Company of Heroes 2 für den PC im Gamezone-Preview: Wir haben die vielen neuen Gameplay-Features unter die Lupe genommen. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Company of Heroes 2, der erste richtige Nachfolger nach zwei Add-Ons zum ersten Spiel, versetzt uns an die Ostfront und lässt uns vier Jahre Russland-Feldzug aus der Sicht eines russischen Kriegsreporters nachspielen. Die Kampagne erstreckt sich von der Kriegserklärung Deutschlands am 22. Juni 1941 bis zum Einmarsch der Roten Armee in Berlin im Mai 1945. In dieser Zeit fanden einige der verlustreichsten und bekanntesten Schlachten des Krieges statt, etwa die um Stalingrad, die man nun nachspielen kann.
Ein ganz essenzieller Teil des Spieles wird dank der klimatischen Bedingungen in Russland das Wettersystem sein. Der eisig kalte russische Winter hatte in der Realität Auswirkungen auf Truppenverbände und in Company of Heroes 2 soll das nicht anders werden. Deshalb sind Blizzards, Eisseen und Schneeverwehungen nicht einfach nur optisches Beiwerk, sondern echte Gameplay-Elemente. Wenn unsere Soldaten nämlich durch den Tiefschnee waten, statt auf einem Weg oder einer Straße zu bleiben, unterkühlen sie und werden, in letzter Instanz, sogar sterben. Bis es soweit ist, wird ein Thermometer als Symbol neben der HP-Leiste angezeigt, das langsam abfällt. Wenn unsere Jungs noch immer keine Feuerstelle erreicht haben wenn es bei null ankommt, stirbt uns ein Soldat nach dem anderen weg. Besonders gemein: Der Tiefschnee macht unsere Kämpfer auch unbeweglicher, im Zweifelsfall sind sie also ein leichteres Ziel, weil sie nur langsam vorankommen.
Einheiten erfrieren in Company of Heroes 2, wenn sie dem kalten Winder ausgesetzt sind. Dagegen helfen nur Feuerstellen und Deckung vor dem Wind. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Aber nicht nur der Schnee am Boden, auch der in der Luft macht nur Probleme: Wenn das Wetter mal wieder richtig wüst wird, während eines Blizzards etwa, sinkt unsere Sicht und ungeschützte Soldaten werden auch einfach so anfangen, zu frieren. Dann müssen Ingenieur-Einheiten vorangehen und einen Pfad aus Feuerstellen errichten, an denen die anderen Einheiten entlang gehen können. An solchen Feuerstellen wärmen sich die Männer auf, oder sie besetzen Häuser, was sie auch vor den fiesen Wetterbedingungen schützt. Falls gerade mal weder Feuer noch Haus zur Verfügung steht, lohnt es sich die Einheiten in Deckung gehen zu lassen. Hinter Zäunen, Geröll und Co. können unsere Soldaten sich verstecken und entgehen so wenigstens dem beißenden sibirischen Wind – sie unterkühlen zwar trotzdem, was sich auf ihre Kampfwerte auswirkt, aber wenigstens sterben sie uns nicht vor der Nase weg und können, falls der Blizzard davonzieht, weiter eingesetzt werden.
Als in unserer Testrunde eben dies passiert, fällt uns ein weiterer realer Kniff auf: Während des Schneesturms konnten wir keine Luftunterstützung herbeirufen, weil unsere Flieger gar nicht ins Zielgebiet vordringen konnten. Erst als der Himmel aufklart, können wir unsere Commander-Fähigkeiten wieder einsetzen und etwa Fallschirm-Jäger, Bombardements und einen Aufklärungsflieger anfordern, der unsere Sichtweite erhöht, indem er Einheiten an der Front aufdeckt.
Ihr bewegt euch auf dünnem Eis
panzer können bei der Überquerung von Eisflächen einbrechen und auf Grund laufen - adieu! [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Der kürzeste Weg ist in Company of Heroes nicht immer der beste. Doch manchmal muss man seine Einheiten auch über einen gefrorenen See oder Fluss schicken, um ins Zielgebiet vorzurücken. Für Infanterie ist das eigentlich ungefährlich, denn im tiefen Winter ist die Eisdecke an manchen Stellen meterdick. Für Fahrzeuge und Panzer hingegen wird das Überqueren von Eisfeldern zu einer Schwierigkeit. Denn wie stark die Decke ist, weiß man vorher nie. Und jedes Fahrzeug nutzt die Eisfläche leicht ab bzw. lässt sie eingerissen zurück. Wer nun zwei Fahrzeuge hintereinander fahren lässt, läuft Gefahr, dass das hintere durch die bereits beschädigte Eisdecke durchbricht und einfach auf Grund läuft. Und futsch, der schöne Panzer ist hinüber! Aber auch hier gibt es Tricks: Je kälter es ist, desto stärker wird das Eis. Wer also einen schweren Panzer wie den sowjetischen KW-1 oder später einen IS-2 übers Wasser schicken will, sollte am besten auf einen Blizzard warten.
Natürlich kann man dieses Feature auch in die eigene Taktik mit einplanen. Als wir einen Computergegner mit einem leichten Panzerwagen anlocken, fällt er auf unseren Hinterhalt herein und schickt zwei Panzer hinterher. Die fahren auf das Eis, das schon leicht nachgibt, und ziehen eine Spur von Rissen hinter sich her. Mit Mörsern machen wir kurzen Prozess: Wir wählen als grobes Zielgebiet den See aus, treffen mit den Granaten das schon beschädigte Eis und versenken die beiden Panzerwagen so für immer im kalten Nass. Wenige Minuten später bildet sich die Eisdecke langsam nach, ein Schneesturm zieht auf und fahren unsererseits auf das gegnerische Ufer - leichtes Spiel.
Stalinorgel, die Geheimwaffe der Russen im Zweiten Weltkrieg, richtet verheerenden Schaden an. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Um zum Schluss die Hoheit über die Karte zu erlangen (unser Ziel ist es, mehrere wichtige Gegnerbasen zu sichern), packen wir eine der gefürchtetsten Waffen des Zweiten Weltkriegs aus. In unseren Commander-Optionen wählen wir die "Katjuscha" aus und fordern damit mehrere Kampfwagen mit Raketenwerfern an – die Stalinorgel setzt zum letzten Lied an! Während uns der Produzent die psychologischen Folgen beim Einsatz im realen Krieg erzählt, wird das Kampfsystem aufgebaut und ausgerichtet. In Wirklichkeit waren die Raketen, die wegen der Orgel-ähnlichen Aufbauten und dem Pfeifen beim Abschuss Stalinorgel getauft wurden, ein richtiger Feuerregen und prasselten auf einem riesigen Gebiet herab, was Gegner eingeschüchtert hat. Welche Ausmaße das hat, sehen wir in Company of Heroes nun selbst: Bevor wir in das letzte besetzte Dorf vorrücken, lassen wir einen Raketen-Regen auf die Häuser herabstürzen. Das sieht bombastisch aus! Auf einem Gebiet so groß wie mehrere Fußballfelder brennt alles und jeder, Panzer, Gebäude und Infanterie fliehen entweder oder sterben… Bis plötzlich eine Gruppe Infanterie-Grenadiere aus dem Nichts auftaucht und unsere Artillerie ohne Gegenwehr plattmacht. Die Stalinorgel ist zwar eine mächtige Geheimwaffe - aber selbst sie hat ihre Schwachstellen.
Grafik, Technik, Engine
Sowjetische Sniper nehmen deutsche Truppen unter Beschuss. In Company of Heroes 2 spielen wir die Zeit von 1941 bis 1945 - der kriegserklärung Deutschlands an Russland bis zum Einmarsch der Roten Armee in Berlin. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Company of Heroes 2 setzt auf Relics hauseigene Essence-Engine 3.0. Sie wurde für den zweiten Teil der Serie mächtig aufgemotzt und soll laut Produzent Greg Wilson auf einer Augenhöhe mit modernen Shootern wie Call of Duty und Battledield agieren. Zu den grafischen Verbesserungen gehören ein neuer Wasser-Renderer, High-Dynamic-Range-(HDR-)Lichtberechnung sowie "Screen Space Ambient Occlusion" (SSAO), eine "hochtrabende Bezeichnung für Objekte, die sich basierend auf dynamischem Licht in einem Level selbst schattieren", erklärt Wilson. "Während sich Objekte umher bewegen, fangen sie Licht von verschiedenen Quellen auf, zum Beispiel Mündungsfeuer oder Flammen". Außerdem unterstützt die neue Engine DirectX 11, damit die Grafik auf High-End-Systemen "spektakulär" aussieht. Und das tut Company of Heroes 2! Die Schneekarten die wir sehen sind zwar sicherlich noch nicht so aussagekräftig wie detailreiche Stadtmaps, aber Effekte und Grafikqualität überzeugen uns schon jetzt. Gerade wenn unsere Panzer auf dem Eis einstürzen oder ein dutzend Katjuscha-Raketen niederregnen, sieht man, dass Relic in Sachen Grafik deutlich zugelegt hat. Aber: Ob das wirklich die Augenhöhe mit Shootern wie Battlefield herstellt… Da sind wir uns noch nicht sicher.
Ein weiteres taktisch wichtiges Feature ist True Sight. Das neue 3D-Sichtliniensystem zeigt einem nur Einheiten, die man, in Abhängigkeit von der Umgebung, wirklich sieht. Wer also in ein Dorf einfällt, muss bedenken, dass Einheiten sich auch hinter einer Scheune versteckt halten könnten. Luftaufklärung ist deshalb unerlässlich, nicht alles wird sofort offenbart, nur weil der eigene Sichtkegel es zulässt. Begeistert sind wir außerdem von den Animationen im Schneetreiben. Bei einem Sturm sammelt sich allmählich Schnee aus der Windrichtung an einem Objekt ab und lässt eine richtige Verwehung entstehen. Wenn man dann darauf schießt, wird der Hügel regelrecht weggeblasen! Also Vorsicht, Soldaten: Nur weil gerade noch ein Schneehügel Deckung verspricht, heißt das nicht, dass er gleich noch da sein wird!






