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  • Conflict Vietnam im Gamezone-Test

    Das Squad um Sergeant Frank Wier zeigt uns wie moderne Vietnam-Shooter auszusehen haben.

    Achtung, Granate! Bummfetzkaputt

    Mit den Kriegsspielen ist es wie mit der Mode, wenn man alle Themata durch hat beginnt man wieder von Vorne. Anders ist die plötzliche Vorliebe zu Vietnam-Shootern, den einige Hersteller an den Tag legen, nicht zu erklären. Denn die Wüstenstaaten sind offenbar ausgereizt und out, ab sofort wird wieder im feuchten und heißen Dschungel gekämpft. Irgendwie gibt dieses Setting auch viel mehr her mit seinen typischen Sounds von Jefferson Airplane, Mick Jagger & Keith Richards oder Martha Reeves And The Vandellas, unterstützt vom Helikoptersound der fest verbunden ist mit allen Vietnam-Erinnerungen die uns die Medien aufbereiten und der harten Sprache der Einsatzkräfte die kein Blatt vor dem Mund nehmen, wenn sie über den Vietcong herziehen nur um ihre eigene Todesangst zu verbergen. All das präsentiert uns Conflict Vietnam in einer ziemlichen Realitätsnähe die vor allen Dingen aus dem relativ hohem Schwierigkeitsgrad und dem scheinbaren Gefühlsleben unserer Kameraden entspringt, die dafür sorgen, dass wir uns tatsächlich nach Vietnam versetzt vorkommen und jede Sekunde unglaublich wertvoll ist, denn es könnte die letzte in unserem Leben sein.

    Auf zur Grundausbildung Auf zur Grundausbildung Wie schon aus den Vorgängern Conflict Desert Storm 1 & 2 bekannt, befehligen wir im Singleplayer-Spiel ein Squad aus insgesamt vier Mann. Jederzeit im Spiel ist es möglich zwischen diesen Vieren zu wechseln, je nachdem welche Waffe wir eben benötigen oder welcher Soldat sich eben an der günstigsten Stelle befindet. Es gibt also keinen Zwang eine bestimmte Person benützen zu müssen, ganz im Gegenteil werden alle gleich behandelt, so wie auch nach dem jeweiligen Einsatz vor wir neuerdings Fähigkeitspunkte auf unser Squad verteilen können. Diese verbessern dann die diversen Fähigkeiten unserer Kämpfer, die mit der Zeit immer geschickter und schneller werden. Das ist auch bitter nötig, denn gerade zu Beginn des Spiels ist man mehr damit beschäftigt auf seine Kameraden aufzupassen und sie immer wieder zu heilen, als dass sie einem wirklich zur Seite stehen und hilfreich sind. Zwar kann man ihnen nach wie vor die bekannten Befehle geben, trotzdem besitzen sie recht viel eigenen Willen und scheinen besonders von den feindlichen Granaten magisch angezogen zu werden, was meist in einer Katastrophe endet wenn das halbe Team mit einer Explosion ausgelöscht wird. Der Gag an diesem Verhalten ist, dass man heranfliegende Granaten tatsächlich wieder zurückschmeißen kann, wenn man schnell genug ist. Davon macht auch der Feind gebrauch, weswegen man die Granate immer so Timen sollte, dass dazu keine Zeit mehr bleibt. Gleichzeitig ist es recht vorteilhaft sich anzugewöhnen beim Alarmruf "Achtung Granate" sofort den Befehl zu geben in Deckung zu gehen, eben damit das eigene Squad nicht versucht die Granate zu fassen, denn das geht praktisch nie gut, außer der jeweilige Soldat ist schon ziemlich weit aufgelevelt, was schon einige Missionen Zeit braucht.

    Die Waffen in Conflict Vietnam sind in vier Klassen eingeteilt, wovon jeder Charakter jeweils eine Waffe pro Klasse tragen kann. Zudem kann man jederzeit eine herumliegende Waffe aufnehmen, wobei man eine eventuell vorhandene Waffe der gleichen Klasse verliert, weswegen man sich den Waffentausch immer gut überlegen sollte, denn die Jungs der amerikanischen Armee sind schon recht gut ausgestattet. Die kleinste der vier Klassen stellen die Messer dar, von denen es nur zwei Stück im Spiel gibt und die man auch nur im Ausnahmefall einsetzt. Die nächste Klasse, die Handfeuerwaffen, bietet schon eine größere Auswahl von insgesamt sechs Pistolen, worunter sich sogar eine Armbrust befindet, die man einfach mal benutzt haben muss. Die dritte Klasse der Gewehre stellt auch gleichzeitig die größte dar, bietet sie uns doch eine Auswahl aus ganzen 13 verschiedenen Gewehren aus den unterschiedlichsten Fertigungen. Darunter so bekannte Schmuckstücke wie das M16A1, das AK-47 oder die PPSh41 mit ihrem riesigem Magazin, welches ganze 71 Schuss fasst. Die Klasse mit den schweren Waffen bietet uns neben den schweren Maschinengewehren auch einen Panzerknacker (M72), einige Raketenwerfer sowie eine amerikanische Pumpgun aus dem Hause Remington.

    Viel Gewehr, wenig Sicht. Viel Gewehr, wenig Sicht. Wenn wir die Waffen sprechen lassen stehen uns dazu zwei Zielmodi zur Auswahl, nämlich die normale Verfolgeransicht die unseren Kämpfer von Hinten zeigt und bei Bedarf, also wenn wir schießen, ein Fadenkreuz einblendet. In diesem Mode schaltet sich das Autozielen-Feature ein, welches in einem bestimmten Umkreis den Gegner automatisch aufs Korn nimmt, allerdings im allgemeinen eine nicht so hohe Trefferrate hat als wenn man die Egoperspektive benutzt, bei der man tatsächlich durch die jeweilige Zielvorrichtung der Waffe schaut und einem keine Autozielen-Funktion mehr unter die Arme greift. Sehr schön gelöst wurde das Problem mit den sekundären Waffen, also den Granaten in ihren unterschiedlichen Ausführungen. Um sie zu benutzen ist es nicht nötig sie extra im Waffenmenü auszuwählen, ein Druck auf R2 genügt und wir übergeben sie freundlich der ankommenden Fanschar. Klar, dass man auch den Wurfwinkel bestimmen kann, sogar einen Drall kann man der Granate auf den Weg mitgeben.

    Was uns weniger an der Waffensteuerung gefallen hat ist im Grunde kaum der Erwähnung wert, kostet einem aber doch immer wieder ein virtuelles Leben. Bei fest montierten Geschützen kämpft man nämlich mit dem Problem, dass sich die Geschütze vertikal und horizontal wesentlich schneller bewegen lassen als diagonal. Dies führt dazu, dass man sich angewöhnt die Geschütze recht seltsam zu bewegen, einfach weil es schneller ist zuerst so weit nach Rechts (oder Links) zu drehen wie nötig und erst dann die Höhe einzustellen, als wenn man den direkten Weg nimmt.
    Zu allem Überfluss versammeln sich unsere Kollegen auch noch gerne um uns herum, selbst wenn wir ein Geschütz besetzen, was dazu führt, dass sie uns schlicht immer im Wege stehen, wenn wir ihnen keinen detaillierten Befehl geben wo sie ihre Stellung halten sollen. Denn generell muss man anmerken, dass einem die Computerkameraden mitunter recht dumm vorkommen, wenn sie wieder einmal Grüppchen bilden und alle von einer einzigen Landmine ausgeschaltet werden oder zu dritt meinen auf die anfliegende Granate zustürzen zu müssen, in der Hoffnung sie noch schnell genug zu fassen zu kriegen, was meist nicht funktioniert. Derweil sind die Kameraden gar nicht so dumm wie es manchmal scheint, man wird nur gezwungen ihnen vernünftige Befehle zu geben, dann klappt es auch mit dem Einsatz. Sie einfach hinterher laufen zu lassen ist meist die schlechteste Taktik. Denn der Vietcong ist nicht dumm und lässt sich viel einfallen um uns das Leben schwer zu machen.

    Panzerminen? Panzerminen? Wie bereits angedeutet, ist der Schwierigkeitsgrad von Conflict Vietnam nicht zu verachten. Selbst im leichtesten der anfangs drei gebotenen Grade, nach dem erstmaligen Absolvieren kommt ein vierter hinzu, darf man sich keine Fehler erlauben und schafft kaum eine der zwölf Mission auf Anhieb, die auch allesamt angenehm lang und abwechslungsreich ausgefallen sind. Umso schöner, dass wir jede Mission auch Coop spielen können, auch wenn dieser Mode auf der PS2 auf zwei Spieler begrenzt wurde. Dabei spielt man auf den gleichen Karten wie in der Singleplayer-Kampagne, kann sogar den Spielstand dieser benutzen um an der abgespeicherten Stelle mit dem Coop-Spiel fortzufahren.

    Grafisch ist Conflict Vietnam mehr als gelungen. Der Dschungel glänzt mit dichtem Bewuchs und erstrahlt in herrlichem Zwielicht wenn sich die Sonne dem Horizont nähert und sich die bunten Farben des Dschungels in ein stählernes Blau verwandeln. Voll in den Bann gezogen hält man Ausschau nach versteckten Stolperfallen oder Löcher im Boden aus denen unvermittelt der Vietcong springen könnte. Einziger Kritikpunkt an der Flora und Fauna ist, dass sich die Pflanzen nicht bewegen wenn man durch sie hindurchschreitet, wie statische Gebilde durchdringen sie einfach die Körper unserer Charaktere. Trotzdem kann man sich gut im Dickicht verstecken und aus dem Hinterhalt agieren. Im direkten Vergleich mit der Xbox aber bemerkt man durchaus manch fehlendes Detail und eine vor allem nicht so stabile Framerate. Besonders im dicht bewaldeten Dschungel kommt es schon mal zu kleineren Rucklern wenn wir uns schnell bewegen oder eine Explosion auf die andere folgt. Im Gegenzug aber erkennt man auf der PS2 Feinde im Dickicht besser, da sie deutlicher zu erkennen sind und sich nicht so gut in der künstlichen Tiefenschärfe verstecken können, wie bei der Xbox-Version.

    Wo ist der Vietcong? Wo ist der Vietcong? Schade, dass man der PAL-Version den 60 Hertz-Mode komplett vorenthalten hat, auch wenn das Game im 50 Hertz-Mode keinerlei Schwächen zeigt und noch angenehm flüssig abläuft. Auch an die Anpassung für 16:9 Fernseher hat man gedacht, die recht optimal ausgefallen ist. Denn an keiner Stelle werden uns 4:3 Bilder gezeigt obwohl man ein anderes Format eingestellt hat. Ganz im Gegenteil laufen die Videos und das Spiel selbst bildfüllend in beiden Formaten, bis auf den absichtlich verwendeten Cinemascope-Look der eingeblendeten Cutscenes.

    Auch die Soundkulisse fiel erwartungsgemäß gut aus, besonders die Waffengeräusche können begeistern, geben sie dem evtl. vorhandenem Subwoofer doch so richtig Futter, damit auch die Nachbarn was vom Spiel haben. Denn besonders die schweren Waffen besitzen einen Bums wie man ihm nur selten begegnet. So hört man eine Maschinengewehrstellung schon lange bevor man sie sieht. Apropos hören: Die Entwickler haben viel Wert auf die einzelnen Geräusche im Spiel gelegt, weswegen man die Ohren immer gespitzt halten sollte. Hört man ein verdächtiges Schnappen ist es besser auf der Stelle das Weite zu suchen, denn eine Granate ist klein und verschwindet schneller im Dickicht als einem lieb ist. Hören wir hingegen das zurückschnalzen eines Drahtes, ist es schon zu spät, denn wir haben eine Stolperfalle ausgelöst und können nur noch hoffen, dass uns ein Teamkamerad schnell genug heilt. Denn nach wie vor ist es möglich einen niedergestreckten Kameraden eine bestimmte Zeit lang wiederzubeleben, bevor er endgültig den Löffel abgibt.

    Was jedoch weniger gelungen ist sind die Stimmen der Charaktere selbst. Erklingen ihre Sprüche in den Cutscenes noch kristallklar, hören sie sich im Spiel selbst so an als würden sie durch ein Telefon sprechen. Leider ist davon nicht nur die deutsche Sprachausgabe betroffen sondern auch die englische. Dies kratzt natürlich etwas am authentischen Eindruck den das Spiel durchaus vermitteln kann, denn der ganze Rest der Soundkulisse kommt in bester Dolby Pro Logic II Qualität daher.

    Beschütz die Piloten! Beschütz die Piloten! Zweifellos eines der zugkräftigsten Gimmicks in Conflict Vietnam sind die verwendeten Musikstücke aus den späten Sechzigern. Bereits im ersten Kapitel wird man von Jefferson Airplane, Mick Jagger und den Canned Head empfangen. Das sorgt natürlich für Stimmung und erinnert stark an all die bekannten Vietnam-Filme. Allerdings verschießt das Spiel sein musikalisches Pulver recht schnell, da es gerade mal vier Songs aus der Zeit sind die man ins Spiel importierte. Dabei handelt es sich um "Paint It, Black", "White Rabbit", "Nowhere To Run" und "Goin' Up The Country", mehr werden es einfach nicht. Eigentlich schade, denn die Tantiemen für die alten Songs können so hoch nicht mehr sein, als dass es am Geld gelegen haben könnte nur so wenige bekannte Musikstücke zu verwenden. Das soll nun aber die klassischen und neu aufgenommenen Tracks nicht abwerten, die uns die meiste Zeit im Spiel begleiten und sehr stimmungsvoll ausgefallen sind.

    Conflict Vietnam (PS2)

    Singleplayer
    8,4 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    9/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Detailreiche Grafik
    mitreißende Soundkulisse mit Bums
    abwechslungsreiche und ausgereifte Missionen
    gelungener Coop-Mode für zwei Spieler
    Mitunter tritt das Krankenschwester-Syndrom auf wenn man mehr mit dem Heilen der Teamkameraden als dem eigentlichen Kampf beschäftigt ist
    miese Sprachqualität im Spiel selbst
    ungünstige Geschützsteuerung
    mitunter unklug handelnde Mitstreiter die gerne an der Hand genommen werden wollen
    mit festen Geschützen ist es kaum möglich ein Sperrfeuer zu legen
  • Conflict Vietnam
    Conflict Vietnam
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    SCi Entertainment Group PLC
    Release
    03.09.2004

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Conflict Vietnam
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07.09.2004
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