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  • Contra im Gamezone-Test

    Nostalgisch veranlagte Spieler werden über die etwas lieblose Umsetzung hinwegsehen können und trotzdem Spaß haben.

    Traurig, aber wahr: Auch Softwaregattungen sterben aus. Hätte man einem Hardcore-Gamer vor zwanzig Jahren erzählt, dass das Genre der seitwärts scrollenden Plattform-Ballerspiele keine Zukunft hat, so wäre dieser sicher in schallendem Gelächter ausgebrochen. Mit dem Einzug der 3D Grafik gegen Mitte der neunziger Jahre haben sich die Helden dieser Sparte jedoch sang und klanglos verabschiedet. Selbst die aufwändigsten Comeback-Versuche einiger Softwareschmieden waren nur wenig erfolgreich und so sind selbst frühere Mega-Seller heute nur noch Altblech auf dem Markt der Actiongames. Mit Konamis Contra, das deutschen Fans wohl eher unter dem Namen Probotector oder Gryzor bekannt ist, dürfen Fans dieses Genres jedoch eine Zeitreise zurück ins Jahr 1987 wagen, um die Pixelknarren wieder rauchen zu lassen - Xbox Live Arcade sei Dank.

    Contra Contra Ja, so ändern sich die Zeiten. Als Contra in Deutschland unter dem Namen Gryzor für Commodores altehrwürdigen Brotkasten C64 und den Schneider CPC erschien, landete es ruckzuck auf dem Index. Zwei schwer bewaffnete Muskelpakete, die sich durch eine Insel voller Terrorosten ballern, deren Basis sich letztendlich als Brutstätte eine Alienrasse entpuppt, war der BPjM (damals BPjS) einfach zu heftig für Spieler unter achtzehn. Um eine erneute Indizierung bei der Umsetzung auf Nintendos NES zu umgehen, verwandelten die Programmierer von Konami die menschlichen Helden einfach in zwei Roboter und strichen die Terroristen gleich komplett aus dem Spiel, so dass nur noch fiese Aliens zu bekämpfen waren. Zu guter letzt ersetzte das eher passiv wirkende Probotector den Namen Contra, der stark an eine US-Militäraktion in Nicaragua erinnerte. Der Aufwand hatte sich letztendlich gelohnt, denn Probotector durfte in Deutschland über den normalen Handel verkauft werden und wurde auch bei uns einer von Konamis größten Hits der 8-Bit und 16 Bit-Ära. Unter diesen Umständen ist es schon irgendwie witzig zu sehen, dass die BpjM das gleiche Spiel, dass vor 19 Jahren indiziert wurde, nach einer erneuten Vorlage im Jahr 2006 problemlos ab 12 freigibt. Sogar ganz ohne Roboter.

    Pixel-Rambo

    Contra Contra Das liegt wohl am ehesten daran, dass die Darstellung des Spielgeschehens heute nicht mehr als besonders realistisch empfunden werden kann. Im Vergleich mit modernen Actionspielen wirken die abwechslungsreichen, aber farbarmen 2D-Bitmaps und extrem abgehackten Animationen der Protagonisten ziemlich antiquiert, und dass, obwohl sogar das Automaten-Original für den Gebrauch auf der Xbox360 aufbereitet wurde, welches sämtlichen Umsetzungen grafisch überlegen war. Doch ist Contra auch heute noch ein sehr forderndes und actionreiches Arcadespiel, da der Schwierigkeitsgrad nicht zu verachten ist. Auf dem Weg zur Alienbasis gilt es nämlich reichlich Geschossen mit Hilfe von geschickten Sprüngen aus dem Weg zu gehen, da ein einziger Treffer des Gegners euch schon eines eurer drei kostbaren Leben beraubt. Oft muss man sogar bestimmte Bereiche des Levelaufbaus auswendig lernen, um in schwierigeren Passagen verlustfrei durchzukommen. Das Spiel bleibt aber durchgehend fair, denn mit guten Reflexen ist jede Situation zu meistern. Verteidigen dürft ihr euch aber nur mit einer Fuzzel-Gun, welche die Durchschlagskraft einer Wasserpistole hat und zu allem Übel noch ein ständiges Triggern auf dem Schussbutton verlangt. Es sei denn ihr erwischt eines der wertvollen Waffen-Upgrades, die in den Levels verstreut sind, einem manchmal aber auch durch die Lappen gehen können, weil sie in fliegenden Kapseln daherkommen, die erst aufgeschossen werden wollen. Mit Rapid-Gun, Laser, Streuschuss und Co. kommt man jedenfalls um einiges leichter durch die relativ kurzen Spielstufen, doch verliert ihr die Waffe leider, sobald ihr das Zeitliche segnet. Eine starke Waffe zum Levelende zu bringen ist allerdings sehr empfehlenswert, denn die Obermotze eines jeden Levels mögen nicht spektakulär aussehen, doch halten sie eine Menge aus und müssen gerade in höheren Schwierigkeitsgraden relativ lange bearbeitet werden.

    Mehr Spaß im Multiplayer

    Contra Contra Die Regeln des Spiels sind also ganz klar: Bewegt sich was, dann knall es ab. Bewegt es sich nicht, dann schieß trotzdem darauf. Dank des nicht unbedingt zahlreichen, aber doch recht zielgenauen Feindbeschusses verbringt man die meiste Zeit jedoch eher mit Ausweichmanövern, bis man eine gute Stellung gefunden hat, um die Gegnerschar niederzuschießen. Um einiges leichter werden die insgesamt acht Levels jedoch, wenn man bei Contra zu zweit in den Kampf zu zieht, denn mit der doppelten Feuerkraft werden selbst die fiesesten Obermotze recht schnell handzahm. Auf der Xbox 360 ist das Co-Op Spiel sowohl lokal möglich (sprich über ein zweites Joypad), als auch über das Xbox Live Netzwerk. Doch bringt der Multiplayer-Modus leider selbst offline einige Probleme mit sich. Angefangen damit, dass sich Shotgun-Schorsch und Knarren-Kasper.... Verzeihung, Lance und Bill, einfach zu ähnlich sehen. Die beiden minimal animierten und recht kleinen Sprites sind (abgesehen von der Farbgebung) absolut identisch, und so verliert man in der Hitze des Gefechts schnell mal die eigene Spielfigur aus den Augen. Gerade in den "Tunnel-Levels" in denen man das geschehen in einer Pseudo-3D Ansicht verfolgt, verliert man schnell ein Leben, weil man aus Versehen den Pixelhelden des zweiten Spielers für den eigenen hält. Wer es mit ein wenig Humor nimmt, bekommt im 2-Spieler Modus jedoch ein weit spaßigeres und auch faireres Retro-Spielerlebnis, und so sieht man über diese kleine Macke gern hinweg.

    Online-Zeitlupe

    Contra Contra Spielt man hingegen über Xbox live mit einem zweiten Spieler, kann der Spielspaß schnell geschmälert werden. Wegen der direkten peer to peer Verbindung wirkt sich die Verbindungsgeschwindigkeit zwischen den beiden Spielern nämlich stark auf die Spielbarkeit des Actionklassikers aus. Bei einer schlechten Internet-Verbindung und größeren Lags legt das Spiel schnell die Handbremse ein. Das Spiel ruckelt dann nicht, es läuft einfach nur extrem langsam, so dass sich das Spielgeschehen auf dem Bildschirm wie Kaugummi zieht. Man kann nicht behaupten, Contra wäre dadurch unspielbar. Ganz im Gegenteil, denn bei der Slow-Motion artigen Spielgeschwindigkeit kann man sogar problemlos den Projektilen der Gegner ausweichen. Besonders viel Spaß macht Contra in Zeitlupe trotzdem nicht, daher sollte man sich einen Spielpartner suchen, der möglichst nicht zu weit entfernt ist und eine gute Internetverbindung vorweisen kann. In diesem Fall lässt sich Contra nämlich relativ gut spielen, aber so flüssig wie mit einem Partner am zweiten Joypad ist es nicht. Eine Ping-Indikator hilft euch zumindest bei der richtigen Auswahl des passenden Spielpartners.

    Weiteres zur Technik:

    Contra Contra Die Programmierer von Digital Eclipse haben sich bei der Umsetzung des Kult-Automaten nicht besonders angestrengt. Zwar wird das Bild auch für den Gebrauch am HD-Screen hochgerechnet, doch verbessert sich die Bildqualität dadurch nicht besonders. Es werden zudem ein paar optional zuschaltbare, moderne Grafikeffekte angeboten, doch wirklich beeindrucken können diese ebenfalls nicht. Die neuen Effekte sehen sogar etwas zu aufgesetzt aus und verursachen unverständlicher Weise auch noch Frameraten-Einbrüche, daher ist es vor allem beim Online-Spiel ratsam, diese zu deaktivieren. Bei einer so schlampigen Umsetzung hätte man sich diese minimal aufgebesserten Grafiken auch sparen können. Besonders tragisch ist auch, dass das hochkant-Bildformat des Spielhallen-Originals nicht angepasst werden kann, wodurch zwei Drittel eures HD-Screens permanent ungenutzt bleiben. Umso unverständlicher wird jedoch, dass die Xbox360 bei diesem Retrogame hin und wieder ins Stottern gerät. Qualitätsarbeit ist jedenfalls etwas anderes. Erfreulich ist hingegen, das Digital Eclipse den Soundtrack leicht aufgemöbelt hat, wodurch dieser nicht mehr so piepsig klingt - sofern man das will, denn auch dieses Feature ist optional zuschaltbar.

    Contra (X360)

    Singleplayer
    7 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    5/10
    Sound
    7/10
    Steuerung
    7/10
    Gameplay
    7/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    recht einfach gestricktes
    aber stetig forderndes Retro-Action-Gameplay - hart
    aber fair
    für Retrozocker ein echtes Kultgame
    Co-Op Modus auch über Xbox Live spielbar
    optionaler aufgebohrter Soundtrack
    lieblose Umsetzung des Automaten-Originals
    Qualität der Internet-Verbindung wirkt sich stark auf die Spielbarkeit im Co-Op Modus aus
    alleine recht schwer
    die beiden Helden sehen sich zu ähnlich
    das schwammige Xbox360 Steuerkreuz erschwert manchmal das Handling
    Steuerung nicht einstellbar
  • Contra
    Contra
    Publisher
    Konami
    Developer
    Digital Eclipse
    Release
    08.11.2006
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

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991006
Contra
Contra im Gamezone-Test
Nostalgisch veranlagte Spieler werden über die etwas lieblose Umsetzung hinwegsehen können und trotzdem Spaß haben.
http://www.gamezone.de/Contra-Spiel-20375/Tests/Contra-im-Gamezone-Test-991006/
13.11.2006
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2006/11/contra1.jpg
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