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  • Conflict: Desert Storm - Wüstenkrieg - Leser-Test von BigJim

    Conflict: Desert Storm versucht sich szenarisch abseits ausgelatschter (WW2)-Pfade. Da wird Otto-Normalzocker hellhörig. Vor allem dann, wenn es sich um einen relativ "jungen" Krieg handelt, der vielen aufgrund der umfassenden Kriegsberichterstattung noch ganz gut im Gedächtnis geblieben sein dürfte. Denn hinter der Bezeichnung Operation Desert Storm verbirgt sich nichts anderes als jene US-amerikanische Militäroperation, die im Rahmen des Zweiten Golfkrieges im Jahre 1990/91 startete und den Einmarsch der Iraker in Kuwait stoppte. Ob es den Amerikanern ausschließlich um die Ideale freiheitlicher Politik oder nicht doch eher um geostrategische Motive und den Zugang zu wichtigen Ölquellen ging, sei dahingestellt. In jedem Fall kann man festhalten, dass der Emir von Kuwait befreit wurde und der Krieg für die irakischen Agressoren mit einer vernichtenden Niederlage endete. Nahezu alle Raketenstellungen und Panzerfahrzeuge des Iraks wurden zerstört, rund 71.000 irakische Soldaten gerieten in Gefangenschaft. Über die Zahl der Gefallenen gibt es bis heute nur Schätzungen. Man nimmt aber allgemein an, dass allein ca. 25.000 bis 75.000 irakische Soldaten gefallen sind. Die Zahl der getöteten Zivilisten wird weitaus niedriger angesetzt. Es hat sie aber gegeben, vor allem in der irakischen Hauptstadt Bagdad, die sieben Wochen bombardiert wurde.

    Nicht unerheblich am Erfolg des Wüsten-Feldzuges der westlichen Allianz beteiligt waren Elitesoldaten. Allen voran Männer der Special Forces (US-Army) und - wenn auch in weitaus geringerem Maße - die des britischen SAS. Der Spieler muss sich zu Beginn der Kampagne, die aus vierzehn Einzelspielermissionen besteht, für eine dieser beiden Gruppierungen entscheiden. Einfluß auf Bewaffnung, Stärke und Einsatzziele hat dies nicht. Die Herrschaften unterscheiden sich lediglich in gewissen Äußerlichkeiten, allerdings sehen sie in ihren hellen Kampfanzügen trotzdem ziemlich gleich aus. Doch bevor es in die Wüstenschlachten geht, gilt es zunächst ein Tutorial in einem US-amerikanischen Stützpunkt zu absolvieren. Diese Einführung ist nicht zwingend erforderlich, aber empfehlenswert, da man hier mit Bewegungsmöglichkeiten und Dingen des Team-Managements vertraut gemacht wird.

    Team-Management? Richtig. In Conflict: Desert Storm ist man nämlich nicht Einzelkämpfer, sondern Teil einer insgesamt vierköpfigen Gruppe. Die Rollen sind dabei fest vertreilt: John Bradly ist der Führer der Gruppe und gleichzeitig auch die Figur, die wir am häufigsten bedienen. Er kann ganz gut mit Sturmgewehr und MP umgehen und verfügt als einziger über einen Laserzielbeleuchter, mit dessen Hilfe sich feindliche Bodenziele für verbündete Jagdbomber kenntlich machen lassen. Paul Foley ist ausgebildeter Scharfschütze. Daher bekämpft er den Gegner meist aus weiterer Entfernung. Für Nahkampfsituationen hat Foley aber stets eine M9 Beretta 9mm parat. Der Dritte im Bunde Mick Connors. Ihm obliegt der Einsatz der schweren Infanteriewaffen wie der des Maschinengewehrs und schultergestützter Flug- sowie Panzerabwehrwaffen, bestückt mit schweren Kalibern bzw. Raketen. Nummer 4 der Gruppe ist David Jones, der Sanitäter. Er verfügt über besonders viele Medi-Packs und ist für die Gesunderhaltung bzw. medizinische Versorgung des Teams verantwortlich. Natürlich greift auch Jones zu Waffe, aber seine Schießkünste sind im Vergleich zu denen der anderen drei Elite-Soldaten eher bescheiden, zumindest auf dem höchsten (= realistischsten) der drei einstellbaren Schwierigkeitsgrade.

    Der Spieler ist nicht auf eine dieser Charakterklassen festgesetzt, sondern kann via Controller zwischen allen Beteiligten bei Bedarf frei hin- und herschalten. Für welche Figur wir uns entscheiden, hängt von der jeweiligen Situation ab. Geht es darum, einen Luftschlag anzufordern, "übernehmen" wir Bradly. Sollen schwere Waffen eingesetzt werden, schlüpfen wir in die Haut von Connors usw. Die übrigen Kollegen agieren indes selbständig. Wichtig: Nicht nur unser Alter-Ego bzw. der von uns gerade gesteuerte Charakter ist sterblich, sondern auch die anderen Mitglieder der Gruppe. Daher sollten wir sehr gut auf sie aufpassen und unsere Aktionen koordinieren. Fällt zum Beispiel der feuerstarke Connors durch schwere Verwundung aus oder reicht gar den Wüstenlöffel, nimmt das dem Team viel von seiner Kampfkraft. Anhand der relativ eingängigen Steuerung, die etwas besser ausfällt als in der PC-Version, können wir als Gruppenführer Befehle wie "Folgt mir!" oder "Zurückbleiben!" erteilen. Man kann sich also auch mal im Alleingang auf die Socken machen, um dann eventuell die Kollegen einzeln nachrücken zu lassen oder sie als stille Reserve eine Weile im Hintergrund halten.

    Conflict: Desert Storm spielt sich je nach Auftragsziel und gewähltem Schwierigkeitsgrad mehr oder weniger strategisch. Die Bezeichnung Taktik-Shooter ist eigentlich weniger am Platze, zumindest wenn man Operation Flashpoint, das etwa ein Jahr vor Desert Storm auf den Markt kam, als Leitfaden nimmt. Denn mit der Hau-Ruck-Methode gelangt man meistens ebenso - und vor allem schneller - ans Ziel. Die Umschreibung Ego-Shooter trifft es daher wohl besser, obschon wir unsere Mannen zumeist aus der Verfolgeransicht steuern, da sich die Ich-Perspektive, in die wir per Knopfdruck umschalten können, aufgrund der mangelnden Übersichtlichkeit eher selten eignet. Natürlich gibt es Ausnahmen, beispielsweise beim Einsatz des Scharfschützengewehrs oder dem Anlegen des Raketenwerfers. Dann ist die Ego-Ansicht die sinnvollere, wobei wir dann untypischerweise immer nur das Fadenkreuz, nicht aber den Lauf der Waffe sehen.

    Die Schauplätze erscheinen aufgrund des Szenarios etwas dröge. Das lassen wir aber gelten, weil eine Wüstenlandschaft nun einmal so aussieht. Etwas vielschichtiger geben sich da schon die Auftragsziele, die uns vor Beginn einer jeden Mission - ähnlich wie bei Rainbow Six 3 - in Form von kurzen Videos und Luftaufnahmen vorgestellt werden. So befreien wir einen Kollegen aus einem irakischen Lager, schalten Raketenstellungen aus, montieren Sprengsätze an strategisch wichtigen Punkten, vernichten Flugabwehrpanzer und kämpfen uns zuletzt sogar zu einem Regierungsgebäude vor, um den irakischen Obermotz, der wohl Saddam Hussein oder einen seiner engen Mitarbeiter darstellen soll, persönlich um die Ecke zu bringen. Einer der Höhepunkte des Spiels ist die Verteidigung einer Wüstenplattform, wo wir uns der Angriffe durch irakische Panzerverbände erwehren müssen, bevor uns ein Hubschrauber abholt und in Sicherheit bringt. Überhaupt spielen Panzer in Confict: Desert Storm eine größere Rolle und kommen häufiger vor. Allerdings kann der Spieler diese Stahlungetüme nur bekämpfen und zerstören, nicht aber erobern oder selbst fahren. Anders als in Operation Flashpoint, welches sich neben dem taktischen Anspruch auch durch seinen umfangreichen Fuhrpark auszeichnete, stehen uns hier keine Fahrzeuge zur Verfügung, sondern sind auf die Funktion eines reinen Infanteristen reduziert. Auffallend: Die Panzer reagieren ausgesprochen träge, wie überhaupt die gesamte Gegnerschar. Letztere tritt zwar stets in Massen auf, was die Kämpfe nicht immer einfach macht, ist aber letzten Endes nichts anderes als Kanonenfutter. Trotzdem müssen wir stellenweise eine gewisse Umsicht walten lassen. Sei es, dass wir Rauchgranaten einsetzen, um dem Feind die Sicht zu erschweren, sei es, dass wir Gebäude (Häuser, Lagerhallen) oder Anhöhen nutzen, um Deckung zu finden. In einigen Missionsabschnitten kann man sich fast nur noch kriechend fortbewegen, will man nicht vorschnell in den Wüstensand beißen.

    Grafisch ist Conflict: Desert Storm natürlich nicht mehr zeitgemäß. Das war es bereits vor fast acht Jahren, als der Titel auf den Markt kam, schon nicht mehr. Vor allem die (Gegner-)Figuren wirken kantig und holprig animiert. Auch in Sachen Effekte (Explosionen) haben die Augen schon Besseres gesehen. Etwas positiver: Der Sound. Die Waffengeräusche klingen realistisch und die Sprecher ganz akzeptabel. Die Gesamtspielzeit ist mit ca. 8 Stunden recht kurz. Gelungen sind die wenigen, aber nichtsdestotrotz passenden Vor- und Zwischensequenzen, die das Geschehen etwas auflockern und die Handlung zusammenhalten. Unterm Strich ist die Wüsten-Ballerei also ein ganz brauchbarer Titel für Freunde kurzweiliger Shooter-Action. Übrigens wurden von Conflict: Dersert Storm und seinem Nachfolger Conflict: Desert Storm 2 (2003) weltweit über 3,5 Millionen Exemplare verkauft.

    Negative Aspekte:
    Nur durchschnittliche Grafik; relativ kurze Spielzeit.

    Positive Aspekte:
    Interessantes Szenario (Golfkrieg); akzeptabler Sound; abwechselungsreiche Missionen.

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Conflict: Desert Storm
    Conflict: Desert Storm
    Publisher
    SCi Entertainment Group PLC
    Developer
    SCi Entertainment Group PLC
    Release
    11.09.2002

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Conflict: Desert Storm
Conflict: Desert Storm - Wüstenkrieg - Leser-Test von BigJim
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20.03.2010
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