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  • Das Geheimnis des Berghotels: Der verunglückte Bergsteiger - Leser-Test von BigJim

    Das Point & Click-Adventure Das Geheimnis des Berghotels wurde in Deutschland schon 2007 unter dem ursprünglich vorgesehenen Titel "Dead Mountaineer's Hotel" angekündigt, erschien hierzulande dann aber mit über zweijähriger Verzögerung, nämlich erst Ende 2009. Das Krimi-Abenteuer wurde von Electronic Paradise entwickelt und basiert auf dem Roman "Hotel zum verunglückten Bergsteiger" der russischen Gebrüder Strugatski. Jenen Autoren also, dessen Buch "Picknick am Wegesrand" einst die Macher des Ego-Shooters S.T.A.L.K.E.R. inspirierte. Doch wird die Video-Spielumsetzung dem spannenden Buch gerecht?

    In Das Geheimnis des Berghotels übernehmen wir die Rolle des Kriminalinspektors Peter Glebski, der im Hotel "Zum verunglückten Bergsteiger" eigentlich nur ganz normal Urlaub machen wollte. Doch es soll anders kommen. Denn in besagtem Hotel, das nach besonders starkem Schneefall fast völlig von der Außenwelt abgeschnitten ist, kommt es zu seltsamen Vorfällen. Und es geschieht ein Mord. Zu unserer großen Verwunderung allerdings erst gegen Ende des Spiels. Aber wie dem auch sei: Fest steht, dass der Täter noch im Hotel sein muss. Pikant: Nahezu alle Hotel-Gäste scheinen ein Motiv zu haben, doch kaum jemand der Anwesenden hat ein Alibi.

    Ziemlich am Beginn des Spiels steht eine Art Quartierbesichtigung. Der Hotelbesitzer führt Inspektor Glebski durch die Räume der Urlaubs-Herberge und erläutert bei der Gelegenheit, wie das Hotel zu seinem Namen kam: Vor einigen Jahren wohnte hier ein Bergsteiger. Die Ursachen seines Todes wurden nie restlos aufgeklärt. Fest steht, dass der Bergsteiger eines Tages abstürzte und nie mehr ins Hotel zurückkehrte. Dieser Vorfall und die mystische Geschichte des Alpenkletterers war ausschlaggebend für die Namensgebung des Hotels: "Das Hotel zum verunglückten Bergsteiger". Das frühere Zimmer des Bergsteigers ist seither unbewohnt und dient(e) fortan nur als eine Art Besichtigungsobjekt für Urlaubsgäste und andere an der Historie des Hotels Interessierte. Das Eigenartige daran: Kriminalinspektor Glebski, detektivisch geschult, entdeckt dort neben einer aktuellen Zeitung und einer brennenden Kippe u.a. Fußspuren und Klettererschuhe vor dem Schlafgemach des Bergsteigers. Und so verdichten sich nach und nach die Hinweise darauf, dass der Geist des Bergwanderers irgendwie das Hotel heimgesucht hat. Theoretisch gibt es mehrere Erklärungen für die Vorfälle. Zu fragen bleibt: Ist dies alles nur eine Aneinanderreihung von Zufällen, eine Erfindung des Hotelbesitzers, der auf diese Weise seinem Besitz eventuell ein werbewirksames Gespenster-Image verpassen möchte, oder vielleicht doch mehr das Werk eines Unbekannten, der zu makaberen Scherzen aufgelegt ist?

    Wie unschwer zu erkennen ist, dreht sich die Handlung - für ein Krimi-Adventure ziemlich ungewöhnlich - anfangs gar nicht um einen typischen Mord, sondern vielmehr darum, das Geheimnis des "verunglückten Bergsteigers" zu ergründen. Natürlich gibt es neben Inspektor Glebski noch andere Hotelgäste, die direkt oder indirekt etwas mit den unheimlichen Vorgängen vor Ort zu tun haben bzw. haben könnten, und die sich allein schon deshalb verdächtig machen. Da gibt es einen gewissen Mr. Moses, das ist ein Herr mittleren Alters mit einer deutlich jüngeren Frau, den Wissenschaftler Mr. Simonet, einen Hypnotiseur mit Namen Barnstok, die patzige Rockerbrau Brun, eine etwas schusselige Hotelangestellte, den gern geheimnisvoll tuenden Hotelier Alek Snewar und den Hofhund, den Bernhardiner Lel - um nur einige zu nennen. Die Betreffenden sind typologisch gut gezeichnet, auch wenn die Synchronsprecher von unterschiedlicher Qualität sind. Unser Inspektor selbst klingt beispielsweise zu sehr nach "altem Sack", was von den Entwicklern aber unter Umständen beabsichtigt war, um den männlichen Hauptcharakter reifer und professioneller erscheinen zu lassen. Dennoch: Hier wäre eine etwas jüngere Stimme passender gewesen. Mitunter störend wirkt zudem der Umstand, dass die Figuren nicht immer lippensynchron sprechen, was vor allem bei den Dialogen (denn dann sehen wir die Akteure in Nahaufnahme) auffällt.

    Aufgrund der zweifellos interessanten Hintergrundstory beginnt das Das Geheimnis des Berghotels relativ spannend. Zeitweise - obschon äußerst selten - kommt es sogar zu gewissen Steigerungen im Handlungsverlauf; so jedenfalls als Inspektor Glebski eine geheime Nachricht entdeckt, in der geschrieben steht, dass es sich bei einem der Hotelgäste um einen bewaffneten Verbrecher, Wahnsinnigen und Sadisten handelt. Sonst ist aber - und das ist der größte Schwachpunkt des Spiels - über weite Strecken nur gähnende Langeweile angesagt. Wir sind nämlich die meiste Zeit damit beschäftigt, Innen- und (seltener) den unmittelbaren Außenbereich des Hotels abzuklappern und mit allerhand Gästen zu plaudern, deren Auskünfte sich aber zumeist schnell verlaufen, weil sie die Story entweder nicht weiter vorantreiben oder für unsere kriminalistischen Untersuchungen praktisch bedeutungslos (und damit pure Zeitverschwendung) sind.

    Das "Hotel zum verunglückten Bergsteiger" ist recht groß. Und so durchstreifen wir Etagen, Räume, Arbeitszimmer, Weinkeller, Vorratskammern, Lagerhallen, Dachkammern usw., ohne allerdings zunächst eine ungefähre Vorstellung davon zu haben, wonach eigentlich zu suchen ist und in welcher Beziehung die von uns aufgelesenen Dokumente und Hinweise stehen könnten. Der Rätselanteil fällt nicht besonders umfangreich aus (Dialoge und Laufwege machen einen Großteil der Spielzeit aus). Wenn wir nicht gerade (Gäste-)Bücher durchstöbern oder Gespräche führen, setzen wir einen Generator in Betrieb oder lösen diverse (leichtere) Kombinationsrätsel (z.B. einen Kanister mit einem Schlauch anwenden, um so einen vollen Benzinkanister zu erhalten). Darüber hinaus gibt es noch einige optionale Minispiele. So können wir mit anderen Hotelbesuchern eine Partie Karten oder eine Runde Billard spielen. Einige "Rätseleinlagen" machen keinerlei Sinn; z.B. wenn sich der Inspektor nur dann zu den anderen Tischgästen setzen darf, wenn er sich für ein bestimmtes Gericht entscheidet. Der für einen Krimi-Thriller fast obligatorische Mord geschieht zudem erst gegen Ende des Spiels. Viel Zeit zu dessen Aufklärung bleibt da nicht. Die Auflösung ist zudem dermaßen absurd, dass man hierüber besser den Mantel des Schweigens hüllt. Immerhin: Es gibt neben dem eigentlichen Finale noch zwei weitere alternative Enden, je nachdem, welche Entscheidung wir an einem bestimmten Punkt treffen. Das Anlegen gelegentlicher Speicherstände ist deshalb nicht verkehrt.

    Besser als das "verunglückte" Gameplay fällt die technische Seite des Spiels aus. Zumindest grafisch macht Das Geheimnis des Berghotels nicht viel falsch. Die (Innen-)Räume des Hotels sind recht detailliert dargestellt; und es gibt auch vergleichsweise viele Animationen (Schneeflocken vor dem Hotel, das Ausatmen von warmer Luft, was in der Kälte als kleine Wolke sichtbar ist usw.) festzustellen, wenngleich die Figuren in Nahaufnahme manchmal ziemlich hölzern und damit unnatürlich aussehen. Die Steuerung entspricht klassischen Point & Click-Standards; zu kritisieren ist allerdings das Fehlen einer Hotspot-Funktion (heute fast schon eine Selbstverständlichkeit in einem Adventure neueren Datums) zum Kenntlichmachen von Objekten. Das Inventar wirkt hingegen aufgeräumt und enthält neben aufgesammelten Gegenständen und Dokumenten auch einen Grundriss des Hotels. Der Sound (Hintergrundgeräusche) geht soweit in Ordnung. Leider klappt es mit der Musik nicht immer. An der musikalischen Untermalung lässt sich im Prinzip zwar wenig aussetzten, doch wechseln die Klänge von melancholisch bis rockig bisweilen völlig willkürlich, so dass man den Eindruck hat, dass die Entwickler nie einen ernsthaften Versuch unternommen haben, die Musik in Übereinstimmung mit der jeweiligen Spielsituation zu bringen. Diese "Kleinigkeiten" sind es dann auch, die dem Gesamteindruck zusätzlich schaden. Wer sich mit einem betont gemächlichen Adventure ohne nennenswerte Höhepunkte zufrieden gibt und auch viel Lauferei/Plauderei nicht abgeneigt ist, der wird dem Geheimnis des Berghotels vielleicht trotzdem den ein oder anderen positiven Aspekt abgewinnen können. Der literarischen Vorlage wird das Videospiel in gar keinem Fall gerecht. Aber das war zugegebenermaßen auch nicht unbedingt zu erwarten.

    Negative Aspekte:
    Handlung sehr gestreckt (über weite Spielabschnitte einfach nur langweilig); Story-Lücken und andere Ungereimtheiten.

    Positive Aspekte:
    Interessante Story; ansehnliche Grafik.

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Das Geheimnis des Berghotels

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: BigJim
    6.0
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Steuerung
    7/10
    Sound
    7/10
    Gameplay
    6/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Das Geheimnis des Berghotels
    Das Geheimnis des Berghotels
    Publisher
    Deep Silver (DE)
    Release
    27.11.2009

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Das Geheimnis des Berghotels
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28.02.2011
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