene unseren Widersachern neue Blei-Implantate verpassen, werden wir immer wieder vom dunklen Timbre der Erzählerstimme des Hauptcharakters aus dem hörbaren Umgebungsfeuerwerk gerissen. Was auf den ersten Blick vielleicht völlig unvereinbar klingt, sorgt im Spiel für eine äußerst authentische Stimmung und lässt das Erzählerkonzept hinter Gunslinger angenehm zur Geltung kommen.
Schon während der Präsentation erwischen wir uns dabei etwas enttäuscht zu sein sobald der sonore Klang der Off-Stimme wieder vom Lärm des aktuellen Geschehens verdrängt wird, macht es einfach aufgrund der Wortwahl, Synchronisation und Erzählweise viel Spaß den Ausführungen unseres alter ego zu folgen. Cool: Wie man uns erklärte sollen vor allem im späteren Spielverlauf einige Diskrepanzen zwischen Geschichte und Handlung auftauchen, weil die Spielfigur bestimmte Dinge vertuschen, geheim halten oder schlicht und ergreifend nicht brühwarm erzählen möchte.
Revolverheld
Endlich dürfen wir auch wieder zu altbekannten Revolvern, Colts und Gewehren der damaligen Zeit greifen, um uns durch den Spielverlauf zu ballern. Dieser soll laut Aussagen der Entwickler, besonders was die Schauplätze angeht, sehr abwechslungsreich ausfallen. Von Wüstenlandschaften über Geisterstädte bis hin zu verlassenen Goldminen sollen die Spieler verschiedene Facetten der Spielwelt zu Gesicht bekommen. Call of Juarez: Gunslinger versteht sich dabei als reinrassiger Ego-Shooter mit einigen eingestreuten Actionsequenzen. Um sich der insgesamt acht bis zwölf Gegnertypen zu erwehren, kann sich unser Charakter neben seinen Schießprügeln auch auf diverse Spezialfähigkeiten verlassen. Je destruktiver unsere Schusskombos sind, umso schneller füllt sich die Leiste des Concentration-Mode. In diesem verlangsamt sich die Umgebungsgeschwindigkeit drastisch und wir können ordentlich austeilen. Mit den durch Kills gewonnenen Erfahrungspunkten füttern wir anschließend unseren neuen Skill-Tree. Hier haben wir unter anderem die Möglichkeit neue Concentration-Mode-Fähigkeiten freizuschalten uns als Desperado, also als Schütze mit zwei Einhandwaffen, oder als Ass auf lange Distanz auszubilden. Ab und an werden wir auch von unseren Widersachern überrascht und mit eigentlich tödlich getroffen - eigentlich deshalb, da der Concentration-Mode auch defensiv funktioniert und aufgefüllt für ein Ausweich- sowie anschließendes Kontermanöver sorgt. Das Kampfgeschehen macht bereits jetzt einen sehr flüssigen Eindruck, einziger Knackpunkt könnte der umständliche Nachlademechanismus sein. Denn um eine Waffe nachzuladen, müssen wir jede Kugel einzeln per Knopfdruck in Trommel, Lauf und dergleichen befördern.
Optisch sah der Titel selbst in seiner Alpha-Version, Gunslinger erscheint ja erst im ersten Quartal des nächsten Jahres, sehr schick aus. Der, für die Serie typisch, leicht überzogene und beinahe schon ins Cel-Shading gehende Look sorgt im Auge für Wohlbehagen. Die Umgebung sah, auch wenn wir nur eine kleine Ortschaft zu Gesicht bekamen, dank schicker Licht- und Schatteneffekte und etlichen Objekten sehr homogen aus.






