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  • Canis Canem Edit: Hackordnung - Leser-Test von sinfortuna

    Ein richtig merkwürdiges Actionadventure lief mir mit "Canis Canem Edit" für die Playstation 2 über den Weg. Trotz deutlicher Mängel gerade im Bereich des Handlings hat dieses schräge Abenteuer rund um die Bullworth Academy was, kein Zweifel. Angesichts der Tatsache, dass die Mainstream-Ware mit ihren 27 Updates Jahr für Jahr bei erfolgreichen Serien überhand nimmt, begrüßte ich ohnehin jeden Exoten, der eigenwillig daherkommt. Ein solcher verdient erst einmal grundsätzlich einen kleinen Bonus, schätze ich. Für Weicheier ist dieses Abenteuer rund um den Schulhof allerdings nichts, hier geht es knallhart zur Sache, sollte ich sagen "wie in der Realität"? Schon möglich: aus der Sicht jedenfalls eines wohlbehüteten Jüngelchens der niemals nicht auf keinen Fall die Schulstunde jemals schwänzte und stets seine Hausaufgaben vorbildlich machte natürlich alles ganz schreckliche Dinge, die sich hier in "Canis Canem Edit" darbieten...

    "Canis Canem" bedeutet "Hund frisst Hund" odr sinngemäß "jeder ist sich selbst der Nächste" oder "Fressen und gefressen werden". Dies übertragen auf den Schulalltag einer amerikansichen Highschool und in Verbindung gesetzt mit dem kleinen, aber kräftigen Glatzkopf Jimmy und schon erahnen wir, wie die Story laufen könnte, schätze ich. Selbstverständlich erinnert bei diesem ungewöhnlichen von Take 2 entwickelten Abenteuer einiges an Grand Theft Auto, aber ich muss gestehen, dass der erste Eindruck abschrecken kann, leider. Wer in der Anfangsphase nicht bei der Stange bleibt, verpasst was, also werft bitte die Flinte nicht gleich ins Korn, so hektisch die ungenaue Steuerung und so stereotyp der Missionsbeginn in den ersten zwei Spielstunden auch sein mag... bleibt dran! Es lohnt sich. In meinem Fall herrschte eh das Moto "einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul", doch auch wenn ich diese PS 2-Version - meines Erachtens exklusiv nur für diese Konsole erschienen - nicht geschenkt bekommen hätte, etwas Faszinierendes hatte dieses Game für mich von Anfang an. Sehr begrüßt habe ich im Übrigen auch, dass wir es mit einer komplett eingedeutschten Version zu tun haben, ergo freuen wir uns auch über deutsche Bildschirmtexte, sehr gut.

    Im Mittelpunkt dieses im Vorfeld sehr umstrittenen Spiels steht Glatzkopf Jimmy Hopkins und ja: gleich auf den ersten Blick ein echter Antipath, richtig widerlich, der Kerl. Am Liebsten gehen wir Lehrern mächtig auf den Keks, ängstigen die Mitschüler oder bleiben direkt zu Hause. Ja, Jimmy Hopkins mag es, Gewalt anzuwenden, zumindest sieht es so aus. Wieder einmal merkt der Spieler nach wenigen Stunden, dass es gar nicht so sehr darum geht, Gewalt zu präsentieren, sie möglichst rabiat zu inszenieren, nein, es steckt mehr dahinter, tatsächlich so etwas wie Tiefgang. Die Printmedien, Fachpresse whatever hatte mal wieder ordentlich Alarm geschlagen, ohne sich wirklich richtig mit dem Game befasst zu haben, wie mir schien... oder war es nur PR für das Spiel, eine Art Rühren der Werbetrommel? Wie dem auch sei, lasst Euch von den andauernden Prügeleien gerade im ersten Spielabschnitt von "Canis Canem Edit" nicht täuschen, denn im weiteren Verlauf des Spiels sieht es an der Bullworth Academy nämlich anders aus, ganz so schlimm ist es dann gar nicht mehr dort, auch oder gerade für unseren Protagonisten. Doch davon scheinen wir zu Beginn dieses Abenteuers Lichtjahre entfernt, aber haltet durch und lasst Euch überraschen...

    Ganz hervorragend ist der enthaltene Humor zu bewerten, fast schon herausragend gut und somit ganz klar die große Stärke dieses Actionadventures. Fast schon sarkastisch wirkt es in Anspielung an die wunderschöne in amerikanischen TV-Serien propagierte heile Welt an US-Highschools, was die Bindung zur Story auf alle Fälle sehr förderlich ist. Klar geht es hier um die Beliebtheit an der Schule, wie sollte es auch anders ein? Inklusive aller Randgruppen und zahlreicher kleiner und auch größerer krimineller Delikte wie Beleidigung, Verleumdung, Diebstahl, Körperverletzung und Erpressung. Gegensätzlicher könnten die Gruppen an Teenagern auch nicht sein, eben wie im wahren Leben: vom verwöhnten reichen Schnösel und Streber bis hin zum Rocker und Schläger ist quasi alles dabei. Speziell in der Pause und nach dem Unterricht geht es rau zu und unser Jimmy verbucht nach langer Zeit des Anstrengens (hoffentlich) seine ersten zarten Erfolge: sowohl was seine Stellung und das Ansehen generell in der Hierarchie der Schülerschaft angeht als auch das andere Geschlecht: tatsächlich feiern wir früher oder später den triumphalen Erfolg, eine "echte" Freundin haben zu dürfen, Pinky ist der Name des "Opfers". Aber die Kleine ist sehr anspruchsvoll und kommt aus gut betuchtem Hause, diese zu "unterhalten" ist für unseren Protagonisten daher nicht ganz leicht, versteht sich.

    Normaler Alltag sind zunächst Gardinenpredigten des Direktors in dessen Büro, dabei entpuppt sich dieser als selbstverliebt und Schwätzer, um ehrlich zu sein. Dementsprechend geringen Respekt erntet dieser von uns, versteht sich. Und auch mittendrin im Unterricht sind wir, was uns im weiteren Verlauf dann auch wirklich zugute kommt, was unsere Manieren, Kenntnisse der eigenen Sprache (englisch) oder auch nützliche Dinge aus dem Physik- und Chemieunterricht angeht... "Sport ist Mord" gilt hier nicht für uns, schließlich perfektionieren wir in diesem auch die Möglichkeiten, welche sich uns in Prügeleien bieten, versteht sich. Nicht zu vergessen der Kunstunterricht, in welchem für uns die sehr attraktive Lehrerin einen echten Augenschmaus darstellt. Auch nicht verkehrt, keine Frage.

    In den Nachbarort führen uns jedenfalls Botengänge, die wir für die schmierige Köchin der Schule erledigen und selbstverständlich gibt es Prügeleien auf den Wegen dorthin und zurück, doch es werden nach und nach (im Erfolgsfall) immer weniger. Für Abwechslung - und das ist gleich nach dem enthaltenen Humor der zweite dicke Pluspunkt - ist hier zweifelsohne gesorgt. Schließlich sind wir stets bemüht, unser Taschengeld aufzubessern, so dass Botengänge, Eskortierungsaufträge (von Schwachen bzw. Schutzbefohlenen) und solche, welche die Wiederbeschaffung von Gegenständen angeht an der Tagesordnung sind. Bei Aufträgen wie das Aufbrechen des Spinds eines Mitschülers sollten wir uns natürlich nicht erwischen lassen, ansonsten müssen wir ätzende Hilfsarbeiten verrichten. Selten gibt es unfaire Stellen, kinderleicht ist es aber auch nie, von daher ist alles im grünen Bereich.

    Interessant ist der zwischendurch uns zart gewährte Spielraum, wenn auch die Missionen an sich sehr linear strukturiert sind: gehen wir einem Auftrag nach oder drücken wir tatsächlich heute einmal brav die Schulbank? Auch der Unterricht birgt interessante Möglichkeiten, regelmäßig in Form von Minispielen, welche in Puzzles oder Reaktionsspielen münden. Die Missionen sind angenehm zahlreich und unterschiedlich, insofern gibt es gar nichts zu beanstanden. Der schräge Humor gefällt ebenso wie die sehr gelungenen Figurenmodelle. Überhaupt ist das gesamte Szenario sowohl kreativ als auch von einer dichten Atmosphäre geprägt, welches den Spieler (Multiplayer gibt es nicht) absolut zu fesseln vermag.

    Mängel gibt es auch, wobei mir primär die zu ungenaue und nicht selten hektische Steuerung auf den Magen schlug. Gerade im ersten Spielabschnitt mit seinen vielen unübersichtlichen Prügeleinlagen bzw. Massenschlägereien kann das Ganze schnell sehr nervig werden und es droht, dass der Spieler sich abwendet. Das wäre schade, denn "Canis Canem Edit" hat einiges zu bieten. Dass die Umgebungstexturen oft grob sind und auch manche Innenareale nicht so schön aussehen, mag zudem ins Gewicht fallen, letztlich überwiegen die positiven Aspekte deutlich. Diese erschließen sich uns aber erst gegen Ende des ersten Spieldrittels, schätze ich. Es dämmert uns so langsam im zweiten von insgesamt fünf Kapiteln, dass wir es hier mit einem angenehm eigenwilligen und überraschend abwechslungsreichen Actionadventure zu tun haben. Erscheint uns das Spielareal (Schulgelände) anfangs noch zu klein, ändert sich dies ab Kapitel 2 schlagartig, da weitere Schauplätze freigeschaltet werden, so zum Beispiel eine Lagune, mehrere Shops und ein Jahrmarkt. Das bringt gleichzeitig eine Missionsvielfalt mit sich, an deren Ende bzw. nach deren erfolgreicher Beendigung wir erstaunt feststellen, dass unser kleiner aber kräftig gebauter Jimmy vom bösen Schläger zum Helden "mutiert" zu sein scheint. Macken im Gameplay gibt es aber auch, denn wir werden des Öfteren ziemlich grundlos in Schlägereien verwickelt bzw. macht es oft gar keinen Sinn mehr von uns, sich zu prügeln, also laufen wir einfach weg. Was mir persönlich gar nicht schmeckte. Letztlich behalte ich "Canis Canem Edit" aufgrund seines eigenwilligen Spielverlaufs, dem kreativen Szenario, den schrägen Charakteren und des Abwechslungsreichtums in sehr guter Erinnerung.

    Negative Aspekte:
    Holpriger Beginn: ungenaue Steuerung und hektische Schlägereien schrecken ab, erst ab zweitem von fünf Kapiteln offenbart sich die Klasse dieses Spiels

    Positive Aspekte:
    Sehr schräger Humor, interessante Charaktere, komplett eingedeutscht, schöne Figurenmodelle, abwechslungsreich, dichte Atmosphäre

    Infos zur Spielzeit:
    sinfortuna hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Canis Canem Edit

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: sinfortuna
    7.5
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Steuerung
    7/10
    Sound
    7/10
    Gameplay
    9/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    8.5/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Canis Canem Edit
    Canis Canem Edit
    Publisher
    Take-Two Interactive
    Release
    27.10.2006

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Canis Canem Edit
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