Der Tod - hier in blau-goldener Rüstung, ist der Hauptcharakter in Darksiders 2. Er will seinen Bruder Krieg (Protagonist aus Darksiders 1) retten. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
In Terry Pratchetts Scheibenweltromanen spricht er nicht umsonst immer in Großbuchstaben: Der Tod ist ein starker Charakter, ein Unsterblicher unter den Lebenden und fast so etwas wie Gott. Und wie der Zufall es will, ist Tod auch einer der vier Reiter der Apokalypse. Seinen Bruder Krieg kennen wir bereits aus Darksiders und um ihn geht es auch diesmal. Er wird vom hohen Rat gefangen und verbannt, weil er angeblich zu Unrecht die Apokalypse und den Untergang der Menschheit eingeleitet hat. Unser neuer Charakter Tod zieht nun aus, um seine Unschuld zu beweisen und rückgängig zu machen, was ihm vorgeworfen wird. Er, so zynisch das für einen Tod sein mag, will die Menschheit wiedererwecken!
Der Tod kann in Darksiders 2 an Wnden entlanglaufen. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Doch dafür muss Tod zum Baum des Lebens, einem mystischen Ort irgendwo bei den "Erschaffern" der Welten und zwischen Himmel und Unterwelt. Dieses Abenteuer starten wir in einem kalten Eislevel. Tod reitet darin auf seinem grün lodernden Pferd einen Pfad herauf, geleitet von seinem Raben Dust, auf der Suche nach Antworten. Damit scheint auch eine der ersten Fragen beantwortet. Das Pferd steht Tod von Anfang an und in allen offenen Passagen zur Verfügung, lediglich in Dungeons muss unser Reiter absteigen . Jedoch kann man auch vom Rücken seines Vierbeiners aus Monster platt machen. Mit Sensen und Schwertern muss man nur nach genug rankommen und kann vom hohen Ross herab tödliche Schläge austeilen. Das sieht richtig cool aus!
Unsere ersten Gegner sind noch ziemlich einfach kaltzumachen. Es sind Eismonster, die aus erstarrten Eissäulen herausspringen, wenn wir ihnen zu nahe kommen. Ein paar Knopfdrücke und sie sind down. Später, das erfahren wir noch am eigenen Leib, wird das nicht mehr so leicht sein… Die Antwort auf unsere Frage, wie wir Krieg retten können, suchen wir bei einem zotteligen alten Zauberer, dem Bewahrer der Geheimnisse. Erst er bringt uns auf die Idee, den Baum des Lebens zu suchen, verwehrt uns aber einen direkten Trip dahin, den er mit seinen magischen Fähigkeiten locker einfädeln könnte. Denn Tod und der Keeper teilen auch eine gemeinsame Geschichte – und der alte Zauberer ist mit dem Ausgang nicht sonderlich zufrieden. Der erste Bossgegner gleich ein übermächtiges und mystisches Wesen? Geschenkt! Denn bis dahin bleibt das Spiel easy und fühlt sich eher an wie ein ausgedehntes Ingame-Tutorial.
Offene Welt der "Erschaffer"
Der Tod trifft auf seiner Reise viele neue Gesichter, Welten und Völker. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Nach dem Treffen mit dem zaubernden Tattergreis geht es für uns auf in die offene Welt der Erschaffer. Sie sind eine Art Gottheiten und die Welt in der sie leben ist augenscheinlich nicht menschlicher Natur. Ihre Bewohner sind hünenhafte Riesen, aber eine dunkle Macht hat den Ort überrannt. Nur Tod kann diese Götter aus der Misere befreien, im Austausch dafür bieten sie ihm Gegenstände und Rat für den Weg an. Cool: Schon sehr früh im Spiel geben uns unsere neuen Freunde Sidequests, denen wir während der Hauptstory folgen können. Die sind zwar oft recht simpel und bestehen aus Aufgaben wie "besorge mir die Innereien eines besonders fiesen Monsters", das einem auf jeden Fall mal über den Weg läuft, aber solche Kleinigkeiten lenken doch auch immer wieder erfolgreich ab.
Damit Tod von seinem Pferd auch genug Gebrauch machen kann, sind die Dungeons und Kampfgebiete in einer weitläufigen Steppe verteilt. Zu einem Wassertempel etwa reiten wir mehrere Minuten und kommen auf dem Weg an allerhand unterschiedlichen Umgebungen und Monstern vorbei. Eine richtige Open World gibt es in Darksiders 2 zwar nicht, ein Gefühl von Freiheit kommt aber schon auf. Und diese Ideylle mit Gräser- und Hügellandschaften ist sogar nur eine von vier Szenerien in Darksiders 2, womit das Spiel einen ungewöhnlich großen Umfang bietet.
Altbekanntes Gameplay verbessert
Nicht selten sind die Monster, mit denen wir kämpfen, größer als wir selbst. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Beim Gameplay setzt Darksiders auf Bewährtes: Tod schwingt auf Taste X mit seiner Sense umher, auf B ist eine alternative Waffe geparkt. Zu Beginn des Spiels sind Kämpfe oft noch pures Buttonmashing, doch sobald man einige Fähigkeiten freischaltet, fängt man von selbst an, Attacken zu kombinieren. Tod it übrigens sehr viel flinker als sein Bruder Krieg. Er macht Rollen, um Feinden auszuweichen und kann Salti schlagen, um davonzukommen. Das konnte der sehr behäbige Krieg nicht, weshalb Tod auf Blocks verzichtet – er weicht lieber aus.
Fertigkeiten kann Tod durch Erfahrungspunkte und Levelaufstiege sammeln. Ebenso sammelt der Schnitter immer wieder Items und Rüstungsgegenstände auf. Die droppen zufällig und verschaffen unserem Charakter verbesserte Werte. Zur leichteren Einordnung sind sie farblich gekennzeichnet – wie man das aus MMOs kennt, sind grüne Gegenstände besser als graue, die werden jedoch von violetten übertroffen. Sie lassen Tod auch immer anders aussehen. Optisches Beiwerk, das uns gefällt! Darksiders 2 enthält damit deutlich mehr Rollenspiel-Elemente als sein Vorgänger.
Neben dem hohen Actionanteil erwarten uns aber auch einige Jump'n'Run Passagen sowie Rätsel. So kann Tod an Wänden entlanglaufen, klettern und mit einem Greifhaken durch die Welt baumeln. Die Rätsel sind teilweise recht knackig und werden mit Sprungpassagen kombiniert. Manchmal handelt es sich zwar nur um leichte Schalter- und Timingrätsel, bei denen es auf den Absprung im richtigen Moment ankommt, doch andere Puzzles haben uns wirklich für einige Minuten Kopfzerbrechen bereitet. Da müssen wir mit zwei Steinkugeln mehrere Druckknöpfe betätigen, um einen Lift in Gang zu setzen. Doch die zweite ist hinter einem Falltor verriegelt, sie hier herauszubekommen ist nur ein Teil des Rätsels.
Was uns nicht gefällt
Der Talentbaum ist ein zwei Kategorien unterteilt. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Darksiders 2 ist echt fett: Der Umfang passt, nach knapp sechs Stunden haben wir noch nicht mal die erste von vier Welten komplett gesehen. Kämpfe sind actionreich, die Rätsel knackig und insgesamt haben wir einen Heidenspaß und wollen nach den ersten Stunden den Controller eigentlich gar nicht weglegen. Aber trotzdem gibt es Dinge die uns stören. So kann man auf Knopfdruck seinen Raben Dust herbeirufen, der einem den Weg zum nächsten Missionsziel zeigt. Der dämliche Vogel fliegt aber gerne mal im Kreis oder gar in die falsche Richtung und führt uns in einem Dungeon gleich mehrmals an des Rätsels Lösung vorbei.
Und obwohl man sich sehr frei in der Welt von Darksiders 2 bewegen kann, es gibt Ladezeiten zwischen den Welten und Dungeons. An sich eigentlich kein Problem, aber die Übergänge sind unschön gelöst. Das Spiel bleibt einfach für mehrere Sekunden ohne eine Lade-Anzeige stehen, Tod friert mitten in der Bewegung ein. Manchmal waren wir uns nicht sicher, ob die Konsole sich nun aufgehängt hat, oder es gleich weitergeht.
Was uns gefällt
Das Inventar und Rüstungsgegenstände verändern das Aussehen unseres Charakters. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Die Kritikpunkte an Darksiders 2 sind eigentlich marginal. Die Grafikqualität könnte zwar höher sein, aber das stört uns beim Spielen nur selten. Stattdessen gefallen uns die Umgebungen und vor allem die bunten und riesigen Gegner ganz gut. Wenn unser Charakter Tod mal wieder gegen einen Hochhaus-großen Boss antritt, ist das Action und Adrenalin pur, die Comic-Grafik bringt das perfekt rüber. Die Kämpfe fühlen sich gut an, die Moves sind flüssig animiert und das Kombosystem gepaart mit den magischen Fähigkeiten unterteilt in zwei Talentbäume birgt richtig viel Abwechslung im Kampf. Die ist auch bitter nötig, denn riesige Gegner verlangen oft nach mehr als nur stumpfem Gekloppe und etwas Taktik. Dann gilt oft: Hitzkopf abkühlen, die Moves des Feindes analysieren und dann handeln!
Der Spielumfang ist, wie mehrfach erwähnt, über alles erhaben. Die ca. sechs Stunden die wir allein in der ersten von vier Welten verbracht haben, füllen andere Spiele mit ihrer kompletten Story. Darksiders 2 hingegen soll laut Jeremy Greiner, dem Creative Manager bei Vigil Games, 25 Stunden Spielspaß liefern. Wir glauben's ihm! Darksiders 2 wird damit trotz technisch nicht wirklich ausgereifter Grafik zum Must-Have-Action-Adventure 2012!

.gif)





