Civilization 5: Brave New World in der Vorschau: Die gelungene Erweiterung führt einen diplomatischen Weltkongress im Endgame ein
SpecialBrave New World heißt das zweite Add-On für das Rundenstrategiespiel Civilization 5. Gamezone hat die Erweiterung, die sich vor allem auf das Endgame des beliebten PC-Spiels auswirkt, angespielt und alle Neuerungen getestet. Darunter sticht vorallem der Weltkongress als diplomatisches Supertool hervor: Er liefert dutzende neue Möglichkeiten in der Außenpolitik.
Eine schöne neue Welt wartet im neuen Add-On Civilization 5: Brave New World auf Fans der Rundenstrategie. Das zweite Update verlängert das Endgame von Civilization 5 und fügt in diesem Teil des Spieles viele neue Funktionen hinzu. Die Erweiterung Gods & Kings, die ein Religionssystem einbrachte, war seinerzeit für das Mid-Game kreiert worden.
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Im Mittelpunkt von Brave New World stehen zwei Systeme: Die Archäologie sowie ein Weltkongress. An vielen Stellen verteilt auf der Karte, wird der Spieler Relikte und Ruinen aus einer anderen Zeit auffinden können. Wer lang genug spielt, wird beispielsweise auf Schlachtfeldern der eigenen Vergangenheit Grabungsstätten errichten können. Wenn die Archäologen, eine neue Einheitenklasse, nach drei Runden Grabung ein Relikt finden, kann der Spieler entscheiden, wie damit umzugehen ist. Entweder kann man eine Erinnerungsstätte direkt vor Ort aufbauen, was Tourismus fördert. Tourismus ist gleichzeitig eine der neuen "Ressourcen", die zur Kultur beiträgt.
Archäologie und Tourismus sind demnach zwei Optionen, die vor allem für Kultur-Spieler interessant sind. Ein weiteres System dafür sind sogenannte Meisterwerke. Es gibt sie in den Kategorien Literatur, Kunst und Musik. So wie Generäle sind das Personen, die großartige und prägende Gegenstände einer Zeit erschaffen haben. Wer einen solchen Charakter, etwa Mozart, Goethe und Co. freischaltet, kann ihn in einem Kulturhaus seiner Wahl niederlassen. Mozart trägt dann seine Zauberflöte dauerhaft in einem Opernhaus vor, was Kultur- und Tourismusboni gewährt. Auch ausgegrabene Relikte können solche Meisterwerke sein, die in Museen für Reichtum und Tourismus für die jeweilige Stadt sorgen.
Der Weltkongress a.k.a. UNO
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Während Archäologie und Tourismus vielen Spielern nur wie ein Hilfssystem vorkommen kann, weil es sich relativ passiv abspielt, ist das neue System des Weltkongresses eine sehr viel verständlichere Erweiterung. Der Weltkongress ist eine Erweiterung der diplomatischen Möglichkeiten. Sobald das erste Volk alle anderen Völker der Welt erkundet hat, wird der Weltkongress einberufen. Das Land, das alle anderen Zivilisationen entdeckt, hat darin einen "Gründerstatus" und darf Resolutionen einbringen. Zwei weitere Länder, immer die am weitesten entwickelten, können dies ebenso tun. Alle weiteren Staaten haben ein Stimmrecht, das mit der Zeit und Entwicklungsstufe aufsteigt. Während Stadtstaaten zu Beginn noch kein eigenes Stimmrecht haben, können sie es sich mit technologischem Aufstieg verdienen. Sobald man in die Neuzeit kommt, wird der Weltkongress in die UNO transformiert.
Die diplomatischen Möglichkeiten in diesem Kongress sind sehr stark erweitert zu denen aus dem Hauptspiel. Anstatt nur aus wenigen Forderungen zu wählen, kann man dutzende Resolutionen zur Diskussion stellen. Dazu gehören repressive Handlungen wie Handelsembargos, Steuern auf stehendes Heer, Luxussteuern, Verbote und Co. Aber auch viele gutgemeinte Resolutionen. So kann man eine Weltausstellung initiieren, damit sich die Völker näher kommen.
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Das diplomatische Bürokratie-Monster Weltkongress verschlingt aber auch massig Zeit. Damit zu Beginn des Systems alle Spieler die Chance haben, sich eine Meinung zu einer Resolution zu bilden, steht ein Vorschlag satte 30 Züge zur Debatte. So lange können Spieler auch um die Gunst der anderen Völker werben. Will Maria I von Portugal, ein neuer Spielcharakter, ihre Handelswege freihalten und schlägt deshalb eine Steuer auf ein stehendes Heer gegen Pedro II von Brasilien (neuer Charakter, neues Spielvolk) vor, hat sie genug Zeit, um die Stimmen von anderen Spielern, egal ob CPU oder Mensch, politisch oder wirtschaftlich zu "kaufen". Je weiter entwickelt die Welt ist, desto kürzer werden die Zeitabstände – zum Schluss sollen es schon "nur noch" zehn Runden Bedenkzeit sein. Einer der Entwickler erklärt, dass das aus zweierlei Gründen passiert: Neulinge sollen so an das System herangeführt werden. Aber auch historisch hat die Bedenkzeit ihre Begründung. Früher haben Informationen einfach länger gebraucht, um die Welt zu durchqueren.
Handel ausgebaut
Mit Brave New World wird auch das Handelssystem stark ausgebaut. Spieler können nun über Land und auf See Handelskarawanen einrichten. Diese sorgen 30 Runden lang für Gold oder andere Ressourcen. Erst danach muss man eine neue Karawane zurechtklicken. Vor allem der Übersee-Handel ist wichtig: Neue Handelschiffe können nun bis zu 45 Hexfelder weit reisen – eine enorme Reichweite für Civilization 5! Und wer über Handel spricht, kann Portugal nicht unerwähnt lassen. Deshalb hat es das Land mit Maria I als neuer Spielcharakter in die Erweiterung geschafft. Ebenso dabei ist Pedro II aus Brasilien mit den Brasilianern als Volk sowie Casimir von Polen.
