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  • Castlevania im Gamezone-Test

    Der neueste Teil der traditionsreichen Serie verzichtet leider auf die guten Spielelemente seiner Vorgänger.

    Gebt mir mein geliebtes Castlevania zurück!

    Neues Castlevania - neuer Held. Diesmal schlüpft Ihr in die Rolle von Leon Belmont, welcher auf der Suche nach seiner von Vampiren entführten Liebsten ist und müsst es dabei wieder einmal mit ganzen Armeen der Finsternis aufnehmen. Dazu bewaffnet sich Leon mit seinem Dolch und macht sich auf den Weg zu Draculas finstren Geisterschloss. In einem Waldstück vor dem Schloss trifft er glücklicherweise auf einen alten Alchimisten, welcher Ihm die sagenumworbene Peitsche überreicht, die inzwischen zum Symbol für die Castlevania-Serie geworden ist.

    Beim Betreten des Schlosses steht Ihr fünf verschiedenen Ausgangspunkten gegenüber, von denen jeder in einen der dunklen Flügel des gruseligen Schlosses führt: eine Kathedrale, ein alchimistisches Labor, ein Schlossgarten, ein Theater und ein Verlies. Hunderte von Räumen und mehr als 80 unterschiedliche Arten von Gegnern erwarten Leon, der sich gegen die Horden mit seiner Peitsche und fünf Extra-Waffen zur Wehr setzen kann - einem Dolch, einem Kreuz, einer Axt, einem magischen Kristall und Weihwasser. Außerdem muss Leon sieben magische Reliquien finden, die in Kombination mit den Extrawaffen besonders starke Attacken und Zaubersprüche ermöglichen. Obwohl das Spiel diesmal auf eine eher ungewöhnliche Struktur in Form von einzelnen Levels setzt, bleiben Euch relativ lange Laufwege leider nicht erspart. Nicht selten muss in einem Winkel des Levels ein Schalter gefunden werden, welcher an einer weit entfernten Stelle eine wichtige Türe öffnet. Nun müsst Ihr Euch auf den beschwerlichen Rückweg machen und fast alle bereits zuvor besuchten Räume nochmals abarbeiten. Dies war bei den alten Castlevanias zwar auch ab und zu nötig, doch diesmal gehört dies leider zur Hauptbeschäftigung auf dem Weg zu Dracula's Versteck.

    Gerade da man sich ja 'zig mal durch die selben, monsterbefüllten Räume arbeiten muss, ist es umso unverständlicher warum es keinerlei Erfahrungspunkte für das Abschlachten der Monsterhorden gibt. Dadurch entpuppen sich die ach so schönen Schergen Draculas als mehr oder weniger sinnloses Beiwerk, denn früher oder später wird man sich damit begnügen einfach durch die Gegnerscharen hindurchzulaufen bis man sein Ziel - zum Beispiel den Endgegner - erreicht hat. Der Rollenspielcharakter des Vorgängers und der erfolgreichen Ableger auf dem Gameboy Advance tritt also in diesem Teil wieder mehr in den Hintergrund, was unserer Meinung nach eine ganz große Fehlentscheidung der Entwickler war.

    Das eigentliche Vertrimmen der Monster erinnert nun sehr deutlich an Capcoms "Devil May Cry" und nur noch wenig an vergangene Abenteuer mit den Sprösslingen des Belmont-Clans. Zwar gibt es immer noch die klassischen Herzchen, welche Ihr für den Einsatz der Extrawaffen wie Axt oder Weihwasser benötigt und auch so mancher effektvoller Kombinationsschlag für Eure Peitsche gesellt sich im Laufe der Zeit zu Eurem Repertoire verschiedenster Angriffe, doch da die Gegner beim nächsten Betreten des Raumes ohnehin wieder am Leben sind und es auch keine Erfahrungspunkte mehr gibt, besteht kaum noch ein Grund sich überhaupt mit ihnen anzulegen. Leider fehlt in diesem Teil genau das, was bei den Vorgängern für die große Motivation gesorgt hat: Die ständige Erweiterung der Fähigkeiten Eures Helden, welche hauptsächlich durch das Besiegen von Zwischengegnern oder das Finden versteckter Räume möglich wurde. Zwar gibt es immer noch versteckte Räume, dort sind unter anderem auch neue und stärkere Peitschen zu finden, doch diese Räume sind so gut versteckt, dass man nur selten ohne Lösungsbuch dort hin finden wird. Die wenigen neuen Fertigkeiten, welche Ihr ganz automatisch im Laufe des Spiels erlernt, beziehen sich hauptsächlich auf neue Schlagkombinationen, ermöglichen aber nicht das Erreichen vorher unzugänglicher Stellen - dies war bei den 2D-Castlevanias genau der Grund dafür, dass man gerne noch einmal kreuz und quer durch das Schloss gelaufen ist. Auch sind die eigentlich für die Serie typischen Sprungeinlagen fast gänzlich von der Bildfläche verschwunden: Nur an ganz wenigen Stellen müsst Ihr noch geschickt über Abgründe hüpfen oder Euch in vertikaler Richtung vorarbeiten. Die meiste Zeit verbringt Ihr wirklich damit, Euch durch aneinandergereihte Räume zu prügeln und genau das sorgt auf Dauer für Langeweile. Für die ganz hartgesottenen unter Euch gibt es aber dennoch einiges zu Erforschen, denn manche Türen lassen sich erst mit bestimmten Schlüsseln öffnen und wer wirklich vor hat, die Karte des ganzen Schlosses aufzudecken, kann dies nach dem letzten Endgegnerkampf noch machen. Doch seid gewarnt: So viel Spaß wie bei "Symphony of the Night" macht diese Beschäftigung in diesem Teil der Serie bei weitem nicht mehr.

    Der Schwierigkeitsgrad des Ganzen ist nicht zu unterschätzen: So mancher Endgegner hat schon einiges auf dem Kasten und ohne einen prall gefüllten Rucksack voller Heiltränke kommt Ihr nicht sonderlich weit. Doch die Kosten eine Stange Geld und das will wiederum erst einmal durch das Metzeln von Monstern verdient werden. Auch wenn die Sprungeinlagen nur noch sehr selten vorkommen, fällt dabei aber leider die sehr penible Steuerung auf: Ein absolut punktgenaues Drücken des Sprung- und Schlagknopfes ist nötig um diese Passagen erfolgreich überstehen zu können und nicht selten sind etliche Anläufe dafür nötig. Wo wir gerade bei der Steuerung sind: Ein absolutes Novum ist das "Real-Time-Window", welches die einzige Möglichkeit darstellt, Euren Helden mit Heiltränken und anderen Ausrüstungsgegenständen zu versorgen bzw. auszurüsten. Mittels rechtem Analogstick blättert Ihr durch die einzelnen Menüpunkte und könnt somit auch während des Kampfgeschehens sehr schnell die Peitsche wechseln oder auch mal die Gesundheit auffrischen ohne dafür extra ins Menü wechseln zu müssen. Eine zukunftsweisende Entwicklung, welche aber noch unter ein paar Kinderkrankheiten leidet: Es bedarf schon einiges an Übung und Geschicklichkeit um mit dieser Technik während eines Endgegnerkampfes gleichzeitig durch das Menü zu blättern und den passenden Heiltrank finden, während man auch noch diversen Angriffen ausweicht. Wenn man Pech hat, artet diese Aktion in Hektik aus und man verliert unnötigerweise mehr oder weniger Lebensenergie.

    Nach dem schon lange in Vergessenheit geratenen Castlevania 64, welches erstmals den Sprung in die dritte Dimension wagte - damit aber kläglich scheiterte - stellt die neueste Inkarnation der beliebten Serie den zweiten Anlauf für einen Perspektivenwechsel dar. Gleich vorweg: Auch diesmal ist dieser komplizierte Sprung in die neue Ansicht nur bedingt gelungen. Glücklicherweise werdet Ihr vor jeglichen Kamerajustierungen verschont, das Spiel bietet fest vorgegebene Ansichten, welche sich in keinster Weise verändern lassen. Der große Vorteil dabei ist, dass man sich nicht so oft verläuft und das Spiel einen ganz anderen optischen und spielerischen Flair als bekannte Action-Adventures hat. Doch der Nachteil bei dieser Lösung ist natürlich auch die teilweise verloren gehende Übersicht: Besonders in den Ecken der Räume kann es schon mal zu sehr seltsamen Kameraeinstellungen kommen und manchmal leidet darunter sogar die Spielbarkeit. Die Räume und Gänge sind allesamt mit angenehm vielen Details gesegnet und glänzen an vielen Stellen mit handgezeichneten, wunderschönen Texturen, zudem hat jeder Bereich in Draculas Geisterschloss ein ganz eigenes grafisches Motto. Schade nur, dass bei einer 3D-Ansicht sehr schnell auffällt, dass sich die Formen der Räume nur allzu gern wiederholen und man zu schnell bemerkt, dass ganze Abschnitte nur aus quadratischen oder kreisrunden Räumen bestehen, welche durch T-förmige Gänge miteinander verbunden sind. Zwar sorgen die schön gestalteten und animierten Monster für Abwechslung, doch nachdem man einen Raum zum fünften Mal durchquert hat, hat man sich auch daran mehr als satt gesehen. In Sachen Sound sorgen die orchestralen Kompositionen von Michiru Yamane für ein überdurchschnittlich gutes Erlebnis. Jeder Bereich des Schlosses verfügt über ein eigenes, musikalisches Thema und fast alle Lieder würde man sich auch auf einer separat erhältlichen Audio-CD wünschen.

    Irgendwie scheint ein für Retrogamer segenreicher Fluch auf Castlevania zu liegen, denn nur so bestätigt sich auch bei diesem neuartigen Zwitterwerk aus klassischen 2D und modernen 3D der Verdacht, das Castlevania einfach nur in 2D wirklich gut werden kann. Koji Igarashi und sein talentiertes Team müssten das eigentlich am besten wissen, schließlich waren sie für das Meisterwerk "Castlevania: Symphony of the Night" auf der PSone verantwortlich.

    Castlevania (PS2)

    Singleplayer
    7,5 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Sound
    9/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    7/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    hervorragender Sound
    stellenweise sehr schöne Texturen
    gutes Kampfsystem
    übersichtliche Automap
    keine Rollenspielelemente mehr
    dadurch sinnlose Kämpfe
    stellenweise ungünstige Ansicht
    kaum Sprungeinlagen
    fummeliges Menüsystem
    schlechtes Leveldesign
  • Castlevania
    Castlevania
    Developer
    Konami
    Release
    12.02.2004

    Aktuelle Action-Spiele Releases

    Cover Packshot von I Expect You To Die Release: I Expect You To Die
    Cover Packshot von Watch Dogs 2 Release: Watch Dogs 2 Ubisoft , Ubisoft
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989696
Castlevania
Castlevania im Gamezone-Test
Der neueste Teil der traditionsreichen Serie verzichtet leider auf die guten Spielelemente seiner Vorgänger.
http://www.gamezone.de/Castlevania-Spiel-19803/Tests/Castlevania-im-Gamezone-Test-989696/
12.02.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/02/48_1113.jpg
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