Civilization 5 im Gamezone-Test

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Civilization V bricht in einigen Details mit seinen Vorgängern, aber das ist – Hand aufs Herz - auch gut so.

Am 24. September 2010 ist es endlich so weit. 19 Jahre nach dem Release von Civilization durch MicroProse Inc. und fünf Jahre nach Civilization IV veröffentlicht 2K Games die wieder von Firaxis Games entwickelte neueste Ausgabe von Sid Meier's Civilization. Schon in der Presseveröffentlichung vom 18. Februar 2010 wurde angedeutet, dass das Spiel von Grund auf neu programmiert und diesmal besonderes Augenmerk auf das Kampfsystem und die Diplomatie gelegt wurde. Was es damit auf sich hat und wie sich Civilization V sonst so schlägt, soll in diesem Test erörtert werden.

Civilization 5 Quelle: 2k Games Civilization 5 19 Jahre sind eine lange Zeit und dennoch mag es sein, dass nicht jeder das Spielkonzept von Civilization kennt. Die langjährigen Fans der Reihe mögen es mir daher verzeihen, wenn ich zu Beginn das Spiel kurz beschreibe. Civilization ist ein rundenbasiertes Strategiespiel, bei dem man die Rolle des Anführers eines zu Beginn noch kleinen Volksstammes übernimmt. Man startet hierbei 4.000 Jahre vor Christus, also in der Endphase der Jungsteinzeit. Durch das Gründen von Ansiedlungen kann man sein Volk sesshaft werden lassen und schon geht es los. Durch Forschung gewonnene neue Erkenntnisse lassen das Volk sich weiterentwickeln. Jede neue Errungenschaft erlaubt entweder den Bau von neuen Stadtmodernisierungen, Weltwundern, zivilen- oder militärischen Einheiten oder dient wiederum als Grundlage für weitere Forschung. Damit das eigene Volk wächst und gedeiht muss man sich natürlich um die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln, aber später auch mit anderen Gütern und Luxusartikeln wie z.B. Perlen oder Färbemittel kümmern. Beim Erkunden der Spielewelt stellt man natürlich fest, dass man sich nicht alleine auf dem Planeten befindet. Ob man dabei einen Konflikt eingeht und den Feind mit Hilfe kriegerischen Aktivitäten in seine Schranken verweist oder ob man lieber friedlich koexistieren möchte und diplomatische und Handelsbeziehungen aufbaut, bleibt dem Spieler selbst überlassen. Es gibt mehrere je nach Setup gleichzeitig erreichbare Spielziele, die man erreichen kann oder sogar muss. Diese sind die Dominanz auf dem Planeten, kulturelle oder wissenschaftliche Vorherrschaft oder aber auch der Sieg nach Zeit oder mit Hilfe von Diplomatie. Diese Offenheit lässt jedes Spiel in Civilization anders verlaufen und zieht seine Fans immer wieder von Neuem in seinen Bann.

Civilization 5 Quelle: 2k Games Civilization 5 Civilization V ist boxed als reguläre oder als Collector's Edition erhältlich. Die Collector's Edition enthält zusätzlich eine DVD mit "Behind the scenes" Infos, ein 176-seitiges Artbook, 2 Audio CDs mit dem Soundtrack, sowie fünf exklusive Civilization V Miniaturen. Wer auf die Schachtel im Regal verzichten kann, kann das Spiel auch komplett digital über Steam beziehen. Damit ist auch die Frage nach dem Kopierschutz beantwortet - es gibt mit Ausnahme der Koppelung an Steam keinen. Damit kann man im Gegensatz zu aktuellen Produkten der französischen Konkurrenz Civilization wie gehabt auch offline, wie zum Beispiel auf Reisen spielen. Die Updatefunktion von Steam hat sich ebenfalls schon als nützlich erwiesen, denn noch vor dem Veröffentlichungstermin wurde schon die erste Aktualisierung ausgeliefert, um dem Spiel den letzten Feinschliff zu geben. Wer die Vorgänger kennt, weiß, dass Firaxis Civilization vorbildlich oft über mehrere Jahre hinweg mit Updates versorgt. Im Hinblick auf die im Spiel enthaltene Multiplayerfunktion ist durch die automatischen Updates dafür gesorgt, dass alle Spielteilnehmer auch korrekt miteinander kommunizieren können, da alle die gleiche Version einsetzen.

Civilization 5 Quelle: 2k Games Civilization 5 Was ist nun aber neu in Civilization V? Nachdem ich mein erstes Spiel gestartet habe, fällt zunächst eines auf: Die Spielewelt ist wunderschön gestaltet worden. Schon der Vorgänger, der zum ersten Mal eine dreidimensionale Darstellung mit sich brachte, war schön anzusehen. In Civilization V ist die Welt aber noch einmal um einiges optisch verbessert worden. Auf hohem Detailgrad erkennt man viele kleine liebevoll gestaltete Dinge. Beispielsweise kann man nun zusehen, wie Weltwunder langsam Stück für Stück fertiggestellt werden. Ressourcen wie Pferden oder Kühen kann man beim Grasen zusehen. Das Wasser im Meer und in den Flüssen sieht ebenfalls sehr schön aus. Die Städte sind wieder entsprechend Ihrer Gründernation europäisch, orientalisch etc. gehalten und wachsen mit steigender Bevölkerung wie gehabt mit. Optisch sind die Städte und auch Modernisierungen nicht mehr nur auf das gewählte Feld begrenzt. Beispielsweise werden Weltwunder einer Stadt durchaus auch auf Nachbarfeldern dargestellt und auch die Felder des Bauernhofs vor der Stadt halten sich nicht mehr streng an die Feldgrenzen. Diese großzügigere Positionierung erzeugt eine realitätsnähere Darstellung. Natürlich ist diese prächtige Grafik eigentlich nur schmückendes Beiwerk, denn letzten Endes ist diese für ein ausgewachsenes Strategiespiel wie Civilization nicht relevant. Dennoch macht es viel Freude sich in der wenigen Freizeit, die man als Imperator Maximus zur Verfügung hat, an diesem Detailreichtum zu erfreuen. Wer auf die hübsche Grafik verzichten kann oder möchte, um zur strategischen Planung einen besseren Überblick zu erhalten, kann die sogenannte Strategieansicht aktivieren, die mit Ihrer zweidimensionalen Draufsicht optisch einem Brettspiel ähnelt.

Civilization 5 Civilization 5 Sofort ins Auge fällt das Spielinterface. Dieses ist deutlich entschlackt worden. Am rechten unteren Bildschirmrand findet sich die Minimap. Gold, Kulturpunkte, Zufriedenheit, Wissenschaftsoutput sowie verwendete und verfügbare Ressourcen sind in der Titelleiste zu finden. Wichtige Ereignisse wie z.B. Meldungen aus fremden Staaten, bedrohte Städte, verloren gegangene Einheiten, Forschung oder fertiggestellten Bauten oder Einheiten tauchen am rechten Bildschirmrand als bunte Knöpfe auf. Klickt man auf diese erhält man Detailinformationen. Der Klick auf eine Stadt führt nicht mehr in eine separate Stadtübersicht, sondern alle wichtigen Infos werden in einem Fenster am linken Bildschirmrand eingeblendet. Abgerundet wird das ganze durch vier Buttons rechts oben, die den schnellen Zugriff auf Berater, Diplomatie, Sozialpolitiken (dazu später mehr) und sonstige Infos erlauben. Firaxis hat hier mit Sicherheit die Erfahrungen aus dem Ausflug in die Konsolenwelt mit Civilization Revolutions einfließen lassen und das hat dem Spiel aus meiner Sicht gut getan. Die wichtigsten Elemente sind so leicht und ohne kompliziert auszusehen mit der Maus erreichbar, was insbesondere den Neueinsteigern zu Gute kommt. Fans der Reihe können aber nach wie vor die weitgehend unveränderten Tastaturkürzel benutzen. Einziger Kritikpunkt aus meiner Sicht ist, dass beim Eintreffen von vielen Ereignissen die in den Bildschirm hineinfallenden Icons doch etwas unruhig wirken.

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