Man kommt zwar schnell ins Spiel, Tiefgang gibts aber nicht. Nächster bitte...
Nachdem die finnische Spiele-Schmiede Nitro Games in der Vergangenheit mit Titeln wie East India Company oder auch Raven's Cry versucht hat, uns von ihren Qualitäten als Entwickler zu überzeugen, steht nun ihr neuestes Werk in den Händlerregalen. Erneut verschlägt es den geneigten Spieler in das Echtzeit-Strategie Genre, welches sich bei PC-Spielern großer Beliebtheit erfreut. Den eher mäßigen Bewertungen der Vorgänger trotzend, versuchen die Macher uns mit Commander: Conquest of the Americas dahingehend eines Besseren zu belehren, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht und sich gesteigert haben. Doch ob ihnen das wirklich geglückt ist?
Das Ei des Kolumbus
Commander: Conquest of the Americas
Nach der Entdeckung Amerikas versuchten viele europäische Großmächte das neu erschlossene Land für sich zu beanspruchen. Jeder wollte das möglichst größte Stück des Kuchens auf seinen Teller schaufeln, was in unzähligen Schlachten zu Lande und zu Wasser ausartete. Doch leider darf die interessierte Spielerschar diese Schlachten nur zu Wasser austragen, da es die Entwickler nicht ganz so genau mit den geschichtlichen Hintergründen genommen haben. Viele wird es natürlich sehr freuen, dass man sich auch ohne Geschichtsstudium im Spiel zu Recht findet. Aber leider hat dieser Umstand auch seine Schattenseiten, denn die Möglichkeiten welche einem im Spiel geboten werden sind eher beschränkt. Zwar sind die Seeschlachten sehr ansehnlich in Szene gesetzt, doch fehlt es dem Titel an Tiefgang und Balancing.
Drängen der Anderen
Commander: Conquest of the Americas
Nachdem man sich für eine der sechs zur Verfügung stehenden Fraktionen entschieden hat, eine Entscheidung die kaum Einfluss auf den Spielverlauf mit sich führt, steht man schon vor den ersten Problemen. Zwar zeigt sich der Einstieg ins Spielgeschehen recht leicht, aber leider auch sehr frustrierend. Ständig steht man vor dem Problem der Geldknappheit, welchem man Hauptsächlich nur durch den Handel mit diversen Gütern entgegenwirken kann. Klingt einfach in der Theorie, doch in der Praxis gestaltet sich das ganze sehr mühselig, zumindest am Anfang. Im Kampagnen-Spiel werden ständig neue Forderungen gestellt, denen man nachkommen sollte, ansonsten steht man vor dem spielerischen Aus. Kaum hat man das Bauprojekt abgeschlossen, fordern die Berater eine neue Investition, die mit sehr hohen laufenden Kosten zu Buche schlägt und das möchte natürlich finanziert werden. Leider sind die Mittel zur Geldgewinnung - wie erwähnt - sehr gering, da das Thema Forschung und Erfindungen seitens der Entwickler völlig unangetastet geblieben ist.
Commander: Conquest of the Americas
Neben dem Versuch möglichst schnell an sehr viel Geld zu kommen, darf natürlich auch das Bilden von Kolonien auf den neuen Landstrichen nicht fehlen. Dieser Punkt gestaltet sich aber sehr einfach im Spiel, da es sehr viele ausreisewillige Siedler gibt, die nur darauf warten von euch in die neue Welt geschippert zu werden. Das ist auch gut so, denn selbst wenn ein neues Gebiet erschlossen wurde und die Zufriedenheit der Einwohner einen sehr guten Wert aufweist, steht man vor dem Problem dass es keine Fortpflanzung gibt. Man muss ständig dafür sorgen dass man genügend Auswanderwillige zur Verfügung hat. Aber auch hier gilt wieder, ohne Moos nix los. Zwar ist die Einwohnerzahl sehr wichtig, doch die alleine reicht nicht aus. Es müssen Häuser gebaut werden, Produktionsstätten erschaffen werden und auch das Militär sollte man nicht vernachlässigen. Somit steht man - schon wieder - vor dem Problem der Geldknappheit; Es sei denn man durchschaut das am Endo doch eher einfach gestrickte Handelssystem! Mit der richtigen Taktik kann man sehr viel Geld anhäufen und das Spiel deutlich einfacher gestalten; Aber dadurch wird es auch erst recht sehr langweilig, denn die Vorgaben der Kampagne lassen sich mit dem so vorhandenen nötigen Kleingeld ohne Probleme erfüllen, und stellen absolut keine Herausforderung mehr dar.
