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  • Cars: Lightning zündet... nicht richtig! - Leser-Test von pineline

    Ja aber natürlich war der Kinofilm "Cars" von Disney/Pixar ein Welterfolg. Und ja natürlich muss daraus schnell noch mehr Kapital geschlagen und in Windeseile Versionen für alle gängigen Spielkonsolen auf den Markt gebracht werden. Kaum ein Spiel wurde in den letzten Jahren so ausgeschlachtet wie dieses hier: PC, Playstation 2, Gamecube, X-Box, Gameboy Advance, Nintendo DS, Sony PSP, Nintendo Wii, Playstation 3, X-Box 360 wurden mit entsprechenden Fassungen bedacht und wahrscheinlich habe ich noch irgendein System noch vergessen. Und ja: natürlich können wir bei solchen Umsetzungen in der Regel davon ausgehen, dass es sich um ein bestenfalls durchschnittliches, wenn nicht sogar lieblos umgesetztes Spielerlebnis handelt... und? Ist das hier bei der X-Box-Version von "Cars" auch der Fall? Ja. Leider ja. Unglücklicherweise haben wir es hier mit einem Paradebeispiel eines schludrig umgesetzten Kinofilms als Videospiel zu tun. THQ hat sich hier nicht mit Ruhm bekleckert. Zugeben muss ich aber auch, dass dies den kleinen Sohn eines meiner beiden Brüder weniger kümmerte, er war für ein paar Wochen beschäftigt und erlag natürlich dem Reiz der niedlich animierten Autos mit den großen Kulleraugen. Angesichts der Zielgruppe wollen wir dann auch gar nicht allzu sehr über das sehr simple Gameplay meckern und auch nicht den meistens niedrigen Schwierigkeitsgrad, die technische Mängel und viel zu schnell einkehrende Monotonie werde ich aber nicht unter den Teppich kehren.

    Schauplatz des Geschehens ist die kleine beschauliche Wüstenstadt Radiator Springs, in welcher Lightning McQueen, Luigi, Sally, Hook, Ramone, Flo, Doc Hudson, Filmore, Chick Hicks, Sarge u.v.m. zu Hause sind. Selbst heute noch, Jahre später, denken die Kinder (und auch manch "Erwachsener") gerne an die kleinen Flitzer zurück, von daher will ich eigentlich auch gar nicht zu streng sein, doch nüchtern betrachtet, wird uns für die seinerzeit 50€ zu wenig geboten. Trotzdem schließt man die Hauptcharaktere rund um das Nascar-Auto McQueen, ein amerikanischer Trans Am, einfach in sein Herz.

    Die Hintergrundgeschichte ist hier ohne Belang, eine richtige Story gibt es leider nicht, kurz erwähnen möchte ich sie aber dennoch. Nach zwei aufeinanderfolgenden Unentschieden um den begehrten Piston Cup fährt Lightning McQueen zu einem Entscheidungsrennen nach Los Angeles und fährt die Route 66 in Richtung Kalifornien entlang. Auf seinem Weg dorthin passiert er auch das kleine Städtchen Radiator Springs, welches mitten in der Wüste liegt und zerstört versehentlich dessen einzige Hauptstraße. Diese gilt es nun zu reparieren oder besser gesagt erklärt es zumindest, warum sich McQueen dort befindet. Dabei macht er die Bekanntschaft des witzigen Abschleppwagens Hook und verliebt sich anscheinend etwas in Sally, einen blauen Porsche. Sally war eine erfolgreiche Rechtsanwältin in Los Angeles, hatte das stressige Großstadtleben aber satt und flüchtete in die ruhige Wüstenlandschaft. Als die Straße letztlich repariert ist, fühlt sich Lightning McQueen eigentlich so wohl, dass er gar nicht mehr wegfahren möchte... wie gesagt, spielt die Handlung kaum eine Rolle hier, wir finden leider nur eine eher lieblose Aneinanderreihung nacheinander zu absolvierender Rennen statt.

    Diese Rennen sind schrecklich simpel ausgefallen und setzen uns vor allem blödsinnigerweise nach Fahrfehlern in der letzten Runde dennoch weit nach vorne. Soll heißen, dass sich große Rückstände oft wettmachen lassen, indem wir die Fahrbahn verlassen und dann an die Spitze des Fahrerfeldes "zurückgesetzt" werden. Umgekehrt können wir so gut fahren, wie wir möchten, bei kleinsten Fahrfehlern sitzen uns die Verfolger direkt im Nacken oder überholen uns auch direkt: irgendwie lohnt es sich daher nicht, besonders gut oder schlecht zu fahren, nur die letzte halbe Runde des gesamten Rennens ist oft entscheidend. Man spricht vom "Gummiband-Effekt", glaube ich, aber in diesem Fall ist es besonders extrem. Dazu kommt, dass die Rennen alle gleich ablaufen und die Steuerung mit dem Steuerkreuz (!) auch noch sehr grob ausfällt. Die Übersichtskarte ist auch nicht besonders toll, da wir oft erst im letzten Moment erkennen, wo wir lang müssen und angesichts der Hindernisse oder engen Wege auf dem Kurs gar nicht die Zeit haben, länger als eine halbe Sekunde auf die Karte zu blicken. Dazu kommt, dass wir viele Strecken quasi auswendig lernen müssen, da wir nicht selten nicht erkennen, wo es langgeht. Das ist ärgerlich und müsste wirklich nicht sein. Und stellt Euch schließlich das Ganze auch noch in der Nacht vor, wahrlich keine Sache, die den Spielspaß vergrößert. Fest steht auf jeden Fall, dass wir entweder der Konkurrenz vom Start weg auf und davon fahren oder an einem einzelnen Rennen mangels Unfairness verzweifeln, etwas dazwischen gibt es leider nicht.

    Also quälen wir uns an manchen Stellen deutlich mehr als es uns lieb ist, um die Standardrennen gewinnen zu können und um zwischendurch Entscheidungsrennen auf Ovalkursen zu bestreiten, die an Monotonie kaum zu überbieten sind und dazu auch noch Glück und Zufall eine viel zu gewichtige Rolle spielen. Dass das Aufsammeln von versteckten Postkarten eher langweilig ist als Abwechslung bietet und sich mir bis heute nicht der Sinn erschlossen hat, wieso ich in der Wüste auf Punktejagd gehen sollte, macht das Ganze nicht gerade spannender. Auch dass wir als Minispiel in der tiefen Nacht schlafende Traktoren erschrecken sollen oder ein Rennen (Duell) sogar rückwärts vom Anfang bis zum Ende fahren sollen, ändert daran nicht wirklich etwas. Immerhin können wir uns darüber freuen, dass die knallbunte Cartoon-Landschaft zu weiten Ausflügen durch die Wüste einlädt: wer also keine Lust auf einen Wettbewerb hat oder einfach eine Auszeit braucht, fährt einfach so durch die Gegend. Aber auch das wird irgendwann einmal langweilig, auch einem Kind.

    Gelungen sind wenigstens die filmreifen Zwischensequenzen, in denen sowohl die Animation der Fahrzeuge als auch die deutsche Sprachausgabe hervorragende Arbeit leisten. Diese möchte ich als Höhepunkte bezeichnen... was nicht gerade viel Gutes bezüglich des eigentlichen Spiels aussagen dürfte, denke ich. Schade, dass es von diesen Sequenzen viel zu wenig gibt, diese vermögen nämlich wirklich, den eher monotonen Renn-Alltag in der Wüste aufzulockern. Ansonsten wurde sich einfach nicht richtig angestrengt, dies gilt insbesondere im Hinblick auf die karge, wirklich sehr schwach texturierte Landschaftsoptik. Die Fahrzeuge sind immerhin ansprechend modelliert, natürlich im Cartoon-Look und zumindest im späteren Verlauf des Spiels, so ab der zweiten Hälfte, sehen die Kurse im Gebirge und im Wald interessanter aus.

    Eines hat "Cars" für die X-Box immerhin geschafft: Lust darauf, den Spielfilm (erneut) zu sehen. Die Animation der Fahrzeuge und die Zwischensequenzen haben dafür gesorgt, weniger das Gameplay an sich. Die Steuerung der Fahrzeuge ist grob, so richtig warm wurde ich nie mit ihr. Die Rennverläufe sind absolut nicht nachvollziehbar: meistens werden wir bevorteilt und manchmal gnadenlos benachteiligt. Die schwache Übersichtskarte sorgt eher für nervige Momente als dass sie die Rennen für uns komfortabler gestalten könnte. Das Hauptproblem ist aber noch etwas anders, nämlich die viel zu schnell eintretende Langeweile. Bemerkenswerte Spielideen gibt es hier nicht, vielmehr ein mageres Gerüst, was den Spielaufbau betrifft. Dass ich dieses Spiel für die X-Box überhaupt noch (aber nur hauchdünn) empfehle, liegt am Charme der Hauptcharaktere, der tatsächlich filmgetreu rüberkommt. Hier darf sich niemand von Entwickler THQ auf die Schulter klopfen, denn hier fehlt es an einigen Stellen am Feinschliff.

    Negative Aspekte:
    Grobe Steuerung, schwache Übersichtskarte, lieblose Aneinanderreihung von 08/15-Rennen, keine richtige Story, wird schnell monoton

    Positive Aspekte:
    Sehr gelungene Zwischensequenzen, Sprachausgabe, Charme des Films wird widergespiegelt

    Infos zur Spielzeit:
    pineline hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Cars

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: pineline
    6.4
    Multiplayer
    -
    Grafik
    6/10
    Steuerung
    5/10
    Sound
    8/10
    Gameplay
    5/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    5.8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Cars
    Cars
    Publisher
    THQ
    Developer
    Rainbow Studios
    Release
    29.08.2006

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Cars
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20.12.2011
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