Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Champions of Norrath: Realms of EverQuest im Gamezone-Test

    Mit technischen und spielerischen Vorteilen hebt sich dieser Titel positiv von seiner Konkurrenz ab.

    Ein heldenhaftes Gemetzel

    Snowblind Studios, die Schöpfer des richtungweisenden "Baldurs Gate: Dark Alliance" haben schon vor geraumer Zeit das Lager gewechselt und entwickelten seitdem für Sony Online Entertainment das vielversprechende "Champions of Norrath". Nach zahlreichen unverständlichen Terminverschiebungen hat sich Ubisoft nun endlich doch dazu entschlossen, dieses hervorragende Action-Rollenspiel auch in Europa zu veröffentlichen.

    Zur Story möchten wir an dieser Stelle nicht zu viele Worte verlieren, denn außer das sich die Geschichte in Sony's Everquest-Universum abspielt, wird halt wieder mal das übliche Fantasy-Standardszenario geboten: Der König der Waldelfen ruft die Helden des Landes zu sich, da seine Hauptstadt von Goblins und Orks belagert wird. Für euch sind so ein paar schwächliche Goblins natürlich eine Kleinigkeit, also nehmt ihr den Auftrag dankend an. Doch selbstverständlich wird es nicht bei der Handvoll Goblins bleiben, in den Ländereien von Norrath warten noch ganz andere, gefährlichere Gegner auf euch.

    Spielerisch ist Champions of Norrath ein ganz klassisches Action-Rollenspiel und man kann ja nicht gerade behaupten, dass es davon in letzter Zeit zuwenig gegeben hätte. Doch die Snowblind Studios haben im Vergleich mit anderen Spieleschmieden durchaus noch schöpferische Qualitäten zu bieten, die dieses Spiel um eine Kleinigkeit von der breiten Masse der Metzelspiele positiv abheben. Mehr dazu später. Man beginnt auch hier, wie in jedem Spiel dieser Sorte, bei der Charaktererstellung: Dabei fällt bereits der große Umfang des Spiels auf, denn neben dem üblichen Barbaren, Waldelfen und Magier findet sich noch ein Kleriker und ein Shadowknight der Dunkelelfen im Angebot - und das jeweils in weiblicher und männlicher Ausführung. Während die vier ersten Klassen dem genretypischen Standard folgen, begeistert der Shadowknight besonders mit seiner Fähigkeit Untote für sich kämpfen zu lassen und große Waffen benutzen zu können.

    Hat man die ersten paar Anfängerquests hinter sich gebracht, beginnt der typische Action-Rollenspiel-Alltag: Hauptsächlich Monster metzeln, jede Menge Waffen und Rüstungen aufsammeln und verkaufen, in höhere Levels aufsteigen, dann Fähigkeitspunkte verteilen und schließlich wieder hauptsächlich Monster metzeln. Was dieses altbewährte Spielprinzip in Champions of Norrath aber immer noch ansprechend macht, sind die kleinen, liebevollen Details: Da hätten wir zum einen das überaus komfortable Menüsystem, welches die Konkurrenz locker aussticht: Naben der mausähnlichen Bedienung ist dabei besonders angenehm, dass man bereits im Inventar den Verkaufspreis der einzelnen Gegenstände sehen kann. Aber auch der innovative Fertigkeitenbaum gibt über alle erlernbaren Zaubersprüche und Verbesserungen sehr freudig Auskunft und ist durch seinen logischen Aufbau auch für Einsteiger verständlich, lässt aber dennoch ungewöhnliche Charakterdesigns für Experten zu. Außerdem können im Menü auf sehr einfache Weise die ausgerüsteten Gegenstände mit gefundenen, magischen Artefakten aufgebessert werden - allerdings nur so oft, wie freie Slots dafür vorhanden sind. Dieses System zur Aufbesserung der Besitztümer ist zwar nicht so umfangreich und komplex wie bei "Dark Alliance 2" ausgefallen, sorgt aber trotzdem für Abwechslung im blutigen Kämpfer-Alltag.

    Auch machen die Entwickler ihrem Namen mal wieder alle Ehre, indem hier enorm abwechslungsreiche und sehr liebevoll gestaltete Szenarien verwirklicht wurden. Vom ungewöhnlichen Unterwasser-Dungeon, über ein tropisches Inselparadies, bis hin zur allseits bekannten Goblinhöhle ist alles vertreten, was man sich als Fan des Genres wünscht - nur eben um einen Tick schöner und liebevoller inszeniert als erwartet. Dies trifft vor allem auf die zahlreichen Gegner zu, welche sich in Gestaltung und Größe locker mit denen des ersten "Dark Alliance" messen können. Die Waffenvielfalt lässt ebenfalls nicht zu wünschen übrig, da man bei fast jedem Monster neue Klingen und Prügel findet. Die sind zwar meist nicht besonders schlagkräftig, können aber zumindest beim Händler in Bargeld verwandelt werden. Da man ständig mit neuen Waffen, Umgebungen und Gegnern unterhalten wird, fällt das eigentlich recht simple Gameplay kaum noch ins Gewicht. Sehr schnell stellt sich das süchtig machende Gefühl ein, nur noch einen Dungeon oder nur noch den einen, letzten Quest abschließen zu wollen - wodurch man nicht selten noch ein paar ungeplante, zusätzliche Stunden mit diesem Spiel verbringt.

    Etwas unschön ist allerdings die sehr begrenzte Tragekraft der Helden ausgefallen, denn bereits nach ein paar aufgesammelten Gegenständen hört man einen bald schon sehr vertrauten Spruch: "Ich bin überladen!". Besonders unangenehm ist dabei, das nicht schwere Rüstungen und Waffen die Tragekraft des Helden beanspruchen, sondern hauptsächlich die aufgesammelten Pfeile und Heiltränke, also Dinge, von denen man eigentlich nie genug haben kann. Auch die seit "Diablo" bekannte Kiste, in der man aufgesammelte Beute zwischenlagern kann, hätte hier viel unnötiges Ausmisten im Inventar erspart und für einen flüssigeren Spielablauf gesorgt. Außerdem findet man in den späteren Dungeons meist nur noch nutzlosen Krempel bei den getöteten Monstern, welchen man aber trotzdem aufsammelt, immer in der Hoffnung ein noch besseres Schwert oder eine noch dickere Rüstung zu finden. Im Zusammenspiel mit dem ständig überladenen Inventar ist dies irgendwann ziemlich nervig und man verliert immer mehr die Lust am Aufsammeln von herumliegenden Gegenständen. An dieser Stelle hat man es mit der Vielfalt der Gegenstände leider etwas zu gut gemeint.

    Große, positive Überraschung: Das Speichersystem. Man muss an den verschiedenen Speicherpunkten nicht zwangsläufig eine langwierige Memory-Card-Speicherung auf sich nehmen, es langt ein einfaches Berühren des Speicherpunktes und schon wird ein automatischer Checkpoint gemerkt. Auch beim Betreten neuer Gebiete oder dem Verwenden von Teleportations-Sprüchen ist dies so - man kann sich also kaum noch mehrere Stunden Spielspaß durch ein plötzliches Ableben zunichte machen.

    Die von den Snowblind Studios entwickelte und in der Branche sehr beliebte Engine von "Dark Alliance" kommt zwar auch hier zum Einsatz, allerdings in einer komplett neuen Version. Diese geht wirklich an die Grenzen des auf der PS2 technisch machbaren und kitzelt aus dem Gerät unglaublich detaillierte, hochauflösende Texturen auf extrem detaillierten Landschaften heraus. Auch die Gegner sind erstklassig und strotzen nur so vor Details, weshalb man sehr gerne auf die zweite, nähere Ansicht umschaltet um die neue Grafikengine in ihrer vollen Pracht erleben zu können. Doch diese Gradwanderung an den technischen Grenzen der PS2 hat auch ihre Nachteile: Wenn sich zu viele Gegner und Effekte gleichzeitig auf dem Bildschirm tummeln, geht das Spiel sehr gerne in die Knie, was stellenweise richtig lästig werden kann. Auch sieht man ganz selten und nur bei schnellen Kameraschwenks die Hintergrundgrafik "aufpoppen", was natürlich keine besonders saubere Sache ist. Ähnlich verhält es sich mit der Sprachausgabe: Diese ist zwar absolut erstklassig gesprochen, kommt nur leider viel zu spät aus den Lautsprechern, da es anscheinend Probleme beim Nachladen der Soundfiles gibt. Angeblich soll diese Problematik nur bei älteren PS2-Modellen auftreten, bei unseren Tests auf verschiedenen Geräten trat sie allerdings jedes Mal auf. Die Umsetzung auf die PAL-Norm ist geglückt, von Balken ist während des Spiels keine Spur zu sehen. Lediglich in den Menüs flimmert das Spiel unangenehm stark, was wohl auf den fehlenden 60Hz Modus zurückzuführen ist. Die Hintergrundmusik bedarf noch eines gesonderten Lobes, denn so stimmungsvolle und passende Klänge haben uns schon lange nicht mehr in einem Action-Rollenspiel begleitet. Zwar hört sich so manches Stück stark nach "Herr der Ringe" an, dafür sind die Leider aber auch locker so gut gelungen wie die preisgekrönte Filmmusik und sorgen für eine absolut stimmige Fantasy-Atmosphäre.

    Natürlich ist auch der obligatorische Mehrspielermodus für bis zu vier Spieler vorhanden und sorgt für spannendes Monstergemetzel in der Gruppe. Doch man ist hier endlich auch einen Schritt weiter gegangen und hat einen kompletten Online-Modus integriert. Dieser hat den Spielen dieses Genres bisher immer gefehlt und feiert nun mit Sony Online endlich den längst überfälligen Einstand. Bei unseren ersten Tests haben wir allerdings nicht gerade viele Spiele gefunden und auch die Verbindungsqualität war zu den Spielen nicht gerade berauschend. Ein richtiges Online-Universum wie bei "Diablo" erwartet einen aber ohnehin nicht, denn auch online geht es nur mit maximal vier Spielern auf die Monsterjagd, was natürlich der ganzen Sache etwas den Wind aus den Segeln nimmt. Das große Potenzial eines online spielbaren Action-Rollenspiels auf Konsolenbasis wird also auch hier wieder nicht ausgeschöpft. Schade, denn wer würde nicht gerne ein Spiel im Stil von "Diablo 2" von der gemütlichen Couch aus spielen? Da der Onlinemodus von Champions of Norrath leider nur ein lokaler Mehrspielermodus über eine Internetverbindung ist, müssen wir wohl doch noch ein paar Jahre warten, bis es auch auf den Konsolen mit online spielbaren Action-Rollenspielen so richtig losgeht.

    Champions of Norrath: Realms of EverQuest (PS2)

    Singleplayer
    8,9 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Sound
    9/10
    Steuerung
    9/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    hervorragende Grafik
    abwechslungsreiche Umgebungen
    stimmiger Sound
    sehr praktisches Speichersystem
    fünf Klassen
    dynamisch generierte Dungeons
    dadurch sehr hoher Wiederspielwert
    stellenweise Popups und Ruckeln
    permanent überladenes Inventar
    Onlinemodus nur zu viert möglich
    manchmal ungünstig platzierte Ladepunkte
    kein 60Hz Modus
    in den Menüs starkes Flimmern
  • Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von Winx Club Release: Winx Club Konami
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
989921
Champions of Norrath: Realms of EverQuest
Champions of Norrath: Realms of EverQuest im Gamezone-Test
Mit technischen und spielerischen Vorteilen hebt sich dieser Titel positiv von seiner Konkurrenz ab.
http://www.gamezone.de/Champions-of-Norrath-Realms-of-EverQuest-Spiel-19914/Tests/Champions-of-Norrath-Realms-of-EverQuest-im-Gamezone-Test-989921/
22.06.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/04/con_title_1_.jpg
tests