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  • Daemon Vector im Gamezone-Test

    Dieses Machwerk ist eine seltendümmliche Zombie-Schnetzelei ohne einen Funken von spielerischem Anspruch.

    Aus Taiwan, der Heimat der besonders talentierten Spielemacher, erreichte uns in diesen weihnachtlichen Tagen ein echtes Trash-Highlight: "Daemon Vector" entpuppt sich zwar als müde Prügelorgie ohne jeglichen Anspruch, allerdings sorgen die technischen Patzer und die unfreiwillig komische Inszenierung der Story immerhin für manch hysterischen Lacher.

    Die Geschichte von "Daemon Vector" versetzt euch ins 14. Jahrhundert, in die Zeit der großen Entdecker und Expeditionen. Als die Schiffe nach langer Reise aus Asien zurückkehren, bringen sie neben exotischen Schätzen auch die Pest nach Europa. Doch der schwarze Tod war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was sich unentdeckt an Bord eines weiteren Schiffes befand: Ein grausamer Fluch, der alle Menschen in blutrünstige Zombies und teuflische Monster verwandeln sollte...

    Daemon Vector Daemon Vector Wow, klasse Story! Zumindest wenn man es gerne schön einfach hat. Doch das wirklich Dramatische an der Hintergrundgeschichte von "Daemon Vector" ist deren Präsentation: Der Sprecher im gerenderten Introfilm näselt sich derart überzogen durch den in seinen Augen wohl ziemlich spannenden Text, dass man spätestens nach der ersten Minute mit Tränen vor Lachen vor dem Monitor sitzt. Es ist wirklich schwer zu beschreiben, was für eine unfreiwillig komische Leistung der gute Mann da abliefert, aber sollte es jemals aufwendig produzierte Parodien auf Videospiele geben, dann darf dieses Naturtalent definitiv nicht fehlen. Im späteren Spielverlauf wird die mittelalterliche Zombie-Geschichte durch zahlreiche Rendersequenzen weiter erzählt. Zwar leider ohne säuselnde Stimme aus dem Off und deshalb auch mit deutlich niedrigeren Unterhaltungswert, dafür aber in einer Qualität, die schmerzhaft an die ersten gerenderten Spiele-Intros der 90er Jahre zurückerinnert.

    Ein spannendes "K(r)ampfrollenspiel"

    Daemon Vector Daemon Vector Laut Pressetext soll "Daemon Vector" ein Kampfrollenspiel sein, das vor allem durch ausgeklügelte Kombo-Sequenzen, schnelle Instant-Kill-Moves und eine Menge verschiedenster Schauplätze begeistern soll. Aha, so viel zur Theorie. In der Praxis sieht das Ganze schon wieder etwas anders aus, denn weder kann man bei diesem Stück Software von einem "Rollenspiel" sprechen, noch passt das Adjektiv "ausgeklügelt" auf irgendeine Eigenschaft dieses Machwerks. In "Daemon Vector" hat man eigentlich nicht viel mehr zu tun, als zahllose Zombiehorden mit den immer gleichen Angriffen in ihre Einzelteile zu zerlegen. Ja, gut, euer Held verfügt über so etwas wie ein Inventar und darf auch mal auf einen Spezialangriff auf die hirn- und gesichtslosen Gegner loslassen - doch auch diese Spielelemente wirken mehr als aufgesetzt und unausgereift.

    Daemon Vector Daemon Vector Nachdem ihr also zu Beginn des Spiels einen von zwei möglichen Charakteren ausgewählt habt, zieht ihr in einer Ansicht von schräg oben in den Kampf gegen die Horden der Finsternis. Der spielerische Anspruch begrenzt sich dabei allerdings auf das Steuern der Spielfigur und ein unentwegtes Klicken mit der linken Maustaste. Wer also gerne seinen Zeigefinger in den vorzeitigen Ruhestand klicken möchte, kann das mit "Daemon Vector" gerne tun - die eintönige Spielmechanik ist geradezu perfekt dafür geeignet. Natürlich gibt es auch andere Angriffsmöglichkeiten als den simplen Linksklick, jedoch zieht weder der sekundäre Angriff (zweite Maustaste) noch der Spezialangriff (dritte Maustaste) den Feinden besonders viel Lebensenergie ab. Lediglich der so genannte "Instant-Kill-Move" verlangt im Ansatz nach etwas Fingerfertigkeit: Hierbei müsst ihr gleichzeitig blocken und zuschlagen, womit ein an Boden liegender Zombie sofort erledigt wird. Wer es allerdings gerne schön einfach hat, der klickt sich mit der stark beanspruchten linken Maustaste durch die dümmlich vor sich hinhumpelnden Gegner bis zum Abspann des Spiels.

    Daemon Vector Daemon Vector Vor lauter Begeisterung über das enorm raffinierte Kampfsystem hätten wir doch glatt die versprochenen Rollenspiel-Elemente vergessen: In einigen Levels trefft ihr nämlich tatsächlich auf so etwas wie einen Endgegner. Diese besonders gut gepanzerten Burschen verfügen dann auch über so etwas wie ein Angriffsmuster und sollten mit Köpfchen ausgeschaltet werden. Als Belohnung winken neue Schwerter, Ringe oder Rüstungsgegenstände. Zwischen den einzelnen Missionen kann man dann im "Inventar" die neuen Gegenstände auch anlegen, jedoch können maximal nur zwei davon getragen werden, was nicht unbedingt viel hergibt. Einige verbessern eure Lebensenergie, andere erhöhen die Abwehr gegen Feuer oder Gift und wieder andere erhöhen den Rüstwert eures Charakters. Erfahrungspunkte gibt es trotz dieser RPG-Ansätze allerdings nicht, somit ist es eigentlich völlig egal, lediglich einen oder sogar alle Gegner eines Levels auszuschalten - auf eure Spielfigur hat das keinen Einfluss.

    Mittelalterliche Technik

    Daemon Vector Daemon Vector Die geistesarme Zombie-Schnetzelei wäre ja im Prinzip gar nicht mal so übel, wenn wenigstens die technische Umsetzung etwas hergeben würde. Doch auch in dieser Hinsicht herrscht bei "Daemon Vector" leider völlige Fehlanzeige: Die Texturen können im besten Fall als "matschig" bezeichnet werden und die Details der Gegner reizen selbst eine acht Jahre alte Grafikkarte nicht mal ansatzweise aus. Schlimmer noch hat es die Kameraführung erwischt, welche zwar mit der Maus recht flott von der Hand geht, das Geschehen aber trotzdem aus dem immer gleichen Blickwinkel zeigt - eine Zoomfunktion ist ebenfalls nicht vorhanden. Wiederum unfreiwillig komisch ist die akustische Untermalung des optisch sehr unterdurchschnittlichen Spektakels ausgefallen. Denn wenn euch die maximal 10-sekündige Hintergrundmusik-Wiederholungs-Leier nicht vorher schon zum Abschalten der Boxen gezwungen hat, bekommt ihr bei den Soundeffekten wieder ordentlich was zu Lachen: Da es ja sowieso nur drei verschiedene Gegnerarten in diesem Spiel gibt, sind deren Soundeffekte mit lediglich zwei Geräuschen ähnlich spärlich ausgefallen. Besonders haben wir während des Tests den Zombie-Hund ins Herz geschlossen, der bei jedem Treffer das immer gleiche Jaul-Geräusch von sich gibt - wenn da mal nicht echte Stimmung aufkommt. Aber auch die beiden anderen Gegner-Varianten, also der ritterähnliche Typ mit dem Schild und der Zombie, haben neben dem obligatorischen "Ahhhh!" und dem hochkreativen "Ouuuhhh!" verbal nicht viel mehr auf dem Kasten.

    Daemon Vector (PC)

    Singleplayer
    3,4 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    4/10
    Sound
    3/10
    Steuerung
    5/10
    Gameplay
    4/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    für einige Lacher gut
    stürzt nicht ab
    schlechte Inszenierung in jeglicher Hinsicht
    spielerisch auf endlose Linksklicks beschränkt
    Grafik von vorgestern
    dafür viel zu teuer
  • Daemon Vector
    Daemon Vector
    Publisher
    Frogster Interactive
    Developer
    Frogster Interactive
    Release
    08.12.2005

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990579
Daemon Vector
Daemon Vector im Gamezone-Test
Dieses Machwerk ist eine seltendümmliche Zombie-Schnetzelei ohne einen Funken von spielerischem Anspruch.
http://www.gamezone.de/Daemon-Vector-Spiel-20719/Tests/Daemon-Vector-im-Gamezone-Test-990579/
09.12.2005
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2005/12/daemonvector_2.jpg
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